Juli _________________________
im Walde zum Schlafe niedergeleqt und ist im Schlafe von dem fremden Handwerksburschen überfallen worden. Der tödlich Verletzte kannte seinen Angreifer nicht und bat vor seinem Verscheiden nur autogen können, daß er einen schwarzen Schnurrbart getragen habe. Der Erstochene, der. schrecklich zugerichtet war, hat mehrere Stunden im WaM Ab^W,ß bevor er von einem Arbeiter aufgesunden wurde. '
Ein merkwürdiger Einbrecher. Die Londoner Polizei ist in nicht geringe Verlegenheit versetzt durch einen außerordentlich geschickten Einbrecher, der in der letzten Zeit nicht weniger als 30 herrschaftliche Häuser im Wkst-End auf» suchte und dort in einer Weise Diebstähle ausfühtte, die dakäUf hindeuten, daß man es mit einem Kunstkenner zu tun hat. Außerdem verfügt der Einbrecher offenbar über eine große Ger wandttzeit, denn keiner der geöffneten Behälter zeigt Spuren der Verwendung eines Instrumentes. Der Mann scheint in der Weise vorzugehen, daß er zunächst alles Silber des Hauses züsammenirägt und dann ganz genau gutes und minderwertiges Silber von einander trennt. Er zeigt dabei großen Ordnungssinn und schließlich auch Bescheidenheit, denn er nimmt stets nur ein oder zwei der ältesten und wertvollsten Stücke mit sich weg, während er die anderen, säuberlich geordnet, auf dem Tische zurückläßt. Den letzten Besuch stattete er im HaUse des spanischen Vertreters, des Herzogs von Mandas, ab. Er nahm von dort eine etwa 9 Zoll hohe sehr wertvolle alte Silbervase mit sich. ES geht aus alledem hervor, daß der Einbrecher seinen Diebstahl lediglich nach dem antiquarischen Werte wählt. Die Pfandleiher Londons sind instruiert worden, aber keiner der gestohlenen Gegenstände wurde bisher als Pfand angeboren. Man glaubt, daß der Dieb die Sachen in Holland absetzt.
Eins gefährliche Adlerjagd fand, wie aus der Schweiz gemeldet wird, in dein wilden und einsamen Bagnes- tale, welches sich zu den furchtbaren Geltscherwüsteneien der Arollaberge und des Combin (4317 Meter) emporzieht, statt. Dort fanden mehrere Hirtenburschen ein Adlernetz und beschlossen, die Jungen auszunehmen. Das Nest lag unzugänglich an einer gewaltigen Wand. Die Burschen begüben sich auf einen Felskopf über dieser, worauf einer von ihnen, mit einem Sack und einem Messer ausgerüstet, hinabgeseilt wurde, bis er den Horst^erreicht hatte. Kaum aber war es ihm gelungen, die jungte Adler in seinen Sack zu stecken, da kam die Adlermutter hinzu. Der Bursche zog sein Messer, und es entsvann sich ein fürchterlicher Kampf. Die oben Stehenden wagten nicht zu schießen, aus Besorgnis, ihren Genossen zu treffen. Fast eine halbe Stunde lang dauerte das entsetzliche Schuspiel. Der Bursche war in chen Horst hirrein- gekrochen und verteidigte sich hartnäckig gegen seine gewaltige Feindin. Endlich tötete ein glücklicher Schuß den Vogel, worauf der argbedrängte Jäger heraufgezogen wurde. ' Er war am Kampfe und an den Handen förmlich zerfleischt und gab auf keine Frage eine Antwort. Am nächsten Tage zeigte er Spuren von Geistesverwirrtheit. Das erschossene Adlerweibchen bat 2.6 Meter Flugweite.
Weitere Schiffbrüchige von der „Norge" gerettet. Zu später Stunde wurde Mittwoch übend bekannt, daß ein weiteres Brot der „Norge" mit 17 Überlebenden von dem Fischereidampfer „Rattray-Bai" aufgefunden wurde. Die Zahl der Geretteten steigt dadurch auf 145 Köpfe. Die Leute deS zuletzt aufgefundenen Bootes wurden in Aberdecn gelandet. Unter ihnen befanden sich drei Leute der Mannschaft. Die Schiffbrüchigen müssen sehr gelitten haben, denn ihre einzigen Lebensmittel während der sechstägigen Bootfahrt bestanden aus 34 Biskuits und 6 Eimern Wasser. Die Eigentümer der „Norge" haben die dänischen Konsuln in allen Hafen, in denen Überlebende von dem verunglückten Schiffe gelandet wurden, aufgefordert, diese mit Geld und Kleidern reichlich zu unterstützen und ihnen Billrte nach jedem Orie, den sie zu erreichen wünschen, zu geben. In Kopenhagen ist eine Sammlung für die Geretteten und für die Hinterbliebenen der Passagiere und Mannschaften eröffnet wurden.
Eine aufregende Szene spielte sich, wie die „Tägl. Rundschau" dem „Record Herold" in Chicago entnimmt, vor ^WS^^^^^I«M«S2SWzLLLSM^2^L^SZ^1'/V'i^«««WWW»WW»WWMM»^ffMM
Samstag_____ ___
' einiger Zeit auf einer großen eisernen Brücke ab, die den Colorado River im westlichen Texas überspannt. Fräulein Benlah Thorn, eine in jener Gegend bekannte und beliebte Schönheit, ritt sorglos über die Drücke und blickte in den Fluß, der 48 Fuß unter ihr dahinfloß, als sie plötzlich durch ein lautes Stamp'en und Brüllen erschreckt wurde ißj§ KHep sich eine Schar wildgewordener Stiere erblickte, die hf" wilden Sprüngen der Brücke näher kamen. Wohl gab Frl. Tborn dem Pferde die Sporen, aber die Schwankungen der Brücke Hemmten den Lauf des TiMS, und im nächsten Augenblicke waren die wütenden Stiere an ihrer Seite. In ihrer Todesangst gab Frl. Tarn dem Pferde die Peitsche und setzte mit einem gewaltigen Svrunae über das nur niedrige Geländer in den schäumenden Fluß. Die Cowboys, die ihre Tiere »erfolgt hatten, glaubten die kühne Reiterin verloren, aber nach wenigen Augenblicken tauchie zuerst das Pferd, dann Fräulein Thorn auf, die sich in den Sattel setzte und dem User zusteuerte, wo sie mit Jubel empfangen wurde. Der kühne Sprung wurde bald im ganzen Lande bekannt, und nun stellte es sich heraus, daß dies nicht das einzige gefahrvolle Abenteuer der jungen Dame gewesen ist. Air sie eines Tages von einem ihrer gewöhnlichen Streiszüge zurückkehrte, fiel ihr die^Stille vor der Wohnung ihrer Mutter auf. Sie schlich behutsam näher und sah, daß ein Jaguar sich dem Schlafsessel ihrer Mutter näherte, dir sich zum MiltagSschlaf niedergeltgt hatte. Frl. Thorn wußte, daß das geringste Geräusch ihrer Mutter das Leben kosten könne, deshalb ging sie mit äußerster Vorsicht zu Werke. Mit der Gewandtheit eines Indianers schoß sie dem Jaguar den tödlichen Pfeil ins Herz. Auch als Kind zeigte sie bei einem der in jener Gegend nicht gerade seltenen Uebersälle auf die Viehherden ihres Vaters großen Mut und große Entschlossenheit. Ihr Vater war von drei Banditen Überfällen worden und konnte sich ihrer kaum erwehren, als seine Tochter hinzukam und einen Raubgesellen mit einem Pfeilschuß unichäd- lich machte, während ihr Vater den Zweiten angriff, der Dritte aber Ferl-ngeld gab,
Moste unv Schert. In einer von der Annoncenexpedition Rudolf Moffe gegen den Verlag der „Gartenlaube" (E. KeilS Nacht, bez«. Aug. Schert) angestrengten Klage wetten deS Versügunarrechtes über den Inseratenteil der Gartenlaube ist eine Verständigung erfolgt, auf Grund deren die Firma Schert an Moffe einen namhaften Betrag zahlt und eine Erklärung veröffentlicht, in der sie sagt, sie sei zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Firma Rudolf Moffe in ihren Beziehungen zum Verlage der Gartenlaube sich durchaus innerhalb des Rahmens der ihr übertragenen Rechte gehalten habe. Neue Jnsertionsausträge nimmt die Firma Moffe für die Gartenlaube nicht mehr an, sondern erledigt nur noch die laufenden innerhalb ihres Pachtverhältnisses zur Gartenlaube, das mit dem Jabre 1907 zu Ende geht., (Wie verlautet, er« hätt die F rma Rudolf Moffe eine Entschädigung im Betrage von 500 000 Mk., wovon sie 100 000 Mk. der Untrrffützungs- kasse ihrer Angest-llt°n zuzewrndet hat.)
Schöner Trost. Der b-rühmte Romanschriftsteller Alexander Dumas, der Verfasser des „Monie Christs," hatte so viele Schulden, daß er fiS schließlich vor seinen Gläubigern verstecken mußte. Ein hartnäckiger Gläubiger entdeckte jedoch sein-N Schlupfwinkel und stand plötzlich vor dem nicht wenig erstaunten Schriftsteller. Er verlangte von Dumas für sein Guthaben einen Wechsel und reichte dem Dichter zu diesem Zwecke ein bereits gestempeltes, bis auf das Akzept ausge- JüHteS Formular. DumaS unterschrieb kaltblütig, dann überreichte er dem beneidenswerten Gläubiger das Ding mit den Worten: „Welche Zaubermacht fielet doch meine Unterschritt. Vor wenigen Minuten hafte dieses Stempelpapier noch einen Wert von sechs Sous; nachdem ich meinen Namen darunter gezeichnet, ist ks — keinen Heller mehr wert."
Die Kannibalen im Kongostaat. Das Mongala- gebiet, in dem die unbezähmbaren, berüchtigten Budja hausen, war schon wieder einmal der Schauplatz einer scheußlichen Szene. Das soeben aus dem Kongo in Antwerpen eingetroffene Post- schrff bringt die Nachricht mit, daß ein geborener Schweizer, namens Raus. Beamter ein-r Antwerpener ^efelll^aft, in
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seiner Faktorei von den Budjas belagert und nach ihrer Ein- nähme maffakriert und gefressen wurde. Die Ueberreste des Unglücklichen wurden aufgefunden und bei Dobo beigesetzt. . Die Budjas töteten bei derselben Gelegenheit mehrere eingt« bereite Arbeiter und bereiteten diesen dasselbe Schicksal. Raus '^H nunmehr schon der dreißigste Weiße, der in jener Region 'gemordet und gegessen wurde. Die Kautschuk-Ernte, die im Mongalagebiet vor anderthalb Jahren noch 55 bis 60 Tonnen monatlich betrug, ist seitdem aus knapp: 20 gesunken und wird sicher ganz aufhören. Der Staat hat sofort eine Strafexpeditisn ' ausgerüstet. Sie wird von vier Weißen befehligt und umfaßt 270 Mann.
Merarttches.
„Die Donau von Paffau bis zum Schwarzen Meere" ist der Titel eines Reisehandbuches, welches im Verlage der Ersten k. k. priv. Donan-Dampfschiffahrts-Gesell» schast nun schon seit mehreren Jahren regelmäßig zur Reisesaison erscheint. Dieses kleine Büchlein, welches besonders allen Donaureisenden sehr willkommen sein wird, enthält alles Wissenswerte, was zum Beginn und zur Durchführung einer Reise auf der „schönen blauen Donau" notwendig ist. Eine Fülle von Illustrationen, verbunden mit einem erklärenden und erläuternden Texie, sührt dem Leser die reizendsten Donaugegenden vor Augen, deren Besuch, wie das dem „Dovauführer" äße» gierte Fahrpreis-Verzeichnis beweist, allen Reisenden sehr leicht gemacht ist. Dem Reisehandbuche ist weiteres angefügt: der Fahrplan für alle Strecken, welche von Passagierschiffen befahren werden; das Verzeichnis der einzelnen RundreisecouponS- Sirecken, welche an der Donau liegen und für welche auch die Bahnfahrscheine Geltung haben; das Verzeichnis der kombinierten Schiffs- und Bahnkarten; die Speisen- und Getränke- Tarife rc. — Das interessante Werkchen ist bei der Direktion der ersten k. k. priv. Donau-Dampfschiffahrts-Gcsellschaft in Wien gratis zu haben und wird auf Verlangen Jntereffenten auch franko zugesendet.
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Hamburg, 5. Juli. Der Dampfer „Schaumburg" von der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in Vera-Cruz und der Dampfer „Ehristiania" vorgestern in St. Thomas einge- froffen.
Der Postdampfer „Rhynland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 5. Juli wohlbehalten in Philadelphia angekommen.
Bremen, 5. Juli. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Kaiser Wilhelm II." ist gestern in New-Dork eingetroffen.
New - Nork, 6. Juli. Der Dampfer „Statendam" von der Niederländisch - Amerikanischen Drmpfschiffahrts- Gesellschaft ist gestern hier eingetroffen.
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