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Erstes Blatt.

General-Anzeiger

Amtliches Organ str SW und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

im Rekkamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Derantroortl. RedMeur: G. Schreäer m Hanau.

Eiurückuuzsgrdühr

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« gespgltenr.Petitzelle oder deren Raum, für Auswärts t.5 Pfg.,

DezngsprekSr

Liertelfährlich 1,80 M., monatlich 60 Pfg.', str aus­wärtige Abonnenten mit bau betreffenden Postaufschlag.

Die einzeln« Nummer kostet 10 Pfg.

Nr» 165»

Ferufprechauschluß Nr. 605»

Montag den 18. Juli

Feruspreäsanschluß Nr. 605«

1904

Amtliches.

Stadtkreis Nanau.

Der des Bläschenausschlags verdächtige Holländer-Zucht­bulle des Oekonomen Christian Neuling hier Hain­straße Nr. 20 ist zur Begattung wieder zugelassen.

Hanau den 15. Juli 1904.

P 5155 Königliche Polizei-Direktion.

Bekanntmachung.

Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß der Vaterländische Kranken-Unterstützungs- und Begräbnis-Verein Sanitas", den ich mittels Verfügung vom 15. Oktober v. J. veranlaßt hatte, seine Zulassung gemäß den Vorschriften des Reichsgesetzes über die privaten Versicherungsunternehmungen vom 12. Mai 1901 nachzusuchen, durch Beschluß der General­versammlung vom 21. April d. Js. aufgelöst worden ist.

Berlin den 22. Juni 1904.

Der Polizei-Präsident.

Nr. IL 2286_______I. A.: Hoppe._________ ______

Stadtkreis hanau» BelmmtmachuuM des OberbürgermeisteraMtes.

BekasrNtmachuttg.

Der Wafferverbrauch ist in den letzten Tagen in hiesiger Stadt bereits auf die enorme Höhe von 6600 cbm, d. i. 220 Liter pro Kopf der Einwohnerschaft, gestiegen, während gleichzeitig in Folge der anhaltenden warmen Witte­rung der Wasserzulauf in den Brunnen der beiden Pump­stationen sichtbar zurückgeht, so daß zu erwarten ist, daß die Wasserwerke auf eine längere Zeit einer so starken Inanspruch­nahme nicht zu genügen vermögen.

Der hohe Wasserverbrauch läßt sich nur durch eine zwecklose Verschwendung des Leitungswassers erklären und sehen wir uns daher veranlaßt, die Einwohner­schaft vor jeder mißbräuchlichen Verwendung des Wassers, insbesondere vor jeder Vergeudung und wider­rechtlichen Benutzung zum Sprengen von Gärteu und Höfen zu warnen.

Unsere Aufsichtsbeamten sind strenge angewiesen, jeden ihnen bekannt gewordenen Fall von Wasservergeudung oder wider­rechtlichen Benutzung der Wasserleitung zur Anzeige zu bringen und werden wir gegen die Betreffenden entsprechend § 8 der bestehenden Polizei-Verordnung unnachsichtlich mit Bestrafung Vorgehen.

Hanau den 18. Juli 1904.

Der Magistrat.

Bode. 13060

Steuererhebung.

Wir machen darauf aufmerksam, daß die Zahluug der Steuern und des Schulgeldes für die Monate Juli/September 1904 für diejenigen Steuerpflichtigen, deren Steuerzettel eine der Nrn. 1-8000 aufweisen, in der Zeit vom 13. bis 23. Juli 1904 stattzufinden hat.

3m übrigen verweisen wir auf die auf dem Steuerzettel aufgedruckten Bestimmungen.

Hanau den 16. Juli.

______Stadtkasse. 12978

Wüsche ArktiismMelMgMe,

Langstraße Nr. 41.

Gostenfreie Arbeitsvermittelung werktäglich vorm. 8/*11 Uhr, nachm. 56 Uhr.

Daselbst kosten sreie Auskunft in Sachen der sozialen Gesetzgebung (Unfall-, Invaliden-, Krankenvers.-, Gewerbe- gerichts- u. s, w. Gesetze) werktäglich 10-12*/* Uhr. 6481 Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Paket mit verschiedenem Inhalt auf dem Markt stehen geblieben.

Verloren: 1 kleines Portemonnaie mit 4 Mk., 1 Schlüsselchen, ein Taschentuch, 1 Portemonnaie mit 40 Pfg. und zwei Arbeiterfahrkarten HanauHeldenbergen, 1 lederner Geldbeutel mit ca. 23 Mark.

Entlaufen: 1 junger schwarzer Jagdhund m. Geschl. mit weißem Fleck auf der Brust und weißer Vorderpfote.

Hanau den 18. Juli 1904.

Hue hanau Stadt und Cand,

Hanau den 18. Juli.

Historische Gedenktage.

18. Juli 1607. Gründung der hohen Landesschule zu Hanau; eine Art Universität mit Professoren der Theo­logie, Jurisprudenz und Philosophie; unter _ber Regie­rung des Großherzogs von Frankfurt wurde sie teilweise und endlich 1817 völlig in ein Gymnasium verwandelt.

18. Juli 1610. Erbverbrüderung zwischen den beiden Hanan'schen Grafenhäusern Münzenberg und Lichtenberg, woraus nachher die Erbfolge Münzenberg von feiten der überlebenden Linie Lichtenberg folgte.

18. Juli 1636. Sturm auf das nach Eroberung der Stadt belagerte Schloß zu Homberg unter dem kaiserlichen Gene- ralfeldmarschall Grafen Götz, und glückliche Verteidigung desselben unter Oberst Engelhard Breut durch 80 Mann Infanterie. Auch die Weiber halfen damals miikämpfen, namentlich tötete der Steinwurf einer Frau den Obersten Steinacker.

18. Juli 1809 wurde auf dem Forst bei Cassel der Oberst­leutnant Emmerich erschaffen, welcher am 24. Juni des­selben Jahres einen Aufstand gegen die westfälische Re­gierung in Marburg begannen hatte.

* Abordnung. Die auf Einladung des Königs von Dänemark am Samstag nach Wiesbaden abgereifte Abordnung des Thüring. Ulanen-RegimentS Nr. 6, bestehend aus dem Regimentskommandeur Oberstleutnant Herzog von Urach und drei anderen Offizieren, wurde nach erfolgtet Meldung bei Sr. Majestät dem Könige Christian von diesem zu einem im Park­hotel gegebenen Diner eingeladen.

* Betreffs Zulassung zur Prüfung für das höhere Lehramt auf Grund von Reifezeugnissen aulrerpreutzischer Realschulen hat der Kultusminister den Direktoren der wissenschaftlichen Prüfungskommissionen fol­genden Erlaß zugeltellt:Nach § 5 der Ordnung der Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen in Preußen ist für die Zulassung zu dieser Prüfung u. a. erforderlich, daß der Kandidat das Reifezeugnis an einem deutschen Gymnasium, an einem deutschen Realgymnasium ober an einer preußischen oder als völlig gleichstehend anerkannten außerpreußischen deutschen Oberrealschule erworben hat. Diese Bestimmung kann bei der Zulassung nichtpreußischer Kandidaten zur Prüfung für das höhere Lehramt in Preußen nur insoweit zur An­wendung gelangen, als für die unbedingte Gleichstellung der Reifezeugnisse von Gymnasien, Realgymnasien und Oberreal- schulen hinsichtlich der Zulassung zu der in Rede stehenden Berutsprüfung durch die mit den betreffenden Einzelregierungen getroffenen Vereinbarungen vollständige Gegenseitigkeit gewähr­leistet erscheint. Ist das nicht der Fall, so sind auch bei der Meldung zur Prüfung für das höhere Lehramt in Preußen den außerpreußischen Reifezeugnissen nur diejenigen Berech­tigungen zuzuerkennen, welche mit diesen Reifezeugnissen in den sie ausstellenden Staaten verbunden sind. Um hierin, namentlich für die Behandlung von Reifezeugnissen außer- preußsicher deutscher Oberrealschulen, ein gleichmäßig richtiges Verfahren bei den verschiedenen Königlichen Wissenschaftlichen Prüfungskommissionen zu sichern, teile ich Ew. Hochwohl- geboren zur Nachachtung bei etwaigen Meldungen äußer- preußischen Kandidaten mit, daß nach den gegenwärtig be­stehenden Vereinbarungen 1. die Reifezeugnisse der Oberreal- schnlen in Elsaß-Lothringen sowie in Hamburg und Bremen und der Oberrealschule (Ernestinum) in Koburg die Zu­lassung zur Prüfung für das höhere Lehramt ohne Ein­schränkung auf bestimmte Fächer bedingen, 2. dagegen die Reife­zeugnisse der Oberrealschulen in Braunschweig und Oldenburg nur dann als den Reifezeugnissen preußischer Oberrealschulen gleichstehend zu behandeln sind, wenn es sich um die Zu­lassung von Kandidaten handelt, bei deren Lehramtsprüfung die Mathematik oder die Naturwissenschaften die Hauptfächer bilden. Andere als die unter 1 und 2 genannten Oberreal- schulen kommen hierbei überhaupt nicht in Frage."

* Katholischer Gesellenverein. Am vergangenen Freitag abend fand in derBrauereei Weismantel" eine Bor­beratung zwecks Gründung eines katholischen Gesellenvereins ohne jeder politischen Tendenz statt. Derselbe wird sich dem Zentralverband in Köln anschließen und bezweckt u. a. die Errichtung einer Kranken- und Begräbniskasse, den Arbeits­nachweis und die Unterstützung durchreisender Gesellen usw. Zeit und Lokal der demnächst abzuhaltenden Versammlung wird noch bekannt gemacht und werden Interessenten ersucht, sich in derBrauerei Weismantel" zu melden.

* Verein Kreditresorm. Der Jahresbericht für 1903/04 des Verbandes der Vereine Ärebitreform e. V.

in Leipzig ist soeben erschienen.' Er entrollt ein lebensvolles Bild von dem Wirken, den Zielen und Erfolgen der zirka 750 Geschäftsstellen im In- und Auslande umfassenden Organisation der Vereine Kreditreform. . Zugleich enthält der Bericht einen interessanten Ueberblick über das Auskunftswesen im allge­meinen, von dem im Schlußwort gesagt wird,daß es ein wichtiges Glied an dem großen Körper unseres Wirtschaftslebens ist, welches gesund erhalten und dessen Entwicklung gefördert werden muß, wenn das Ganze gesund bleiben und gedeihen soll." Die Führerdienste auf dem Gebiete des Auskunfts- wesens, die der Bericht der Geschäftswelt zu bieten vermag, werden bei dieser um so größere Anerkennung finden, als die Zahl der neuen Auskunftsunternehmungen von Jahr zu Jahr wächst, und leider die Qualität mit der Quantität vielfach nicht gleichen Schritt hält. Die Verbandsvereine zählen nach ihrer Statistik für 1903 69 619 Mitglieder, Reiselegitimat ons- karten, die zur Einholung unentgeltlicher mündlicher Auskünfte an sämtlichen Geschäftsstellen berechtigen, wurden 38321 aus­gegeben, schriftliche Auskünfte wurden erteilt 1938180, zum Mahnen wurden angemeldet Mk. 12 829 739.06, davon wurden geordnet Mk. 7101649.88. In den dem Verband angehörenden Geschäftsstellen werden 1639 Personen beschäftigt. Der Bericht ist in dem Bureau des Vereins Kreditrefrom Hanau, Langstr. 451., das zur Erteilung weiterer Auf- s^lüsse gern bereit ist, erhältlich.

8 Gartenfest. Das Steigerkorps der hiesigen freiwilligen Feuerwehr veranstaltete gestern im Etablissement Bürgerbräu" ihr erstes großes Gartenfest und hat durch diese Veranstaltung, wie wir gleich von vornherein betonen wollen, sowohl seinen Mitgliedern und deren Angehörigen als auch seinen zahlreichen Freunden einen wirklich vergnügten Tag be­reitet. Das war ein buntbewegtes Leben und Treiben, ein dichtgedrängtes munteres Gewogt in dem geräumigen prächtig geschmückten Gartenlokale, wie es nur die heiterste Stimmung, die angeregteste Fröhlichkeit hervorzubringen imstande ist. Und daS trotz der tropischen Hitze. Aber die Festarrangeure des Steigerkorps hatten auch alles getan, was das Gedeihen einer solchen Stimmung fördern kann. Für Unterhaltungs- und Vergnügungsgelegenheiten war in reichstem Maße gesorgt. Auch die edle Musika war in schönster Gestalt vertreten. Das Jn- strumeniattonzert wurde von den 166ern in gewohnter feiner Weise ausgeführt, die Darbietung von Gesangsvorträgen hatte . der VereinEintracht" freundlichst übernommen. Doch was wäre auch das schönste Fest ohne die Muse Terpsichore. Darum war natürlich auch für Tanzgelegenheit gesorgt. Am Abend wurde die Veranstaltung noch durch ein prächtiges Feuerwerk, von Herrn Kunstfeuerwerker Meng er abgebrannt, verherrlicht. Alles in allem, es war ein schönes Fest, das dem Steigerkorps alle Ebre machte.

* Sommertheater. Vor sehr gut besuchtem Hause ging gestern abend das prächtige Volksstücks'Nullerl" in Szene und ergab Dank der ganz vorzüglichen Darstellung der einzelnen Rollen einen durchschlagenden Erfolg! Die Herren Kraus, Henß und Robert, sowie die Damen Henß, Hansen, Krans und Bauer brachten ihre Rollen voll und ganz zur Geltung und ernteten reichen Beifall. Heute abend kommt der bereits zwei Mal mit großem Erfolg gegebene Schwank Eine tolle Nacht" zum letzten Male bei ermäßigten Preisen zur Aufführung und können wir einen Besuch des Schwankes,; welcher ganz trefflich zur Aufführung gelangt nur bestens emp­fehlen.

Der Gesamtvorfland des Bezirks-Feuerwehr- verbandes Caffel, gebildet von den Städten Caffel, Esch- wege, Fulda, Hanau, Hersfeld hat am 14. Juni im Stadt- verordneten-Sitzungssaale zu Fulda eine Sitzung abgehalten. Als Vertreter der Regierung wohnten den Verhandlungen der Landesdirektor Herr Geh. Regierungsrat von Knorz und ein Regierungskommissar als Vertreter des Regierungspräsidenten von Cassel bei. Außer den üblichen Jahres- und Kassenberichten wies die Tagesordnung noch folgende Gegenstände auf: Be­ratung der von derKommission zur Umarbeitung und Er­gänzung deS Reglements über das Feuerlöschwesen im Regie­rungsbezirk Caffel" gemachten Vorschläge; Gründung der Uoter- stütznngskasse für verunglückte Feuerwehrleute im Regierungs­bezirk Caffel; Die Haftpflicht-Versicherung der Feuerwehren; Die Versicherung der zur Spritzenbespannung benutzten Pferde: Der Entwurf zum Grundgesetz für den Deutschen Reichs-Feuer- wehr-Verband und Besprechung einer vom Kreisfeuerwehr-Ver­band gegebenen Anregung über: Theoretischer Unterricht der Brandmeister. Zum 16. Deutschen Feuerwehrtag, der vom 3. bis 6. September in Mainz abgehalten wird, wird der Be­zirksverband Cassel eine Vertretung entsenden.

Diebische Dienstmädchen. Gin bei einem SchE warenhändlcr bedienstetcs Mädchen stahl si-uem Mcnflpr 3 Paar Schuhe, 1 Flasche Wein und aus den zum krn g übergebenen Kleidern auch noch einen Betrag in barem