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Erstes Blatt

Gedruckt und verlegt in deiBuchbruckerei des verein, es.

!8«alttwottk. Redakteur: G. Schrecker in EHanau.

EiilrLnungsgebuyr

Kür Stadt- trab Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf* gespaltene Petitzeile ober deren Raum, für Auswärts !b Pfg., im Reklauientheil die Zeile 25 Psg., für Nuswätts 35 Pfg.

LezugsPretSr

Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., Mr auk wattige Abonnenten mit dem betresienden Postüufjchlag.

Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Waisenhauses M Hanau. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mrt belletristrscher Beilage.

Fernsprechanschluß Nr. 605

Samstag den 21. Mai

Ferusprechanschluß Nr. 605

1904

?a

Mus Stadt und Cand.

S<ma«, 21. Mai.

* < KedakiiorreK. Des hl. Pfingstsestes wegen erscheint die nächste Nummer unseres Blattes erst Dienstag den 24. Mai zu gewohnter Stunde.

* Kirchenchor der Johanniskirche. In dem mor­gen um J/s 10 Uhr stanfind nden Festgouesiienst wird auch der Kirchenchor einige Ge änge zum Vortrag bringen. Die Haup'piobe findet heute abend um 8 Dr in der Kircke statt.

* Parole-Musik. Die Kapelle des Jnf.-Regts. Nr. 166 spielt am 1. Fe,eriag zurParolemusik vor der Königlichen Zeichenakademie solg°nde Stücke: 1.Man^aiten-Beach- Mor'ch v. Souia. 2. F^t-Ouvertnre v. Lemner. 3. Carmen, SyGa, Waizer o. Ivavovici. 4. Ein Abend in Toleda, Sererad? ö. Schmeling. 5. Große Fantasie aus der Oper: Lobengr n" v. Wagner. Die Ulanenkapelle spielt Sonniag (t. Pfingüsiienag) zur Parolemusik im Schloßgarten folgende Smcke: Ouvertüre z.Raymond" v. A. Thomas. Schutz-Walzer v. J. Strauß. Fantasie a. d.Tannhäuser" v. Wagner. Vo'pourri über akademische Lieder v. Kohlmann. Kommandeur-Marsch v. A. Urbach.

* Zur Sonntagsruhe. Am ersten Pfingst- feier ag ist a) der Handel mit Back- und Konditoreiwaren, mit Fleisch und Wurst, Borkostartikeln und mit Milch von 5 Ubr morgens bis 12 Uhr mittags jedoch ausschließlich der für den Hauptgottesdienst festgesetzten Unterbrechung zugelassen, b) der Handel mit Kolonialwaren, mit Blumen, Tabak, Bier und Wein, Zigarren während, zweier Stunden vor Beginn der Pause für den Hauptgottesdienst und nickt über 12 Uhr mittags hinaus, die Zeitungsspedition aber wie an sonstigen Sonn- und Festtagen gestattet. Für den M i l ch- Handel ist außerdem im ganzen Regierungsbezirk an Sonn- und Festtagen noch die Nachmittagsstunde von 6 bis 7 Uhr freigegeben. Für den zweiten Pfingstseiertag gelten die für einen gewöhnlichen Sonntag zutreffenden Bestimmungen.

* Wernfprechverkehr. Hanau ist zum Sprechverkehr mit dem zur Gruppe Brüssel gehörenden Fernsprechnetz in Overysiche zugelassen.

* Geschichtsvereirr. Im Anschluß an die vergangenen Freitag gelegentlich der Jahresversammlung erstatteten Berichte über die Täiivkeil des Vereinevorsiaudes und darauf erfolgtet weiteren Veröffentlichung werden Interessenten darauf aufmerk­sam gemacht, daß im i. Oberge choß des Museums die in Form wie Ausführung glei^ hochinteressanten Bronzefunde aus der Umgebung von Eicken unmentlich aber die Gürtel» kette und die Funde vom Heideberg befiebend in Wandbe»

kleidungen, figürlichen» und Schmuck-Gegenständen, im Schau­kasten des Mitielzimmers gemeinschaftlich ausgelegt sind, der prähistorische Ein baum aber im 2. Obergeschoß ausgestellt worden ist. In letzterem Stockwerk befinden sich nun auch die von der aufgelösten Grimmmuieu ms-Gesell ichaft ge­sammelten Erinnerungen an die Brüder Grimm die von dem Magistrat vorbehaltlich des Eigentumsrechtes überwiesen und in besonderem Zimmer ausgestellt auch dem Publikum zuoänglich gemacht worden sind. Sie bestehen aus 35 Büchern un) Drucksachen, 24 Handschriften, 12 Abbildungen, 21 Originalbriefe von Jakob und Wilhelm Grimm, drei gelegent­lich der Denkmalekonkurrenz mit greifen gekrönten Modelle der Professoren: Wiese, Eberlein und Eberle, ferner ein Marmor- relief Bi dns der Doro h Grimm geb. W ld und anderes. Weiter sind noch neu aufgestellt, ein Kissen und Seidenzeuge in vorzüglich stilistischen und figürlichen Formen Empre- zeit hergestellt in der letzten Hanauer Seidenfabrik von Eleve. Unser schönstes WaffenstückDie Wallbüchse" ist am eine Lafette montiert und unter Glas sind die S i egel- abdrücke Hanauer Regenten, Zeit 13001736, ausgestellt. Im Kupferstichzimmer liegen eine große Anzahl Ansichten in Lichtdruck nach polographiichm Aufnahmen von dem ver­storbenen Konservator in Marburg Dr. L. Bickell auf, die wegen der ungewöhnlichen Schärfe namentlich aber in ihrer Wiedergabe architektonischer Bedeutung der Stadt Gelnhausen, alle Beach'nnn verdienen.

V> Statistisches. Im Monat April 1904 wurden in Hanau lebend geboren 64 Kinder, 26 Knaben und 38 Mädchen. Gestorben sind 51 Personen, 22 männlichen

und 29 weiblichen Geschlechts, darunter 12 Ortsfremde, die Stadt selbst bleiben 39 und es kommen auf 1000 wohner und aufs Jahr berechnet 15.5 Todesfälle.

Gestorben sind: 12 " ' ' 5 2 4 4 4 3

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Kinder, eines aus

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eines auS Kesselstadt. 5 Personen, darunter 2 Ortsfremde, starben an Lungenschwindsucht und 13 Derson-n an akuter

Erkrankung der Athmungsorsane. Dir Todesursache war in 4 Fällen Krebsleiden, in je 3 Aderv-rk-ilknng und lubelku'oie

Hirnhautentzündung, in je 2 Fallen akute Erkrankung des Darms, eitrige Mittelohrentzündung, Bauchfellentzündung und Nierenleiden und in je 1 Fall Gehirnerweichung, Zuckerruhr, Rückenmarksleiden, Herzleiden, Herzschwäche nach einer Ope­ration und Schlaganfall. Nicht durch Krankheit war der Tod in 7 Fällen bedingt: eine Perlon starb an Altersschwäche, 3 kleine Kinder an Lebensschwäche, eine Person verunglückte und 2 Personen beendeten ihr Leben durch Selbstmord.

Sanitätsrat Dr. Zeh.

* Der große Prozeß der Firma Jäger L Rumpf in Hanau gegen die Stadt Karlsruhe ist nunmehr durch Ver­gleich beseitigt worden. Die Firma Jäger & Rumpf bekommt die geleisteten Arbeiten bezahlt, auf Entschädigung wird beider­seits verzichtet und die Kosi-n werden geteilt.

* Sehenswürdigkeiten.Museum der Wetteraui- schen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Ge- öffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis Vsl Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet.Mu'enm des Hanauer Geschichtsvereins" (Altstädter Rathaus, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Festtagen vormittags von 1112V3 Uhr. Kinder unter 12 Jabren haben keinen Zutritt.

* Das Hahnenkammhaus ist jetzt täglich ge­öffnet.

* Kurort Wilhelmsbad. Am 1. Feiertag von 7 Uhr ab findet Frühkonzert sowie am 1., 2. und 3. Feiertag jedesmal nachmittags von 4 Uhr ab großes Militär-Konzert der Jnfanteriekapelle Nr. 166 statt.

4 Militär-Konzert. Wir auS der heutigen Annonce ersichtlich, ist auch bei ungünstiger Witterung sür Unterhaltung gesorgt, indem in diesem Falle im'Sa a lb au zum deut­schen Haus" ein großes Militär-Konzert der Kapelle des Feld-Artillerie Reaiments Nr. 63 flatifindet.

* In der Wiener Spitze finden während der Pfingst- feieriage Bar Slö^orsiellungen mit neuem Programm statt.

Brauerei Dörr. Bei ungünstiger Witterung wird während der Feiertage nachmittags und abends das erste Frankfurter Humoristen - Quartett unter Mitwirkung zweier Damen Borstellunoen geben.

* Bürgerbräu. Wir wollen Nicht uns erlassen, nochmals auf das morgen Abend im Bürgerbräu stallfindende Militär« konzert unserer 166er hinzuweisen.

* Ueberfahren wurde gestern in der Holpitalstraße durch einen radelnden Däckerburschen ein Dienstmädchen, da? mehrfache Hautabschürfungen erlitt.

* Verhaftet wurde hier in einer Wirtschaft der von Frankfurt aus wegen Betrugs steckbrüfl-ch verfolgte Schneider Konr. Graul, der sich alsPrivatdetektiv" bezeichnete.

Feuilleton

Programm für die Festtage der Akav. Verb.GtHinl".

Sonntag den 22. Mai 1904

11 Uhr Fahnenweihe in der Akademie, Promenadenkonzert, 2 Uhr Fcstesicn im Adler

8 Uhr Kommers in der Turnhalle.

Montag den 23. Mai 1904

8 Mr Künstler-Maienfest in der Turnhalle.

Zu sämtlichen Festlichkeiten sind die Damen willkommen!

Der Vorsiand der A. V.C."

F. K. Wilm.

Zum Ccllml-Fcst.

Hanau, 21. Mai.

Die wehende rok-weiß-blaue Fahne am RestaurantCarls» ' d'e die Festnimmung ihrer Inhaber nach außen weiter- ' 7a* mr wanche Erinnerung wachgerufen, aus der Zeit, als tote so rühmlich bekannte Verbindung kaum ins Leben geirrten, veute aber tritt mir ein Gruß auf die Sippen, ein schlich er, warmer Gruß an die neuen Tiäger des Namens, dem ich eine 10 gute Erinnerung bewahrt habe ....

Recht io! Des Festes Banner auf die Zinnen Hub ein Trompetenstoß durch's weite Landl Der Freude Bergqgell soll nicht träge rinnen

Turch Alltags unkruchtbaren Heideland;

Hoch schwillt er^ an, schäumt auf und braust von hinnen Au edlen Frohsinns weitem Blumenstcand Und sprühend stürzt er sich in hohem Bogen Viellausendfarbig in des Festes Wogen.

Euch war die Sonne treu. In ihrem Lichte Wuchs Zweig um Zweig aus starkem Stamm hervor, Und unoei ändert prangte dran der dichte, Alljährlich sich erneu'nde Blüienflor.

Aus B^üien wurden aber mählich Früchte Und kräsl'ger, stolzer wuchs der Stamm empor. Und wenn im Laub die reifen Früchte glühten, Schmückt jeder Zweig sich schon mit neuen Blüten,

Sckaut ihr zurück ihr babt es wohl erfahren: Zu Hoden Zielen ist der Weg nicht leicht;

Und doch hat euch in all' den Werdejahren Die Göttin Kunst so manchen Kranz gereicht. So gali's, errung'ne Würde zu bewahren Und ihrer wert zu sein, wie's Ehre heischt, Und euch mit neuen Zweigen stets den alten Kranz eurer Ehren jung und frisch zu halten.

Und Jahre kamen wieder, Jahre schwanden;

Ihr habt ererbte Ehren stets gemehrt

Und in dem Tempel eurer Künste bräunten Die heit'gen Fackeln hell uns unversehrt.

Wie gut habt ihr das große Wort verstanden, Das euch ein einig' Streben einst gelehrt' Und hochgesteckte Ziele zu erfüllen, Hat es euch nie gefehlt an Kraft und Willen.

Sckaut nur zurück l Ihr dürst e8 ruhig wagen.

Der Weg, den ihr gegangen, ist besteckt Mit Ehrenzeichen, die zur Sonne ragen. Doch vor euch liegen, weite noch verveckt Die Ehren, die euch blüh'n in künft'ge/Tagen.

Die heutige Nummer umfaßt außer dem Unterhaltung

Kein noch so schweres Müh'n sei's, das euch schreckt; Getreu den überlieferten Devisen, Geht vorwärts, wie sie euch den Weg gewiesen.

, Glück auf zum Fest! Und wenn auS weiten Gauen Die Brüder kommen, die vor euch das Feld Gepflügt, um erntesichre Saat zu bauen Sie seh'n vom alten Licht den Weg erhellt, Seh'n wolkenlos der Zukunft Himmel blauen, Seh'n, wie die Göttin Kunst das Szepter hält Und wie vom gleichen hohen Geist durchdrungen Wie einst die Alten, heute noch die Jungen.

Moderne Schnclldampfersahttm.

Die Weltausstellung in St. Louis wird neben ihrer Be­deutung für Handel und Industrie vor allem deshalb in Deutschland ein allgemeines Interesse erwecken, weil sie Ver- anlassung gibt, die mannigfaltigen Beziehungen zwischen den Deut'ch'n diesseits und jen'eils des Atlantischen Ozeans fester zu knüpfen. Der vielreifende Deutsche von heute schreckt vor dem Gedanken an eine Vergnügungsfahrt nach Amerika keines- tvegs mehr zurück, um so weniger, als die großen Ozean» Grey^ounds, dieWindspiele" des Meeres, deutsche Flaggen führen und ein lustiges Stück deutschen Lebens sich auf ihnen absp-elt, das zugleich ein Stück internationalen Lebens darfiellt. Glücklicherweise ist ja der Deutsche von heute nicht mehrder" Auswanderer, wie er es im vergangenen Jahrhundert war. Was da unten auf dem Zwischendeck von wertvollem Menschen- material kribbelt und wimm-lt, gilt zwar dem Amerikaner als dutch", deutsch oder German, setzt sich zusammen aus Ungarn, Böhmen, Polen, Rumänen, Slowaken und vielen Deutschruffen oder auch echten Russen.

Der Kapitän, von dessen Kommandobrücke man unausgesetzt alle Vorgänge auf dem Zwischendeck überschaut, ist gut geübt im Erkennen ihrer verschiedenen Rationalitäten. Sie sind alle

.'Matt 14 Seiten.