Erstes Blatt
EinrücknngSgebühr
Für ©tobt« und Landkreis Hanau 10 Pfg.^ die.. fünf« SespMcue Petitzeile oder deren Raum, fürAuswäris loPfg.,
Bezugspreis:
Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Psz., für auswärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag,
Die ein;eltte Nummer kostet 10 Pfg.
SSruckt und verlegt in derBuchbmckerei des verein. «, Waismhauses in Hanau.
AMches Grzm fit KÄt- M Mtais ZM».
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- undFeiertage, mit belletristischer Beilage.
im Reklamenthell die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.
VeraninwERedl^teur: G. Sch reck er - in Hanau.
Nr. 124
FernsprelMschluß Nr. 506,
Montaa den 30. Nai
Fernsprechanschluß Nr. 506.
1904
Hierzu
„Amtliche BeilOge" Nr. 9
ÄckmMftWr AreisOttck Hm».
Seitens des landw. Kreisvereins findet am Sonntag den 5, Juni d. Js. eine Vestchtignng der Domänen Kinzigheimerhof und Baiersröderhof sowie der Molkerei Roßdorf und bäuerlicher Wirtschaften bei Roßdorf, Butterstadt, Ober- und Riederissig- Heim und Bruchköbel statt.
Treffpunkt der Teilnehmer um 2 Uhr nachmittags auf Domäne Kinzigheimerhof.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen.
Hanau den 28. Mai 1904.
Der Königliche Landrgt.
v. Beckerath.
Gefnudene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 1 Filzunterlegedecke (Empfangnahme auf dem Rezimcnls-Teschäftszimmer des Thür. Ulanen-Rgts. 6), 1 Brille mit Futteral, 1 Lesgl. ohne Futteral, 3 kleine Schlüssel an einer Kordel, 1 Jnsalidenkarte für Adam Reinhardt.
Verloren: 1 silbernes Kettenarmband mit Anhänger, 1 Portemonnaie mit 6,32 Mk., 1 Haarbürste, 1 Paar neue weiße Herren-Handschuhe, 1 rotseidener Pompadour.
Z u gelaufen: 1 junger schwarzer Dachshund mit weißem Fleck an der Brust und mit Lederhalsband mit Metallbeschlag.
Hanau den 30. Mai 1904.
Bus Stadt und Cand.
Hanau,'30. Mai.
Historische Gedenktage.
30, Mai 1527. Eröffnung der Universität Marburg, der ältesten Universität der evangelischen Kirche.
30. Mai 1654 erschlug Wilhelm George Riedesel zu Ludwigseck bei Niederthalhausen in trunkenem Zustande den Einwohner Adam Paul von Gerterode. Die Sache gab zu heftigen Streitigkeiten zwischen Hessen - Cassel und Hessen-Rotenburg wegen der Gerichtsbarkeit Veranlassung, und erst nach vier Jahren erfolgte der unter diesen Umständen sehr mild geratene Urteilsspruch, welcher auf eine Geldstrafe (von 400 Gulden) lautete.
30, Mai 1746 starb der Amtmann zu Battenberg, Johann Christoph 9iu5e, im 81. Jahre, welcher eine Nachkommenschaft von 107 Personen (die Schwiegerkinder mitgerechnet) erlebt hatte. Er war ein frommer Mann und nicht unbegabter Dichter geistlicher Lieder, deren manche Aufnahme in Gesangbücher fanden.
* Versetzt. Assistent Meinert von der Staatsanwaltschaft Hanau vom 1. Juni ab an das Amtsgericht Homberg.
* Minifierialerlas; betreffend Haltung ein- heirnischer Singvögel in Käfigen. Der Herr Land- wirtschafisMinister hat der Landwirtschaftskammer zu Kassel Abschrift eines Gutachtens des Kaiserlichen Gesundheitsamtes über das Halten einheimischer Singvögel in Käfigen zur Kenntnis übersandt. In der Dorstandssitzung der Landwirtschafts- kammer war man der Ansicht, daß das Halten ein« heimischer Singvögel verboten werden solle. In der Nähe von Kassel sei z. B. kein Singvogel vor den ^ogelfängeru mehr sicher. Es wurde beschlossen, dem Herrn Minister zu berichten, daß in der Nähe der größeren Städte im strenges Verbot des Vogelfanges notwendig sei und daß man die einschlägigen Verordnungen über das Halten^ von einheimischen Singvögeln in Käsigen den Kreisen überlassen solle. Ferner wurde mit 4 gegen 3 Stimmen ein Antrag Deichmann angenommen, baß ein wirk amer Schutz gegen die Ueberhandnahme des Fanges der einheimischen Singvogel auch in einer Besteuerung ihrer Haltung gesehen werden müsse.
^ Strourbereisimg. Flußbaubeamte aus Preußen und Hesfen verunstalteten vorige Woche von Seligenstadt aus eine Strombereisung auf dem Maine bis nach Frankfurt. In ihrer Begleitung befand sich Ministerialrat Soldan aus Darmstadt. Hervorragendes Interesse beanspruchte bei dieser Gelegenheit die Römerbrücke, welche bei Kiein-Krotzenburg den
Mainstrom rechtwinklig durchquerte und zwischen dem „Römerbrunnen" und dem „Römerrastell" bei Groß-Krotzenburg das jenseitige M-'i^ufer erreichte. Diese römische Verbindungsstraße dürfte "auf 6 bis 8 Laub- und Strompftilern geruht haben. Die meisten derselben wurden im Herbste 1903 gehoben. Elf dieser interessanten Pfähle werden demnächst nach der Saalburg verbracht, während der Rest verschiedenen Museen einverleibt wird. Die drei neuerdings entdeckten Pfeiler sollen in Kürze ebenfalls gehoben werden; auch werden Veranstaltungen getroffen, die Fortsetzungen öer ehemaligen Römerbrücke auf dem Lande zu beiden Seiten des Flusses zu konstatieren.
* KreisitrspeTieur der Sartitäiskolonttett. Der Provinzialoer-in vom Roten Kreuz für Hessen-Nassau zu Cassel hat auf gemeinsamen Vorschlag der Vorstände des Kreiskriegerverbandes Hanau und des hiesigen Zweigvereins vom Roten Kreuz den prakt. Arzt. Dr. Kittsteiner zum Kreisinspekteur der Sanitätskolonnen im Kreise Hanau ernannt.
* Regelung der Verhältnisse der Kornhänser in Hoffen. Auf Grund eines mündlichen Berichtes der Herren Caron und Rexerodt wurde in der letzten Vorstandssitzung der Landwirtschaftskammer für den Reg.-Bezirk Cassel beschloffen, an den Herrn Minister eine dringende Eingabe zu richten, daß über die Gestaltung der Verhältnisse der Kornhäuser in Hessen in kürzester Zeit Klarheit geschaffen werden möge, da andernfalls die Erfolge des gensssenschast- lichen Getreideverkaufs infolge der Unmöglichkeit, die nötigen Dispositionen rechtzeitig treffen zu können, stark hrrabgedrückt würden. Auch den hessischen Abgeordneten soll die Angelegenheit unterbreitet werden. Hinsichtlich des Hanauer Kornhauses ist, wie wir kürzlich melden konnten, Klarheit insofern vorhanden, als dasselbe käuflich an die Kornhausgenossenschaft übergehen wird.
* Mitteilung der Handelskammer. In neuerer Zeit haben die Fälle sich gemehrt, in denen deutsche Waren bei der Einfuhr nach Großbritannien wegen Nichtbeachtung der Bestimmungen des Merchandise Marks Act von 1887 und der dazu ergangenen Ausführungsvorschriften beschlagnahmt worden sind. Wiederholt ist namentlich gegen die Vorschrift verstoßen worden, daß auf Waren ausländischen Ursprungs, die mit dem Namen eines britischen Fabrikanten oder Händlers bezeichnet werden, zusätzlich und unzweideutig das Ursprungsland anzugeben ist, und zwar auch dann, wenn die fremde Bezeichnung von dem zu ihrer Führung berechtigten Besteller der Ware ausdrücklich vorgeschrieben ist, oder sonst mit Zustimmung des Berechtigten erfolgt. Ferner ist nicht beachtet worden, daß Waren, die Großbritannien nur als Durchfuhrland berühren, nach den Vorschriften des Warenbezeich- nungsgesetzes den 'nach Großbritannien eingeführten Waren im allgemeinen gleichstehen. Bei dieser Sachlage werden die Gewerbetreibenden gut tun, in allen irgendwie zweifelhaften Fällen auf deutschen, zur Einfuhr oder Durchfuhr nach Großbritannien bestimmten Waren die Bezeichnung „Made in Germany“ anzubringen. (Vgl. die Bekanntmachung vom 19. November 1892, deutsches Handclsarchiv 1892, Teil I Seite 1090, die in allen wesentlichen Punkten noch heute gültig ist.)
* Ueber blinde Zeitnngs-Airzeigen schreibt die „Papierztg." (Berlin): „Viele, besonders junge (auch alte!) Blätter suchen durch Füllanzeigen den Glauben zu erwecken, daß sie in großem Umfang zur Empfehlung von Waren rc. benutzt werden, daß ihnen Bedeutung und großer Leserkreis zugeschrieben wird, obwohl nach bekannten Gerichtsentscheidungeu der Nachdruck von Zeitungen als unlauterer Wettbewerb angesehen wird. Jedes Entgegenkommen, das unter die Tarifpreise geht, sollte die Inserenten mißtrauisch machen, da man billige Anzeigen, ebenso wie Ramschware, meistens zu teuer bezahlt."
42 Alpenvereltt. Die starke Teilnahme, welche der kürzlich arrangierte FamilienauSflug ver Sektion gesunden hat, veranlaßte die Vergnügungskommission, der Frage näherzutreten, wie dem Wunsch der Mitglieder nach einer nochmaligen geselligen Vereinigung derselben im Laufe des Sommers am besten Rechnung getragen werden könne. Unter den verschiedenen Projekten fand die Anregung zur Abbaltung eines: Sommerfestes in „Wilhelmsbad" den meisten Anklang und ist dessen Abhaltung am 2. Juli geplant. Zur Unterhaltung der Teilnehmer findet von 5 Uhr ab Militärkonzert statt, während welchem der Jugend durch gemeinschaftliche Spiele usw. Abwechslung geboten werden soll. Abends ^9 Uhr wird sodann der Ball im Freien (bol chanspetre) mit einer Fackelpolonaise durch den bengalisch beleuchteten Park eröffnet. Eine Tombola und sonstige Veranstaltungen sollen den Teilnehmern weitere abwechselnde Unterhaltung bieten. Die Teilnahme an dem Fest ist auf Mitglieder oder von diesen eingefübrie Freunde und Bekannte beschränkt und, wie bei solchen alpinen Festlich
keiten üblich, das Anlegen alpiner Kostüme sehr erwünscht' Wir weisen schon heute auf die geplante Veranstaltung hin und zweifeln nicht, daß die Teilnahme seitens der Mitglieder eine recht rege sein wird. Daß gerade unser Wilhelmsbad sich in hervorragendem Maße zur Veranstaltung einer solchen Sommerfestlichkeit eignet, ist zweifellos, umsomehr, als auch bei nicht ganz günstiger Witterung die Abhaltung derselben nicht in Frage gestellt zu werden braucht. Die Einzeichnungsliste wird gegen Mitte Juni in Umlauf gesetzt.
* Im Konzertgarterr „Kaiserhos" gibt heute abend die UlarrenLapeLe ein werteres Abonne- mentskonzert. Die herrliche Lage des einem Palmengarten gleichenden Etablissements, das von Herrn Musidirrgevten Urbach in Aussicht gestellte vorzügliche Programm und die zu erwartende prompte Bedienung des Restaurateurs Herrn Kunzelmann machen einen Besuch der Veranstaltung zu einem tatsächlich lohnens werten und genußreichen.
* Soutmeriheatsr. Die gestrige Vorstellung war auch wieder gut besucht und fand das zur Aufführung gelangende Stück den ungeteilten Beifall des Publikums. In Anbetracht dessen wäre es zu wünschen, daß euch die Werktagsvorstellungen eines regeren Besuches sich erfreuen möchten, was die wirklich guten Leistungen des Ensembles wohl verdienten, und wollen wir es nicht unterlassen, auf die heute abend statt» sindende Wiederholung des lustigen Schwankes „Der Schlaf- wagenkonirolleur" hinzuweisen, dessen Besuch wir nur bestens empfehlen können.
* Frankfurter Bau. Während der Messe findet in den hübschen Lokalitäten des „Frankfurter Baues" täglich von abends 8 Uhr an sein humoristische Soiree der Münchener Spezialitätenbühne statt. Das Programm, nur dezent und für Familienbesuch geeignet, ist recht reichhaltig und gewährt vorzügliche Unterhaltung, sodaß ein Besuch wohl zu empfehlen ist.
* Uebepsahre« wurde Samstag nachmittag in der Schnurstraße das fünfjährige Kind eines Anwohners. Den Kutscher trifft anscheinend keine Schuld, das Kind trug HaM- abschürfunzen davon.
* Eine Schlägerei entspann sich gestern in der Morgenstunde zwischen drei Arbeitern in der Dechaneistrsßc, nachdem sie bisher einträchtig zusammengezecht hatten. Einer derselben erhielt eine Stich- und Kopfwunde und mußte sich im Land- krankenhause verbinden lassen.
* Unehrlich. Zu einer Arbeiterfrau in der Nordstraße kam am Samstag ein Dienstmädchen S., um ein Zimmer zu mieten. Da die Vermieterin gerade im Begriff stand, ihrem Mann das Mittagessen nach auswärts zu Bringen, bat sie die S., bis zu ihrer Rückkunft zu warten. Die Abwesenheit der Hausfrau benutzte die S., Gegenstände im Werte von etwa 6 Mk. zu stehlen und dann zu verschwinden.
* Fsusikampk. Auf der Chaussee Groß-Auheim-Hanau in der Nähe des Ostbahnhofs gerieten gestern abend zwei Infanteristen in Streit, die sich nach allen Regeln der Kunst gegenseitig bearbeiteten und den Passanten ein widerliches Schaustück boten. Die weißen Hosen des einen Kampfhelden hatten eine Farbe angenommen, die mehr dem Erdboden ähnelte.
HÄNKuer Nersirrs- h. KerguügtmgsrmchLichten
für Montag d en 30. Mai.
Konzertgarten „Kaiserhof" - Abends 8 Uhr; 2. Abomiemeutskonzert. Sommertheater Beck's Felsenkeller: „Der Schlafwagenkontrolenr"; Anfana 8'/- Uhr.
Turn- u. Fechtklub: Bon 6—7Vi Uhr: Turnen der Frsuenbtellmig: von 8'/»—10 Uhr: Turnen der Jugendabteilung.
Dram.-Llter. Verein Hanau: Dereinsabend tm VereinSlokal „z. Sonne". Evang. Männer- und Jünglinisverein: Gelang (Eo. Deremshaus.) Brieftauben-Klub: 9 Uhr: Versammlung in der „Brauerei Orschler". Stenographen-Verein Stolze-Schrey: Vereinsabend in der „Sow", Radfahrerverein „Union": V-remsabend im „Schützenhof".
Äadelsvcrger Stenographen-Verein im Gasthaus ;u >en .3 Rindern", Abends von 8—9 Uhr: Anfängerkursus, 9—10 UebungSstunde: Verkehrs- und Redeschrift.
Arends'scher Stenogravben-Verein „Concordia" (Restaurailon „zur Allemania"): Abends von 8—9 Uhr: Unterricht für Schüler und Auswärtige: von 9—10 Uhr: Für Damen und Herren.
Verein ..HessischerBund": Versamm'.. im VereinSlok. .-.HessischenHof". Freiwillige Feuerwehr: 4. Komv. Zusammenkunft mt .Schützenhof'. Kegel-Klub „Helzi": Gasthaus „zur guten Quelle".
AerstrkgerrtWS- etc. Kalsudsr
für Dienstag den 31, Mai.
Vormittags von 10—J 2 und nachmittags von 2—8 Uhr solle« im im Saalbau „zum deutschen Hans" eine große Partie Juwelen rc. durch den beeis. Taxator und Auktionator Herrn Fr. Kämpfer gegen gleich bare Zahlung versteigert werden. — Vormittags 8 bezw. 10 Uhr soll der diesjährige Kirschmertrag von den Bäumen an den Landstraßen im Baub^irk Hanau meistbietend verkauft werdeu (s. Nr. 118 .Han. Anz."). — Vormittags 10 Uhr soll das HeugraS von den für d n Bahnkörper Stockheim-Vilbel in der Gemarkung Windeckm belege,, en fiskalischen Wiesenstücken öffentlich meistbietend verkauft werde« (s. Nr. 123 „Han. Anz."). — Vormittags 11 Uhr «Ukuf k* H»H