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Erstes Blatt.

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Liertchährlich 1,80 W., »onallich 60 Pfg., für au»« K I MasU Für Stadt- vd Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postausschlag. V v gespaltene Pet-'^elle oder deren lltaum, für Auswärts 1S Psg Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg. im ReklamentheN die Zeile 25 Pfg ° Amtliches GlM fit AM- und Landkreis Kenau. *6' * Vrvruat und verlegt m serBucyorucrerer t ,

«auf« in Hanau. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Bellage. ^»« Schrecker M Hanau.

Nr. 164

FernspreHanschlnß Nr. 605»

Samstag heu 16. Juli

FernsprechansKlnß Nr. 605.

1904

Atnttiches.

Eandkreis Danau. BelanntmachRngen des Königl. Landratsamtes.

In der Gemarkung Ost he im gilt die Schweine- senche (Rotlaufseuche) als erloschen.

Die ungeordneten Sperrmaßregeln sind aufgehoben worden.

Hanau den 14. Juli 1904.

Der Königliche Landrat.

V 4742 I. A.: Conrab, Kreissekretar.

Stadtkreis hanau» BelmmtmachMM des Oberbürgermeisteramtes.

Stenererhebnng.

Wir machen darauf aufmerksam, daß die Zahlung der Steuern und des Schulgeldes für die Monate Juli/September 1904 für diejenigen Steuerpflichtigen, deren Steuerzettel eine der Nrn. 13000 aufweisen, in der Zeit vom 13. bis 23. Juli 1904 stattzufinden hat.

Im übrigen verweisen wir auf die auf dem Steuerzettel aufgedruckten Bestimmungen.

Hanau den 16. Juli.

S t a d t k a s s e. 12978

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 9. bis 15. Juli 1904:

1 Maschinenbauer,

5 Tagelöhner,

1 Hausbursche.

Hanau den 16. Juli 1904.

Städtisches Arbeitsamt. 12977

Handelsregister.

Firma Anton Kalb in H a n a u: Die Firma ist er­loschen.

Hanau den 9. Juli 1904.

Königliches Amtsgericht 5. 12945

Feuilleton.

Anteil der Reffen mit siebenjährige»

Kriege. (16. Juli 1760.)

In den gewöhnlichen Darstellungen des siebenjährigen Krieges wird der Anteil derselben auf die Schlachten bei Hastenbek, Krefeld und Minden beschränkt, während er doch ein ununterbrochener war und zahlreiche größere und kleinere Gefechte aufzuweisen hat. Dahin gehört auch der Ueberfall von Emsdorf, zwischen Traisa und Kirchhain, am 16. Juli 1760, dessen wir heute gedenken. Reihen wir daS Ereignis zunächst in die Folge der Begebenheiten ein. An der Lahn war es längere Zeit lebhaft hergegangen. Einmal entging den Franzosen die Schwächung nicht, die des Erbprinzen Ferdinand v. Braunschweig beschleunigten Aufbruch nach Sachsen bewirkt hatte, dann aber wollte auf französischer Seite Broglio sich des ihm gewordenen Oberbefehls doch auch würdig erweisen. Dieser war nämlich an Contades Stelle berufen. Den Franzosen war der ewige Wechsel gewiß nicht zum Vor­teil; es bedurfte jedoch nur einer neuen Liebschaft ihres Königs, um alle bisherigen Günstlinge und Würdenträger zu stürzen. In der Türkei konnte es, was Unsittlichkeit und Fäulnis staatlicher Zustände^ betrifft, nicht verworfener und ärger hergehen, als unter dem Scepter desAllerchristlisten" Königs.

Während der Monate Februar, März, April 1760 blieben beide Heere, dann doch in der Mehrheit ruhig in ihren Winter­quartieren Die Franzosen, die starke Verluste auszugleichen hatten, wechselten sogar einen Teil der Truppenkörper, indem zum Austausche frische Scharen aus dem Innern Frankreichs kamen. Einschließlich der noch am Maine stehenden Sachsen

Hub hanau Stadt und Cand,

Hanau, den 16. Juli.

Historische Gedenktage.

16. Juli 1075 starb Widerad, Abt von Fulda, welcher dadurch besonders merkwürdig ist, daß er zweimal, zu Weihnachten 1062 und zu Pfingsten 1063, in der Kirche zu Goslar einen in das blutigste Handgemenge über­gehenden Rangstreit mit dem Bischof Hezilo von Hildes­heim hatte.

16. Juli 1541. Kaiserliche Bestätigung der Universität Marburg.

16. Juli 1663 starb zu Kloster Haina nach kurzer Krank­heit Landgraf Wilhelm VI., Sohn Wilhelm des V. und der Landgräfin Amalia Elisabeth, unter Vormundschaft seiner Mutter von 16371650.

16» Juli 1740 wurde in Hessen - Cassel der Anfang der niederen Jagd der ungünstigen Witterung wegen statt des altherkömmlichen Bartholomeustages auf LamRrtitag bestimmt; diese Bestimmung wiederholte sich in den fol­genden Jahren öfters, und zuletzt wurde Lamberlitag der regelmäßige Anfangstag der niederen Jagd. Man wird zuweilen versucht, Witterung und Ernte gegen frühere Jahrhunderte verschoben zu halten; z. B. wird jetzt zu Bartholomäi, wenn man denselben auch nach dem alten Kalender rechnet, selten der Hafer geerntet, mithin das Feld zur Jagd frei, und doch war dieser Zeitpunkt für die Haferernte noch bis gegen 17601770 auch in den gebirgigen Gegenden Hessens die Regel.

16. Juli 1760. Treffen bei Emsdorf und Erksdorf, in welchem das Ärger des französischen Generals Glaubitz von dem Erbprinzen von Braunschweig überfallen und die französische Armee völlig in die Flucht geschlagen wurde.

17. Juli 1493. Sühne der Fehde derer von Hütten mit dem Grafen Philipp von Hanau.

17. Juli 1751 starb der Superintendent Lichtenberg zu Darmstadt, der Vater des als Physiker und Satiriker be­rühmt gewordenen Professors Lichtenberg zu Göttingen.

17. Juli 1815. Fulda kommt unter preuß. Administration.

** Zum Besuch des Königs von Dänemark begab sich heute morgen der Kommandeur unseres Ulanen­regiments Se. Durchlaucht der Herzog von Urach und Herr Leutnant Sieg nach Wiesbaden. Die Abordnung überbringt ihrem greisen Chef die Grüße des Regiments.

== AltersZulaaekafse für Lehrer. Der Königl. Regierung zu Cassel ist vom Kultusministerium der zur

wuchs Broglios Heer auf 140 000 Mann. Herzog Ferdinand konnte dagegen nur über 80 000 Mann verfügen.

In Hessen-Cassel war nämlich Landgraf Wilhelm VIII. gestorben, dessen Sohn Friedrich II. die Stärke der hessischen Heerteile im Felde allmählich bis auf 26 000 Mann steigerte. Ein weiteres Anschwellen etwa durch Aufgebot höherer Alters- klaffen der Landwehr war bei dem damals schon furchtbar mitgenommenen Zustand des Landes nicht wohl möglich. Beide gewaltige Heercsmasten, Freund und -Feind, wogten nun schon Jahre lang mit wechselndem Glück zwischen Weser und Main hin und her und zertraten die hessische Flur.

Da Herzog Ferdinand, wegen Gefährdung seiner rüch- wärtigen Verbindungen, sich viel mehr teilen mußte, indem er bald von der Werra, bald vom Niederrhein flankiert werden konnte, wogegen die Franzosen und Reichstruppen solche Sorge in gleichem Maße nicht kannten, so verzichtete er vor der Hand wieder auf den Angriff und wollte sich somit in Hissen als in Westfalen auf die Abwehr beschränken.

In Westfalen befehligte der hannöverische General von Spörkcn ungefähr 24 000 Mann, wovon über die Hälfte Hessen waren. Ferdinand vermischte gern die Truppen der Hessen, Hannoveraner, Braunschweiger und Engländer, um Eifersüchteleien vorzubeugen und gab gern allen zugleich An­teil an wichtigeren Ereignissen.

Mit 38 000 Mann bezog der Herzog selbst ein Lager bei Fritzlar an der Edder; Oberhessen ward also von vornherein schon wieder aufgegeben. Der braunschweizische General v. Jmhof stand mit 13 000 Mann bei Kirchhain an der Ohm, der hessische General von Gilsa mit 12 000 Mann bei Hers­feld an der Fulda.

Der französische Ober-Feldherr, Herzog v. Broglio er­öffnete seinen Feldzug erst zu Ende Juni, dann jedoch behende und geschickt. Herzog Ferdinand war dieses Mal nicht auf­merksam und kurz entschlossen genug gewesen. Die französischen Heersäulen schoben sich überraschend zwischen Ferdinand und Jmhof ein, überschritten die Ohm, auf deren Behauptung jener

Die heutige Mummer rrmfatzt autzer dem rrnterhuLtuugsblatt 14 Geilem

Deckung der gesetzlichen Mindestalterszülage erforderliche Mehrbedarf von 55 Mk. für jede Lehrerstelle unseres Re­gierungsbezirks überwiesen worden, so daß der von den Ge­meinden zur Alterszulagekasse im laufenden Etaisjahr zu zahlende Beitrag sich um je 55 M. vermindert. Die Gesamt­summe, welche der Unterrichtsminister aus den zil verteilen­den Neberschüssen dem Reg.-Bezirk Cassel überwiesen hat, be­trägt 117370 Mk.

* 2er Verschöuerungsvereiu hat am Kohlbrunnen noch ehe weitere Bank und einen Rasentisch und zu bethen Seiten des Weges vom Noxdbahnhof über die Bruchwiesen nach dem Kohlbrunnen, am Eingang des Waldes, am schattigen kühlen Orte je eine Bank ausstellen lasten. Diese Annehm­lichkeit wird gewiß von vielen mit Freuden begrüßt und gern benutzt werden.

* Den Armen der Stadt Hanau. Nachträglich wird uns bekannt, daß der durch seinen WohltätigkeitssinN be­kannte verstorbene Rentner Hermann Sann er nicht nur den Armen seiner Vaterstadt Schmalkalden 5000 Mark, sondern auch in hochherziger Weise den Armen der Stadt Ha- nau den gleichen Betrag von 5000 Mk. und außerdem auch der Kleinkinderbewahranstalt zu Schmalkalden 1000 Mk. ver­macht hat.

** Aussperrung im Baugewerbe. Nachdem der Zentralvorstand der organisierten Bauarbeiter die definitive Antwort erteilt hat, daß die vorgelegten Arbeitrveriräge un­annehmbar seien, tritt nunmehr am 18. kommender Woche die vom Mitteldeutschen Arbeitgeberverband des Baugewerbes ge­plante Aussperrung in Kraft. In Hanau werden von der Sperre etwa 180190 Arbeiter (Maurer und Zimmerleuie), im ganzen mitteldeutschen Bezirk ca. 1820 000 Arbeiter be­troffen. (Siebe auch die im Inseratenteile enthaltene Bekannt­machung des Arbeitgeberverbandes.

* Sommertheater. Morgen abend kommt das all­beliebte Volksstück's Nullerl", in welchem Herr Kraus die Titelrolle spielt, zur Aufführung und dürfte somit ein Besuch der Vorstellung bestens zu empfehlen sein. Nachmittags vier Uhr wird das hübsche MärchenRotkäppchen" bei kleinen Preisen gegeben und sollten die Eltern nicht versäumen, ihren Kleinen eine Freude zu bereiten und alle ins Sommertheater zu senden.

* Chrendiplom. Die General-Jury der vom 5. bis 30. Juni 1904 siattgcfundenen, von der Gesellschaft vom Blauen Kreuze in Wien verunstalteten internationalen Aus­stellung für Ernährung, Haushaltung und Gesundheitspflege erkannie der The Continental Bodega Company sür ihre vor­züglichen spanischen und portugiesischen Weine die höchste Aus­zeichnung :das Chrendiplom mit besonderer Anerkennung zur Großen Goldenen Medaille und dem Ehrenzeichen" zu.

gerade seinen Plan gegründet hatte, und drängten so ohne Schlacht die Verbündeten zurück.

Wohl kam es zu einer Reihe glücklicher »der unentschiedener Treffen und kühner Unternehmungen, und dahin gehört der Ueberfall von Ernsdorf, zwischen Traisa und Kirchhain am 16. Juli. Hier griff der Erbprinz von Braunschweig, der sich an seinen Oheim wieder heranziehen mußte, mit hessischem Fußvolke, hannoverischen leichten Truppen unter Freytag, sowie mit englisch-hannöverischer Reiterei einen Heerieil Fran­zosen und Sachsen unter dem Prinzen Xaver wuchtig an. Es war ein glänzender Sieg, der erfochten wurde. Fünf Bataillone ergaben sich kriegsgefangen, ebenso einige Schwa­dronen Husaren, dazu mehrere sächsische Generale. Im ganzen wurden 180 Offiziere, 2482 Mannschastsgefangene, 9 Fahnen, 6 Geschütze, über 1000 Pferde sowie fast alles Gepäck er­beutet. Groß war auch der Verlust an Toten und Verwun­deten beim Feinde, gering bei den Truppen des Erbprinzen. Besonderen Ruhm erwarb das englische Reiter-Regiment Elliot.

HumoriMsches.

(Erklärlich.)Warum hängt denn eigentlich der Herr Professor so zähe an feiner durch uud durch feuchten Wohnung?^ »Ja, denken Sie, er hat an den Wänden seiner Zimmer drei neue Schimmelpilzarien entdeckt!"

(In den Flitterwochen.)Sag'mal, Emma, istdie Ehe wirklich so süß?"Ach, Grete, unser Bund ist das reine Zuckerkartell!"

(Ein pünktlicher Kunde.) Jnseratensammler: Wollte mal anfragen wegen der Geburtsanzeige für dieses Jrhr, Herr Oberlehrer? Bis jetzt haben Sie doch immer, ]o um Weihnachten herum einen kräftigen Jungen aponeiertt"

(Ein Festtag.) A:Warum ist denn der Me-er beme so fidel?" B:Seine Frau ist mit dem 3?«««P Amerika durchgegangen, und da feiert er nun bav - u Wiedersehen!" r