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1. Juli

Der wundenbedeckte Knabe wurde von seinen Eltern in ärztliche Behandlung gegeben und der Polizei von dem Vorfall An­zeige erstattet. Infolge eines Zufalls wurde der Prügelheld bald darauf von seinem Opfer gesehen. Er ergriff die Flucht, aber mit Hilfe, von 'Arbeitern, die an der Dange beim Löschen eines Dampfers beschäftigt waren, wurde der Bursche gefaßt und zum PoZzeigewahrsam gebracht. Hoffentlich wird dem sauberen Früchtchen er heißt v. Z., das sich' hier als angehender ®ippolb zeigt, in einer Zwangserziehungsanstalt gesittetes Betragen bercebracht.

Ueber die Menschenfresserei im Kongogebiet bringt dieKöln. Ztg." nach einem französischen Bericht aus dem Kongostaat ganz schauderhafte Mitteilungen, aus welchen man wohl entnehmen kann, daß es mit dem Kannibalismus dort noch lange nicht vorbei sein wird. So gab der Sultan von Laugassu ein großes Festmahl, wobei er seinen Gästen 300 Leiber von Erwachsenen austragen ließ. Ein Missionar hat den Tisch photographisch ausgenommen. Der größte SchmauS der Schwarzen von Ubanghi ist das Menschenfleisch und man mordet daher zur Befriedigung des Gaumens. Die Basoko sind auf Menichensteisch so versessen, daß sie ihre Verstorbenen in Stücke schneiden, das Fleisch in Töpfe einmachen, das Fett schmelzen und diese Konserven dann verzehren! Die Battela töten und essen ihre alten Verwandten, sobald sich bei ihnen Kräfteverfall einsiellt. Die Baugala verspeisen nicht allein alle im Kampfe gefallenen Krieger, sondern auch ihre Gefangenen und Sklaven.

Der Brand desGeneral Sloenm". Das ent» schlicke Unglück, das durch den Brand des DampfersGeneral Fiocum" veraulaßt wurde, wird durch die Hunderte von Todesanzeigen illustriert, die in der jetzt eingetroffenenNew- Uorker Staatszeitung" vorliegen. Zwei von diesen Anzeigen, die über die Vernichtung ganzer Familien berichten, seien hier wiedergegeben:

Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß folgende Glieder meiner Familie uns durch den Tod entrissen wurden: Kaib. Gerrmann, Mutter; Emilie Gerrmann, Gattin; Elsie und Georg, Kinder; Lucie Gerrmann und Lina Veith, Schwestern; Otto Veith, Neffe; Susanns Totb, Schwiegermutter.

Um stille Teilnahme bittet:

Heinrich Gerrmann, Sohn."

Verwandten und Freunden die herzzerreißende Nach­richt, daß ich meine innigstgeliebte Familie bei dem schreck­lichen Unglück der Wasserfahrt der St. Markuskirche ver­loren habe.

Josefine Schoett, Gattiu, 42 Jahre; Christian Schoett, Sohn, 19 Jahre; Carrie Schoett, Tochter, 11 Jahre; Helene Schoett, Tochter, 5 Jahre.

Um stille Teilnahme bittet der untröstliche Gatte Christian Sckoett."

Ksttknrrenzneid. Der bekannte brasilianische Luft­schiffer Santos Dumont ist von einem bösen Mißgeschick be­troffen worden. Er hatte sich mit seinem lenkbaren Ballon nach St. Louis begeben, um dort um den Weltausstelluvgsr preis zu konkurrieren. Vandalenhände haben jedoch die Bapo - hülle durchschnitten, sodaß Santos Dumont, der aller Berech­nung nach den Preis gewonnen hätte, jetzt wohl außer Kon­kurrenz gesetzt ist. 48 Schnitte waren in der Seidenhülle des Dumonttchen Luftschiffes Nr. 7 gemacht worden. Der Sckaden beträgt 32000Mk. Das Material ist nur in Paris erhältlich.

Goldsnndö. Bei der Suche nach (Sven in der Blies- gegend erfolgte vor nicht langer Zeit die Entdeckung von Golv- ablagerungen. Das Gold wird zwar nickt in großen Mengen gefunden, und nur in den wenigsten Fällen liegt es dem bloßen Auge sichtbar zu Tage; nach sorgfältigen Analysen, die von einem Straßburger Professor, von einem Chemiker aus Saarbrücken und einem Chemiker aus London vorgenöm- men wurden, kam man jedoch zu dem erfreulichen Ergebnis, oaß in der Tonne Erde 5,7 und sogar 10 Gramm Gold ent­halten sind. Nicht nur auf dem preußischen Ufer der Blies, sondern auch auf der lothringischen Seite und zwar von Bliesbrückeu-Bliesebersingen bis nach Saargemünd, wo die Blies in die Saar mündet, ist das Vorkommen von Gold be­reits erwiesen worden. Auch 'in der Pfalz, in der Gegend von Bliesbolchen und weiter bliesaufwärts bis nach Rhein- Heim hat eine englische Gesellschaft den Versuch gemacht, nach Gold zu graben. Schon im sechzehnten Jahrhundert hat man im nahen Auersmacher, wie dies ja auch geschichtlich feststeht, Gold gefunden, das damals in Metz gemünzt worden ist. In dem Laufe der Zeit, und durch die damaligen langen Kriege war diese Tatsache nach und nach in Vergessenheit geraten, und die jetzigen Goldfunde sind nur durch Zufall gemacht worden. Immerhin ist der Prozentsatz, zumal das edle Metall in der Hauptsache im Sande lagert, ein ziemlich gewinn­bringender, da es vermittels des sogenannten Cyanidverfahrens ermöglicht ist, beinahe sämtliches Gold aus den» umgebenden Gestein- oder Sandmassen herauszuziehen. Infolge dieses ein­fachen Verfahrens ist eine weitgehende Ausnutzung der Gold- lager bei auf das geringste reduzierten Kosten möglich. Wie man derStraßb. P." mitteilt, treffen in den nächsten Tagen, nachdem die Arbeiten bis jetzt eingestellt waren, in dem Orte Bliesransbach ein Chemiker aus Saarbrücken und mehrere Beamie des Bonner Oberbergamtes ein zwecks nochmaliger sorgfältiger Prüfung des Goldgehaltes. Von der ganzen Be­völkerung des Bliestales wird dies Ergebnis mit Spannung erwartet, da es sich jetzt herausstesien muß, ob das Unter­nehmen sich löhnen wird.

Eine dankbare Klienlitl Aus Berlin, 29. Juni, berichtet dasB. T.": eine angenehme Ueberraschung wurde dieser Tage einem hiesigen Rechisanwalte zuteil. In der Sprechstunde des Rechtsanwalts Dr. H. erschien eine feinge- lleidete Dame, die ihn zu sprechen wünschte. Auf ihre Frage, ob er sie kenne, mußte der Gefragte eine verneinende Antwmt geben. Erst als seinem Gedächtnis seitens der Dame etwas nachgeholfen wurde, erinnerte er sich an die arme Witwe eines Kaufmannes, die er vor zehn Jahren als junger Anwalt in einem Zivilprozeß mit Erfolg vertreten hatte, aber ohne von

Freitag

M*a^amr3manm:;rj.'-dl. j'ualr.tjaiMmmmr'iwaTrwnr'.m!»^^rr..r.TJaL-t-'x-rg,mai»aw.Trru".............. der damals mittellosen Frau Honorar erhalten zu haben. Die Besucherin erzählte ihm, daß sie inzwischen in Wien einen vermögenden, bochsiehenden Beamten geheiratet habe und nun zum zweiten Male Witwe geworden sei. Nach dem Weg­gänge der Dame sah der Rechtsanwalt auf dem Tuche ein Kuvert liegen. Er öffnete es und fand darin einen Tausend- markschein nebst einem Zettel, auf dem geschrieben stand:Hir gefälligen Verfügung von einer dankbaren Klienlin."

Drahtnachrichten.

Der russisch-japanische Krieg.

London, 30. Juni. Nach einer Lloydsmeldung aus Kobe ist das japanische TransportschiffS a d u Maru", flott gemacht und geht nach Nagasaki in Dock.

Tschiftt, 30. Juni. (Reuter.) 50 Europäer, die Port Arthur am 23. Juni verlassen hatten, kamen heute hier von der Pigeon-Bay an, wo sie sich auf einer Dschunke am. 28. Juni eingelchifft hatten. Sie erzählen, dgß in der See­schlacht am 23. Juni dieSewastopol" leichte Havarie gehabt hätte, die in 15 Tagen wieder in Ordnung gebracht sein würde. Der SireuminendampferAmur" wäre ziemlich schwer beschädigt. Die Europäer hörten nichts über ein Nachtgefecht, in welchen die Japaner, wie sie behaupten, ein russisches Linien­schiff zum Sinken gebracht hätten.

London, 30. Juni. Dem Bureau Reuter wird aus Niutschwang vom 29. Juni gemeldet: Nachmittags kam der russische Torpedobootszerstörer Bubarow aus Port Arthur an. Er war um 3 Uhr in Sicht ge­kommen, lief zwei Stunden später in den Fluß ein und machte längsseits des KanonenbootsSiwutsch" fest. Dem Bureau Reuter wird aus Petersburg gemeldet: Der in Niutschwang angetommene Torprdobooiszerstörer berichtet, daß die Gerüchte vom Sinken oder Beschädigten russischer Schiffe nicht auf Wahrheit beruhen.

Lianjang, 29. Juni. (Reuter.) Die Japaner er­zwängen den Uebergang über den Motienpaß und rückien auf der Oststraße auf Liaujang vor. Eine russstckeStreit­macht unter d-m Genera! Grafen Keller hält eine beseitigte Position besetz!, w 'che die Straße auf dieser Seite des Passes beherrscht. Die Japaner beabücktigen die russischen Verbindun­gen nördlich Liaujang abzuschneiden, während K u ro p a t k i n mit der Gemmtmacht bei ^aiischocnq operiert.

Aus Niutschwang meldet das Nenter'sche Bureau: Die Ankunft des TorpedobooiszwstörersBubarow" rief unter den Eingeborenen groue Erregung hervor. Eine zahlreiche Menschenmenge war am Ufer vu sammelt. Die Offiziere des Schiffes erklärten den Bericht des Admirals Togo über die Niederlage der russischen Flotte am 23. Juni für übertrieben. Ich der Mandschurei herrsche heftiger Regen, w.lcher die W-ge unpassierbar mache.

Söttl, 30. luni. (Reuter.) Nach einer amtlichen Meldung besteht das vor G e n s a n erschienene WladiwoRo k-G e - schwader aus 3 Kreuzern, 10 Torpedobooten und Torpedo- booisrersiörern. Es feuerte 180 Schuß auf die japanische Nieeerkassung ab.

Petersburg, 30. Juli. Einem Telegramm Kuropatkins an den Kaiser von gestern infolge nahmen die Japrner am 27. Juni die Stadt Sennnscken ein. Dje Russen zogen sich mit geringem Verlust nordwärts zurück. Am 28. Juni fand ein Vorpostengefecht bei Tamialgou statt. Am 26. Juni be­setzten die Japaner Kiandiao. In einem Gifechl bei Siahotan am 26. Juni wurden die Japaner zurückgeworfen und von den R ssen bis Sandiao verfallt. Letztere verloren tot und verwundet: 2 Offiziere und 39 Mann. Am 27. Juni wurde der Kampf bei Sialwtan erneuert. Die llufjen drängten die Japaner zurück und brachten die japanischen Batterien zum Schweigen. Die Verluste der Russen betrugen etwa 50 Mann. Am 26. Juni besetzten die Japurer T chmuanlin bei Siahotan. Am 27. Juni fand ein Kampf beim Derlinpaß statt, bet dem die Russen sich zurückrogen mit einem Verlust von etwa 200 Mann. Am 26. Juni besetzten die Japaner den Koudialin psß auf der großen Straße nach Siautang. Seit dem 25. Juni rücken die Japaner auch auf ihrem rechten Flügel vor. Sie besetzten am 26. Juni morgens Saimatü. Eine aus Siamatsi vorrückende Abteilung von Kosaken wurde zurückge- w0lfkN.

Tokio, 30. Juni. (Amtlich.) Die Takuschan-Armee be­richtet über die Besetzung von Tenschuiling: Die Armee begann, in drei Kolonnen geteilt, am 26. Juni vorzugehen zwecks Be­setzung von Fenschuiling, wo .die Rüsten eine Art dauernder Befestigungen mit Forts, Verschanzungen, Drahthindernissen und Verhauen errichtet hatten. Die Russen leisteten hartnäcki gen Widerstand. Schließlich wurde Fenschuiling am 27. Juni von ihnen genommen. Auf der Landstraße wurden 90 ge­fallene Russen gefunden. Ueber die weiteren Verluste der Russen war noch nichts festzustellen. Sechs russische Offiziere und 82 Mann wurden gefangen. Der Gesanuvcrlnst der Japaner wird auf 170 Mann geschätzt.

Tokio, 30. Juni. (Amtliche Meldung.) Aus Gensan wird berichtet, daß heute früh lcchs russische Torprdoboote in den Hafen einfuhren, etwa 200 Schüsse auf die japanische Niederlassung abgaben und einen Dampfer und ein Segelschiff in den Grund bohrten, dann wieder sich drei außerhalb des Hafens liegenden Schiffen anschlosten und verschwanden. Zwei Koreaner und zwei Soldaten sino leicht verwundet. Der an den Gebäuden angerichtete Schaden ist unerheblich.

Auf der Suche nach dem Wladiwostok Geschwader.

Tokio, 30. Juni. Das' japam'che - Geschwader, das in nördlicher Richtung ausgelaufen war, um dem Wladiwostok- Geschwader zu folgen, kehrte zurück, da es dieses nicht ge­troffen hatte.

Neue Steuern.

Braunschweig, 1. Juli. Die Stadtverordneten be­schlossen die Einführung einer Umsatzsteuer für Warenhäuser I und ähnliche Betriebe.

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CinbHrchsViebstahl.

Posen, 1. Juli. Bei dem Juwelier Dybiebanski wur­den durch einen Einbruch?diebstahl für 42 000 M. Gold- und Wertsachen gestohlen. Die Einbrecher sind entkommen.

Einsturz.

Wien, 1. Juli. In Tarnopol stürzte eine Wand am ruthenisch-n Gymnasiakgebäude zusammen. Mehrere Schüler wurden aus dem Schütte hervorgezogen, zwei in hoffnungs­losem Zustande.

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Berlin, 30. Juni. Reichskanzler Graf Bülow ist heute abend aus Kiel hierher zurückgekehrt.

Kiel, 30. Jüni. Der Kaiser hat mit seiner Vertretung bei der Preisverteilung für die Wettfahrten der Kieler Woche am heutigen Abend im kaiserlichen Jachtklub den Prinzen Heinrich beauftragt.

Christiania, 30. Juni. Der deutsche Staatssekretär des Reichspostamts Kraelke, der Unterstaalssekretär des Reichs­postamts v. Sydow und der Direktor des Hamburger Tele­graphenamts Kuppe sind heute, von Drontbeim kommend, in Chrisiiania eingelroffen. Morgen gibt der Direktor des nor­wegischen Telegraphenwrsens, Nasmussen, ein Festmahl, an dem der Chef des Arbeiisdkpartemenis, Strugstad, teilnehmen wird.

Msdrld, 30. Juni. Der Senat genehmigte die Brannt­weinsteuervorlage. Die Kammer nahm ein Gesetz an, nach welchem die Veröffentlichung von Annoncen in Spanien be­züglich auswärtiger Lotterien, sowie der Umlauf auswärtiger Lose unteragt wird.

Paris, 30. Juni. In der Budgetkommission erklärte Ministerpräsidenl Combes, daß er sich der Aufhebung der französischen Botschaft beim Vatikan bis zur Be­ratung des Budgets des auswärtigen Vorbehalte, er fügte hinzu, die Abberufung des Boischaflers sei tatsächlich. Der Botschafter werde nicht nach Rom zurückkehren. Die Kam­mer hat weitere Artikel des Militärgesitzes bis zum 71. Artikel angenommen. Die Untersuchnngskommission in der Kar- t h ä u s e r an g e l e g e n h e i t vernahm heute den Steatsan- walt. Derselbe ^erklärte in seinem Berichte über die bei Eha- bert beschlagnahmten Papiere, er habe niemals eine Inkorrekt­heit, welcher Art auch immer, an der Rolle, die Millerand in der Angelegenheit gespielt habe, festgestellt. Er halte das Verhalten Millerands für richtig und ordnungsmäßig.

London, 30. Juni. (Unterhaus.) Bei Beratung des Floitenbudgets fragte Gibwn-Bowles, welches Verhalten die Admiralität hinsichtlich der Kohlenabgabe an fremde Kriegs­schiffe zu beobachten pflege. Parlamenls-Untersekreiär der Ad­miralität Pretyman erwiderte, die Admiralität werde jedes Ge­such fremder Kriegsschiffe um Kohlenübcrlassunq nach seiner sachlichen Begründung prüfen. Im allgemeinen beschafften sich die fremden Kriegsschiffe ihre Kohlen von privaten Kohlen- Heferanten, wenn aber aus iejonbcren Gründen, sei es, daß es sich um eine Angelewuheit der Courtoisie oder Bequemlich­keit handle, um Kohle aus dem Regierungsbesitz gebeten werde, werde die Regierung ein solches Gesuch erwägen. Es werde aber nur unter außergewöhnlichen Umständen und unter Jnne- Haltrina der sorgfältigsten Bürgschaften bewilligt werde».

Budapest, 30. Juni. Der Gemeinderat nahm mit 83 gegen 65 Stimmen einen Antrag an, wonach das Abgeordneten­haus'ersucht werden soll, nicht nur die Erhöhung der Zivilliste, sondern die Zivilliste überhaupt abzulehnen, falls nicht ein un­garischer Hofstaat in Budapest errichtet werde.

Der Ausstand in Südwestasrika.

Ueber die Einschließung d er H erero bei Water- berg bestätigt dieN. A.-Zta.", daß die Umzingelung eine vollständige ist. Auch der äußerste GrenzpostenRietfontein" ist besetzt, der dicht an^er Grenze von Britisch-Betschuanaland gelegen ist. Der Oberhäuplling der Hweros, Samuel, hat einen ihm verwandten Engländer, einen Händler Wallace, der eine Nichte Samuels zur Frau hat, in das deutsche Lager gesandt. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß Wallace die Unter­werfung anbieten soll. Dafür ist es aber nun zu spät, wenigstens wird dadurch die Bestrafung nicht aufgepalten für die w rklich Schuldigen.

Ueber eine Grabschändung durch Herero ent­nimmt dasHamb. Fr. Bl." einem Feldpostbrief aus Otjosasu vom 20. Mai folgende Angaben:Wie gemein die Herero sind, davon will ich ein Beispiel schreiben : Vor etwa 14 Tagen waren wir mit einem Provianttransport als Bedeckung -nach Onjatu, dabei mußten wir über Owikokorero, wo Major Glasenapp das schwere Gefecht hatte. Als wir bei dem Maffen- örab, wo die Gefallenen begraben sind, vorbeikamen, waren die ganzen Leichen ausgegraben und ihrer Kleidung beraubt. Wir haben hier die armen Kerls wieder einqebuddelt und einen Dornkraal darum gebaut, damit die Schakale nicht dabei kommen können; genau fo, wie mit diesen, haben sie es mit unseren Gefallenen bei Onganjira und Oviumbo gemacht."

Interessant ist eine S ch i l d e r u n g des deutschen s ü d w e st- afrikanischenSchutzgebieles in einem englischen Blatt, die ganz anders klingt, als manche andere, sehr absprechende Beurteilung:Es ist weder ein ödes Land, wie die meisten Leute denken, noch ist es ein blühender Garten, wie andere es gkfunden haben, wohl aber ist es ein Land, das große Möglichkeiten für Viehzucht und Schaf- und Straußen­farmen eröffnet und das von einer weißen Raffe bevöl­kert sein wird. Der nördliche Teil, Herero- und Ovambo-- Land, zeigt bemerkenswerte Fruchtbarkeit. Große Strecken bilden vorzügliches Weideland, auf dem Tausende Haupt Rindvieh gedeihen, und es gibt dort einen Ueberfluß an Wafler, das während der Trockenzeit in den Wasserläufen, ein paar Fuß unter dem Erdboden leicht gefunden werden kann. Unsere Schutztruppen haben nun allerdings in Gegenden zu operieren gehabt, in welchen es mit dem Wasser weniger gut stand.