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Hanauer
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WaisenhiMscI in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
VeranimorL RrvÄteur: T. SHrecker m Henau.
Nr. 119
FersspreÄmisKW Nr. 605.
Dienstag den 24. Mai
FerusPreLanschlAß Nr. 605>
1904
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Mus Stadt und Cand«
Hsrrart, 24. Mai.
Historische Gedenktage.
24« Mat 1008 schenkte der deutsche Kaiser Heinrich II. den Hof Caffel, gelegen im Hessengau in der Grafschaft des Grafen Friedrich, seiner Gemahlin Kunigunde, welche denselben später an das von ihr gestiftete Kloster Kaufungen gab. Seitdem hörte Caffel auf, ein kaiserliches Hoflager zu sein, und gelangte erst nach einigen Jahrhunderten zu einiger Bedeutung.
24. Meri 5337. Fehde der Marburger mit den Mainzern; ein Ueberfall der letzter» gegen Marburg wurde glücklich abgewehrt und die mainzische Schar bis unter die Amöne- burg verfolgt; hier aber gerieten die Marburger in einen Hinterhalt und ein großer Teil von ihnen wurde er- sölaaen.
24.
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Mat 1529 starb Hermann Riedesel, der treue Beistand der Landgräfin Anna, Mitüberwinder Sickingens und Statthalter zu Marburg.
Mai 5635. Feierliche Eröffnung der nach Marburg verlegten Universität Gießen in ihrem neuen Wohnsitz, an welchem sie 25 Jahre verweilt hat.
Mai 1791. Stiftung der sechs Freischulen zu Caffel.
Berbaudstag und erste große Ministen- Zusammenkunft in Hanau.
lerisch eigenartigen Veranstaltungen der akademischen Verbindung „Cellini" in Hanau wurde hier in Hanau, in deren Mauern das Kunstgewerbe von Alters her eine gute Pflegestätte gefunden hat, der 40. Verbandstag des Verbandes jetziger und ehemaliger Studierender an deutschen Kunstgewerbeschulen abgehalten. Gleichzeitig fand hier die erste große Cellinistenzusammen- k u n f t, eine Versammlung aller Mitglieder und A. H. A. H. (alter Mitglieder) der Verbindung statt, in Verfolg eines Beschlusses vom April 1897, nach dem sich die Mitglieder des Wintersemesters 1896/97 verpflichteten, sich Pfingsten 1904 in Hanau, dem Orte ihrer Studienzeit, der Heimstätte der Verbindung, zu treffen. Verweilen wir vorerst bei dem
Verbandstage.
Samstag den 21. d. Mis., nachmittags fand im Restaurant „Carlsberg" nach Empfang und Begrüßung der Delegierten durch die A. V. „Cellini" eine kurze Sitzung zur Ee- ledigung von Vorfragen, der Kasfenprüfung rc. statt, woran sich ein zwangloses Zusammensein schloß.
Am Sonntag den 22. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, versammelten sich die Delegierten des Verbandes wiederum im Derbindungslokal der A. D. „Cellini", das entsprechend ausgeschmückt war, um in die Erledigung der Tagesordnung des Verbandstages einzutreten. Herr F. R. W i l m - Hanau widmete vorerst den Erschienenen herzliche Begrüßungsworte und dankte zugleich für das der Verbindung am vormittag bei der Fahnenweihe gewidmete Blatt der Erinnerung, die Stiftung einer Fahnenschleife. Der Verbandsvorsitzende Herr Th. Walter-Frankfurt a. M. erwiderte prompt, begrüßte im Namen der Verbands - Vorstandschaft zugleich Herrn Professor Wiese und die Vertreter der Presse. Eintretend in bie Tagesordnung erstattete er darauf den Geschäftsbericht. Groß waren die Ziele, groß war auch die Arbeit, immer den Blick vorwärts richtend, alles zu tun, was den Verband zu fördern in der Lage war, sein Ansehen nach innen und außen zu erhalten. Es gehören dem Verbände derzeitig an: 1. „Werk- Stuttgart, 2. Kunstgewerbeschüler - Verein Nürnberg, 3- „Schnörkel", Verein jetziger und ehemaliger Studierender an der Kunstgewerbeschule zu Frankfurt a. M. 4. Kunst-
ll^^bler-Zunf! „Arche", Karlsruhe, 5. Akademische Verbindung
6. Vereinigung der „Idealen", Straßburg
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Cellini"
i- E., 7. Elberseid,
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gaben fit „Akanthw Dürcr"-V Mainz.
über 11
Duffeldorf, bandsgrupp: 2 ! 00 Mitglieder.
8. Kunstgewerheschüler-Derein erlin. Diese Vereine zählen
ie Vereine
Während der Berichtsperiode : „Klause", München und
cte Vere Eiberfeld, „Idealen tritt Pfi sitzenden wordene
. Düffeldorf, ausgetreten sind die Vereine „Albrecht i>n, „Haus Holbein"-Dresdrn und „Kohinur"- egrünüt wurde'die Verbandsgruppe Berlin, einge- während der Berichtsperiode (die letzten 3 Jahre)
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Bauer- Frankfurt a. M., worauf die Entlastung ausgesprochen wurde. Für Uebernahme des Verbandstages in 1905 hatte sich „Werkstatt" - Stuttgart gemeldet, in der Hoffnung, mit dem Verbandsfest feine Gründungsfeier begehen zu können. Der in den Februar fallende Termin wurde jedoch als unpassend für die Abhaltung des Verbandstages bezeichnet und dem Verlreier Stuttgarts anheimgegeben, sich mit seinem Verein schlüssig zu machen, das Fest Pfingsten oder Ostern zu begeben. Innerhalb 44 Tagen wird Stuttgart berichten. Eventuell kommen noch Straßburg und Frankfurt für dm Verbandstag in Betracht. Da inzwischen die Zeit weit vorgeschrftten war, wurde die Sitzung abgebrochen und auf Montag vormittag 9 Uhr vertagt.
In der Montagssitzung beschäftigte sich der Ver'öandsiag während der ersten Verhandlungsstunden ausschließlich mit der Durchberatung des gedruckt vorliegenden revidierten Verbandsstatuts. Aus den Satzungen ist zu ersehen, daß der Verband am 2. Februar 1895 zu Stuttgart auf Grund eines Rundschreibens des Kunstgewerbeschülervereins Nürnberg vom 26. Juni 1893 sowie des von diesem Verein verfaßten Verbandsaktes gegründet worden ist und seit Pfingsten 1901 den Namen „Verband jetziger und ehemaliger Studierender an deutschen Kunstgewerbeschulen" führt. Er bezweckt möglichst im Anschluß an die betreffenden Kunstgewerbeschulen den Zusammenschluß kunstgewerblicher Vereine zur Pflege der Kunst und des Kunstgewerbes sowie die stete Unterhaltung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den einzelnen Vereinen und den einzelnen Mitgliedern derjelben, indem diese in jedem Verein brüderlich ausgenommen werden, daselbst eine Heimstätte finden. Von Zeit zu Zeit finben „PerLaMkonlurrenzen statt. Bei der Statuten« beratung teilt Herr Prof. W i-e s e u. th mit, daß er die Absicht habe, beim Ministerium eine allgemeine Ausstellung von SSularbeiten anzuregen. DasVerbandsffatut wurde nach erfolgter Durchberatung genehmigt und die Drucklegung desselben beschloffen. — Ueber die Verbandsausstellung referiert Herr Wilm-Hanau, betonend, daß nach dem Urteil des Herrn Prof. Dr. Thode und anderer Fachleute die ein- gesandten Konkurrenzarbeiten großen Fleiß verraten und von dem unter den Kunstjüngern herrschenden Eifer Zeugnis geben. — Eine lebhafte Debatte entwickelt sich auch über die Angelegenheit betreffs Herausgabe eines illustrierten Verbauds- berichts, welcher die Form eines Jahrbuches zu erhalten hätte. — Es folgte die Neuwahl der Vorstandschaft, die bisher der Verein „Schnörkel" Frankfurt a. M. inne hatte. Der seitherige Vorstand wurde von allen Vertretern zur Wiederanuabme der Vorstandschaft aufgefordert, lehnte aber wegen dringender Geschäfte definitiv ab, fodaß zur Neuwahl durch Stimmzettel geschritten werden mußte. Daß Resultat war, daß die Verbandsvorstandschaft auf die Vereinigung der „Idealen" in Straßburg überging und zum Verbandsvorsitzenden Herr Erwin G adomski- Straßburg gewählt wurde. Laut Statut wählt die Vertreter- schaft nämlich den Verein, welcher den Vorstand aus 3 Jahre zu führen hat, und bestimmt auch den 1. Vorsitzenden. Die übrigen Vorstandsmitglieder wählt der betreffende Verein aus seinen Mitgliedern. Der bisherigen Verbandsvorstandschaft wurde der lebhafteste und wärmste Dank für die die Verbands- sache fördernde Geschäftsführung ausgesprochen. Ein von auswärts (Pforzheim) brieflich eingelaufener Antrag ersucht den Vorstand, der Gründung einer offiziellen Stellenvermittelung näher treten zu wollen. Die hohe soziale Bedeutung des Antrags wurde allseits anerkannt, doch auch nicht verhehlt, daß zu seiner Verwirklichung sich ein großer Apparat erforderlich mache, demgemäß Ablehnung des Antrags erfolgte, da ja auch schon seither bei Anfragen und Wünschen hinsichtlich von Stellungen in kollegialer Weise gewirkt werde. Den letzten Punkt der umfangreichen Beratungen bildete „Verschiedenes und Mitleilungen". Hierbei waren es vornehmlich interne Sachen, die zur Besprechung gelangten. Nach 6 Uhr nachmittags folgte der Schluß des Derbandstages.
Bei den C e l l i n i si e n.
Als erste der großen Veranstaltungen der okadeniischen Verbindung „Cellini" haben wir das Fest der Fahne, n- weihe zu registrieren, das sich Sonntag '
Vestibül der Kgl. Zeichenskademie vollzog.
itiag 11 Uhr im Groß war der
übergab. „Schnörkel"-Frankfurt übernahm die Patenschaft. Die Fahne, aus der Lieber'schen Kunstwerkstätte dahier hervorgegangen, zeigt auf der einen Seite das „Cellini"-Derbin- dungswappen, auf der anderen Seite den Kopf des Meisters Cellini. Das Podium betrat nun Herr Akademiedirektor Prof. M. Die s e, die Fahnenrede haltend, die folgenden Wortlaut hatte:
Es gibt keine hehrere Kunst auf Erben, Als daß Gold und Silber geschmiedet werden.
Im Sinne diesem alten Wahlspruches haben die Goldschmiede Hanaus seit Jahrhunderten gewirkt und geschafft. In dieiem Sinne wurde 1772 diese Zeichenakademie von dem Prinzen Wilhelm, dem erlauchten Mitgliede des hessischen Herrschergeschlechts, begründet und in diesem Zeichen haben die Lehrer dieser Anstalt bis auf die jüngsten Tage gewirkt. Die edle Goldschmiede- knnst galt von jeher als die vornehmste der Künste. Sie wurde von Malern und Bildhauern im Mittelalter nicht nur unterstützt durch Gefüge und Modelle, sondern sie wurde von ihnen auch ausgeübt. Die Mitglieder der Goldschmiedeinnung durften den Degen tragen, denn ihre Beschäftigung galt als adelig. Als die hiesige Lehranstalt in den achtziger Jahren von einer immer mehr wachsenden Zahl von Schülern besucht wurde und namentlich viele von diesen von auswärts kamen, entstand unter diesen der Wunsch, sich näher zu treten, einen Verein, eine Verbindung zu schaffen, die ihnen Gelegenheit biete, zu gegenseitiger Freundschaft, aber auch ihre Arbeiten durch eigenen Ansporn zu fördern. So entstand im Jahre 4892 die Verbindung, die von der Direktion als akademische anerkannt wird. Sie feiert heute ein rückblickendes Fest. Als ein Zeichen innerer Befestigung wird nun von den alten Herren der Verbindung diese Fahne gestiftet werden. M. H.l Sie haben sich für die Verbindung den , Namen Cellini gewählt, weil er seit Jahrhunderten das Symbol für alle künstlerischen Verbindungen der Goldschmiedekunst war. Ja, man glaubte, fast jedes Stück alter Goldschmiedekunst, welches in dem Museum aufbewahrt wurde, es sei von Cellini. Darüber haben neuere Untersuchungen Klarheit geschafft. Aber immerhin ist noch genug von feinem Leben und Wirken übriggeblieben, um ihn als einen selbst für alle damaligen Zeiten und Anschauungen außerordentlichen Menschen und Künstler hochzuhalten. Sie haben für die Verbindung die Farben gewählt, rot, weiß, blau. So weihe ich denn diese Fahne in Ihren Farben-Symbolen. Möge sie stets Ihnen das Symbol der Liebe zur Kunst, die Sie pflegen und hochhalten wollen, sein. Möge sie das Symbol der Reinheit in Worten und Taten sein, das Sie von allem Unreinen zurückhält. Möge sie das Symbol der Treue sein, die Sie geloben wollen ihrer Verbindung, dem deutschen Vater- lande (soweit Sie Ausländer, dem eigenen Vaterlande) und unserem Protektor aller deutschen Kunst. Allen diesen Gefühlen wollen Sie lebendigen Ausdruck geben, indem Sie rufen: Sr. Maj. unser allergnädigster Schirmherr und Herr, er lebe hoch! Die Anwesenden stimmten begeistert ein und die Musik intonierte die Nationalhymne. Es folgte die Weihe der Fahne durch 10 junge Damen. Als Vertreterin derselben sprach Frl. Zwernemann in reizender Form das Fahnenlied:
Neu ist, was diese farb'ge Hülle deckt;
Alt das Gedenken, daS dadurch geweckt. — Ein Meister, den mit recht man so genannt, — Betrachtet nur die Werke seiner Hand. — Ein Meister ist es, den Ihr alle kennt, Und dessen Namen Ihr verehrend nennt.
Eeüini! — Sohn des Handwerks in der Kunst! — In ihm vereint sich beider Eltern Gunst;
Edlen Metallen edle Formen geben, Der Formen reichste Schönheit zu erstreben, Sem galt sein nimmermüder Schaffensdrang, Dem weiht' er seine Kraft sein Leben lang, — Bespannen hat der Edelrost der Zeiten oein Lebenswerk, um in der Jahre (Steifen
Profanem Unverstand eS fern zu halten. An Euch nun yi's, von neuem zu entfalten Des Kunuhcmdwerkcs Banner und geloben Unwandelbare Treu dem Meister droben. Laßt falschen Ruhm nicht Euren Sinn betören; '.'tur wahrer Kunst darf Euer Herz gehören, Und laßt Euch am (Beringen nie genügen. In diesem Zeichen, Celliuis Jüuger, werd Ihr stegeu! )trr Völk com „Schnörkel" einen Fahnennagel, die Verbandsvorstandschaft eine Berbandsschleife stiftete. Herr F. R. W i I m - Hanau übernahm dann als Bertreier der Aktiven der Verbindung die Fahne, womit der Festakt sein Ende erreicht hatte und die Versammelten eingeladen wurden,
woraus
Zudrang, besonders ein reicher und liebliSer Damenflor er« freute das Auge. Auch Gebeimrat Prof. Dr. Thode-Heidel- berg wohnte der Feier bei, sowie Herr Landrat v. Beckerath. Malerisch und glanzvoll gestaltete sich dir Auffahrt der Vertreter der auswärtigen Vereine mit ihren Fahnen und Standarten und den Vereinsabzeichen. Die Kapelle des Jn- fanterie-Regiments Hessm-Homburg leitete die Feier durch einen Choraloortraz ein, worauf Herr Hans D. Wi I m -Berlin
die in der Aula der Akademie untergebrachte
Verbandsausstellu » g
in Augenschein zu nehmen. Auf die Einzelheiten der Ausstellung kommen wir in der nächsten Nummer unseres Blattes zurück.
Vor der Königl. Zeichenakademie nahm die Regiments- kapelle der 466er Aufstellung, um ihre schönsten Weisen ertönen zu lassen, wodurch sich ein reizendes Promenadenkonzert ent-
Düsseldorf, Kunügewerbeschüler-Verein Stuttgart und die Vereinigung der
atzburg. In Aussicht sieht ferner der Ein« Wetter berichtete der Bericht des Vor- noch über die auf vielen Gebieten erforderlich ge- Vereinstätigkeit. Den Kassenbericht erstattete Herr
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vertrat, als Vertreter der alten Herren Begrüßungsworte j sprach und die neue Fahne, eine Stiftung der A. H. A. H., '