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Geileral-Allzeiger

Gedruckt und verlegt in derVnchdruckerei des verein, ev. Amtliches Nrzm fir $W und Andtlreis Kmu.

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Waisenhauses in Hanau.

~ Verantwort!. NedcUteur: G. Schrecker in Hanau.

Erschemt täglich mit Ausnahme der Sonn- und Ferertagr, mit bellecnftncher Beilage.

Nr. 140.

Fernsstrechanschlnß Nr. 605

Samstaa hen 18. Juni

FernspreEanschluß Nr. 605.

1904

Hus Stadt und Cand,

Harra«, den 18. Juni.

Historische Gebenttage.

18. Jrltti 1606 starb der hessen-darmstädtische landgräfliche 2ei6ar.it Joachim Strupp, 76 Jahre alt, einst Erzieher der jüngeren Kinder des Landgrafen Philipp des Groß­mütigen und später wieder Erzieher der Kinder seiner ältesten Zöglingen der Kursürstin Elisabeth von der Pfalz.

18. Jirrri 1793. Anfang der Belagerung von Mainz, an welcher unter dem Generalleutnant von Biesenrodt auch hesst'cke Truppen Teil nahmen.

18. Juni 1841 wütete im größten Teil des westlichen Deutichland ein furchtbarer Orkan, der große Verheerungen anrichtete und unter andern auch die Dagobertshäuser Eiche, die Luthersbuche am Jnselsberge, die Linde auf dem Schlachtfeld; von Murten und andere altberühmte Baume brach.

19. $itni 1019 starb der Gründer des Benediktinerklosters Hoiungcn, Heimerad.

19. Juni 1385 wurde die Stadt Jmmenhausen von den Truppen des Erzbischofs von Mainz eingeäschert.

19. Juni 1547. Philipp der Großmütige stellt sich vor dem Kaiser Karl V. zu Halle, leistete Abbitte und wurde hinterlistiger Weise gefangen genommen.

19. Juni 1701 starb Graf August von der Lippe, hcfsen- cassel'scher Feldmarschall. Obwohl am Hofe zu Easffl erzogen, machte er anderwärts seine Karriere, trat aber 1677 wieder in hessische Dienste und kommandierte die Reiterei des oberrheini'wen Kreises. Später wurde er Ritter des deutschen Ordens und sogar Landkommentur der Ballei Hessen. Er liegt in der Elisabethkirche zu Marburg be­graben. Er war ein hochangesehener Feldherr und, zu­gleich ein redlicher und frommer Maun, der in seinem Testament mit Recht von sich sagen konnte:ich habe allezeit Gott gefürchtet und mich in allem meinem Tun und Vornehmen der Redlichkeit beflissen, weswegen mich auch Gott zum Spotte meiner Feinde wunderbariich bis­weilen erhalten und gesegnet hat."

* Seemaunsmifston. Am Sonntag den ,19. Juni wird Herr Pastor Rönneberg Möller von der deutschen Sec- mannsmission in London den Morgengottesdienst. in der Marienkirche abhalten. Die deutsche evangelische See­mannsmission bedeutet ein gewaltiges Liebeswerk der ganzen deutschen Christenheit, durch das den im Ausland in den sür Leib und Seele so furchtbar gefährlichen Hafenstädten einsamen

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Feuilleton

Kindermoden.

Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmanufaktur, ®re3ben=N.

Reichhaltiges Modenalbum und Schnittmusterbuch für nur 50 Pf. daselbst erhältlich.

Es war einmal ... so fangen meist die hübschen alt« modischen Märchen an! Und wie ein Märchen klingt es in unserer anspruchsvollen Zeit: Es war einmal eine Zeit, da man noch nichts von einer Toilettenfrage der kleinen Welt mußte, da die Bekleidungsfrage der Kinder lediglick von den Grundsätzen der Zweckmäßigkeit beein­flußt wurde und der BegriffMode" nur für die Erwachsenen Geltung hatte. Heute sucht man beides zu vereinen, und wenn man auch beim Anblick all der reizenden modernen Kindergarderobestücke in den Schau­fenstern der großen Geschäfte zu der Annahme gelangen könnte,, daß Mode in der Welt der Kleinen For­derungen stellt, die nicht immer be­scheidene sind, so ist es damit doch nicht so arg bestellt, denn die eleganten Modeschöpsungen für die Kinder und recht gut auch in einfacheren Stoffen ausfübrbar, ohne an ihrer Wirkung zu verlieren. Gelten auch gegenwärtig leichte Seide, zartfarbige Tuche, reich

Modell Nr. 662. wit Valenciennesipitze durchquerte Stoffe als bevorzugtes Material sür elegant^ Kmder- Heibev, während starkgerippte Seidenstoffe und feine Tuche sur

und freundlosen deutschen Seeleuten die Heimat, heimatliche Liebe und Stütze gebracht werden soll. Bei der großen Be­deutung, die der deutsche Handel heute hat, ist es klar, wie wichtig es ist, daß für die Seeleute gesorgt wird. Und diese Notwendigkeit tritt noch ernster uns entgegen, wenn man hört, wie einlam, wie verlassen, wie verführt der deutsche Seemann im Auslande ist. Das Missiouswerk, das diese Aufgabe Deutschlands übernommen hat, die deutsche Seemanns­miss i o n, hat schon große Ausdehnung gewonnen und treff­liche Erfolge zu verzeichnen, aber es kann nicht bestehen und seine Aufgabe wirklich erfüllen, wenn nicht alle Teile Deutsch­lands, die ja alle Söhne zum Dienst auf See hinaus­ziehen lassen, dazu beitragen und ihr starkes Interesse zeigen. Im Namen des Vaterlandes, im Namen der deutschen See­leute und ihrer Mütter und Väter daheim gilt es zu helfen. Herr Pastor Möller wird näheres über die Arbeit berichten. Freundliche Beiträge werden von den Pfarrern gerne ent- gegengenommen.

* Schweres Gewitter. Nach der tropischen Hitze der letzten Tage hat sich heute nacht ein außerordentlich schweres Wetter über unsere Stadt entladen. Ein gewaltiger Sturm raste gleichzeitig unb peitscht; die Regenmassen gegen die Fenster­scheiben. Die heftigen elektrischen Entladungen erzeugten grelle Blitze und dröhnende Donnerschläge und es dauerte lange, bis die entfesselten Nalurgewalün wieder in ruhigere Bahnen lentien. Glücklicherweise war das Weiter von keinem Hagel­schlag begleitet, sodaß dem prächtigen Stand der Feldfrüchte nur geringfügiger Schaden erwachsen sein dürfte. Als Folge dks Gewitters machte sich heute eine angenehm abgekühlte Temperatur bemerkbar.

-e. WeiyöJ'cher Ge-angvereirr. Am Sosntaa den 26. Juni unferNchmen dieWeinser" einen Familienausflug nach dem herrlichen Kurort Wilhelmsbad., Während die ge­samte Infanterie - Kapelle konzertiert, kommen in den Pausen einige passende Chöre unter Leitung des Herrn Adolf Müller zum Vertrag. Abends von 8 Uhr an findet in den Sälen Tanz statt, wobei ebenfalls noch verschiedene Chöre dargeboten werden. Für dir Kinder ist nachmittags eine Fähnchenpolo- naise vorgesehen und für abends eine große Lampionpolonaise durch den Park für alle Teilnehmer. Ohne Zweifel wird diese Veranstaltung bei unserem Musik und Gesang liebenden Publi­kum ungeteilten Beifall finden und dürfte es zu empfehlen sein, durch Einzeichnen in die in Umlauf befindliche Liste sich recht­zeitig mit Eintrittskarten zu versehen. Bei etwa eintretender ungünstiger Witterung findet die ganze Veranstaltung in den dazu reservierten Sälen statt.

* ParolsmAfik im Schloßgarten. Die Kapelle deS Jaf. - Regts.Hessen - Homburg" Nr. 166 spielt morgen folgende Stücke: 1)Apo'lo - Marsch" von P. Lincke; 2)

die Urberkleidung feinsten Genres in Betracht kommen, so greift die praktische Mutter doch gern zu Kaschmir, Cheviot und Wollmusselin und bevorzugt für ^MM beiße Tage die hübschen Waschstoffe, M die die Kleinen immer überaus nett LM kleiden. Unter dem Einfluß der Mode der Erwachsenen stehend, weist die heutige Kindermode fast alle die Merkmale auf, die das Charakteristische der jetzigen Mode- richtung ausmachen. Daß diese Merkmale durch ihre Anpassung an die kindliche Figur sich eigentlich mehr als die Urbertragung einzelner O Modeideen denn als Kopien der- selben darstellen, wird dadurch er» E^ich, daß die Kindermode eben M "'chi als eine Miniamrausgabe d^ Mode der Erwachsenen er« scheinen soll, wenngleich sie bie- selbe bis zu einem gewiffen Grade ^M^ wiederspiegelt. So sehen wir an den Kleidern der kleinen wie der W größten Mädchen die über die

greifende Paffe in allen erdenklichen Äusfülirnngen und _ Variationen, die sich ebenfalls an

Modell Nr. 5ül9. den Mänteln der Großen wie der Kleinen wiederholt. Diese Passen müssen an der Kindkr- kleidnng möglichst bequem und locker sitzen, um die Bewegungs­freiheit nicht zu hemmen unb die oft eckigen Formen der kind­lichen Figur nicht allzusehr hervortreten zu lassen. Unser hübsches Modell Nr. 5029 zeigt eine derartige Achselpasse aus Spitzeiistoff, die mit Sammetbändchen abgekantet, einen harmonischen Abschluß für die bauschig überhängende Bluse bildet. Wie ersichtlich, setzt sich dcr Oberstoff in feine Pichen

Die heutige Nummer umfaßt außer dem truterhaltungshtatt 14 Setteu.

Schön Rothtraut" Ouverteure von A. Steckling; 3)Myrthen- blätter" Walzer von Th. Kruse; 4) DerZigeunerbub im Norden" Lieb von E. Lassen; 5)Aus meinem Album" Potpourri von C. Latann.

* Im Konzertgarterr Bürgerbräu findet morgen, wie allsonntäglich, von 5 Uhr an Konzertmusik mit darauf­folgendem Tänzchen statt und wird dasselbe auch bei un­günstiger Witterung abgehalten, da ja bekanntlich die große Halle genügend Schutz bietet.

* Konzert-garten Karssrhof. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab findet in dem prachtvollen, schattig gelegenen Garten des Kaiserhofes ein großes Extra-Familien-Konzen, verbunden mit Kinver-Polonaise und darauffolgenden Tanz statt. Herr Kunzelmann, der jetzige Besitzer obigen Etablisse­ments, wird weder Mühen noch Kosten scheuen, den Aufenthalt seinen werten Gästen recht angenehm zu machen. Wie wir aus dem Programm ersehen, kommen sehr gediegene Musikstücke zum Vortrag. Man kann es nur begrüßen, wenn das hiesige Publikum und die Geschäftsleute den rührigen Wirt, sowie die tüchtig; Musikkapelle durch zahlreiche Beteiligung unterstützen und so den Zng in die Ferne bei der gegenwärtigen hohen Temperatur einschränken. Der niedrige Eintrittspreis sowie ein vorzügliches Glas Bier aus der Hof-Brauerei Nicolay bei guter Bedienung ermöglichen es jedermann, einen recht genuß­reichen Tag zu verbringen.

* Kurort WMslmsbaS. Morgen nachmittag von 4 Utzr ab findet zu Wilhelwsbad großes Konzert der Jnfanteriekapelle Nr. 166 statt.

Im Zoologischen Garten zu Frankfurt a. M. ist Sonntag während des ganzen Tages der Eintrittspreis aus 50 Pfg. (Kinder 25 Pfg.), und für das Aquarium mit dem Reptilienhaus auf 25 Pfg. ermäßigt. JmAffen- Haus ist eine neu- Gallerie von Käsigen errichtet worden, die nun vollständig besetzt ist. Die Käfige sind vorn mit Glas­scheiben versehen und im Uebrigen so eingerichtet, daß man die ganze Reihe auf einmal überblicken kann, was auch den Vor­teil Hai, daß die Tiere ihre Nachbarn sehen und, indem sie lebhaften Anteil an deren Treiben nehmen, selbst viel lebhafter sind als in den nach den Seiten undurchsichtigen Einzelkäfigin. Besonders reizvoll ist jcht der Anblick junger Tiere. Im Raubtierhaus sind es neben dem täglich seine Promenaden im ©arten machenden halbjährigen Löwen die 2 jungen Silber- löwen, allerliebste Kätzchen, die nun für jedermann sichtbar sind, während die 4 kleinen Tiger, die Pfingsten geboren wurden, noch unter Verschluß gehalten werden. Im Antilopenhaus springen mehrere junge Böckchen herum und auf dem Weiher bewegen sich Schwanen- und Gänsemütter mit ihren Jungen, meist vor denselben schwimmend, während die Väter die Nach­hut bilden.

gezogen, der Paffe an und auch die Aermel zeigen oben das gleiche Arrangement, damit gewissermaßen eine Fortsetzung der Puffengarnitur bildend. Das kurze Rückchen ist oben mehr­mals eingereiht und fällt in gefällige Falten aus. Gleichfalls beliebte Garniiurteile für Kindertaillen sind runde oder zipfelig geschnittene Berren, die durch die Verwendung von Spitze, Stickerei oder Stoff unbegrenzte Variationen zulassen und durch die Verbreiterung der Schultern für schmale kindliche Figuren ganz besonders vorteilhaft erscheinen. Aus dem gleichen Grunde hat sich auch die Pelerine an der Kindergarderobe noch immer mit Erfolg zu behaupten gewußt, obwohl sie im übrigen so ziemlich als passö zu betrachten ist und meist nur noch fragmentarisch in Gestalt von

Halbpelerinen und Epaulettes auftritt. Sind die blusigen Kindertaiklen auch vielfach mit diesen Garniturteileu aus­gestattet, so bleibt für die losen Mäntel der kleinen wie größeren Mädchen die breite Pelerine aus Stoff oder Spitze eine immer wiederkehrende Erscheinung, die, wenn abnehmbar gehalten, eine der praktischsten Garnituren bildet. Selbst die Knabenmode hat die Pelerine in Form des dreifachen Kutscherkragens adoptiert, der die eleganten weißen, sandfarbenen oder blauen Tuchmäntel der kleinen Buben vervollständigt.

Unter den mannigfaltigenFormen der Mädchenkleider, die alle dem Prinzip des Losen, den Körper nicht Einengeuden entsprechen, das also ge­wissermaßen das Leitmotiv für alle Art Kinderkeidnng ist, nehmen als

Modell Nr. 5030.

mobernfte Fasson die Kleidchen mit

langer Taille und kurzem Röckchen die erste Stelle ein. Bei diesen allerliebsten Anzügen ist es in die Hand der Dtutter