Gelte 2 .
® Langenselbold, 21 Mai. (Gesangverein „Sän gerlu st.") Der hiesige Gesangverein „Sängerlust" erhielt bei dem zu Pfingsten b. Js. in Gießen sinttgefundenen Gesangswettstreit den 2. Preis in Klasse IIb, sowie den zweiten Ehrenpreis dieser Klasse. Gewiß wiederum ein er- freulidier Beweis von der Leistungsfähigkeit genannten Vereins unter Leitung seines tüchtigen imb kunstverständigen Dirigenten Herrn Lehrer Berg. Dieser Erfolg ist umso ehrenvoller, als der Verein dort mit einer außerordentlich starken Konkurrenz zu rechnen hatte. Bei dieser Gelegenheit ist e8 wohl angebracht, einen kurzen Rückblick auf den Entwicklungsgang obigen Vereins zu werfen. Gegründet im Jahre 1895 ging der Verein 1899 zum ersten Male auf den Wettstreit nach Klein- Steinheim und errang hier den 2. Preis. Bereits im nächsten Jahre besuchte derselbe den Wettstreit in Dieburg und wurde hier mit dem 1. Preis gekrönt. Im darauffolgenden Jabre erhielt der Verein anläßlich des Wettstreits in Mühlheim a. M. den 2. Preis und einen Ehrenpreis. Der Verein zählt jetzt 30 aktive und 20 inaktive Mitglieder. — Leider muß an dieser Stelle bemerkt werden, daß in unserem Orte der Gesang im Verhältnis zu anderen Orten, die eine weit geringere Ein- wohnerzah! aber Vereine von 50—60 aktiven Mitgliedern awweisen, lange nicht genügend gepflegt wird. Möge daher der diesjährige Erfolg der „Sängerlust" ein neuer An'porn für unsere Einwohnerschaft sein, die hiesigen Gesangvereine durch ihren Beitritt in ihren Herz und Gemüt veredelnden Bestrebungen zu unterstützen.
.'. Windelken, 24. Mai. (Ehrend.) Auf dem am zweiten Feiertage in Gießen stattgefundenen Gesangswettstreit errang unser Gesangverein Concordia (Dirigent Lehrer Raake) den 5. Preis in Klaffe üb. Diese Klaffe war die stärkste, welche in Gießen war, sangen doch 14 Vereine, die vorw egend schon Preise errungen hatten und meistens 34 Sänger zählten. In Anbetracht bessert ist es als eine große Leistung anzuiehen, daß sich die „Concordia" mit 26 Mitgliedern den 5. Platz sicherte und infolgedessen ins Ebrenpreissingen kam. Wir wünschen den wackeren Sängern auch zu dem am 8. Juli in Marköbel stattfindenden ersten Gesangswettstreit des Niddertbal-Sänger- bundes weitere Lorbeeren. Mögen Dirigent und Sänger noch lange Jahre zusammen wirken fürs deutsche Lied, zu Ehren für Kaiser und Reich.
O Fckchcknheim, 24. Mai. (Ehrend.) Die beiden hiesigen Gesangvereine, welche sich an dem Gesanzswettstreite in Gießen beteiligten, haben, wie dies ihr fleißiges Neben unter ihren trefflichen Dirigenten und die abgelegten Proben auch nicht anders erwarten ließen, dort Preise errungen und damit auf dem Gebiete des Gesangs unserem Orte auch in weiteren Reisen einen guten Namen erworben. Der Verein „Frohsinn", Dirigent Herr Maroisi aus Frankfurt, bereits fünfmal durch Preise ausgezeichnet, errang als weitere Auszeichnung den 1. Preis in der lila Klaffe (städtische Vereine) und einen Ehrenpreis in der lila Klaffe. Der Verein „Heiterkeit", Dirigent Herr Lehrer Ziegler von hier, der zum ersten Male an einem Wetifingen sich beteiligte, fand mit der Zuerkennung des 3. Preises in der IIb Klaffe (ländliche Vereine) eine schöne Anerkennung und Auszeichnung seines eifrigen Streben-, welchem I gewiß unter seinem ausgezeichneten Dirigenten für die Zukunft | weitere folgen werden. Die heute abend aus Gießen zurück- i kehrenden Vereine wurden mit Musik und Fackelzug empfangen | und nach ihren Vereinslokalen geleitet, wo noch eine kleine Frier Länger und Gesangsfreunde vereinte.
) Enkheim, 24. Mai. (Preisgekrönt.) Der hiesige Gesangverein „Liederlust" beteiligte sich gleichfalls unter einem Dirigenten Herrn Lehrer Dippel an dem Tesangswett- streit in Gießen und erwarb sich in der IVa Klaffe den 2. Preis. Der vorgeschriebene Preischor war „Ein Obdach gegen Sturm" von Baselt und das freigewählte Lied „Verlorene Lieb" von Ltrubel. Auch an dieser Stelle beglückwünschen wir Verein und Dirigent zu seinem schönen Erfolg.
Barometerstand mittags 12 Uhr am 24./5. 25./5.
Sehr trocken
Beständig /70”=
Schön
Veränderlich —
Regen (Wmd)^0-W
Viel Regen 740—=
Sturm —
720
710 =
Ha«a«er Verrtas- «. Uergaügttngsaachrtchtr«
für Mittwoch den 25. Mai.
Turngemeinde: Abends 9—10 Uhr: Tmnen der MänneraLteitung.
Turn-u. Fechtklub: Von 8'/--l0 Uhr: Fechten; von 9-10 Uhr: Turnen der Männer abteilung.
Tuntgesellschaft: Mends von 7 -i—9 Uhr- Turnen der Mänoerabtell. Kiustnännitcher Verein Haua«: Vereinssbend tot Restaurant Mohr. Gesangverein .Tonblüthe": Singstunde in oer „Stadt Bremen.' Gesangverein „Germania': Singstunde im „Löwengärtcben'. Evangelischer Arbeiterverern: Singstunde in der „Brauerei Weismantel'. Thater-lklub: Zusammenkunft in den ,3 Hasen". Kegel-Klub: Gasthaus „zur guten Quelle'.
Ev. Männer- u. JünalinaSverein: PsiauneuLlaler lEv. BereiuShauS.) Gesellschaft „Treu beim Alten": VeremSaLmb tBraue.ei Orichler). Hananer Radsport 1895: Vereinsabend in der .Stadt Bremen'. National -Stenogravhenverein: U:5un%Sftanbe für bie Praktiker- Abteilung (Lokal: „Zur großen Krone").
ArendS'ISer Stenographrnserem „Apollobund' (Gasthaus „z. Grafen Philipp Ludwigs; VereinSabent.
Schützer verein „Till' zur „Wiener Spitze": Abends 9 Uhr: Schießen. Zimmerstutztng«felUchaft „zur Patrontasche": ! Uhr: Schießen. Zimmerstutzengesellichaft „v Mainlust'-Kesselstadt: Zimmerftutzenschieße». Hammer Schützenverein: Vereinsabend im „Restaurant Mohr." Hammer Fußballklub „Wacker' - Vereinsaoend (Restam. TarlSberg.)
Mittwoch
«mmir« ........———»„..„ ■-»«»■»■..■.■.wMa'tMii«^»-^ ■■■ «w, iii——«MHMmi'i»iii!ii- iLinaLiii!iatnr,LnmuirMWe Freiwillige Feuerwehr: 1. Komp. im „goldnen Herz'' Steiger-KorpS in 'ier „Brauerei Beck'.
Rauch- und VeranügunaS-Gesellschast „Sechs Bund' zum feuchten Eck: Zusammenkunft in der Wirtschaft von Lederer, Bogenstraße 15.
Aus Nah und fern»
*T Cassel, 24. Mai. Es wird auch für weitere Kreise von Interesse sein zu erfahren, daß die Vorarbeiten zur Herstellung des Denkmals, das den gefallenen 83ern zu Ehren auf dem Schlachtfelde bei Wörth unweit Elsaß- Hausen errichtet werden soll, rüstig vorwärtsschreiten. Der Künstler, Herr Bildbauer Brandt in Cassel, hat das Tonmodell der Denkmalsfigur vollendet. Ein mächtiger Löwe mit stolz erhobenem Kopfe stützt sich mit den Pranken auf erbeutete Kriegstrophäen. Es ist das Sinnbild des Mutes und der Tapferkeit des Regiments 83. Die Einweihung des Denkmals soll am Samstag den 6. August d. Js, stattfinden. Die Vorbereitungen sind in vollen: Gange. Die Teilnehmer aus Cassel werden Freitag den 5. August von Cassel abfahren und abends 6 Uhr in Straßburg anlangen. In Straßburg wird für Unterkunft gesorgt werden, die nach Wahl in Gasthäusern, Dürgerquartieren oder in einem Einquar- tierungshanse statifinden kann. Auf eine zahlreiche Beteiligung des Regiments und alter 83er ist zu rechnen. Wegen der umfangreichen Vorbereitungen für die kamerasschastlichen Veranstaltungen in Straßburg und Wörth ist es dringend notwendig, daß die Kameraden, die sich an der Feier zu beteiligen gedenken, eine kurze Mitteilung, sowie ihre genaue Adreffe an den Vorsitzenden des Denkmalsausschusses, Herrn Oberlehrer Dr. Krüger in Cassel, Sternstraße 10 bald einschicken, damit ihnen der Ausschuß weitere Nachrichten über Fahrpreise, Unterkunft, Festordnung u. s. w. zusenden kann.
-r. Marburg, 24. Mai. In den Mauern unserer alten Hcsscnstadt tagte heute die 13. Generalversammlung des im Jahre 1890 gegründeten und bereits 2200 Mitglieder zählenden deutschen Gymnasialvereins. Gestern abend war im Museum bereits eine kleine Begrüßungsfeier für die zahlreich eingetroffenen Teilnehmer vorangegangen. In der heutigen Versammlung, welche um 10 Uhr früh in der Aula des Gymnasiums begann, führte Geheimrat O. Jäger-Bonn den Vorsitz. Er wies darauf hin, daß die schwierige Lage des humanistischen Gymnasiums sich wohl kaum gebessert habe. Im Gegensatz zum Reformgymnasium müsse erstrebt werden, daß das Latein möglichst früh und als erste Fremdsprache in den Unterricht eingefügt werden müsse. Prof. v. Sybel-Marburg hielt dann einen Vortrag über die Pflege des Kunstsinns im Gymnaflalunterricht. Er verlangt nicht besondere Stunden für solchen Unterricht, aber Vertiefung der dem Gymnasium obliegenden humanistischen Erziehung nach der ästhetischen Seite durch Verwertung der bildenden Kunst. In einem weiteren Vortrag des Gymnasial-Direktors Dr. Aly-Marburg über „Die Bedeutung Ciceros für das humanistische Gymnasium" erklärte Redner Cicero für den wichtigsten lateinischen Schulschriftsteller und seine Schriften als Lehrmaterial ersten Ranges. Nach einer regen Diskussion erstattete Direktor Cauer-Düsseldorf einen Bericht über den gegenwärtigen Stand der schulpolitischen Bewegung. An die Verhandlung schloß sich ein Festessen.
r- Marburg, 24. Mai. Heute nachmittag geriet Leim Baden in der Lahn der 20 Jahre alte Kutscher Settber aus Hachborn an eine tiefe Stelle und fand seinen Tod.
Hersfeld, 24. Mai. Einen unheimlichen Anblick hatten am ersten Pfingstfeiertag morgens einige Radfahrer, die von hier nach Bebra fuhren. Kurz vor Blankenheim leuchtete ihnen ein neben der Straße stehender weißer Sarg entgegen. Als sie an die betr. Stelle kamen, fanden sie seitwärts in einem Gebüsch einen in den zwanziger Jahren stehendm Mann, der sich dort am SamStag nachmittag erhängt hatte. Anscheinend handelte es sich um einen Handwerksburschen, über dessen Person nichts Näheres zu erfahren war. Wie erzählt wird, soll der Sarg mit der Leiche des Erhängten erst am Sonntag nachmittag entfernt worden sein. Jedenfalls hätte es sich wohl gehört, daß man die Leiche des Selbstmörders noch am Samstag abend an einen andern Platz gebracht hätte, damit die Passanten der Straße durch den Anblick des Sarges nicht erschreckt zu werden brauchten. (Hersf. Ztg.)
Biedenkopf, 22. Mai. Ein etwa zehnjähriger Knabe stand im Dorfe B. des Kreises Biedenkopf barhäuptig nahe beim Bienenstände, als eben ein Schwärm auszog. Nach einigem Hin- und Verfliegen nahm die Königin ihren Sitz auf dem Kopfe des Knaben und rasch flogen tausende von Bienen hin. Der Vater, der die Sachlage sofort erkannte, rief dem Jungen, der schon öfter beim Schwarmfassen zugesehen hatte, in aller Eile zu: „Rühr Dich net, Schorsch I Mach' Maul on Aage zu, ich well den Echworm gleich nässe und einfasse." Der Knabe gehorchte; der Vater goß Wasser über den von Bienm eingehülllen Kopf des Knaben, bog letzteren etwas nach vorn und strich mit einem Federwisch die ganze Gesellschaft in einen untergehaltenen Strohkorb. Der Knabe hatte keinen einzigen Stich erhalten.
8 Schlicktzbach, 24. Mai. Die Direktion der Wächtersbacher Steingutfabrik erläßt folgende öffentliche Bekanntmachung: Am 23. April, a. c. wurde beim Pflügen bemerkt, daß sieben ertragreiche Aepfbäume, mit welchem ein dem Heinrich Batz I. gehöriges »Feldstück in der Gemeinde Hellstein bepflanzt ist, in der gemeinsten und niederträgtigsten Weise belchädigt wurden. Die Stämme der gut gepflegten Bäume, welche ein Alter von 5—14 Jahren haben und einen Wert von 600—700 Mark repräsentieren, wurden an Boden eingeschnitten und mehrfach bis an dm Kern angebohrt. Da es sich zweifellos um einen gemeinen Racheakt gegen p. p. Batz I. handelt, welcher in einer vorhergehenden Strafsache seinen Pflichten als Zeuge nachgekommm ist, so wird von der Direktion der Wächtersbacher Steingutfabrik eine Belohnung von 100 Mark für Den- jenigen ausgeietzt, der den ober bie Täter in der Weise ermittelt, daß die gerichtliche Bestrafung erfolgen kann.
W. Frankfurt a.M., 25.Mai. Hermann Mumm von S ch w a r z e n st e t n, der frühere Inhaber der weltbekannten Ehampagnersabrik in Reims, ist gestern abend gestorben.
28. Mai
FC. Frankfittzt a M., 24. Mai. Heute früh verschied hier im 44. Libensjalre einer der mcistbeschäfüaten und bekanntesten Aerzte bet Stadt Dr. Karl Cassian. Der V?r, storbene stammte aus Hau au und war ein Neffe des früheren Hanau-r Oberbürgermeisters Casstan.
Mainz, 21. Mai. Der größte Weinfälscher-Prozeß, der je am hiesigen Gericht verhandelt wurde, spielte sich gestern und vorgestern an der hiesigen Strafkammer ab. Als Angeklagte erschienen die Weinkommissionärin Cäcilie Heumann aus Guntersblum, Julius Heumann, Wemkommissionäraus Gunters- blum, Hermann Koppel, Weinkommissionär aus Sprendlingen, Hermann Feist, Weinkommi'sionär aus Sprendlingen, Simon Dollner, Kaufmann aus Kalistadt und Markus Koppel, Kaufmann aus Bingen. Julius Heumann, Hermann Koppel und Hermann Feist sind beschuldigt, von 1899 bis 1901 fortgesetzt Tresterwein und überstreife Weine unter Verschweigung dieser Eigenschaft verkauft zu haben, während die anderen Angeklagten der Beihilfe belchuldigt sind. Es handelt sich um viele Hunderte von Stück Wein, die im wesentlichen an die Firma L. Oppenheimer Söhne in Mannheim verkauft wurden. Cäcilie Heuniann wurde zu 3 Wochen Gefängnis, Julius Heumann zu 500 Mk. Geldstrafe, Hermann Koppel zu einem Monat Gefängnis, Simon Vollner zu 2 Wochen Gefängnis und 100 Mk. Geldstrafe und Markus Koppel zu 200 Mk. Geldstrafe verurieilt.
FC. Phittppsthal, 24. Mai. Ziegeleibesitzer Schlötz- Hauer von hier, der vor einigen Tagen von seinem Fahrrad gestürzt und sich mehrere Verletzungen zugezogen hatte, ist denselben erlegen.
FC. Alzcknart, 24. Mai. Die Frau des Landwiris Falh von Kälberau, die in die Pfuhlgrube ihres Anwesens gestürzt und erhebliche Verletzungen erlitten, ist gestern daran gestorben.
F. C. Atts Franken, 24. Mai. Der Bäckergeselle Rüdling von Dettelbach sprang aus dem aus Station Dettel- bach-Bahnhof mittags 12 Uhr 30 ausfahrenden Zuge, kam unter die Wagen, so daß ihm der linke Arm und der rechte Fuß zermalmt wurden.
XXXI. Hanpwnsmmlimg des Vereins deutscher Zeichenlehrer in Mainz am 23.,
24. und 25. Mai 1904.
•)• Mainz, 23. Mai.
Die alle Rheinstadt Mainz bildet in diesen Tagen den Versammlungsort zahlreicher Mitglieder und Freunde des Vereins deutscher Zeichenlehrer, der alljährlich in einer der größeren Städte Deulschlands seine Beratungen pflegt. Aus allen Teilen unseres Vaterlandes kamen Vertreter des Zeichenlehrfaches herbei und wurden von 4 Uhr ab im War!- burgsaal b. Heilig Geist vom Ortskomitee empfangen. Während dieser Zeit trat ber Vorstand des Vereins zusammen, um die Vorbereitungen für die Hauptversammlung zu treffen. Abends 8 Ubr wurde die Vorversammlung im genannten festlich geschmückten und malerisch auSgestatieten WartburgsasI mit einer Willkommenrede durch Herrn Professor Bronner, den Vorsitzenden des Ortskomitees, eröffnet. Nachdem der Vorsitzende des Vereins Herr Zeichenlehrer Gut-Wiesbaden im Namen ber Anwesenden gedankt hatte, danach auch bie vorläufige Festsetzung der Tagesordnung für die Hauptversammlung stait- gefunden hatte, traten die Teilnehmer in einen gemütlichen Gedankenaustausch und verbrachten gemütliche Abendstunden.
■4' Mainz, 24. Mai.
Der zweite Verhandlungsiag wurde morgens um 8 Uhr mit der Besichtigung der in den Turnsälen des Holztorschul- hauses veranstalteten Lehrmittel- und Zeichenausstellung eröffnet. Namhafte Firmen aus Berlin, Hannover, Stuttgart, Nürnberg, Dresden, Cassel, Köln, Leipzig, Heilbronn boten hier Gelegenheit, in übersichtlicher Anordnung einen Ueberblick über die durch die Reform des Zeichenunterrichtes notwendigen Materialien- und Unterrichtsmittel zu gewinnen. Andrerseits gab die Ausstellung nou Schülerzeichnungen, ander sich mehrere Volksschulen von Mainz und Hamburg, eine Oberrealschule und Gewerbeschule von Hamburg und Dresden, sowie das Kgl. Gymnasium in Hanau beteiligt hatten, ein interessantes Bild von dem Betrieb des Schulzeichnens der Neuzeit. — Kurz nach 10 Uhr eröffnete der Vorsitzende des Vereins Herr^ Gut-Wiesbaden im Wartburgsaal des „Heilig Geist" mit einer herzlichen Begrüßungsansprache die erste öffentliche Hauptversammlung, zu der etwa 180 Teilnehmern, u. a. auch die Vertreter der Großherzoglich-Hes" fischen Ministeriums Herr Oberschulrat Dr. Scheuermann und Herr Regierungsrat Dr. Noack und die Spitzen der städtischen Behörden erschienen waren. Nachdem auch bie Herren Oberschulrat Dr. Steuermann und Herr Oberbürgermeister Dr. Gaßner einen Willkommengrub dargebracht, sich auch über den erziehlichen Wert des Zeichners mit kurzen Worten geäußert und den Verhandlungen den besten Erfolg gewünscht hatten, dankte der Vorsitzende und erteilte dem Herrn Lehrer Bürckner-DreSden das Wort zur Eröffnung der Vortragsreihe. In gewählter, bilderreicher Sprache verbreiteie sich derselbe über „das Ornamentzeichnen". Betonend, daß dem natürlichen Schmuckbedürfnis des Menschen auch die Schule Rechnung tragen müsse, behandelte er in vortrefflicher Weise die Pflege dieses Zweiges des Zeichenunterrichtes nach neu- zeitlichen Anschauungen, die sich weniger mit der Anfertigung von sogenannten Zeichenblait-Ornamente«, sondern mit dem tatsächlichen Schmücken von Gebrauchs gegenstänben befassen müsse, wodurch der Erfindungsgabe ber Schüler nicht nur Nahrung geboten, sondern ibre Schaffens« lust auch sichtlich belohnt werde. Durch lauten Beifall dankte die Versammlung. Nach einer kurzen Pause übernahm Herr Zeichenlehrer Mangold- Hanau das Wort zu seinem «tt- stündigen Bortrage über das zeitgemäße Thema: „Die prak« tif^e Gestaltung des Zeichenunterrichtes in der preußische« Volksschule aus Grund des neuen Lehrplanes", das er in erschöpfender Weise behandelte. Zunächst an die Verdienste der