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Grotzfeuer. Die wett über die Grenzen Thüringens hinaus bekannte Seidelsche Papierfabrik in Langensalza ist doH« ständig niedergebrannt. Das Feuer kam in einem Lagerraum aus. Als die aus Tennstedt und den benachbarten Dörfern (die Fabrik ist zwischen Tennstedt und Klein-Ballhausen zer­legen) herbeieilenden Feuerwehren auf der Brandstätte ein» trafen, bildete die ganze Fabrik bereits ein einziges großes Flammenmeer. An ein Löschen des Feuers war daher nicht zu denken: die Feuerwehr beschränkte sich darauf, das neu« erbaute Wohnhaus und die angrenzende Niederlage zu retten. Das ist denn auch gelungen, doch sind sämtliche Fenster und Türen des Wohnhauses ausgebrannt. Außerdem sind nur noch die Arbeiterhäuser und eine Scheune stehen geblieben, die etwas abseits liegen. Von allen übrigen Gebäuden stehen nur nach die Grundmauern. Der Betrieb soll bis zum Wiederaufbau der Fabrik in der ^ Stunde entfernten sogen. Paradiesmühle, worin gegenwärtig Pappenfabrikatisn betrieben wird, weitergeführt werden.

Unfälle. I« Z a h l b a L (Unterfr.) wollte beim Umbau des väterlichen Hauses der 19 jährige Wagner Franz Albert gemeinsam mit einem 11 jährigen Knaben einen 4 Meter langen eichenen Balken beitragen. Der Balken gliit dem Knaben von seiner rechten Schulter ab. Albert, der ihn auf der linken hatte, wurde durch den Balken niedergeworfen, ein Blutstrom quoll aus Mund und Nase, und nach 10 Minuten trat der Tod ein. In Wertheim wurde der Lehrling der Firma Amthauer am "Markt, der im Keller mit Abfüllen von Spiri­tus beschäftigt war, durch eine Explosion schwer verletzt. Ein 4jähriges Kind des Söldners Köder in Riekofen (Oberpf.) spielte in einer Scheune an einem angelehnten alten Türstock. Derselbe fiel um und traf das Kind so unglücklich, daß eine Blutung in das Gehirn eintrat, die in wenigen Minuten den Tod herbeiführte.

Sittlichkeitsv-rbr-chen. Von der Fenenstrafkammer des Landgerichtes Augsburg wurden am 23 Juli fünf Fälle wegen Unuttlichkeit abgeurteilt, darunter der Fall des Korb­flechters Rupert Winkler von Karlshuld wegen Anzucht und Sittlichkeitsoergehen; er wurde zu vier Jahren Zuchthaus ver­urteilt.

Krediffchwindelei. Vor dem Landgerichte I Berlin standen der frühere Bankbeamte Ludwig Joel, seine Frau Elise und deren Sohn, der frühere Leutnant Otto Joel wegen Kredit« schwindelcim, die an die Taten desProfessors Meyer" und seiner Frau erinnern. Ueber 50 Geschäftsleute sind durch leichtsinniges Kreditgeben schwer geschädigt worden, ein einziger Gerichtsvollzieher hat bei ihnen über 100 Pfändungen vorge­nommen. Joels hatten stets große, prunkvolle Wohnungen, die sie,der Not gehorchend", öfters wechselten, das kostspielige Meublement war geliehen und verpfändet und täuschte die Be» sucher. Das ging so etliche Jahre weiter, bis die Katastrophe eintrat, die ihre Existenz vernichtete. Joel Vater erhielt ein

SamStag

Jahr Gefängnis, seine Frau 150 Mark Geldstrafe oder einen Monat, Joel Sohn 4 Monate Gefängnis. Auch Dieser Prozeß wirft, wie der Meywsche, ein charakteristisches Streiflicht auf diePumpverhältnisse" der großen Stadt, auf große Leicht­fertigkeit, mit der falschen Angaben geglaubt wird, auf die schwindlerischen Bemühungen, sich Geld und Wohlleben um jeden Preis zu verschaffen.

Der BetrügerArthur V. Bülow". Vor dem Schöffengericht Bayreuth stand ein gefährlicher Gauner und Hochstapler, Heinrich Dehnert aus Barmen, der sich fortwährend den Namen A. v. Bülow beigelegt und schon mehrmals mit Zuchthaus bestraft worden ist. Sein Stiefbruder, der Bahn­meister Emil Dehnert anS Barmen, beschwört vor Gericht als Zeuge, daß Angeklagter Heinrich Dehnert heißt und in Barmen geboren ist. Der angebliche Artur v. Bülow stand wegen zahlreicher Betrügereien vor Gericht und wurde vor die Straf­kammer des Landgerichtes verwiesen.

Aa«a«er Uereins-«. Lrrguüguugsnachrichteu

für Samstag den 30. Juli.

Sommertheater Beck's Felsenlellcr: Volks- und Schüler - Vorstellung: «Minna von Barnhelm" Anfang 5 Uhr.

Turngemeinde: Von 78'/» Uhr: Kürturnen und Vorturnerstunde. Evangelischer Arbeiterverein: Vereinsabend und M -gliederaufnahme im Vereinslotale «Brauerei Weismantel".

Gesangverein «Sumser": Vereinsabend in der »Stadt Bremen". GesangvereinTonblüthe": Vereinsabend in derStadt Bremen". GesangvereinGermania": Vereinsaoe.ld im öwengärtchen". GesangvereinMelomania": Vereinsamend in herKarthaune". GesangvereinFröhlichkeit": MonatSversammlung.

Evang- Männer- u. Jünglings verein: Unterhaltung tEv. VereiuShauS). VergnügunaS-Verei«Germania": Vereinsabend tutschwarz.Bären". KlubSaxonia": Vereiusabens imFriedberger Hof".

KlubCameratia": Klubabend imGroßen Kurfürsten". VergnügunaSgesellschastFidelio": Vereinsabend »zum Anker". Gesellige VerbindungMelitta"; Vereinsabend «zur Karthaune". KasinoEintracht" (BereinSlokalzum Braustüb'l"): VereinSsbend. VereinEiniakeit": Vereinsabend in hergroßen Krone".

VereinFdelttas": Vereinsabend in derdeutschen Eiche". Gesellige VerbindungArminia": Klubabend in derStadt Bremen." VereinFrohsinn 1903*: Vereinsabend imGlasen Philivv Ludwig*. AtbletenklubGermania* Vereinsabend . um großen Kurfürsten". Stemm- und RingklubEiche": Vereinsabend (Restr.z, Sandhof"). Hanauer Fußballgesellschaft 1899": Vereinsabend in derAllemania". FußballklubViktoria": Vereinsabendim goldnen Rad." Radfahrer-Verein 1898: Vereinsabendzur deutschen Eiche".

Radsport .Adler": Vereinsabend imNürnbergerhof".

Stammtisch .Bürgerbräu": Jeden Samstag abend: Uebung. KlubAmicitia"; Kegelabend imElevüanten".

Musikoesellschast 1901: Vereinsabend (Restaurationzum Teich").

Kegeluub D. H. V.: 9'/» Uhr: Gasthauszur guten Quelle». Turngemeinde: MonatSversammlung.

Rauch- und Vergnügungs-GesellschaftSechs Bund" zum feuchten Eck: Zusammenkunft in der Wirtschaft von Lederer, Bogenstraße 15. für Sonntag den 31. Juli,

Lokomotivführer-Verein: Vormittags von 1112 Uhr: Zusammen­kunft im Vereinslokal (Centralballe').

MchgeselliLaii im .Nürnberger Hof": Von 111 U6r: Uebunasstuude.

_______________ 30. Juli

Hanauer Schützenverein: Nachmittags von 2 Uhr ab: Schießen auf den neuen Scheibenständen.

Nachmittags 3 Ubr: Uebunässviele auf dem Er-rziervlatz: Fußball­klubViktoria",Hanauer Fußballgesellschaft 1899" und Ha- naner FußballklubHanovia".

Erster Hanauer Fußballklub 1898: Nachmittag? 3 Ubr: UebungSspiel auf seinem Svortvlatz an derSchönen Aussicht".

Feuchtes-Eck: Gasthaus »zur guten Quelle".

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