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14. Juni

cniggEgrraaxiwxnxt.-tgu*iMhii^.*<!»WMrt.CTsargga^^ iili,idl|,ea,lawrCTar5r,li,i||, ^,■ ■» *■' stehende Einzelheiten bekannt: Nachdem in der bekannten Ein­bruch DiebstablSaffaire beziehungsweise in der damit zusammen­hängenden Mordtat sämtliche Gendarmen und sonstigen Polizei- beamtsn der ganzen Umgegend zur Ermittelung des Täters aufgeboten waren, traten auch die Lampertheimer Sicherheits­organe in letzter Freitagnacht zunächst erfolglos ihre Streifzüge an. Am folgenden Morgen setzten Gendarmeriewachtmeister Winter, sowie die Polizeidiener Medcrt, Gronauer und Forst- wart Schmidt aus Lampertheim die Recherchierungen in der Richtung gegen den Wald nach Neuschloß und Lorsch fort. Als­bald wurden sie am Waldessäume eines verdächtigen Menschen ansichtig, der sofort die Flucht ergriff. Nasch wurde seine Ver­folgung ausgenommen, wobei namentlich Gemeindeforstwart Schmidt mit Hilfe seines Zweirades eine sehr wichtige Ver­mittlerrolle übernahm. Der Flüchtling hatte sich inzwischen zu einem gemäßigteren Tempo bequemt. Er spielte den harmlosen Wanderer und bot den Polizisten freundlichen Gruß, Wacht­meister Winter packte ihn jedoch schnell am Halse, während Polizeidiener Gronauer ihn am Rücken faßte, worauf sich der Häftling willig die Handschellen anlegen ließ. Der Arbeiter Johannes Nosenberger aus Bürstadt, geboren am 28. März 1879, war den Gesetzeswächtern in die Hände gefallen. Unter bedeutendem Men'chenauflaufe wurde er um die Mittagsstunde per Bahn nach Lorsch eskortiert und im Amlsgerichtsgefäng- nisse interniert. Bei seiner Einlieferung schaute der durchaus übe! beleumundete Mensch mit denkbar frechster Miene um sich. Rosenberger verlegt sich einstweilen aufs Leugnen; allein schwer­wiegende Verdachtsmomente gestatten wohl kaum einen Zweifel an seiner Schuld. Er trug einen Revolver mit 2 Kugeln bei sich, die genau mit der bei dem Erschossenen vorgefundenen Kugel übereinstimmen; ferner trug er in der Tasche die Hälfte eines Bleistiftes, welche genau paßt zur andern Bleistifthälfte, die im Hause des bestohlenen Herrn Rotenheber liegen geblieben war. Auch Schnaps und Cigarren führte er bei sich, die vom Einbruch bei Rothenheber herrühren. Ein hiesiger Nachtschutz­mann, welcher in der Morgenstunde einen Menschen in der nahe am Tatorte hinführenden Waldstraße erblickte, erkannte in Rosenberger sofort die Gestalt jenes Individuums wieder. Rosenberger gestand nach anfänglichem hartnäckigen Leugnen zunächst ein, vor kurzer Zeit in der Rotenheberschen Wirtschaft, wo der Einbruch verübt wurde, gewesen zu sein; dann gab er zu, bei dem Einbrüche mitgewirkt zu haben; die Mittäter seien verduftet. Nach einem hier mit Bestimmtheit auftretenden Ge­rüchte soll sich Rosenberger nunmehr auch als Mörder des Polizeidieners Schneller bekannt haben. — Ein anderes ver­dächtiges Subjekt trieb sich am Freitag morgen im Felde bei Kleinhausen herum und verhüllte, um nicht erkannt zu werden, das Gesicht. Man vermutet in ihm ein' Mitglied der Ein- brechcrbande und fahndet eifrig nach dem Unbekannten. Das entsetzliche Verbrechen gab jetzt Veranlassung zur Errichtung einer Gendarmeriestation am hiesigen Platze.

X. Cafsel, 13. Juni. Zur Vorfeier der 50-jährigen Jubelfeier des Bestehens des hiesigen Trainbatail­lons Nr. 11 fand gestern abend ein schön verlaufenes Reiter­fest statt. Der heutige Hauptfesttag wurde durch eine Parade des Bataillons in Gegenwart des Train-Inspekteurs General­majors Fritzsch, sowie Festessen und Aufführungen begangen. Die ehemaligen Offiziere des Bataillons stifteten ein Vollbild des Kaisers in Oel gemalt von Professor W. H. Schmidt- Weimar, der Train-Verein eine architektonische Gedenktafel, die am Eingang der Kaserne angebracht wurde.

X. Cafsel, 12. Juni. Das Hoftheater schloß heute die Spielzeit mit seiner vortrefflichen Aufführung: „Die Meistersinger". Die Ferien dauern bis inkl. 15. August. Im Residenztheater fand die Erstaufführung der Operette „Die Puppe" von Andran eine sehr beifällige Aufnahme.

Aschoffenburg, 13. Mai. Der Schlosser und Me­chaniker Alois Hartig aus Nürnberg, der in der raffiniertesten Weise auf der Strecke Aschaffenburg-Würzburg-Nürnberg die Reisenden in den Eisenbahnzügen bestahl, wurde bald nach seiner Einlieferung in das Würzburger Landgerichtsgefängnis zur Be­obachtung seines Geisteszustandes der Kreisirrenanstalt Wern- eck üb-rgeben. Wie ein Würzburger Blatt meldet, wurde Hartig für irrsinnig erklärt und seiner Heimatgemeinde überwiesen, die ihn in einer Irrenanstalt unterbringen ließ.

St. Johann, 13. Juni. In dem Beleibigungsprozeß Krämer wurde der Angeklagte, der frühere Bergarbeiter Karl Krämer, wegen Beleidigung in zwei Fällen zu 3 Monaten Ge­fängnis verurteilt. Krämer hatte im März dieses Jahres durch zwei Flugblätter die Königliche Bergwerksdirekton der Arbeiterentrechlung der Vergewaltigung und der Unterdrückung beschuldigt.

Sandel, (Gewerbe und Verkehr*

Viehmarkt in Frankfurt a. M. (Telegramm). Amtliche Weiterung der heutigen Viehmarktpreise. Zum Ver­kauf standen: 529 Ochsen, 70 Bullen, 648 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 292 Kälber, 196 Schafe und Hämmel, 149 k Schweine, — Schaslämmer. Aus Oesterreich: 252 Ochsen, 2 Bullen, 0 Kühe. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlacht­gewicht : Debien a. vollflüschize höchsten Schlachtwertes 71 biS b. fleischige 66—69, c. mäßig genährte 60—63. Bullen, a> höchsten Schlachtwertes 63—65, b. mäßig genährte 60—62

PforzheimerFremdenliste.

Schwarzer Adler. Kaufleute. Klein=

"oudon. vngelhardt, Berlin, deß, Lunchen. Weiseustcm, ®ot selbem Biwitzoff, •Jmaraifo. Bauer, rudwigSburg. Priesbsch, ^runemalb. Hossmann u. Rinu, London.

Ä ^li. Old-n, Derb,in.

^"U^utc. Fuchs. Hamburg.

' HE«. Koch, Stuttgart. Schmidt, R-ut mgm. Graf, Frankfurt. Gräbner o.

Dehlert. Kaufleute. Jacober, Könne?' Schnurmann. Fceiburq, Ausiadt. Munter, Roscuteld, München. Vreltjchneibcr, Dresden. Hammer-

schmidt, Straßburg. Schniidi, Frau fmt. Scheienbeck, Bremen. Gebhardt, Duls imb Stelle, Mannheim. Wendel Basel, Neu- mann, Hannover, Erbrerbt, Bremen. Simon, Frankfurt. Noeiles, Hamburg,

Hanauer Fremdeuliste.

Hanan, 12. Juni 1904.

Hotel zum

Bauer, Fabrikt.

Moesch, „

Meyer, „ Kaußnianu, Fabrikt, Reddersen, Ksm.

Adler.

Pforcheim. Düsseldorf.

Frankfurt, Stutlgarr. Bremen.

Dienstag ______

Kühe und Färsen (Stiere und Rinderst a. Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlacktwertes 69—71, b. voll fleischige, und ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes 64—66, c. ältere 60—62, d. mäßig genährte 47—49, e. gering genährte 00 bis 00. Kälber für 1 Pfund Schlachtgewicht a. feinste MM und beste Saugkälber 84-87 Pfg. (Lebendgewicht 50-52 Pfg.), b. mittlere Most- und gute Saugkälber 77—82 Pfg. (Lebend­gewicht 46—49), c. geringere Saugkälber 60—65, (Lebend­gewicht 00-00). Schafe a. Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel 68—70, b. ältere Mastbämmel 60—62. Schweine, a. vollfleischige bis zu 1/* Jahren 54-00 (Lebendgewicht 42.50,) b. fleischige 53—00 (Lebendgewicht 41—00), c. gering entwickelte sowie Sauen und Eber 45—47., Ge­schäft bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend. Geschäft bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand.

Frankfurter Fruchtmarkt vom 13. Juni. (Tele- gram m.) Weizen, hiesiger 17.25—00.00, kurhessischer 17.25 bis 00.00, 8a Plata, Kansas 1725.-18.25, Roggen 13 25 bis 13.50. Gerste (Weiterauer) 15.00—15.50. Franken, Pfälzer Ried 15.75 — 00.00. Hafer 12.75—14.00. Mais 11.50 —12.00. Weizenmehl 0 26.00—26.50, I 24.00 bis 24.50, III 22.00-22.50. Roggenmehl 0 22.00—22.50, 0119.50 bis 20.00. Weizenkleie 9.00-9.25. Roggenkleie 9.50 bis 10.00. Malzkeime 10.50.—10.75. Alles per 100 Kilo ab hier.

Sport

Jg. Wächtersbach, 43. Juni. Unser idyllisch gelegenes Städtchen hatte am verflossenen Sonntag ein festliches Gewand angelegt. Galt es doch, die Bannerweihe des hiesigen Rad­fahrervereins in würdiger Weise zu begehen. Girlanden und Tannengrün schmückten die Straßen und die Häuser prangten im Flaggenschmuck. Gegen 1/28 Uhr setzte sich der imposante Festzug in Bewegung. Neben den Vereinen des Stäbchens und denen der Nachbarorte sah man schmucke Radier aus Schotten, Nied, Großauheim, Gelnhausen, Langenselböld, Ober- rodenbach, Salmünster rc., um im Preiskorso um die Palme des Sieges zu ringen. Alle Vereine fuhren tadellos und exakt, ganz besonders gefielen Großauheim, Langenselböld und „Barbarossa"-Gelnhausen. Wie aus Erz gegossen saßen die schmucken Fahrer auf ihres treuen Stahlrosses Rücken. Es war keine geringe Arbeit, zirka IV- Stunden in glühender Sonnenhitze den Anforderungen zu genügen, die bei solchen Gelegenheiten von den Herren Preisrichtern an jeden einzelnen Fahrer gestellt werden. Da muß sich jeder in strengste Zucht nehmen, wenn er nicht die Hoffnungen des Vereins vereiteln will. Gegen 4 Uhr langte der Festzug auf dem prächtigen Festplatze an, und hier entwickelte sich bald ein buntes Wogen und Treiben. Zündende Reden, herrliche Lieder, Musik, Tanz und Reigenfahren wechselten miteinander ab. Präzis 7 Uhr fand die Preisverteilung statt. Alles drängte sich zur Tribüne, schmetternde Signale verkündeten das Resultat. Den ersten Preis in Abteilung A erhielt der Radfahrerverein 1892 zu Großauheim mit 13,84 Punkten, in Abteilung B siegte Radfahrerverein „Barbarossa" Geln­hausen. Der hiesige Radfahrerverein darf mit großer Be­friedigung auf seine Bannerweihe zurückblicken.

Zum Gordon-Bennett Nenner,.

Nachdem schon eine ganze Reibe Führer, Skizzen usw. zum Gordon-Bennett-Rennen in die Welt gegangen sind, ist nun auch der offizielle Führer des Deutschen Automobil-Klubs (herausgegeben von Gustav Braunbeck, München) erschienen. Der Führer präsentiert sich in geschmackvollem Einband als ein stattliches Buch. Die erste Seite ist mit dem Bilde des Kaisers geschmückt. Dann folgt eine allegorische Darstellung des Rennens und eine Einleitung in drei verschiedenen Sprachen. Auch der ganze übrige Text ist der internationalen Veranstal­tung entsprechend in deutscher, französischer und englischer Sprache abgefaßt. Alles Wissens- und Sehenswerte hat dabei Berücksichtigung gefunden. Vom Ausschuß des Gordon- Bennett-Rennens bis zu den einzelnen Fahrern, Klubvor­ständen und Präsidenten der teilnehmenden Vereine findet man künstlerisch ausgeführte Illustrationen. Die bemerkenswertesten Teile der Rennstrecke, Kurven usw. sind ebenfalls bildlich dar­gestellt. An sonstigen Illustrationen seien die farbigen Ab­bildungen der hervorragendsten Saalburg - Sehenswürdigkeiten erwähnt; der verbindende Text, der die ganze Geschichte dieser bedeutenden Römersiedlungen in sich schließt, wird besonders den Fremden ein willkommener Wegweiser sein. Für das Rennen selbst findet man in dem Führer alle bezüglichen An­gaben in verständlicher Form. Zur sonstigen Orientierung dienen eine große Anzahl Einzel- resp. Profilkarten. Eine Uebersichtskarte von der Gesamtstrecke vervollständigt das ebenso geschmackvoll als künstlerisch ansgestatteie Buch, das gleichzeitig ein schönes Erinnerungszeichen an das Gordon-Bennett-Rennen in Deutschland 1904 darstellt.

Die 20 Mark-Karten, die für das Gordon-Bennett-Rennen ausgegeben werden, sind Passepartouts und berechtigten die Inhaber zur freien Bewegung in dem ganzen Saalburg-Terrain. Wir machen hierauf nochmals aufmerksam, weil vielfach ange­nommen wird, diese Karten berechtigen nur zum Betreten eines ganz bestimmten Platzes.

Georgii, Kommerzienrat Heizer, Fabriki.

Hörner, „ Kudsch, Kfm.

Lenglee, ., Elchenbrodt, Jng, u. Frau

Weber, Student Geoß, Ksm, Stiienz, „ Kahn, „ Wochrle, Ksm. Sorg, „ Raupack, Rntcrgutsbes. Hebmeyer, Kfm. Batlm, „ Frl. E. Müller

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Drahtnachrichten.

Der russisch-japanische Krieg.

Petersburg, 13. Juni. Ein Telegramm des Generals Cbarkewitsch an den Generalstab von gestern meldet: Am 9., 10. und 11 Juni traten in der Stellung der in der Umgebung bmjStotion Wakangou befindlichen Truppen keine Veränderungen eim Täglich finden kleine Vorposten-Scharmützel statt. Die Verfluche der Japaner, südlich von der Station Wafandian die russischen Wachtposten zurückzudrängen, werden durch die Vor­wärtsbewegung der Kolaken abgewehrt. An der Westküste der Liauiung-Halbin'el herrscht Ruhe. Die sich zeitweilig zeigenden Sch ffe nähern sich nicht dem Ufer. Die Japaner sind aus Sstujan nicht weiter vorgerückt. Wie gemeldet wurde, errichte­ten sie in der Umgebung dieses Punktes Befestigungen.

Nintschwang, 12. Juni, Mitternacht. (Reuter.) Hier wird behauptet, eine japanische Abteilung, die in Port Adams gelassen war, um die Bewegungen der Russen nach Süden aufzuhalten/ wurde angegriffen und umzingelte, nachdem sie vorher einen Scheinrückzug angetreten hatte, die russischen Streitkräfte, die 800 Mann verloren haben sollen. Die Russen ziehen sich auf Kaitschou zurück. Etwa 2000 Mann russischer Infanterie, die aus der Gegend von Kaitschou kamen, sind heute morgen mit großen Proviant- und.Lazarettzügen hier durchgekommen. Die Russen gaben ihre Stellungen acht Meilen südlich von hier auf.

London, 14. Juni. Der Korrespondent der „Daily Mail" in Niutschwaug berichtet, daß das am 12. Juni ge­meldete Gefecht, in welchem die Russen 800 Mann verloren haben sollen, bei Siungtai stattfand, wohin die Japaner von Pulandian aus marschierten, um die Gegend zu säubern, ehe sie auf Niutschwang vorrückten.

London, 14. Juni. „Daily Telegraph" meldet aus New-Dork: Es geht das Gerücht, daß eine amerikanische Ge­sellschaft das Unterseeboot „Protektor" für 50000 Pfd. St. an Japan verkaufte. Der Kauf sei vor zwei Monaten abge­schlossen worden. Das Boot sei jetzt nach Japan unterwegs an Bord eines norwegischen Schiffes, auf welchem sich zwei amerikauische Sachverständige befinden, die die japanischen Seeleute im Gebrauche des Unterseebootes unterrichten sollen.

Tokio, 13. Juni. Admiral Togo berichtet: Am 10. Juni bemerkte die japanische Flottendivision in der Bai von Talienwan in der Nähe von Sbaopingtau vier russische Torpedobootszerstörer und vertrieb dieselben nach Port Arthur hin. Bei Talienwan wurden mehr als 70 Minen zerstört, die sich zum Teil im Golf von Petschili befanden.

Tokio, 13. Juni. (Reutermeldung.) Admiral Togo be­richtet, infolge der Beschießung von Kaiping räumten die Russen, die 3000 Mann stark waren, mit 20 Geschützen Dinkau.

London, 13. Juni. Dem Reuter'schen Bureau ging von seinem im Hauptquartier des Generals Kurski befindlichen Korrespondenten über Fusan folgende Nachricht zu: Vom Kriegsschauplatz ist nichts neues zu melden. Die Vorposten treffen täglich zusammen. Die Verluste dabei sind gering. Bei diesen Gefechten scheinen die Japaner die Oberhand zu behalten. Nachts durchschneiden die Chinesen die Telegraphendrähte.

*

Berlin, 13. Juni. Den Morgenblättern zufolge empfingen der Reichskanzler, sowie Graf und Gräfin Posa- bowsky gestern nachmittag die Damen deS Frauenkongresses.

Berlin, 14. Juni. Den Morgenblättern zufolge wurde der vierzigjährige Zuhälter Lenz unter dem Verdacht, an der Ermordung der kleinen Lucie Berlin, deren Rumpf dieser Tage am Schiffbauerdamm geländet wurde, be­teiligt zu sein, verhaftet.

Hamburg, 13. Juni. Gestern wurde hier der erste Genossenschaftslag des Zentralverbandes deutscher Konsum­vereine unter Leitung des Berbandsdirektors Rudeflock-Dresden abgehalten. Vertreten waren 170 Vereine mit 360 Delegier­ten, außerdem Deputationen französischer, englischer und schwe­discher Genossenschaften.

Rom, 14. Juni. Auf offener Straße in Palermo schoß der Gymnasialprokessor Mainone den Arzt Skarzella nieder. Der offenbar wahnsinnig gewordene Angreifer gab an, er habe sich rächen wollen, weil ihm der Arzt bei einer Operation Tuberkulose eingeimpft habe.

Mailand, 14. Juni. Von den bei Pragelaio-Piemont Mitte April durch eine Lawine Verschütteten wurden infolge Schmelzen des Schnees weitere 11 Leichname aufgefunden.

Montreal, 13. Juni. Die kanadische Pacificbabn er­öffnete heute einen täglich zweimaligen Zugverkehr von Mont­real nach der Küste des Stillen Ozeans.

Buenos Aires, 13. Juni. In der Provinz San Louis brach ein Aufstand aus. Der Gouverneur wurde ge­fangen genommen.

Buenos Aires, 13. Juni. (Agence Havas). Die Re­gierung legt der politischen Bewegung in der Provinz San Louis keine Bedeutung bei. Die nötigen Maßregeln zur Wiederherstellung der Ordnung sind getroffen. In den übrigen Landesteilen betriebt völlige Rube.

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