Erstes Blatt.
Hammer U Ameiger
«ierteliShrlich 1,80 X^X 60 Psg, f-r aui» : M^ClttO 8*' ^ ^""' «ärtige Abonueuten mit dem betresienden Postauffchlag. o^^äs^^ gespalteue Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pf,^
' im Reüamrnthnl die Zeile 25 Prg.,
, Amtliches Orzm fit $tabt= md Landkreis Kam«. ^ '"'^° ^
Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Erdrückt und verlegt in der Buchdruckerei deS verein, w.
Waisenhauses in Hauau.
_ , . _ , ~ , Verantwertl. Redakteur: G. Schre-cker in Hauau.
Erschemt taglrch unt Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletnstycher Verlage.
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Nr. 166
Fents-rechanschluß Nr. 605»
DienStaa den 19. Juli
Fernsprechanschluß Nr. 605»
1904
Amtliches.
Bekanntmachung.
Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß Wartegelder, > Pensionen, Witwen- und Waisengelder und Witwen- und Waisenrenten, sowie Witwenpensionen und im voraus zahlbare Unterstützungen und Erziehungsbeihilfen bis zum Monatsbetrags von 800 Mark innerhalb des Deutschen Reichs im Wege des Psstanweisungsverkehrs ohne Monatsquittungen bezogen werden können, sofern die Zahlung an die Bezugsberechtigten selbst — nicht an einen Dritten (Vormund, Pfleger, Bevollmächtigten) — zu erfolgen hat.
Bei Waisengeldern gilt hierbei die witwengeldberechtigte Mutter als bezugsberechtigt.
Die Zusendung erfolgt nur auf schriftlichen Antrag des Berechtigten. Formulare zu diesen Anträgen werden bei den zahlenden Kassen unentgeltlich verabfolgt.
Cassel den 12. Juli 1904.
Königliche Regierung.
K 1458 Mejer. V 4941
Stadt- und Landkreis Hanau.
Zufolge einer Verfügung des Herrn Regierungs-Präsidenien weise ich im Interesse des Schutzes der heimischen Vogelwelt darauf hin, daß die kleinen und mittleren Eulen (Sumpfobreule, Waldkauz, Schleiereule, Steinkauz, Waldohreule), die Bussarde (Mäusebussard, Rauhfußbuffard, Wespenbussard) und die Turmfalken, irrtümlich als vorwiegend schädlich angesehen werden, während sie tatsächlich, wie neuere eingehende Untersuchungen ergeben haben, mehr nützliche Vögel sind, so daß nicht ihre Ausrottung, sondern ihre Erhaltung angestrebt werden muß. Auch die Adler, Zwergfalken, Rot fuß fallen, die größeren Eulen, wie Uhu und U r a I k a u z, die s ch w a r z e n S t ö r ch e, die K o l k» caben, Eisvögel und Wasseramsein, die zwar vielfach als schädlich bekannt, verdienen einigen Schutz, insofern als sie in besonderem Maße als Schmuck und belebendes Element der Natur wirken und weil sie schon jetzt so selten sind, daß ihre dauernde Verfolgung einer Vernichtung dieser Vogelarten gleichkäme. Ich empfehle dieses den Jagdinteressenten zur Nachachtung.
Hanau den 14. Juli 1904.
Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.
V 4862 I. V.: Dr. M. Hofsmann,
Kreisdeputierter.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Ravolzbanien belegenen, im Grundbuche von Ravolz- hausen Artikel 460 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungs- oermerkes auf den Namen des Gärtners Wilhelm Henfel zu Groß-Steinheim eingetragenen Grundstücke:
D 37, hinter der Mühle, Acker 80,74 ar,
D 53, „ „ „ Wiese 58,47
f' D 54, „ „ „ Wiese 84
D 55, „ „ „ Wiese 22,51
D 57, Blinkenmüble, Haus Nr. 70,
ar, qm, ar,
a) Wohnhaus mit Mühlenraum, Hofraum und
D 56, Hausgarten 2,07 ar,
D 58, „ 1,67 ar, D 59, „ 1,61 ar, D 60, „ 65 qm,
D 57, b) Mühlenanbau und Räderhaus rechts am Haus, c) Anban am Mühlenraum,
d) Anbau am Wohnhaus, Holzstall und Futterküche,
e) Schwemestall, Backhaus und Abtritt,
f) Scheune,
g) Schweinestallgebäude, h) Kuhstallgebäude
am 24» September 1904# vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht in Navolzhausen in der Gastwirtschaft von Wilhelm Clautz versteigert werden.
Der Versteigerungsvermerk ist am 4. Juni 1904 in das Grundbuch eingetragen.
Es ergeht die Aufforderung, Rechte, soweit sie zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes aus dem Grund- buche nicht ersichtlich waren, spätestens im Versteigerungs- iermine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten an- zumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Ver- stcigerungserlöses dem Anfpruche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. ■ .
Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Verstei- gerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt.
Langenselbold den 11. Juli 1904.
__Königliches Amtsgericht. 13094
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 1 wasserdichte Pferdedecke, 1 Cigarrenspitze mit Gewinbedeckel, 1 silberne Schießmedaille, 1 silberner Ring, drei unfrankierte Briefe.
Verloren: 1 schwarzledernes Portemonnaie mit 75 bis 85 Mk. Inhalt, 1 nicht fertig pestrickter dunkelgrauer Strumpf, 1-silberne Herrenuhr mit Goldrand, 1 Waren-Kontobuch.
Entlaufen: 1 kleiner weißer Foxterrier (an beiden Seiten des Kopfes schwarz gezeichnet, V/g Jahre alt, auf den Namen „Lord" hörend).
Hanau den 19. Juli 1904.
Hue Danau Stadt und Cand,
Hanau den 19. Juli.
Historische Gedenktage.
19» Juli 1504. Homburg vor der Höhe wird von Hessen (Landgraf Wilhelm II.) in Besitz genommen und bleibt seitdem beisisch.
19» Juli 1619» Privilegium des Reichsoerwesers, Kurfürsten von der Pfalz, zur Gründung einer Schaumburgischen Universität in Stabthagen, woraus sich nachher die Universität zu Rinteln entwickelte.
19» Juli 1676 starb zu Vöhl der Prinz George von Heffen- Darmstadt, Sohn des Landgrafen Georg II., mit der Herrschaft Jtter apanagiert, welche jedoch, da Prinz Georg, 44 Jahre alt ohne männliche Erben starb, an das regierende Haus zurückfiel.
19. Juli 1809 wurde der in die Emmerich'sche Insurrektion verwickelte Marburger Professor, Hosrat Sternberg zu Cassel, auf dem Forst erschossen.
* Heiße Tage. Sehr heiße Julitage wiesen auch die Jahre 1859 und 1865 auf. Die höchsten Temperaturen waren 1859: 3. Juli 35.2 Grad, 4. Juli 36.2 Grad, 13. Juli 35.8 Grad, 18. Juli 33.8 Grad, 19. Juli 35.4 Grad; ferner 1865: 7. Juli 32.5 Grad, 16. Juli 35.2 Grab, 17. Juli 36.2 Grad. In d-n genannten beiden Jahren gab es bekanntlich einen vorzüglichen Wein; diese Marken stehen noch heute doch in der Achtung aller Kenner. Vielleicht bringt auch der Herbst 1904 einen guten Tropfen; dann haben wir wenigstens nicht ganz umsonst geschwitzt.
* Die Sperre im Baugewerbe. Nach einer gestern abend vorhandenen Statistik sind in Hanau 111 organisierte Maurer und 44 organisierte Zimmerer von der Sperre betroffen worden. Es arbeiten noch 141 Maurer und 42 Zimmerer. Die Zahlen werden sich inzwischen noch um ein geringes verschoben haben.
* Die Ortsgruppe Hanau des Verbandes deutscher Kriegsveteranen feiert am Sonntag den 24. d. M. in dem prachtvollen Gartenrestaurant „Kaiserhof" dar 10jährige Stiftungsfest des Verbandes und zu gleicher Zeit den 34. Gedenktag des Ansmarsches nach Frankreich im Jahre 1870. Nach dem reichhaltigen Programm, welches uns Vorgelegen, können wir mitteilen, daß außer der altbewährten Ulanenkapelle, unter persönlicher Leitung ihres Dirigenten, der Gesangverein „Fröhlichkeit" seine Mitwirkung zugesagt bat, sodaß allen Besuchern einige genußreiche Stunden verbürgt werden können. Für die Jugend sind Kinder'piele und Lust- ballonaufstieg geplant und gegen Abend wird auch den Tanz« lustigen Rechnung getragen. Die Gruppe Hanau hat zu dieser Festlichkeit alle Kameraden aus der Umgegend eingeladen und wird es somit manch frohes Wiedersehen gellen; denn wo sich die alten Kriegskameraden, welche stets treu zu Kaiser und Reich gehalten, zusammenfinden, der vergangenen ernsten Zeiten, bei einemguten Sioff, gedenkend, herrscht stets nur Frohsinn und Gemütlichkeit. Das Fest beschließen wird ein von Herrn Kunstfeuerwerker M e n g e r • abgebranntes Brillant - Feuerwerk.
* Saalbau zum deuts seu Haus. Heute Dienstag abend gibt die Umnenkapelle in dem herrlichen Garten zum deutschen Haus das erste Sommer-Abonnements-Konzert mit vorzüglich gewähltem Programm, worauf wir hiermit noch besonders hinweisen wollen. Anfang präzis 81/» Uhr. Wie aus der Annonce ersichtlich, sind Abonnemeniskarlen noch an der Kasse erhältlich und beträgt das Entree für Nichtabonnenten 30 Pfg.
* Garteukouzert. In dem schön eingerichteten, ge- räumigen, von vielen Schatten spendenden Bäumen bestandenen Eisenbahngärtchen findet heute abend ein Gartenkonzert statt. Unsere hier allgemein als vorzüglich bekannte Stadtkapelle wird ihre lustigen Wellen erschallen lasten. Ein gutes Glas Kochbräu und eine flotte Bedienung werden dazu beitragen, den Aufent- halt in dem Gärtchen recht gemütlich zu gestalten. Bekanntlich erfreuten sich die in früheren Jahren dort gegebenen Konzert: großer Beliebtheit. Die Wiederaufnahme dieser Veranstalt^ger dürfte deshalb wohl vielseitig beifällig begrüßt werden.
* Die Kerb der Karnevalgesellschaft, verbunden mit einer Obstausstellung, am vorigen Sonntag im deutschen Hause ab- gehalten, war wiederum eine Veranstaltung, die der Gestaltungs' kraft der an der Spitze der Ge'-llschaft stehenden Mänirer alle Ebre macht. Auf alle Einzelheiten einzugehen, würde zu weit führen, doch kann bemerkt werden, daß sämtliche Besucher, und deren waren es nicht wenige, auf ihre Rechnung kamen und sich an den eigenartigen fesselnden Darbietungen zu ergötzen vermochten.
* Sommertheater. Auch die gestrige Wiederholung des lustigen Schwankes „Eine tolle Nacht" fand bei gutem Besuch wieder lebhaften Beifall. Die Einzelleistungen wie das Gesamtspiel waren ganz vorzüglich und verhalfen dem Schwank zu einem vollen Erfolg. Morgen abend wird das am Sonntag mit so großem Beifall aufgesührte und allbeliebte Volks» stück „§’ Nuller!" nochmals gegeben bei ermäßigten Preisen, worauf wir heute schon aufmerksam machen wollen.
* Submifsronsblüte. Bei Vergebung der Arbeiten für die Niederlegung der Festungswerke in Kastei verlangte der Höchstfordernde eine Summe von 112 536 Mk. und der Mindesttordernde 52 092 Mk. Kommentar überflüssig!
* Ernüchterung auf Fekestaumel. Das Bundesschießen zu Bingen schließt mit 30 Prozent Defizit ab. Die Kosten werden auf 80 000 Mark, nach Anderen auf 110 000 Mark angeschlagen.
* Religionsbrfchimpfung Eines Sonntags kam der Fabrikarbeiter Müller zu Fechenheim in eine dortige Wirtschaft und erklärte, einen Vortrag halten zu wollen. Als ihm das genehmigt wurde, zog er seinen Rock verkehrt an, stülpte den Hut verkehrt auf den Kopf und machte sich aus Zeitungspapier ein Bäffchen um den Hals. Er wollte sich dadurch das Aussehen eines Pfarrers geben und trug dann im Predigerton ein Gedicht ziemlich blödsinnigen Inhalts vor. Von derselben Qualität waren auch seine übrigen „Witze". Müller, der gestern, wegen Beschimpfung von christlichen Religionsgebränchen angeklagt, vor der Strafkammer stand, ist derselbe, welcher bei der sozialdemokratischen Agitation zu den Gemeindewahlen eine Rolle spielte, und dessen Gedicht von dem neulich wegen Vergehens gegen das Preßgesetz verurteilten Buchdruckereibesitzer E. auf ein Flugblatt gedruckt wurde, auf dem der Name des Druckers und Verlegers vergessen wurde. Gegen Müller konnte damals nicht verhandelt werden, weil er wegen Bettelns im Höchster Amtsgerichtsgefängnis interniert war. Er wurde gestern wegen Vergehens gegen 8 166 des Reichsstrafgefetzbuchs zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt.
* Groß itnb Stafforst. Die für die Revisionsinstanz nach Leipzig geschickten Strafakten sind gestern wieder nach Frank'urt an die Staatsanwaltschaft zurückgekommen. Groß unb Stafforst wird nunmehr der Beschluß des Reichsgerichts durch einen Beamten in Preungesheim direkt zugestellt; erst dann erhalten sie Kenntnis von der Verwerfung der Revision. Es fragt sich jetzt, welche Schritte die beider: tun werben, ob sie ein Wiederaufnahmeverfahren bei Gericht beantragen oder von sich aus ein Gnadengesuch an den König richten. Der sehr umfangreiche Bericht der Staatsanwaltschaft an den Justizminister g^t, falls er nicht durch die eben erwähnten Schritte der Angeklagten irgendwie verzögert wird, in zehn bis vierzehn Tagen ab. In diesem Bericht hat sich die Slaatsanwalischaft gutachtlich zur Begnadigungsfrage zu äußern. Nach der Stimmung der maßgebenden Kreise ist nicht zu zweifeln, daß die Begnadigung nicht befürwortet wirb. Das M'nisterium, dem neben dem Bericht auch die Strafakten zu- geven, prüft eingehend die Sachlage und wird dann dem König Bericht erstatten. Die Entscheidung kann sich noch bis zum September hinziehen.
* Hitzschlag. Der wie gemeldet Sonntag abend am Ost- bahnbole von einem Hitzschlage betroffene Glasergeselle Junker^ aus Mainz liegt im Landkrankenhause noch immer schwerkrank^ darnieder. Es handelt sich um einen recht bedenklichen Fall.
* Unfall. Beim Wettturnen des Araintal-Turnerdm»« in Groß-Krotzenburg stieß dem Turner Trageser a»s Aiz« ^ der den 7. Preis errang, beim Stabbochspringen ‘"J^l? ^ bruchS ein ernstlicher Zufall zu, indem er durch - I 3 erhebliche Kontusion des l-nken Oberarmes er i .
* Mainwass-rwärM-. Gestern abend LS^Grad.