22. Juli ___________________
VerKeigerungs- str. Ä-rlender füt Samstag den 23. fiuli.
AnaeLoie b-tr Uebernahme der Arbeiten rod Lieferungen für die :elbberem»aiina BüdrSbeim sind bis vormittags 11 Uhr an die Graph, iüreermeistetn BüoeSheim einzv^eichen (s. Nr. -65 ,M . Anz.").
Bu@ Nah und fern,
W. Hofheim i. Taunus, 22. Juli. In der verstoßenen Nacht wurde im hiesigen Stationsgebäude eingebrochen, ein großer eiserner Schränk gestohlen und dieser auf einem Stations- karren fort transportiert. In dem Schranke befinden Udj un- gesähr 100 Mk. in bar und cirka 500 Mk. in Briefmarken. zZ UrisvSerg, 21. Juli. Der Jahresbericht für 1903 der Kroßh. Handelskammer Friedberg, deren Bezirk die Kreise Friedberg, B3dingen und ©(Sotten umfaßt, betont einleitend, daß über die speziellen Verhältnisse des engeren Kammerbezirks leider nur fast durchgängig Ungun9he§ zu berichten sei. In der Industrie werde allgemein über ungenügende Preise der Fabrikate, schwierigen Absatz infolge der großen Konkurrenz, dagegen vielfach hohe Preise der Rohprodukte und Hülfsstoffe geklagt. Die Aufsaugung der mittleren und kleinen Betriebe machte sich sowohl in Industrie als auch im Handel für unseren Kammerbezirk besonders fühlbar, da in diesem solche Betriebe meist vorherrschen, wie z. B. die kleineren Brauerienekleinen Mühlen, Gerbereien u. s. to. Einzelne Branchen des Hgudels, die früher eine hervorragende Bedeutung hatten, wie Fruchthaudel, Handel mit Futtermitteln, mit Sämereien, der Lederhaudel und der Spiritushandel schwinden immer mehr, Auf dem Arbcitsmarkte herrschten günstige Verhältnisse, eine AkKeitslssizkeit war im Winter 1903/04 nicht zu konstatieren, wofür als günstiges Symptom anzuführen wäre, daß zum ersten Male seit längerer Zeit in Friedberg das Bedürfnis nach einer öffentlichen Suppenküche nicht hervortrat.
FG, Blödingen, 21. Juli. Die in der Nähe von Dieöach am Haag im Kreise Büdingen gelegene Ronneburg ist wegen Baufälligkeit gesperrt worden. Die Burg wurde von vielen Touristen besucht. Von dem gewaltigen Bergfried, dessen unterer Teil aus dem 13. Jahrhundert stammt, während der obere Teil aus der Mitte der 16. Jahrhunderts stammt, genießt man weiten Umblick, des u. A. den Taunus, Vogelsberg, Odenwald und Hasrdt umfaßt. Manche historische Erinnerung knüpft sich an die ragende Burg. Hier wohnte Zinsendorf und gründete von hier aus die Brüdergemeinde in der Welterau. Hier sammelten sich und fanden Obdach die verfolgten Juden, Zigeuner und Separatisten. Jeder um seines Glaubens willen Verfolgte fand hier eine Freistätte. Im Jahre 1:575 wurden bereits Teile der Vorburg wegen Baufälligkeit abgetragen. Dagegen unterzog man den Westflügel der Burg mit seinem spitzbogigen Saale, der spälgothischen Kapelle und dem zierlichen Erker einer Renovation. Die Burg ist Eigentum des Fürsten zu Menburg-Büdingen-Wächlersbach.
T. Nittderbügen, 21. Juli. Mehrere Perwnen sind dahier unter lyphusverdächiigen Symptomen erkrankt. Die Aranken sind isoliert uniergebrachl. Als Ursache vermutet man die schlechte Beschaffenheit von Trinkwasser auS einem Ortsbrunnen. Untersuchung ist im Gange.
Hue aller Melt.
Vom Schnsüzuge riberfahren. Bei Denzlingen (Baden) wurde ein Bauernfuhrwerk von einem Schnellzuge überfahren. Dabei wurden zwei auf dem Wagen sitzende Dienstmägde gelötet.
Eine außergewöhnliche Ehrung ist der Wiywr Schauspielerin Frau Katharina Dchrail zuteil geworden; sie wurde zur Ehrenbürgerin der Gemeinde Hennersdorf bei Wien ernannt, wohl her erste Fall dieser Art, der in der deutschen Theaiergeschichw zu verzeichnen ist. Die Ehrung ist ein Akt der Dankbarkeit für die Verdienste, die Frau Schratt sich um die Gründung eines Kinderheims in Hennersdorf erworben hat.
Der bekannte Schäfer Ast in Radbruch, der s. Zi. wegen seiner Wunderkuren so viel Aus ehen erregte, scheint demnächst wieder mit den Gerichten in Berührung zu kommen. Wie die „Hamb. Nachr." melden, ist seine Medizin Nr. 24, die er dem an Brechdurchfall erkrankten Kinde eines Wandsbeker Beamten verschrieben hatte, auf Anordnung der Staatsanwaltschaft analysiert worden. Die Analyse ergab als Bestandteile aniLö>ballige Ammomakflüssigkeit und Bibernell- tinkiur. Eine Heilwirkung bei Brechdurchfall kommt diesen H stentrop en natürlich nicht zu.
Ein kalter Trunk. In Trier trank ein 19 Jahre alter Jüngling in erhitztem Zustand kaltes Wasser. Er erkrankte und verstarb alsbald.
Große Brande Aus mehreren Orten Ungarns werden mehr ober weniger große Brände berichtet. Im Dorfe Vajden, im Komitat Hunyad, wurden 43 Häuser zerstört, wobei eine Frau mit ihren beiden Kindern umkam. In Bereg, im Komitat Bacs-Bodrog, unweit Baja, wurden 80 Wohnhäuser nebst Nebengebäuden eingeäscherl. Die Leiche eines tranien Greises wurde unter den Trümmern hervorge- zogen, eine alle Frau erlitt schwere Brandwunden. Das Feuer konnte erst durch die herbeigeeilten Feuerwehren der Nächstliegenden Ortschaften auf seinen Herd beschränkt werden. In Csongrod, im Komitat gleichen Namens, wurden große Mengen Getreide bei einer Feuersbrunst vernichtet.
Schiffsberichte.
Mitgeteilt von Agent Ad. Treufch-Hanau.)
Hamburg, 20. Juli. Der Dampfer „Barcelona" von der Hamburg - Amerika - Linie ist vorgestern in Philadelphia eingetroffen.
Bremen, 20. Juli. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Friedrich der Große" ist gestern in New York einge- troffen.
Freitag
Drahtnachrichten.
Der russisch-japanische Krieg.
Petersburg, 21. Juli. Ein Telegramm des Generals Kuropaikin an den Kaiser vom 20. Juli besagt: Im Bereiche der Armee sind keine besonderen Veränderungen einge- treten. In der Nacht auf den 19. Juli machten eine Freiwilligenabteilung und Kosaken einen Ueberfall auf eine japanische Feldwache, die sich in einem Hause bei dem Dorfe Hudian'a, 16 Werst südöstlich von Tbawuan, befand. 21 Japaner wurden durch Bajonettstiche niedergemacht. Ein Heiner Teil der Feldwache enttarn durch die Fenster und floh ins Gebirge, wurde aber vom Feuer einer japanischen Kompanie empfangen, die zur Hilfe herbeigeeilt war. Nach den erbeuteten Mützen und anderen Gegenständen bestand die Feldwache aus Mannschaften des 4. Garderegiments. Ruf unserer Seite ein Schütze getötet, vier verwundet.
_ Tientfin, 21. Juli. (Reuter.) Hier gebt das Gerücht, daß die Japaner gestern Port Arthur hffüg beschossen haben. — Nach einer aus Niutsck wang ein getroffenen brieflichen Nachricht berichtete der Befehlshaber eines dort eingelaufenen russischen Torpedobootes, er traf im Golfe von Pelschili infolge eines Zufalles einen englischen Dampfer mit einem Torpedo. Man vermutet, daß es sich um den vermißten Dampfer „Hip- sang" handelt,
Mukden, 21. Juli. (Russ. Telegr.-Agentar.) Unter den Chinesen geht das noch der Bestätigung bedürfende Gerücht, in der Gegend von Hsine-^tun werde gegenwärtig eine 2000 Mann starke Abteilung Chunguien unter Av'ühru"g von 12 verkleideten japanischen Offizieren zusammengezogen. Die Aufgabe d-" sogenannten Truppen sei eine plötzliche Bewegung in der Richtung auf Mukden und Tieling, um die Bahnlinie zu beschädigen und dadurch die Verbindung der russischen Armee wn ihrer Basis zu beeinträchtigen. Die Abteilung s-i bereits vor kurzem in Mongolei bei Kouls erschienen und habe für die Mands-burei bestimmtes Vieh weggenommen.
London, 21. Juli. Das Reuteriche Bureau meldet: Der russische Botschafier, der gestern eine lange Besprechung mit dem Staatssekretär des Aeußern Lord LanSdowne hatte, kam heute nachmittag nach dem auswärtigen Amte und hatte dort eine weitere Unterredung, vermutlich über die Angelegenheit des Dampfers „Malakka".
Suez, 21. Juli. (Reuter.) Der Dampfer der ägyptischen Regierung „Abbas" ist, wie jetzt bekannt wird, am Montag nach dem Roten Meere ausgelaufen, wie man annmmt, um zu verlangen, daß die von den russischen Schiffen „Smolensk" und „Petersburg" zur Fahrt durch das Rote Meer gewonnenen Lotsen diese Schiffe verlassen.
Englisches Unterhalts.
London, 21. Juli. Gegen Schluß der Sitzung erklärte der Premierminister B a l f o u r, die Regierung habe keine Bestätigung des Gerüchtes über die Freilassung des Dampfers „Malakka" erhalten.
Abgestürzt.
Wien, 22. Juli. Wie hiesige Blätter aus I e n b a ch in Tiryl melden, ist der Wiener Jurist Baron Probyska, eine Neffe des Grazer Staatsanwalts Amschels, vom Kienberg abgestürzt und war sofort t o t.
Vom Blitz erschlagen.
Stallupönen, 21. Juli. Dem „D'tbeut'"dien Grenz- bolen" zufolge wurden im königlichen Forst bei Rassawe n gestern nachmittag von auf der Waldwiese mit Grasmähen beschäftigten Leuten zwei Arbeiter, die unter einem Baume Schutz gefußt hatten, vom Blitze erschlagen. Ein anderer Arbeiter wurde weit fortgeschleudert und Betäubt, erholte sich aber bald wieder.
Ein stark belasteter Verbrecher.
Berlin, 22. Juli, Die Morgenblätier melden: Der des Mordes an der Lucie Berlin perdächtige Z >hälter Berger wirb auch beschuldigt, früher in Breslau ein ähnliches Vtrbrechen an einem kleinen Mädchen zu verüben versucht zu haben. Die Breslauer Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen Berger Wege« versuchten Verbrechens gegen die Sittlichkeit und wegen versuchten Totschlages.
Großfeuer-
Glbiug 22. Juli. In Blondmin, Kreis Schwetz, sind 24 Gehöfte mit 66 Gebäuden niedergebrannt. Ein Kind kam in den Flammen um.
Patent-Erteilungen.
Nr. 154 263. Verfahren zum Zünden Vakuumqueckfllber- lampen. — Fa. W. C. Heraeus in Hanau a. M., vom 26. Noaember 1903 ab. Kl. 21f.
Nr. 153 659. Schlachtspreize. — E. Baum gart u. A. Miller in Cassel, vom 12. März 1903 ab. Kl. 66a.
Nr. 154 225. Oellranssormalor. .— Elektrizitäts- Uktien-Ge se lischäst vorm, W. Labmeyer L Co. in Frankfurt a. M., vom 17. November 1903 ab. Kl. 21b.
Nr. 153 475. Vorrichtung zum Reinigen von Gasen und Dämpfen; Zus. z. Pat. 140 824. —- J. Bern heim er in in Frankfurt a. M., Friedenstraße 2, vom 24. Oktober 1902 ab. Kl. 12e.
Nr. 153 460. Verdampfer für flüssige Brennstoffe. — Louis Ro!enthal in Frankfurt a. M., Rückcrftraße 6, po'm 10. Dezember 1902 ab, Kl. 24b.
Nr. 153 336. Selbstverkäufer, bei dem die AusgakK der Ware durch Bewegung eines Schiebers bewirkt wird, d-ser eine oben und unten offene Warenzelle besitzt. — Adolf ffv ch m i d t in Frankfurt a. M., Friedberger Lanfftraße 73, Dt^m 14. Januar 1903 ab. Kl. 43b.
Nr. 153 861. Verfahren zur Darstellung-! von Phenyl- mkihylamidochorpvrazol. — Farbwerke »vorm. Meister Lucius u. Brü nin g in Höchst 6. M., Wm 12. November 1903 ab. Kl. 12m
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GebrauchS-Muster.
Nr. 226139. Glasbehälter, in welchem sich ein au?« wechtelbares Metallgestell zur Aufnahme von Lymphgläsern befindet, welches infolge seines federnden Drucks gegen die innere Wandung des Glasb-Hälters selbsttätig in der ibm gegebenen Stelluna verharrt. Evens L Pistor in Cassel, vom 6. Mai 1904 jtb. — E. 7127. Kl. 30a.
Nr. 225 606. Kopierrädchen, dessen Rad mit zwei halb- kugelförmigen Backen und runden Wellen aus einem Stück besteht und dessen Äabel mit entsprechenden Aushöhlungen für die Backen des Rades versehen ist. üu-io Berger in Schmal- kalden, vom 26. April 1904 ab. — B. 24 818. Kl. 15i.
Nr. 226 403. Papierskala für Meßinstrumente, mit einer zum Schutz gegen Werfen oder Abheben des Papieres von seiner Unterlage überdeckenden Platte aus durchsichtigem Material. Hartmann & Braun, Aktien-G esellschaft in Frankfurt a. M. - Bockcnheim, vom 5. Mai 1904 ab. — H. 23 966. Kl. 21e.
Nr. 226 395. Älühlampenarmalur mit abnehmbarer Muffe zur Befestigung an Pendeln, Wandarmen o. dgl. G. Schanzenbach & Co., Kom.-Ges. in Frankfurt a. M.- Bockenheim, vom 29. April 1904 ab. — Sch. 18 445. Kl.. 21f.
Nr. 225 717. Portetreiorschloß, dessen Zieher durch eine seitwärts bewegbare Metallfassung umschloffen ist. D. Heu- mann in Offenbach a. M., Frankfurterstraße 56, vom 9. Februar 1904 ab. — H. 23 199. Kl. 33b.
Nr. 228 159. Malzschaufel mit rinnenförmigem Blatt. Wilhelm Hartmann in Offenbach a. M>, Löwenstraße 27, vom 27. Mai 1904 ab. — H. 24 161. Kl. 6a.
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