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Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, e».

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

WaljerchaufeS in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.

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Nr. 168.

Fernsprechanschluß Nr. 605.

DonnerStaa ^?n 21. Juli

Ferusprechanschluß Nr. 605.

1904

Amtliches.

Stadtkreis hanau.

BetmmtMachunqen des Oberbürqermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Nachdem der Plan betreffend Abänderung der Bauflucht­linien des Teichweges und der nördlichen Vorgartenlinie der Frankfurterlandstraße bis Straße Nr. 35 förmlich festgestellt worden ist, liegt derselbe gemäß § 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 im Raihause Zimmer Nr. 21 während der Geschäfts- stunden zu jederMnns Einucht offen.

Hanau den 19. Juli 1904.

Der Magistrat.

I. A.: Schmidt. 13227

Stadtkreis hanau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisiermmes.

Bekanntmachung.

Die Jnstallationsarbeiten zum Stadttheater-Anbau sollen öffentlich verdungen werden. Die Verdingungsunterlagen sind im SLadtbaimmt Zimmer Nr. 17 in den Stunden von 1012 Uhr vormittags einzusehen und kostenlos von dort zu beziehen.

Der VerdiNgungstermin findet Montag den 25. Juli, vormittags 1t Uhr, im Beiteln etwa erschienener Vieler im vorgenannten Zimmer statt, wohin die Angebote versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zu dem genannten Zeitpunkt einzureichen sind.

Hanau den 19. Juli 1904.

DaS Stadtbauamt.

Schmidt. 13174

Hus hanau Stadt und Cand.

Hanau den 21. Juli.

Historische Gedenktage.

81. Juli 1426. Fehdebrief des ErzbisSofs von Mainz, des Erzbischofs von Köln, des Bischofs von Würzburg und vieler Grafen und Herren gegen Landgraf Ludwig L, den Friedfertigen, von Steinheim aus. Der Erzbilckof wollie die Aufhebung der Verpfändung der Grafschaft Waldeck an Ludwig und hatte Ludwig angeboten, er wolle ihm die Verpföndungsssumme (22 000 Gulden) zurück- zahlen. Als Ludwig dies ausschlug, bekriegte er ihn mit seinen Verbündeten. Der Landgraf stand dem großen Bündnis gegenüber fast ganz allein und siegte dennoch glänzend.

21. Juli 1667 vermählte sich der Prinz George von Hessen- Darmstast mit der Gräfin Alexrudrine von Leiningen- Dachsburg, welche nach des Prinzen frühem Tode den Landgrafen Karl von Hessen-Wanfried heiratete und zur katholischen Kirche übertrat.

21» Juli 1832 starb Amalie Friederike, Erbprinzessin von Baden, geborene Prinzessin von Hessen-Darmstadt, Tochter des Landgrafen Ludwig IX., 78 Jadre alt, Mutter der Königin Karoline von Bayern, der Küiserin (Luise) Eiiia« beth von Rußland (Gemahlin Alexanders I.), der- nigin^yon Schweden (Gemahlin des sogen. Oberste« Gustafson), der Herzogin von Braunschweig (Gemahlin des bei Quatrebras gefallenen Herzogs Wilhelm) und der Großherzogin Wilhelmine von Htsstn (G-mahlin Lud­wigs II.), sowie des Großherzogs Karl, mithin Groß- muiier des am 16. Okiober 1812 plötzlich, ohne Taufe gestorbenen Prinzen, für welchen man den rätselhaften Kaspar Häuser hat ausgeben wollen. Ihr Gemahl, Erb­prinz Karl Ludwig, kam im Jahre 1801 bei Arboga in Schweden durch einen Sturz um's Leben.

Beamtenperfonal-Nachrtchten.

Ernannt: der Königliche Forstmeister Pauli in Vecker- Hagen zum Stellvertreter des Amisanwalls daselbst, der Ge- ricktsasfessor Ruckert zum Amtsrichter in Neidenburg, der Referendar Dr. Martin zum Gerichtsassessor, die Rechts- kandidcnen Feldt, Schuchard und Philipp Gissen- garten zu Referendaren.

Uebertragen: dem 1. Assistenzarzt an der Landesheilanstalt Marburg Dr. med. S ch ü r m a n n die Oberarztstelle am Landesho pital Merxhausen, dem Sirommeistcranwärler Franz Stübke aus Labiau die Strommeisterstelle an der Fulda mit dem Amtssitze in Cassel.

Ausgeschieden: der Gerichtßassessor Eilert auS dem Justizdienste infolge seiner Uebernahme zur Siaatseiienbahn- verwaltung, der Strommeister Granaß auS seinem Amte als Strommeister an der Fulda.

Entlasten: der Gerichtsassesssr Dr. Katzen st ein aus dem Justizdienste infolge seiner Zulassung zur RechtSanwalt- schaft beim Landgericht in Cassel.

Verliehen: dem Mitgliede der Generalkommission zu Cassel, Regierungsrat Mahraun, der Charakter als Geheimer Re­gierungsrat.

Pensioniert: der Hegemeister Fraedrich zu Altenstein, Obersörsterei Allendorf, vom 1. Oktober 1904 ab.

* OrdensanlegUttg. Dem Landrat v. B e ck e r a t h dahier wurde die Erlaubnis zur Anlegung des ihm verliehenen Ritterkreuzes des Königlich Dänischen Danebrog - Ordens er­teilt.

* Planstelle. Bewerber um die infolge Ablkb-ns ihres seitherigen Inhabers zur Erledigung gekommene Pfarrstelle zu Wernswig in der Klasse Homberg haben ihre Meldungs­gesuche durch Vermittelung ihres zuständigen Superintendenten binnen 4 Wochen an Königl. Konsistorium in Cassel ein­zureichen.

* Durchschnittspreise. Der Durchschnitt der höchsten Tagespreise für Fourage beträgt mit einem Aukschlage von 5 vom Hundert für den Monat Juli 1904 in dem Stadt- und Landkreise Hanau für Hafer 7 Mark. 35 Pfg., für Heu 3 Mk. 57 Pfg., für Siroh 2 Mark. 10 Pfg. pro Zentner.

* Obstmarkt. Die Zentralstelle für Obstv-lweriuna in Frankfurt berichtet über die $eit vom 11. bis 16. Juli: Das Geschäft ist anhaltend sehr flott und sahn man mit den Ab­schlüssen, die fortwährend gemacht werden, sehr zufrieden sein, Nach Mirabellen, Reineklauden, Pfirsichen und Aprikosen ist die Nachfrage schon s'br bedeutend. Die Durchschnittspreise betrugen: Erdbeeren 40 Mk., Himbeeren 1825 Mk., Stachel­beeren 10 Mk., Johannisbeeren 12 Mk., Kir'chen 1012 Mk., Sauerkirschen 2025 Mk., Heidelbeeren 12 Mk., alles per Zentner.

* Lbsternteaussickteu. Der praktische Rataeber im Obst- und Gartenbau veröffentlicht auf Grund von 581 Ein- zelberfchten eine Uebersicht über die zu erwartende Obsternte. Dieselbe ist in sämtlichen Obstarten besser als die vorjährige, die diesjährige Ap'elernte wird eine gute fern, während sie' im vorigen Jahre unter muiel war. Die Beerenobsternte ist gut bis sehr gut. Pflaumen und Zwet'chen bringen eine Mittel- ernte, hingegen Birnen, Süßkirichen, Sauerkirschen, Pfirticee und Apriko en eine gute Miitelernte. Die betreffende Nummer ist kostenlos durch das Geschäftsamt des prakti chen Ratgebers im Obst- und Garlei bau in Frankfurt a. d. O. zu beziehen. Aus der Provinz Hessen-Nassau liegen 25 Be­richte, abgeschlossen am 1. Juli, vor. Hiernach sind die Aus­sichten gut für Aepfel, Süßkirschen, Sauerkirschen, Aprikosen, Brombeeren, Heidelbeeren, Wallnüsse und Haselnüsse, sehr gut bis gut für Pfir 'cbe, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Him­beeren und Erdbeeren, gut bis mitte! für Birnen, Haus- zweichen und Pflaumen.

* Die Zeit der Sternschnuppenschwarme rückt wieder heran. Der lomnwlicbe Stern'chnuppen'all der Monate Juli und August ist an manchen Abenden sehr reich und klaren Himmel vorausgetetzt sehr schön zu beobachten. Während der stärkste Strom von Meteoren, die berühmten Tränen des hl. Laurentius", freilich erst am 11. August in größter Masse die Erdatmo'pgäre berührt, sendet er doch be­reits einige Vorläufer voraus, die schon Mitte Juli erscheinen. Der Strahlungspunkt dieses Sternichnupp nregens befindet sich im Siernbilde des Perseus, wonach der Meieorschauer über­haupt den Namen Perteiden erhalten Hai. Es sei darauf auf« meitiam gemacht, daß noch mehrere andere Sternschnuppen« fälle in nächster Zeit eintreten können, die von den Stern­bildern des Pegalus, der Androm-da, der Cajsina und des Schwans ausgehen, und daß die Ueberwachung des Himmels während der kommenden Sommernächte recht lohnend aus­fallen kann. Auch größere Meieo-e, die man zum Unterschied von den Sternschnuppen mit dem Ausdruck Feuerkugeln zu be­zeichnen pflegt, kommen in dieser Jahreszeit nicht selten vor.

* Volksbelustigungen aller Art, Kinderspiele und bergl. werden außer den turnerischen Aufführungen nächsten Sonntag das Sommerfest der Turngememde am Forsch nist beleben, jung und alt die schönste Unterhaltung bereiten. Cin Karussell ist ebenfalls bereits aufgeschlagen und damit nicht nur den Kindern Rechnung getragen, sondern auch den lieben Damen Gelegenheit geboten, mit den munteren Turnern manch fröh­liche Fahrt zu unternehmen. Das Kon,erl>Programm wird von der hiesigen Infanterie-Kapelle ausgeführt.

* Somm-rtheater. Die für heute abend angesetzten GeiangSstücke können wegen Heiserkeit der Frau Direktor Henß nicht gegeben werden und fourmt hierfür das Charakterbild Die Grille", in welchem Frau Ritter die alte Fadet so vor­trefflich spielte, in Neubesetzung der Titelrolle durch Frl. Hansen zur Aufführung. Morgen abend wird der franzö­sische SchwankCasimir und Jsidor", in welchem die Herren Henß und Kraus die Titelrollen spielen und welcher in Mün­chen und Wien sehr viele Aufführungen erlebte und Reperioir- stück der meisten Sommerbühnen ist, hier zur Aufführung kommen. Wer sich einmal recht herzlich auslachen will, der vermume ein Besuch dieser Vorstellung nicht.

* Restaurant Kaiserhof. ^cute abend 8 Uhr: Großes Volpphonia Konzert ausgeführt von den Herren Musttvirtuosen Turgo, Vingo u. Ponemo.

* Kellerfest. Morgen abend findet auf Kaisers Bier- keller in Kessentadt das 2. Große Kellcrfest statt. Herr Musik- dirigent Urbach hat ein hübsches, sehr unterhaltendes Konzert­programm zusammengestellt und auch sonst wird es an Zer­streuungen nicht fehlen. Jedenfalls steht den Besuchern auf der luftigen, staubfreien Terraffe ein angenehmer Abend in Aussicht.

):( Für die Hebung der Pferdezucht geschieht in unserem Regierungsbezirk im Verhältnis zu anderen Bezirken recht viel. Die Landwirtschaftskammer ist bemüht, dem Land­mann sowohl wie auch dem städtischen Fuhrhalter ein stark--, knochiges, kräftig gebautes und dabei doch regsames und fleißi­ges Pferd als Ersatz für die meist feinknochigen und nicht aus­dauernd genug bleibenden hessischen Landpferde zu schaffen/ Daher ist sie bestrebt, das Hessuche Pserd durch Zuführung kalten Bluies (logen, rheinijch-belgifcher Kaltblutpferde) auszu- bessern. Die bislang in diesem Sinne unternommenen Schritte sins erfreulicherweise nicht ohne Erfolg geblieben, wie die Herd- buch-Zuchlgesellichaftcn beweisen können, die jetzt allerorten in Kurhessen unter dem ominösen TitelHerdbuch-Gesellschaften" zu finden sind. Gegenwärtig unternimmt die von der Land- wirtschaflskammer für den Regierungsbezirk Cassel beauftragte Kommission zur Hebung der Pferdezucht, be­stehend aus den Herren: Landstallmeister von Auerswalde vom Landgestüt zu Dillenburg, Rittmeister der Landwehr Ritterguts- besttzer Deicbmann zu Lembach und Zuchtviehinspektor Ober­amtmann Vaupel zu Niederhone eine Jnspizierungs- reise durch den gesamten Bezirk der Landwirtschaftskammer. Am Mittwoch waren die Herren in MeIsungen und zwar zu dem Zwecke der P r a m i i e r u n g der in das Herdbuch eingetragenen Zuchtstuten und zur Aufnahme junger Zuchi- ftuten in das Herdbuch. Die Pierdezüchler des Kreises Mcl- sungen waren aus diesem Anlaß mit ihren Zuchtstuten in großer Zahl anwesend. Mit Rücksicht auf das gute Zucht- material konnten wohl an die f ü n f z i g P r ä m i e n,v e r - teilt werden, nuch wurden eine ganze Anzahl junger Zuchtstuten in das Herdbuch ausgenommen. Don Melsungen reisten die Herren am Mittwoch nach Rotenburg und von hier begibt sich die Kommission in die südlicheren Kreise des Re­gierungsbezirks Cassel: Fulda, Gersfeld, H an au, Schlüchtern, Mardurg u. s. f., um die Prämiierung der Pferde der dorti­gen Kreise in der gleichen Weise zu bewirken.

^ Niedriger Mainwafferstand. Wegen des geringen Wasserstandes mußte die Keuenschleppschiffahrt des Obermains von Wertheim an stromaufwärts eingestellt werden. Der Schiffsverkehr auf dem Untermain ist aus demselben Grunde auf ein Minimum gesunken und dürfte bei anhaltender Dürre schon in den nächsten Tagen gänzlich aufhören, zumal die Ver- trachtungserftägnisse hinter den Schlepp gebühren fast zurück­bleiben. Am 23. August 1892 mußten die 3 Kettendampfer ihr? Fahrten gänzl ch einst,llei. Die leeren Mainschiffe wurden mit 24 mitten im Strom gehenden Pferden stromauswäriS nach Aschaffenburg gezogen, ein seit Eröffnung der Kettenschlepp- schiffahrt am 8. August 1886 noch nicht wieder verzeichnetes Ereignis. Eine Wiederholung dieses seltsamen Schauspieles bürhe auch t^on um deswillen ausgeschlossen sein, weil in­zwischen durch Ausbaggerungen von 25 Mir. Breite und 0 50 Mtr. Tiefe auf dem ganzen Untermain eine ausgiebige Fahrbahn geschaffen wurde. Der beutige Wasserstand beträgt nur 59 Zentimeter. I n Jahre 1884 betrug der kleinste Wasser­stand 91, 188589, 1886 101, 188995, 1892 am 23. August 85, am 19. Juni 1893 ebenfalls 85 und am 7. August 1902 100 Zeniimeter. Der heutige Wafferstand ist also der niedrigste seit viel-n Dezennien. Leider steht noch ein weiteres Sinken deS Mai 8 mit z-emlicher Sicherheit zu befürchten.

* Mainwasserwürme. Gestern abend 20 Grad.

8F-chcnh-im, 20. Juli. (Verbrannt.) Durchs drae Lprelen mit Aündbölzchen ist hier »ltden