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27. Juli
Seitab
Ionen und V» der Vakanzen für weibliche Personen ohne die Verbandsvermittelung anderweit erledigt.
Als Ergebnis stellt sich, wenn man den Umfang der Ver- miitelung betrachtet, heraus, daß bei den Bewerbungen sich die Zahl der männlichen zu der der weiblichen Bewerbungen etwa verhielt wie 6:1, die Zahl der Vakanzen für Gehilfen zu der für Gehilfinnen sich verhielt wie 4 : 1, die Zahl der Stellenbesetzungen für Gehilfen zu der für Gehilfinnen wie 2 : 1. Die Angebots- und Besetzungsverhältnisse waren danach diesmal für die Gehilfinnen anscheinend günstiger als für ihre männlichen Kollegen. Dies bestätigt sich, wenn man Angebot und Nachfrage für beide Geschlechter getrennt betrachtet. Es standen bei den Vermittelungsstellen gegenübeer rund 13 OOO neuen männlichen Bewerbungen rund 10000 neue Vakanzen und rund 3600 Besetzungen, dagegen rund 2800 neuen weiblichen Bewerbungen ntrb 3150 neue Vakanzen und rund 1750 Besetzungen. Dies würde das für weibliche Arbeitskräfte günstige Verhältnis 'ein, das bei der nichtkaufmännischen Stellenvermittelung bekannt ist.
Zu bemerken ist übrigens, daß die gesamte Vermittelungs- iStig^eit im zweiten Quartal etwas geringer war als im ersten Quartal. Für die weibliche Stellenvermittelung ist hervorzu- heben, daß rund die Hälfte der sämtlichen an Handlungsge- hilfinucn vermittelten Stellen durch den kaufmännischen Verband für weibliche Angestellte in Berlin vermittelt ist.
Was die LehrlingSvermittelung betrifft, so tritt auch hier die Vermittelung weiblicher Lehrlinge dem Umfang nach hinter diejenige von männlichen Lehrlingen erheblich zurück, ist aber im Ergebnis günstiger als die Vermittelung männlicher Lehrlinge. Beachtenswert ist das Verhältnis der Nachfrage nach Gehilfen und Lehrlingen. Rund 10 000 Vakanzen für männliche Gehilfen traten rund 690 Vakanzen für männliche Lehrlinge zur Seite, das ist ein Verhältnis von 14:1.
Was den Stand der Vermittelung am letzten Tage deS Quartals betrifft, so find besonders beachtenswert die Nach- weisnngen darüber, welcher Teil der Bewerber sich in unge- kündigter oder gekündigter Stellung und welcher Teil stellenlos war. Es ergibt sich auch im zweiten Quartal wieder, daß, soweit Angaben darüber vorliegen, der Prozentsatz derlei der Bewerbung Stellenlosen bei den weiblichen Gehilfen stärker ist als bei den männlichen, er betrug bei den weiblichen Gehilfen rund 50 °/o, bei den männlichen rund 30 °/o. Es wird ab» zuwarten sein, ob dieses Verhältnis ein dauerndes ist. Zum Teil findet es seine Erklärung darin, daß bei den weiblichen Gehilfen unter den Bewerbern ein großer Prozentsatz von „Anfängerinnen", d. h. jungen Mädchen, die nach Abiolvierung eines Handelskursus eine Stellung suchen, sich befindet. Bei diesen kann von Stellenlosigkeit im üblichen Sinne nicht die Rede sein, ebensowenig wie in den Fällen, in welchen junge Mädchen ihre geschäftliche Tätigkeit zeitweilig unterbrochen haben, um eine Zeitlang im elterlichen Haushalt tätig zu sein. Es kommt aber auch hinzu, daß Frauen vielfach auch in Saison- geschäften tätig sind — ein Umstand, dem bei der Erklärung der Zahlen wohl auch mit Rechnung zu tragen ist. In unge» lündigter Stellung befanden sich bei den männlichen Gehilfen etwa 35°/e, bei den weiblichen rund 25°/o, in gekündigter bei den männlichen etwa 35»/o und bei den weiblichen etwa 25*/e.
©se Uebersicht nach Branchen ergibt für das zweite Quartal bei den Dermittelungsstellen eine annähernd gleich starke Nachfrage nach Kontor- und anderen Stellen. Bei der weiblichen Stellenvermittelung überwiegen die Kontorstellen wieder stark die Vermittelung anderer Stellen. Von den anderen Branchen nimmt die Kolonialwarenbranche die Vermittelungstätigkeit der Vereine wieder am meisten in Anspruch. Ein Einfluß der Branche auf die Stellungslosigkeit ist aus den Zahlen nicht zu entnehmen.
„Die Aufwendungen der größeren Seemächte für ihre Flotten."
In den Marinebudgets der größeren Seemächte sind für das laufende Rechnungsjahr nachstehende
„Meine Mutter hatte einen junger Bruder verloren, der diesen Namen trug «nd den sie sehr lieb gehabt hatte. Deshalb wohl."
„Ach so, na ja, Pietätsdusel! Aber immerhin, sie hätte doch überlegen sollen, daß der Name 'was komisches an sich hat, noch dazu in Verbindung mit Deinem Familiennamen. Na, bei Dir hat's ja weiter nichts zu sagen. Ich, hm, wenn ich Friedemann Kälble hieße, ich glaub', ich schösse mich tot. Denk' mal, für ’ne Braut zum Beispiel: „Lieber Friedemann" — zu komisch, der Gedanke! Du heiratest ja aber doch nicht, da ist's nicht schlimm."
„Nein, ich heirate nicht." Seltsam schwer klangen die Worte des Oberlehrers Friedemann Kälble, der neben seinem „Freund", dem Dr. med. Werner Howald, durch den Park schlenderte. Man nennt es jü „Freundschaft", wenn zwei Menschen zusammen auf der Schulbank gesessen haben, mögen sie auch noch io wenig harmonieren. Innerlich haben die beiden jungen Männer so wenig gemein, wie äußerlich. Einen größeren Gegensatz wie den zwischen dem großen schlank ge- wachsrnen Arzt mit dem prachtvollen Römerkopf und dem kleinen jchmallchultrigen Philologen ist nicht leicht denkbar, (sute kluge Augen hat der Oberlehrer, und Menschen, die die Sprache solcher Augen verstehen, mögen wohl die sonstige fast abnorme Häßlichkeit des Mannes nicht so unangenehm empfinden. Aber solche Menschen sind selten. In bitterer Selbsterkenntnis ist sich Friedemann Kälble allmählich darüber klar geworden, daß er auf Frauenliebe keinen Anspruch hat. Seine Mutter ist tot. Die hat ihn lieb gehabt, weil sie eben eine Mutter war. Für alle andern weiblichen Wesen seines Bekanntenkreises ist er allenfalls ein guter Freund, den man, unbesorgt, daß er es mißverstehen könnte, um eine Gefälligkeit bittet. Er hat es immer schon schmerzlich empfunden, aber so furchtbar bitter ist's ihm doch erst seit der Zeit, da er Renate boorbach näher kennen gelernt hat. Daß das schöne, liebe / idchen ihm natürlich auch nur freundschaftlich zugetan sein 'ä! , dieses Gefühl bat ihn schon fast zur Verzweiflung ge
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Beträge vorgesehen: Für England 856 8 Millionen Mark, wovon ein Betrag von 104 3 Millionen Mark gemäß Naval Works Act., lediglich zum Ausbau der Häken und Werften bestimmt ist, für die Vereinigten Staaten 404,6, für Frankreich 250,3 für Rußland 245,4 für Deutschland 215,4, für Italien 101,8 und für Oesterreich-Ungarn 42,5 Millionen Mark; der laufende Etat für die Marine Japans ist nicht bekannt geworden. Demnach steht Deutschland bezüglich seiner Marineausgaben noch eben so an fünfter Stelle, wie es schon im Jahre 1899 und auch in den folgenden Jahren der Fall war. Eine Verschiebung zu seinen Gunsten im Verhältnis zu den übrigen Staaten hat trotz der aus dem Flottengesetz sich ergebenden Steigerungen unserer Marineausgaben nicht statt« gefunden und ist bei der Tendenz der übrigen Staaten, ihre maritime Wehrkraft immer mehr zu stärken, auch nicht zu erwarten. Die Differenz gegen England ist von 408,7 Millionen im Jahre 1899 auf 641,4 Millionen im Jahre 1904 gewachsen. Die Marineausgaben Englands sind seit 1899 um 314,3, die von Deutschland nur um 81,6 Millionen Mark gestiegen. England hat in den Jahren 1899 bis 1904 insgesamt 3957,1 Millionen Mark für seine Marine bewilligt, Deutschland nur 1113,1 Millionen Mark. Auch dem Jahresdurchschnitt für die letzten 6 Jahre nach steht Deutschland mit 185,5 Millionen Mark an fünfter Stelle. In den eingangs aufgeführten Zahlen sind für Schiffbauten enthalten für England 363.5 Millionen ausschließlich Armierungen, für die Vereinigten Staaten 133,7, für Frankreich 90,6, für Rußland 109,7 und für Deutschland 94,9 Millionen Mark einschließlich Armierungen; hienn ist Deutschland also von der fünften Stelle im Jahre 1899 an die vierte gerückt; doch handelt eS sich dem augenblicklich an fünfter Stelle stehenden Frankreich gegenüber nur um eine Differenz von 4,3 Millionen Mark. Die Ausgaben Englands für Schiffbauten und Reparaturen ausschließlich Armierungen sind fast viermal so hoch wie die Ausgaben Deutschlands für Schiffbauten einschließlich Armierungen in dem laufenden Jahre und beinahe ebenso so hoch wie die Ausgaben von den Vereinigten Staaten, Frankreich, Rußland und Deutschland zusammen. Wenn man außerdem berücksichtigt, daß der Gesamt- tonnengehalt der englischen Kriegsmarine rund 1900 000 t, der der deutschen Flotte aber nur 500000 t beträgt, so ist es einfach unerfindlich, wie englische Blätter von Bedeutung, wie die „Morning Post", so töricht sein können, zu schreiben: „Zu allen Zeiten ist England notwendigerweise der Gegner der stärksten Macht auf dem Festlande gewesen, und die Zeit ist gekommen, in Deutschland den Rivalen zu sehen, der nach der Vorherrschaft sowohl zu Lande als zur See strebt". Man denke nur: Ein Staat, dessen Marine etwa ein Viertel so groß ist wie die Englands, dessen Marinebudget und deffen Jahresausgaben für Neubauten ebenfalls nur etwa ein Viertel so hoch sind wie die Englands, soll nach der Vorherrschaft zur See streben! ! ! —
Hue aller Welt.
Beim Baden ertrunken sind im Oder-Spree-Kanal der 25jährige Arbeiter August Kleemann, der seit 14 Tagen verheiratet war, und der 22jährige Dienstknecht Reinhold Krüger, beide aus Neu-Lindow. Kleemann verabschiedete sich von seiner jungen Frau, die beim Baden zugegen war, im Scherz mit einem Kuß und den Worten: „Adieu, ich gehe ins Wasser", stieß dann unbedachtsamerweise Krüger ins Wasser, indem er rief; „Du mußt schwimmen lernen." Leider geschah das an einer tiefen Stelle; Krüger ging unter und konnte sich nicht wieder herausarbeiten. Kleemann, der nun das durch ihn verschuldete Unglück kommen sah, sprang dem Kameraden nach, beide umklammerten sich und ertranken. Viele Personen sahen dem Todeskampf der beiden Männer zu, konnten aber nicht helfen, weil niemand schwimmen konnte und Stangen, Leinen oder RettungSbälle leider nicht vorhanden waren.
Im Chiemsee ertrunken. Der Kunstmaler Eduard Fischer aus München ist gestern abend halb 8 Uhr beim Baden im Chiemsee ertrunken. Man vermutet, eS lag ein Schlaganfall vor. Die Leiche wird nach München übergeführt.
bracht und ihn schon oft den Entschluß fassen lassen, das Haus ganz zu meiden. Aber er hat nicht die Kraft dazu gefunden, sich selbst das Paradies zu verschließen. Und nun soll er den Fürsprecher machen für den schönen, eleganten jungen Arzt, der da so sieghaft neben ihm schreitet! Ablehnen ? Nein, das kann er nicht. Was wäre das für eine Freundschaft, die versagt bei einer Bitte, deren Erfüllung, äußerlich betrachtet, gar keine Schwierigkeiten macht! Und noch dazu — es ist einfach Pflicht der Dankbarkeit. Werner hat ihm 'mal, als sie beide in der Tertia saßen, beim Slwimmen das Leben gerettet. Deshalb hat er sich von ihm tyrannisieren und verspotten lassen bis zum heutigen Tag. Daß das Leben ih« gar nicht so viel wert, daß hat damit nichts zu tun. Werner kann doch ichts dafür, daß die innere Einsamkeit, der Hunger nach Liebe, der Kummer über sein erbärmliches Aeußere ihn gerade in der letzten Zeit. fast unfähig macht zum Weilerexistieren. Nur aus seinem Beruf zieht er immer wieder neue Kraft, das Dasein zu ertragen. Die Jungen hängen an ihm, trotz seiner Häßlichkeit. Und wenn auch die Sextaner und die Quintaner noch manchmal über ihn spotten, sein Aeußeres, seinen komischen Namen zur Zielscheibe ihrer Witze machen, in den höheren Klassen genießt er unbeschränkte Verehrung und unbedingte Autorität. Damit, mit diesem Erfolg, muß er sich begnügen.
Werner Howald hat das Schweigen des Freundes respektiert — er kennt seine Art unb weiß, daß er nicht der Mann schneller Entschlüsse ist. Doch nun hat teilte Geduld ein Ende und er meint: „Hör mal, Kleiner, nun wird's aber Seit. Willst Du mir den Gefallen tun ?"
„Ja, Werner, ich will. Morgen bin ich wieder bei Moor- bacys. Und übermorgen —"
„Hol ich mir Bescheid, und bann wird Sturm gelaufen! We'ßtDu, bei keiner andern würd' ich soviel Umstände machen. Aber Renate hat so eine Art, einen anzusehen so durch und durch. Da kommt wahrhaftig unsereiner aus der Ksmenance. Sie id io anders, wie die übrigen Mädchen - das ist's ja I
Begnadigt. Der frühere Oberleutnant Rüge r, der bekanntlich wegen Totschlags des Hauptmanns Adam zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, ist jetzt völlig begnadigt und aus dem Straßburger Bezirksgefängnis entlassen worden. Im Vorjahre war seine Strafe in Gefängnis umge- wandelt worden.
Die Mutter opfert sich auf. Bei dem Versuche ihr kleines Kind, das kurz vor dem Einlaufen eines Zuges auf den Bahnkörper unweit der Station Kaltscheuern geraten war, zu reiten, fand die Mutter selbst ihren Tod, sie wurde von der Maschine erfaßt und zermalmt, während das Kind wie durch ein Wunder von einem Bahnbediensteten gerettet wurde.
Der Gefahr entronnen. Dem „Daily Expreß" wird aus Bukarest geschrieben, daß die Kronprinzessin Marie am 17. Juli mit knapper Not dem Tode durch Absturz in den Karpathen entgangen ist. In der Nähe von Sinaja war sie auf einem Ritt in den Bergen begriffen, als ein Gewitter hereinbrach. Ihr Pferd scheute und ging trotz der krampfhaften Bemühungen der Reiterin, seiner Herr zu werden, durch. In vollem Lauf raste das Tier einem Abhänge zu. Die Begleiter der Prinzessin gallopierten zwar hinterher, sahen aber ein, baß sie nichts zur Rettung der hohen Dame zu tun vermochten. Das Geschick der Reiterin schien besiegelt, als sie im letzten Augenblick Geistesgegenwart genug hatte, sich von Pferde gleiten zu lassen. Im nächsten Moment sprang das Pferd mit gewaltigem Satz in die Tiefe, wo es vollständig zerschmettert aufgefunden wurde. Die Prinzessin war mit einigen kleineren Verletzungen davongekommen.
Einem Raubmorde ist Bankier Adam aus Thorn zum Opfer gefallen. Er tat auf dem Thorner Hauptbahnhof im Wechselkontor bis zum Einuhr-Nachtzuge Dienst. Bei der Heimkehr zur Stadt wurde er überfallen, beraubt und in die Weichsel geworfen. Die Leiche, an den Beinen mit Steinen beschwert, wurde im Weichselwaffer gefunden, die Geldtasche lag leer im Fährhause. Wieviel den Räubern zur Beute gefallen ist, konnte bisher nicht festgestellt werden.
Erstochen. In Hamburg wurde der Landwirt Harms, der Streitigkeiten unter mehreren jungen Leuten schlichten wollte, von seinem Dienstknecht hinterrücks erstochen.
Dom Blitz erschlagen wurden in Bralin, Kreis Groß- wartenberg in Schlesien, der Gastwirt Nickel und deffen Ehefrau. — In der Nähe des Dorfes Schleuß bei Stendal schlug auf freien Felde der Blitz in einen beladenen Erntewagen, auf bem, sich zwei Mädchen befanden. Das eine wurde ge= tötet, während das andere infolge des Absturzes schwere Verletzungen davontrug.
Ein schweren Unfall erlitt der Reichstags- und Landtagsabgeordnete Gutsbesitzer Böning. Auf der Heimfahrt von Landsberg nach seinem Gute Heinersdorf scheuten die Pferde vor einem Motorwagen. Der Wagen schlug an den Torweg des GutShofes, wobei Böning und seine Frau aus dem Wagen geschleudert wurden. Er erlitt drei Rippenbrüche, während seine Frau schwer am Kopf verletzt wurde.
Die Cholera in Teheran nimmt von Tag zu Tag ab und tritt nur noch in zwei Stadtvierteln auf. In Nescht und Tabris ist kein Cholerafall vorgekommen. Die Quarantäne in Julfa ist aufgehoben worden.
Ein kaum glaublicher FM von Dummheit und Aberglauben wurde in einer Verhandlung erörtert, die gestern vor der 3. Strafkammer des Landgerichts I Berlin statt» fanb. Die „B. N. N." berichten darüber: Auf der Anklagebank befand sich die 40jährige unverehelichte Auguste Myszka, die zur Zeit eine Gefängnisstrafe wegen Betruges verbüßt und sich jetzt wegen des gleichen Vergehens zu verantworten hatte. In der Reichenbergerstraße betrieb die verehelichte Wilhelmine Sch. ein Grünkramgeschäst. Zu ihren Kundinnen gehörte auch die Angeklagte. Als diese so häufig von der Sch. Klagen über den schlechten Geschäftsgang hören mußte, beschloß sie die Frau, deren grenzenlose Einfalt und Dummheit sie durch' schaut hatte, auszubeuten. Sie erzählte ihr, daß ihre Großmutter Zigeunerin sei und in Adlershof wohne. Es sei ein» außerordentlich kluge, mit übernatürlichen Kräften ausgestattet''
gerade, waS mich reizt. Deshalb sollst Du erst Bresche Wagen, dann geht die Einnahme der Festung leichter von statten. Servus, Alter—
Am folgenden Tag, zur gewohnten Stunde, begibt sich der Oberlehrer zum Professor Mosrbach, um ihm, wie schon seit längerer Zeit, allwöchentlich einmal beim Ordnen und Kata- logrftcren seiner umfangreichen Bibliothek behilflich zu sein. Zwn Stunden arbeiten die Herren eifrig und angestrengt. Friedemann allerdings muß sich heute gewaltsam zur Aufmerk- jamkeit zwingen. Seine Gedanken sind bei Renate, die bis- roerlen ,n ihrer geräuschlosen Art ins Zimmer kommt, nach k Qfen steht und, als c8 dämmert, die Gardinen schließt und die Lampe ansteckt. Um sechs Uhr tritt sie wieder ein: Se!« H^r Oberlehrer, nun ist's genug. Der Tee wartet.
natb*!“^'” ^ nUt s^n, lieber Freund, ich komme gleich n, ^.'"^e lächelt — sie kennt ihren Vater und weiß, daß er nicht so schnell von seinen geliebten Bücherschätzen losreißen rann. Das ist sedesmal so. Und sie streut sich seines Zöaerns.
, "n^r gar viel mit dem jung.cn Kollegen ihres Vaters L suchen. Ueber Bücher, die sie gelesen, über Kunst und allerlei Tagesereignisse. Sie legt großen Wert auf sein Urteil.
W ste gar nicht mit ihrem Gast zufrieden. Er hat offenoar keine Teilnahme für i^re Interessen. Als sie seine Meinung uoer einen Stich nah einem Böcklinschen Gemälde t er d«r keine rechte Antwort, sondern lenkt das gewaltsam zum dritten Mal auf seinen Freund, ^^'SrHorvald. Was geht sie der Mensch an! Ihr ist's , einerlei, daß der Doktor bereits eine gute Praxis
7 prähtiger netter Mensch ist. Und ein so L .E" l Run ja, ein „schöner Mann", von der Art, £ J mcyi ""When kann. Seine Selbstgefälligkeit ist ihr Sie gibt nur eine kurze Antwort. „Na- ■ h ^ Z J^* 'v$ der Oberlehrer, „sie ist befangen, weil sie 9 " • Und er beschicht, nun gang energisch vorrugehen,