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Zweites Blatt

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SezngSpreiSr . sEiurüSuugSgebLhr ' vierteljährlich 1,60 M., monatlich 60 Pfg., für aus- J | HL Für Stadt- und Landkreis Hanau 10Pfg. die fünf. wartige Wonneiüen mit dem betreffenden Postmiffchlag. Vz v gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg. , im Reklamen theil die Zeile 25 Pfg., .. ,, r-.......^ Amtliches Orgs« für Ä= md AMms Kmm. ^35 * Gedruckt und verlegt m derBuchdruckerei des verein, ev. ( ---

Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Vtramworn. Redakteur: G. Schreck er m Hanau.

Er» 153

Fernsvrechanschlnß Nr. 605.

Montag den 4. Juli

Ferns-reckianschluß Nr. 605.

1904

Amtliches.

Von beachtenswerter Seite ist darauf hinqewiesen worden, daß die auf den Straßen feilgehaltenen Mineralwässer', wie Selierser, Sodawasser u. a. m. an die Abnehmer stets eiskalt verabfolgt werden und daß der Genuß so kalten Wassers, welcher schon in normalen Zeiten leicht ernste Verdauungs­störungen von längerer Dauer nach sich ziehe, beim Drohen der Cholera die Neigung zu ähnlichen Erkrankungen befördere.

Im Auftrage des Aerrn Ministers der geistlichen, Unter­richts- und Medizinal-Angelegenheiten werden daher die Ver­käufer von Mineral-Wässern im Ausschanke hiermit angewiesen, das Getränk fernerhin, gleichviel, ob die Cholera droht oder nicht, nur in einem der Trinkwasser-Temperatur entsprechen­den Wärmegrade von etwa 10 Grad Celsius abzugeben. Gleich­zeitig wird das Publikum vor dem Genusse eiskalter Getränke überhaupt, also auch des zu kalten Bieres, insbesondere aber der Mineral-Wässer, gewarnt. (A. II. 6522.)

Gaffel am 5. Mai 1904.

Der Negierungs-Präsident.

J. V.: Mejer.__

Landkreis Danau.

äehuHtwn$im(ien des Königl. LandraLsamtes.

Nach Mitteilung des Königl. Landratsamts Gelnhausen ist in der Gemarkung Altenhaßlau die Schweine- senche festgestellt worden.

Hanau den 2. Juli 1904.

Der Königliche Landrat.

4 V Nr. 4562 J. A.: Conrad, Kreissekretär.

Nach Mitteilung des Königl. Landratsamts Geluhauien sind in der Gemarkung Meerholz 2- Pferde an Räude erkrankt.

Hanau den 2. Juli 1904.

Der Königliche Landrat.

6 V Nr. 4561 J. A.: Conrad, Kreissekretär.

Die Ferien des Kreisausschusses beginnen am 31. Juli und endigen am 1. September. Während derselben wer­den nur in schleunigen Sachen Termine zur mündlichen Verhandlung anberaumt.

Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen bleiben die Ferien ohne Einfluß.

Hanau den 2. Juli 1904.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

J. V.: Dr. M. Hoffmann,

A. 2814 Kreisdeputierter.

Stadtkreis Danau» .

BekamMachMM des Oherbürgermeislemmtes.

BekOIwLwachUAg.

Wir ersuchen die Rechnungen für die Forderungen aus Arbeiten und Lieferungen für die Stadt Hanau stets inner­halb 14 Tagen nach dem Vierteljahrsschluß cinzureichen.

Die Rechnungen vom 1. April bis 30. Juni ersuchen wir bis ZUM 15. d. Mts. einzureichen.

Hanau den 1. Juli 1904.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 12162

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 25. Juni bis 1. Juli 1904;

t Packer,

2 Hausburschen,

7 Tagelöhner.

Im Monat Juni 1904 erhielten Stellen zugewiesen:

3 Schlosser, 1 Schreiner, 1 Weißbinder, 1 Tapezierer,

3 Knechte, 2 Hausburschen, 20 Tagelöhner.

Hanau den 2. Juli 1904.

Städtisches Arbeitsamt. 12167

Im Anschluß an unsere Bekanntmachung vom 19. März d. Js. machen wir darauf aufmerksam, daß nach dem Erlaß des Herrn Ministers der öffentlichen Arbeiten und Chefs des Reichsamts für die Verwaltung der Reichseisenbahnen vom 23. Mai b. JS. die Frachtfreiheit nunmehr auch für diejenigen zur Unterstützung der freiwikigen Krankenpflege in Deutsch-Südwestafrika bestimmten und in den Frachtbriefen als solche ausdrücklich bezeichneten Liebesgaben zugestanden

worden ist, die zur Erleichterung der Zuführung an die Haupt- sammelstelle in Hamburg an die von den Provinzialvereinen rc. vom Roten Kreuz errichteten Zivischensammelstellen gesandt werden. Danach genießen auch die Liebesgaben-Sendungen an die als Zwischensammelstellen anzusehenden, in unserer oben erwähnten Bekanntmachung gedachten Hauptsammelstellen der Vaterländischen Frauenbezirksvereine in Gaffel und Wiesbaden Frachtfreiheit.

Indem wir diese weitere Vergünstigung veröffentlichen, ver­binden wir damit zugleich die Bitte um weitere Liebesgaben.

Hanau den 29. Juni 1904.

Der Vorstand des Zweigv.-reins vom Roten Kreuz.

Dr. Gebeschus, Vorsitzender. 12163

ANiische AMmÄNBM

Langstraße dir. 41.

Kostenfreie Arbeitsvermittelung werktäglich vorm. 81/a11 Uhr, nachm. 5 6 Uhr.

Daselbst kostenfreie Auskunft in Sachen der sozialen Gesetzgebung (Unfall-, Invaliden-, Krankenvers.-, Gewerbe- gerichts- u. s. w. Gesetze) werktäglich 1012V- Uhr. 6481

Vic HtbttiSe der Kircht»stt«tr für 1904 wird in der Wohnung des Kirchendieners Gras- meher, Schloßstraße 2, 14 Tage lang, vorn 4. bis 18. Juli, zur Einsicht der Gemeindemitglieder der Marien- und Johanniskirche offen liegen.

Die Presbyierien 12166

der Marien- und JohKnniskirchs.

Gefundene nub verlorene Gegenstände rc.

Gesunden: 1 Portemonnaie mit 3 Mk., 1 neues blaues Kinder-Jockey-Käppchen, 1 Kneifer mit Futteral.

23 e rl o r e tt: In Wilhelmsbad 1 Portemonnaie mit über 110 Mark, 1 desgl. mit 6,57 Mark, 1 desgl. mit einem Fünfmark-Schein.

Hanau den 4. Juli 1904.

Aus Stadt und Cand.

Hanau, 4. Juli.

Langenselbolv, 4. Juli. (Ehrenpreis.) Das Jahr 1904 ist für unsern hiesigen Radfahrerklub anSieg und Ehren reich." Zu den bereits errungenen zwe^Preisen ist auf dem gestrigen Bannerweihfest des Radfahrer-Vereins 1892 in Groß-Auheim noch ein dritter gekommen. Mit 13,6 Punkten in Klasse I. A. (Verbandsvereine) errang unser Klub den 1. Preis, ein Ehrenpreis, bestehend in einer prachtvollen Bowle, gestiftet von den Bürgern Groß-Auheims. Mit dem Banner­weihfest zu Groß-Auheim sind nunmehr die offiziellen Fahrten für den Radfahrer-Klub erledigt und mit den zuletzt errungenen Preisen zu einem ehrenvollen und schönen Abschluß gelangt. Möge auch bei späteren Gelegenheiten bem in diesem Jahre mehrfach ausgezeichneten Vereine das Banner siegreich voran­wehen und die Mitglieder zn edlem Streben anspornen. Unserm Radfahrer-Klub wünschen wir wie immer ein echtAll Heil'"

Hus p4ab und fern.

Kassel, 2. Juli. Freifrau Agnes Treusch v. Butilar wurde heute in der Wilhelmshöher Allee von der elektrischen Straßenbahn überfahren und ist den hierbei erhaltenen Ver­letzungen erlegen.

Fulba, 2. Juli. Eine ruchlose Tat wurde gestern in Löschenrod verübt. Die Frau des Fabrikarbeiters Kircher hatte ihre nahezu 13 Jahre alte Tochter um 3 Uhr nachmittags auf's Feld geschickt, um Gras mit der Sichel abzumacheu. Als das Kind bei einbrechender Dunkelheit noch nicht zu Hause war, wurde gesucht. Die Eltern fanden es auf dem Felde in entsetzlich verstümmUter Weise vor, die Verletzungen, die an­scheinend mit der eidjel beigebracht waren, befinden sich alle im Gesichte und am Kopfe; der Anblick war selbst für unerschrockene geradezu fürchterlich. Beide Wangen zeigen so tiefe und lange Einschnitte, daß beide Ohren beinahe abge- trennt waren, an der Schläfe war die Schädeldecke derart ver­letzt, daß das Gehirn freilag; andere Verletzungen, die auf ein weiteres Verbrechen hindeuten, wurden nicht gefunden. Nach Angabe des Mädchens waren es zwei Handwerksbruschen. Von den Tätern ha! die.Polizei noch keine Spur. Das un­glückliche Mädchen wurde ins Fuldaer Landkrankenhaus ge­bracht; au seinem Aufkommen wird gezweifelt.

Wiesbaden, 2. Juli. Ein schwerer Unglücksfall hat sich heute morgen gegen 9 Uhr im Hause Marklstraße 12 zu- getragen. Der Hausverwalter Gehring kam um diese Zeit 1

von einem Ausgang nach Hans und wollte in seine im Hinter- Haus im fünften Stock telegene Wohnung, fand diese aber verschlossen. Seine Frau, die eine Monatsstelle inne hat, hatte die Wohnung abgeschlossen, da sie wohl nicht vermutet hatte, das ihr Mann so rasch zurückkehren würde. Nun kam der Mann auf den unglücklichen Gedanken, in seine Woh­nung durch das Fenster einzusteigen, und zwar vom Flur­fenster aus, welches im scharfen rechten Winkel zum Wohn- stubenfenster liegt. Als er dieses Vorhaben nun ausführte, muß er plötzlich das Gleichgewicht verloren oder einen Fehl­griff getan haben; er stürzte aus der furchtbaren Höhe in den Hof und starb nach wenigen Minuten. Der Verunglückte hinterläßt 6 Kinder, von denen 5 noch unerwachsen sind.

Karlsruhe (Baden), 3. Juli. In Anwesenheit des Prinzen Max von Baden fand heule die Enthüllung des aus Kreisen der Bürgerschaft gestifteten Bismarckdenkmals statt. Der Feier wohnten bei die Minister, die Spitzen der Behörden und der kommandierende General des 14. Armeekorps. Die Festrede hielt Profeffor Oechelhäuser. Der Oberbürgermeister übernahm mit einer kurzen Ansprache das Denkmal.

Stra' Imtg (Maß), 4, Juli. Hier werden seit längerer Zeit patentierte Kalweit-Decken, welche aus einem Fachwerk von kleinen Blechträgern bestehen, hergestellt. In den letzten Tagen fand die amtliche Belastungsprobe einer größeren der­artigen Decke unter Leitung des Prof. G. Schmid an der K. Baugewerkschule Stuttgart, welcher Angaben zur Ver­besserung des neuen Systems gemacht hatte, statt. Die mit Spannung erwarteten Ergebnisse haben vollauf befriedigt. Weitere Vervollkommnungen in der fabrikmäßigen Ausführung der sinnreichen praktischen Eisenkonsirukn'on befinden sich in Bearbeitung.

Erfurt, 2. Juli. Aus verschiedenen Teilen Thüringens gehen Nachrichteri ein über schwere Gewitter, verbunden mit wolkenbruchartigem Regen und Hagelschlag. Der Blitz hat verschiedentlich eingeschlagen und gezündet.

Bandet Gewerbe und Verkehr.

Viehmarkt in Frankfurt a. M. (Telegramms Amtliche Notierung der heutigen Viehmarktpreise. 'Zum De- kauf standen: 563 Ochsen. 73 Bullen, 676 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 176 Kälber, 198 Schafe und Hammel, 1314 Schweine, Schaflämmer. Aus Oesterreich: 253 Ochsen, 4 Bullen, 0 Kühe. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlacht­gewicht : Ochsen a. vollfleischige höchsten Schlachtwerles 72 bis 74 M., b. fleischige 66 68, c. mäßig genährte 6063. Bullen, a. höchsten Schlachtwertes 6365, b. mäßig genährte 6062 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) a. Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes 7072, b, vollfleischige und ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes 6567, c. ältere 6062, d. mäßig genährte 4749, e. gering genährte 00 bis 00. Kälber für 1 Pfund Schlachtgewicht a. feinste Mast­rind beste Saugkälber 8487 Pfg. (Lebendgewicht 5052 Pfg.), b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 7782 Pfg. (Lebend­gewicht 4649), e. geringere Saugkälber 6065, (Lebend­gewicht 0000). Schafe a. Mastlämmer und längere Mast- hämmel 7072, b. ältere Masthämmel 6264. Schweine, a. vollfleischige bis zu l/i Jahren 5800 (Lebendgewicht- 45.00,) b. fleischige 5657 (Lebendgewicht 4400), e. gering entwickelte sowie Sauen und Eber 5052. Ge­schäft bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend. Geschäft bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand.

Frankfurter Fruchtmarkt vom 4. Juli. (T ele- gramm.) Weizen, diesiger 17.2500.00, kurhessischer 17.25 bis 00.00, La Plata, Kansas 17.00-18.25, Roggcu 13.00 bis 13.25. Gerste (Wetterauer) 15.0015.50. Franken, Pfälzer Ried 15.75 00.00. Hafer 12.7514.00. Mais 11.50 12.00. Weizenmehl 0 26.0026.50, I 24.00 bis 24.50, III 22.00-22.50. Roggenmehl 0 22.0022.50, 0119.50 bis 20.00. Weizenkleie 9.009.25. Roggenkleie 9.50 bis 10.00. Malzkeime 10.50.-10.75. Alles per 100 Kilo ab hier.

Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.

T^clearamm aus Hamburg vom 4. Juli.

9 Uhr 38 Minute«.

Ein Hüchdnickgkbiet über 765 MW lagert über Südwest- ruropa, ein» Depressisn unter 755 mm über Nordeuropa. In Deutschland wehm meist schwach« westliche Winde, das Wetter ist veränderlich, meist ist Regen gefallen.

Prognose für den 5. Juli: Fortdauer der Herrschenden Witterung wahrscheinlich.