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6. Juli............

Ist daher anzunehmett, daß die Kanalgegner ihren Widerstand gegen dies Kulturwerk ersten Ranges aufgeben werden, wenn der Landtag im Herbst M neu°r Arbeit versammelt sein wird.

^UK aller Welt.

Lohnbeschäftistuntt der Kinder. DerReichsan- zciger" meidet: Gemäß dem Bundesraiebeschlnß vom 23. Juni schlug Graf Poladowsky vor, daß nunmehr die Bundesregie­rungen der Reiolution des Reichstages vom 23. März Folge geben und über die LobnbesLäiligung der Kinder im Haus­halte wie in der Landwirtschaft und in Nebei betrieben am 15. November eine einheitliche Erhebung durch die Lehrerund Lehrerinnen der Volksschulen vornehmen lassen, zunächst über Art und Umfang jener K'ndecbeschättigunz.

Ueber den furchtbaren Orkan, der Moskau und Umgebung am Nachmittage des 29. Juni Heimstickle, berichtet die Nowoje Wremja noch folgende Einzelheiten: Am schwersten wurde der Villenort Lublino heimgesuckt, dessen Einwohner vergebens, von panischem Schrecken ergriffen, nach einem Zu­fluchtsorte suchten. Von dem uralten 80 Deßjätinen großen Walde blieben nur die jungen Sprößlinge übrig, die Villen sind vollständig zerstört. Das Dorf Ssokolniki bietet gleich­falls ein Bild gänzlich er Zerstörung, in MytilLtschi wurde der Fabrikschornstein der Waggonbauanstalt Hingerissen. I« Mos­kau selbst litt hauptsächlich der Lesortowskische Stadtteil. Zabl- reiche Menschenopfer sind zu beklagen. Das Dorf Schabenowo bei Mytischtschi ist vollständig zerstört. Außerdem Lefortows- kischen Stadtteil wurden von dem Zyklon berührt die Ssokol- niticheskische, die Meschtschensktsche, die Baßmannsche und die Jausktsche Straße. Völlständig vernichtet wurde die Hospital- straße, von den Gebäuden der Kadettenanstalten wurden die Dächer fortgerissen, die Schule für Militärfeldschere wurde stark beschädigt, die Sommerbaracken, in denen sich die Zög­linge zurzeit befinden, wurden umgerissen, fünf Zöglinge ver­wundet, einer getötet. In der Nähe auf der Straße wurde ein unbekannter Bauer erschlagen und zwei Beamte der Schule wurden verletzt. Von dem gegenüber befindlichen kleinen Anna- hofschen Parke sind nur noch Spuren übrig geblieben. Stark mitgenommen wurde der Petrus und Paulus-Dom, dessen Kuppeln zerschlagen und dessen Kreuze heruntergerissen wurden, ferner zwei andere Kirchen. Bis 7 Uhr abends waren in dem

Mittwoch

Lefortowskilchen Krankenhause fünf Erschlagene und achtund­fünfzig Verwundete und Verstümmelte eingeliefert. Man schätzt, daß allein in dem Stadtteile Lefortowski unter den Trümmern der zusammengestürzten Häuser dreißig Menschen lebendig be- araben liegen. In einem Hauke der Olchowskischen Straße wurde eine Anzahl Arbeiter verschüttet, von denen bis jetzt sechs Leichname geborgen sind. An der Deutschen Markthalle wurde der Turm zur Hälfte zerstört. Von einer Fabrik in der Prininschen Gasse blieb nur das Gerippe übrig. Das Dorf Troworoni ist zerstört, der Flecken Karatickarowo und daS Dorf Cochlowka haben stark gelitten. Auf der Moskau-Kursker Eisenbahn war der Verkehr von der Station Lublino bis Mos­kau unterbrochen.

Die Pocken-Epivemie in Bochum, über die wir mehrfach berichteten, ist jetzt endgültig als erloschen zu be­trachten. Die beiden letzten, nachträglich erkrankten Personen haben geheckt aus dem Pockenlazarett entlassen werden können. Das Lazarett ist daraufhin geschlossen worden und das Arzt- und Pflegepersonal hat die Anstalt verlassen. Insgesamt sind mehr als fünfzig Personen von der Krankheit befallen gewesen.

Ein schreckliches Erwachen hatte dieser Tage der Ladenbesitzer Michel in Toulon. Er war mit seinem Freund abends spät von einer Kneiperei heimgekommen und hatte den Freund gebeten, die Lagerstatt mit ihm zu teilen. AlS Michel am andern Morgen erwachte, sah er mit Schrecken, daß sein Freund sich während der Nacht die Kehle durchschnitten hatte und tot im Bett lag.

Lebendisi begrabe». Eine plötzlich verstorbene Frau wurde in Emstedel» beerdigt. Nachdem der Sarg unter den gebräuchlichen kirchlichen Zeremonien in die Erde gesenkt war und die Leidtragenden sich vom Friedlos entfernt hatten, um dem Leichengoltesdienstc in der zehn Minuten entfernten Kloster­kirche beizuwohnen, vernahm der Totengräber beim Einfällen des Grabes Hilferufe aus demselben; er hielt in der Arbeit inne und lauschte; weitere Schreie überzeugten ihn, daß er sich nicht getäuscht hatte. Der Mann grub in möglichster Eile, was er an Erde schon hineingeworfen hatte, wieder aus, öffnete schleunigst den Sarg und fand die Begrabene noch am Leben.

Der Schnapsteufel. Entsetzliche Folgen des Alkohol­genusses machten sich an zwei Kindern eines Arbeiters in Leer bemerkbar. In einem trockenen Graben an der Deich­straße wurden die beiden es waren Knaben von 6 und

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9 Jahren dem Tode nahe von Vorübergehenden aufge­funden. Herbeigerufene Aerzte stellten hochgradige Alkohol­vergiftung fest. Neben den Kindern lag eine leere Kognak­flasche. Man brächte die Kinder in das Krankenhaus.

Ein rabiater Sträfling. Der wegen Diebstahls und Körperverletzung in Dessau in Untersuchungshaft befind­liche 20 Jahre alte Tischlergeselle Emil Ganser aus Berlin versetzte heute nachmittag dem Gefängniswärter Hämmerling mehrere Messerstiche in den Kopf und floh in den Garten. Da er nicht über die Mauer konnte, kletterte er an dem Blitz­ableiter in die Höhe. Aus einer Höhe von drei Stockwerken stürzte er herunter und blieb bewußtlos liegen. Der Wärter ist schwer verletzt.

Brand einer Kabrik. Am Sonntag nacht ist die Glanzrohrfabrik des Kommerzienrats Holtzapfel in Grub bei Ksburg niedergebrannt. Es wird Brandstiftung vermutet.

Ein Todessturz. Sonntag nacht fiel der 21 Jahre alte Sohn des Freiherr» von Verfall in Köln von dem Balkon eines Hauses in den Hof; er starb alsbald infolge der er­haltenen Schädelverlebungen.

Mord und Selbstmord. Auf dem Wege von Schkoleu (bei Naumburg a. S.) nach dem benachbarten Aue erschoß der Dien^knecht Wilhelm Alberti das Dienstmädchen M. Weiser. Das Motiv ist Rache. Die Leiche wurde auf der Straße aufgefunden. Der Mörder hat sich nach der Tat im Garten seines Dienstherrn erhängt.

Raubmord an einem Postboten. Zwischen Ratschach und Jonnesial wurde der Postbote Bregar ermordet und be­raubt aufaefnnhen.

Tödlicher Sturz. Der Bischof von Fossano stürzte im Hotel Bellevue zu Neapel infolge Fehltritts vom Lift in die Tiefe und blieb tot liegen.

Beim Stiergefecht verunglückt. Bei dem gestrigen Stiergefecht in Bordeaux wurde ein Matador plötzlich von einem Stier angefallen und lebensgefährlich verletzt.

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