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Erstes Matt

ßanauer V Anrelger

Lez«g§Pre!Sr

SierkeliLhrlich 1,80 Mk., monatlich 60 Ng.. für euS- Wattige Abonuanm mit dem betresienden P^Wsschlag, Die eiitjeltte Nummer kostet 10 Pfg.

General-Anzeiger

Gedruckt und verlegt in berBuchdruckerer des verein, c». Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Grzm fit Statt- n«d Mkreis lern

Einrückungsgebühr

Für Stadt- itnb Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« oespaÜeue PÄüzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg^ im Reklamencheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

, _ , _. _ _ Derautwortk. Redakteur: G. Schrecke« in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Fernsprechanschluß Nr. 605

Areitaa den 20. Mai

FerllfvreLansckiluß Nr. 605»

1904

Amtliches.

Stadtkreis hanau»

BelmWLMlMmqen des Oberdurgermeisteramtes.

BekanntmaHlvnst.

Wir ersuchen die Nechnttngrn für die Forderungen aus Arbeiten und Lieferungen für die Zeit bis Ende März d. J. wegen des Iabresabscblusfes alsbaiv und spätestens inner» halb einer Woche einzureicken.

Hanau den 19. Mai 1904.

Der Magistrat.

__Dr. Gebesckns.______________ 9351

In d-r Zmammenlegnnassache von Lanaenselbold soll die AcrlSellitng Lines EnLwäfferunstsgrabens in der Baumwie e im Submissionswege vergeben werden.

Schriftliche Angebote sind b^s spätestens Dienstag den 24. Mai er., abends 7 Uhr, an den Unterzeichneten, woselbst auck der Kostenanschlag auf( egt, ein urreichen.

Langen selbold den 19. Mai 1904.

Die Ansiührnngskommijsion.

Sehr, Vorsitzender. 9399

Bus Stadt und £and.

Sanau, 20. Mai.

Historische Gedenktage.

20. Mai $44! wurde Möllenbach im Lckaumburgilchcu aus iinem Domn st zu einem A^ust'n-rk'oster umaenaltel.

20» Mai 1552. Eroberung der Edrc-burger Klause in T rol durch Landgraf Wilhelm, nachdem säen Tags vor­her der erste Sturm auf dieselbe, die von 12 ^öbnkm kaiserlichen Kriegsvolks besitzt war, mit Erfolg gemacht worden war. Die hessischen Trupoenisihrer, zumal Philipp Diede von Fürstenstein, machten bei dieser Eroberung un- gemein oro6e Beute.

20» Mai 1607 starb der Kanzler zu Cassel, Johann An- treckt, einer der bedeutendsten Staaisbeamten während der frühesten Regierung-zeit des Landgrafen Moritz.

20. Mai !Glt fielt der weltberühmte Philolog AemiliuS Por.us seine Antrittsrede am Mauritianum zu Cassel. Er bl'-b jedoch hier ebenso wenig längere Zeit, als an den anderen Orun, wo er bisher gewesen war (am längsten als Professor in Heidelberg vom Jahre 1596 bis 1608), denn schon im nächsten Jahre (1612) man» hörte er an das Gymnasium (nachher Un-versitäi) Statt» Hagen. Sein Vater Franz war aus Kreta gebürtig, einer von den letzten Grieck-n, welche die klassische Phi- loioste (das Licht der Wissenschaften") nach dem ALend- laude brachten; er se'bst war in Ferrara geboren und lernte n-e ein Wort dem ch sprechen. Man benutzte seine Schriften bis in den Anfang des vorigen Jahrhunderts, und der Schreiber dieses hat noch Männer gekannt, die ihr Latein, w-.ches man zum LalnnjLrkiben gebraucht, aus den Büchern des A-mitms Bonus gelernt hatten. In Cassel hat Porta übrigens ausser jener Antrittsrede nichts drucken lassen, als den bekannten Sch-rziraktar: von dem Altertum und der mannigfaltigen Gewalt des Nickis."

20. Mai 1623 wurde Hersfeld von Tilly besitzt.

20. Mai 1635. Erstürmung von Eelnhausen durch die Sckmeden.

20. Mai 1671 starb der Superintendent zu Braunschweig AnsreaS Heinrich Buchholz, merkwürdig durch seine, weit über ein Jahrhundert gern geltienen, wenngleich seit» samen, christlichen Romane: Herkules und Daliska, und Herkulislus und Herkumdisla; vorder sechs Fahre lang von 16411647, Professor der Theologie zu Rinteln.'

Geffentliche Krhuna der Htadtver-r-nrt-n- Versammlung

vom 19. Mai 1904.

Anwesend die Herren: Canihal, Vorsteher; Aukamm, Baader 3°rster, Heydl, Hoch, Hock, Holm ^ost jr Kehl, Koburger, Müller, Peteler, Reis, Schroeter L-ckwabe, Steinheuer. Stübing, Trentch, Voltz. Dr. Wagner' Dr. Zettle, Wohlsarih und Wolff; vom Magistrat: Ober­bürgermeister Dr. Gebeschus und Siadtrat Alberit.

Mitteilungen.

Vorsteher Canthal gibt zwei eingegangene Eilsachen be­kannt, von welchen die eine die an die Duniop - Gesellichast verkautien (Grundstücke betrifft. Der Herr Regierungspräsident hat hierzu noch die genaue Bezeichnung der verkauften Grund­

stücke nach Parzellen »erlangt. Die Borlage, welche nur einen formalen Charakter träst, findet im Verlauf der Sitzung ihre Erledigung durch Zustimmung. Die zweite Eillache betrifft den nachfolgenden Antrag Kehl und Genossen. Die Dringlich­keit wird beschlossen.

Antrag Kehl und Genossen gegen die Einführung konfessioneller Schulen.

Es liegt ein mit 6 Unterschriften und zwar derjenigen der Herren Kekl, Steinheuer, Dr. Denke, Sa'wabe, Koburcer und Wohlfarth, v rsthener, mithin in vorgeschriebener Weise unterstützter Antrag vor, sorgenden Wartlaws:

Tie Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen den Magistrat zu ersuchen, frühzeitig auf A wehr der Gefahren bedacht zu fein, wflche unkrem Schniw sen drohen durch die angestrebte Einführung der konfessionellen Schule, durch w'lLe der bisherige Frieden der Konfessionen untereinander gestört und eine zwecklo e weitere we endliche Belastung des Schuletals herbeigefüdrt w'iden würde.

Die Delegierten zum Hessischen Städtetage sind daher dahin zu instruiere", gelegentlich dess lben auf ein gem'insameS Vorgehen der betstichen Städte gecen die Einführung ton* fesnoneller Volkssäulen hinzuarbeiten, insbe'ondere aber für die Beib-ballung der Simultanschulen, auf Grund der zn- läisigen Ausnahmen, welche für Fälle vorgesehen sind, in welchen die Simultanschule auf historllch'r Entwickelung be» ruht, für den Regierungsbezirk Cassel einzutreten."

Begründet w rd der Antroa durch H-rrn Stadtverordneten Woblfarth unter Hi> weis auf die otferntivfien politischen Nackricklen, nach welchen im preußischen Abaeordnitenbause ein Antrag auf gesetzliche Regelung des SLuiwesers a f der Grundlage^ der toufesstonell n Schulen eingebrait ist. Redner setzt vo ous, daß diese Nachricht be'annt sei. Es würde diese Neuerung für die hiesigen Berhälinisse nicht von großer Be­deutung se^n, weil die eleickzeitiq beanhaate Ai'snakmebe- j st immuner, dort, wo die bisherige Simulians k ule auf h i'foriüer E iw.ckelunq beruhe, solche zu belcff n, für unsere Pcr'ält- nisse lutreffen würde. Ciabivcrordrct-r Hoch legt Wert auf die Fassung der Reso'mion ohne'den Nachsatz, daß die Be'vssi-ng unsirer Simultanschulen nur auf Grund zulässiger Ausnahmen vor sich gehen soll. Es'se das Bestreben unterstützt werden, überhaupt allgemein lonfc sionslose Schulen einzufü rcn. Oberbürgermeister Dr. GebeschnS erwähnt, daß der Mogistrst zn dieser Sache noch keine Stillung genommen habe. Er persönlich habe be» rn's die Absicht gehabt, diese Frege auf dem Städtetage an» zu ckneidcn. Er habe gegen die Streichung des Satzes von n s^ondere" an keinerlei Be^-nken. Nach Streichung des letzten Teiles findet hierauf die R^olution durch eirst'mmigen Beschluß Annahme bis zu dem Wortebirzuarbei'en". Im Anschluß hieran hebt Stabto-roronelenvoistber Canthal noch hervor, daß man nun hier schon seit 10 J ihren für die Beibehaltung der Simultanfdule kämpfe, deren s-gensreiche Frückle bereits gepflückt worden seien, sodaß wir hier mit die ersten fein müssen, danach zu streben, daß die jetz-ge kon­fessionslose Volksschule, welche auf der gegenseitigen Achtung und Tol-ranz der einzelnen Konfessionen untereinander '\v.:2, unS erhalten bleibe.

Wahlen.

Die mit Herrn Ott gepflogenen Verhandlungen zwecks Zurücknahme feiner Ausiritiserklärunq hauen' keinen Erfolg. Vorsteher Canthal gibt seinem Bedauern über ba8 Aus­scheiden diesir blwrhrten Krasi Ausdruck und rühmt die Ver­dienste des AuSneschiedenen während seiner Tätigkeit als Stadt­verordneter. Für Herrn Ott ist zunächst ein neuer stellv. Sckristfübrer zu ernennen, als welcher Stadtv. Schroeter ge­wählt wird. Als Ersatz für die Herren Ott und Gla>er werden in den Finanz-Ausschuß die Stadt. Holm und Schroeter gewähsi. Ais Ersatz für den ausgeschiedenen Herrn Sucht wstd nach kurzer Debatte Stabiv. Schwabe in den Ban-Ausschuß g°wählt. Ein Gegenvorschlag van sozialdemokratischer Seite ging dahin, Herrn Peteler zu wählen, da derselbe Fachmann ist. Von anderer Seite winde darauf hingewiesen, daß der Vorschlag nicht wohl akzeptabel sei, da der betr. Fachmann dann von der Beteiligung an städt. Submissionen ausgeschlossen sei. Als Mitglied in den Rechnungsprüfungs-/Atlssäuß wird an Stelle deS auSgeschiedenen Herrn Glasir Surdio. Koburger gewählt. In das Kuratorium der Oberrealschule m rb für Herrn Ott Stadtv. Eberbard gewählt. In ba« Kuratorium der Kinderkrippe wird für Herrn Glasir Stadtv. Heyu gewählt, in sie Schu'depuiaiion Stadtv. Dr. Wenke. Als Mitglied des Steuer-Auslchusi-S wird für Herrn Ott Stadtv. Bonn gewählt, in die Wchergeldveranlagungs- Kommission für Herrn Sucht Stadtv. Peteler. In die Kommission zur Prüfung der Naturalien bei Militärlieferungen wird Herr Georg Nicolay gewählt. Der neulich zuni Armen­

pfleger gewählte Herr Gustav Körner kann aus Gesundheits­rücksichten das Amt nicht annehmen. An seiner Stelle wird Herr Franz Schaack gewählt.

Zu dem am 27. und 28. Mai in Rinteln siattfindenden 15. Hess. Städtetag wird Stadtv. Baurat Wohlfarth delegiert. Der Magistrat hat von seiner Seite Herrn Stadtrat Böhm bestimmt.

Von der Einladung der akademischen VerbindungCeLini^ zur Teilnakme an dem während der Pfingsttage hier stati- findenden 10. Bundestag der Studierenden an deutschen Kunst- gewerbeschulen wird Kenntnis genommen.

Kleinere Vorlagen.

Für den gänzlichen Ausbau der Eberhardsiraße werden 4100 Mk. gefordert. Referent Baurat Woblfarth beantragt Genehmigung, da der größte Teil der Straße be­reits hergestellt sei. Stadtv. Wolff richtet, veranlaßt durch ein Eingesandt imHanauer Anzeiger", an den Ma­gistrat die Anfrage, ob im Laufe des Jahres auch eine Vor» laae für den Ausbau des Fasanerieweges zu erwarten sei. Obetbürgermeifier Dr. Gebeschus: Ich kann diese Frage bejahen. Die Vorlage wird genehmigt.

Ein Beschluß des Magistrats, betr. dieVergebung stä - tischer Druckarbeiten" lautet wie folgt:Die Anfertigung der städtischen Druckarbeiien (Eniwürfe zu Satzungen, Berichte u. bergt) soll vorerst der Waisinhaus- Buchdruckerei nach dem Abkommen für 1903 belassen wer­den. Wegen der ferneren Vergebung soll zunächst die Ange- mcss-nhe't der Prci'e fefbefteUt und dann die Lieferung den beteiligten Druckereien im Wechsel übertragen werden." Refe­rent Holm bringt dies mit einigen Erläuterungen zur Kenntnis. Siadto. Schwabe macht Einwendungen be» züqlich der freihänsigen Vergebung der Druckarbeiten, ins- betonbere bei denjeni en im Betrag von über 1000 Mk., wo­rauf Oberbürgermeister Dr. K e b e s ch u s erwidert, der Schluß der Verhandlungen oer gemischten Kommission, welche sich mit der Vergebung der städt. Arbeiten beschäftigt, sei demnächst zu erwarten. Es handle sich daher nur um eine Übergangszeit, während welcher der Magistrat freie Hand haben wolle. Im übrigen solle die Stadt keine Preisdrückerei treiben. Die Vor­lage wird zur Kenntnis genommen.

Für Verlegung einer Gasleitung über den pro­jektierten Kinzigsieg werden 2800 Mk. aus Mitteln der Gaswukskasse verlangt. Der Kostenanschlag sieht ein stärkeres Verbindunasrohr vor, als zur Beleuchtung des Sieges allein notwendig wäre. Dies hat zum Zweck, die schwache Gaszusübrung für den Stadtteil jenseits der Kinzig zu verstärken. Stadtv. Baurat Wohlfarth hatte in der Kommisngn bereits empfohlen, das Verbindungsrobr in einer leisten Weite anzulegen, daß dasselbe die ausschließliche Gas- zuführnnz für den Stadtteil jensiits der Kinzig überhaupt ge­statte für den Fall, daß bei Herstellung der Kinzigbrücke ober aus anderen Gründen das dort liegende Zuleitungsrohr zeit- weisi unterbrochen werden müßte. Dieser Wunsch kommt in dem Beschluß der Kommission zum Ausdruck, welcher ge­nehmigt wnd.

Der Berechnung von 3.50 Mk. für den qm des Roth- schen Grundstücks am grünen Weg bei Ausbau der Straße wird zugestimmt.

Für Vertretungskosten an der Oberrealschule werden 2522.50 Mk. nachbewilligt. Der Ausgabe steht eine Gebaltsersparnis von 2267.67 Mk. gegenüber, sodaß sich die tatsächlichen Aisgaben nur auf 254.93 Mk. b läuft.

Der Uebertratung ersparter 1000 Mk. auf R.-J. 1904 zwecks Beschaffung physikalischeren st rumente für die höhere Mädchenschule wird zugestimmt. Nach den Mitteilungen des Riferenten Schroeter sind dies ein Mckeostop, ein Projeknonsaaparat, ein mikroskopischer Ansatz h erzu, ein Bunsen'^cher Spekralapparat und ein Funken- induktor.

Aus dem Etat der kaufm. Fortbildungsschule werden nicht verbrauchte Mittel zwecks Beschaffung von Schul­bänken in den Etat für 1904 für übertragbar erklärt^ ebenso der nach Fertigstellung der Pumpstation noch vorhandene Restverlag.

Der Abrechnung über den Schulhausbaustock, welcher nach Fertigstellung des Neubaues der Mittelschule noch einen Bestand von 17 376.17 Mk. ausweist, wird zugestimmt, jedo b mit dem Vorbehalt, daß damit Decharge für die Ab­rechnung über den Schulhausneubau nicht erteilt werde.

Für F e r n s p r r ch a n l a g e n bei der Stadtverwaltung werden 123.70 Mk. bewilligt.

Verleguug der Vorschule der Oberrealschule in die alte Zeichenakademie.

Da die Räumlichkeiten in dem Oberrealschulgebäude durch sortwührende Zunahme der Frequenz und die Notwendigkeit