Einzelbild herunterladen
 

EG-s Blatt

Ruinier w Anreiger

General-Auzeigkr

SezugSprelSt

Ki-rt-lsährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für au», wärtige Abonnenten mit dem betressenden PosUmsschlag, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckern des verein, kv.

Waisenhauses in Hauau.

Amilicher Organ fit Mt- ni ftxikrtis Sm«

Ekitruckungsgebühr

Air Stadt- und Landkreis Hasan 10 Pfg. die fünf- gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg im Reklameutheil die Zeile 25 Pfjp, für Auswärts 35 Pfg.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 116 Fernsprechanschluß Nr. 608.

AWittches. Stadtkreis banau»

MmmNachmllM des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Der Keller unter der Turnhalle der Eberhardschule ist als Lagerkeller zu vermieten. Der Raum ist 21,48 m lang, 11.74 m breit und 2,20 m hoch und besitzt 2 Nebenräume von 13 und 16 qm sowie 2 m breiten Zugang von der Stöbet [frage aus.

Besichtigung durch Vermittelung von Schuldiener oder Heizer der Eberhardschule.

Angeboie mit Angabe des Mietpreises an den Magistrat. Hanau den 14. Mai 1904.

Der Magistrat.

_______ I. A.: Wagner. 9269

GesnMne und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 kleiner weiß und roter Kinderschuh, 1 doppelter Hausschlüssel mit Drücker, 1 Portemonnaie mit 10 Pfg. und 2 Rabattmarken, 1 gelbes unechtes Kettenarm­band mit hellblauen Türki'en.

Verloren: 1 Fahrradketie.

Hanau den 19. Mai 1904.

Bus Stadt und £and.

Historische Gedenktage.

1 9. Mai 1607. Kaiserliches Privilegium für die Universi­tät Müßen.

IN. Mai 1821 starb zu Frankfurt a. M. Karl Konstantin, Prinz von Hessen-Rotenburg, 69 Jahre alt, früher Oberst des kön. französischen Kavallerie-Regiments Royal Alle- mand, seit 1739 ein wilder Revolutionär zu Paris, welcher seine Fürstenwürde ablegte und sich Charles Hesse nannte, unter welchem Namen er allbekannt war. Aus der Genealogie des Hauses Hessen ließ ihn Landgraf Wilhelm IX. für immer auslötchen. Der Guillotine ent ging er, weil er, wenn auch noch so wild, doch zu un­bedeutend war, indeß wurde er unter der Konsular- regierung auf die Insel Re deportiert wegen einer Ver­schwörung; nach seiner Freilassung verließ er Frankreich und hielt sich meist in Frankfurt auf; die Tracht und die Gesinnung der Jakobiner behielt er bis an seinen Tod.

BeamLsnpersonal-NachrichLen.

Ernannt: der Landgerichtsrat Hempfing in Cassel zum Landgerichtsdirektor in Cassel, der Gcrichlsassessor Richard Wagner zum Amtsrichter in Frankfurt a. M., der Rechts- randidal Eduard Lange zum Referendar, zu Förstern vom ab: die Hilssförster Grunert zu Salden, Oberförstern Ehrsten unter Ueberiragung der Försterstelle Wohra, Oberförsterei Bracht, Fricke zu Hainebach, Ober- forsterei Morschen, unter Ueberiragung der Försterstelle zu Sadaburg, Lbersörsterei Gottsbüren, Hahn zu Rotenburg Oberförstern Rotenbura-West, unter Ueberiragung der Förster- stelle Kehrenbach, Oberförsterei Melsungen.

Bestellt: an Stelle des Pfarrers extr. Stamm der Pfarrer extr. Humburg zum selbständigenGehilfin für das Kirmlpiel Oberaula. 1

Versetzt: der Amtsrichter Künhel in Neu-Rupvin als tanbrtebter an das Landgericht in Cassel.

..^Altosiert: der Amtsgerichtsrat von Stiernbera in Eaffel, die Hegemeister Simon in Niederrodenbach Klina vom^'Jmi und der görst« Hagel sie in in Blankenbach

d «EAL^. PM1 S* Stils», K-»m.»d-u- iSrilt "en^rM^, früher in Hanau Kommandeur des beföt^ ^r. 6, wurde zum Generalmajor

* 8'ernspkechperkehr. Der hiesige Sprechverkehr ist auf ^^unden (Unierlrank n) ausgedehnt worden.

. u-ende Sommer soll nach einigen Un= ^"^proplüt-n ,chr schlechtes Wetter bringen, und zwar, da lun^ emV^ 6^ ug geherrscht hat, zur Abwechs- SunTfmnT^^^ ^"^' ^'^ 3n bl»er großen Berliner A^ung stand dieser Tage zu seien, daß nach den Abgaben ^ bevorstehende Sommer für die nördliche Halbkugel im allgemeinen ein warmer werde,es werden sich

Donnersiaa den 19. Mai

mehrfach abnorme Hitzvenoden, und, was noch unangenehmer sein dürste, heftige, plötzliche Nederschläge mit nachfolgender Ueberschwemmungsgeiahr einstell-n"' Fragt man, worauf der Mann diese unheimliche Prophezeiung stützt, so ist die Antwort, daß es dieaußerordentliche Eruptwusiätigkeit der Sonne" sei, die den schlimmen Sommw verursachen werde,der allen anderen Sommern in ionnenfleckreichen Jahren gleichen muß". Wer nichts von der Sache versteht, kann sich leicht durch solche dreiste Behauptungen verblüffen lassen; in Wirklichkeit ist aber, wie ein Meteorologe in derKöln. Ata." schreibt, kein Wort davon wahr, daß die Sommer in den Jahren mit vielen Sonnenfl cken sich so gestaltet haben, wie der Unglücktprophet den bevorstehenden Sommer ausmalt. Der Einfluß der Sonnen- flecke auf unsere irdische Witterung ist vielmehr so gering, daß die Forscher, die ihn festste llen wollten, zu ganz entgegengesetzten Ergebnissen gekommen sind. Wie der erste unter den lebenden Meteorologen, Professor Hann in Wien, Nachdruck ich betont, gestatten die Ergebnisse (der bisherigen Untersuchungen) keine Schlüsse auf das Eintreten trockener und nasser 3a'irgänqe auf Grund der Sonnensicckperiode". Die jüngsten Untersuchungen, die Professor Schreiber in C'emnitz über die periodischen Schwankungen der Sonnen fl-cke und der Niederschlägeveröffentlicht hat, ergaben,daß noch viele Jahre (der Beobachtungen) nötig sein werden, um die wirkliche Existenz von Perioden sicher nachweisen zu können". Der tatiächliche Einfluß der Sonnen- flecke ist al'o so unbedeutend, daß er kaum im Laufe vieler Jahre rechnungsmäßig erkannt werden kann, geschweige denn so unmittelbar zutage tritt, wie der anonyme Fachmann in der Berliner Zeitung behauptet. Wie sich das Witter des kommenden Sommers gestehen wird, weiß gegenwärtig niemand im voraus, ebensowenig wie jemand wissen kann, welches Wetter in acht Taqen, in fünf Tagen, oder selbst in drei Tagen h-rrschen wird. Dies mag manchem als ein Armutszeugnis der wissenschaft­lichen Meteorologie mit ihren Millionen von Einzelbeobachtungen erichemen; aber es ist nun leider einmal so, und niemand kann etwas daran ändern.

* Sehr erfreulich ! Der Überschuß des städtischen Gaswerks für das Geschäftsjahr 1903 beträgt 16 3 5 0 0 Mk. gegen 126 500 Mk. des Voranschlags, also 3 7 0 0 0 Mk. mehr.

FC. Kriegsgericht der 2L Division. Wegen Mißhandlung und vorichristsw driger Behandlung Untergebener hatten sich gestern der Feldwebel Wilcelm B. und der Vizefeld- webel Jakob H. von der 3. Kompagnie der 166er in Hanau ' zu verantworten. Beide dienen länger als 12 Jahre. B. wurden 5 leichte Fälle von Mißhandlung und 1 Fall von vorscrriftswidriger Behandlung nachgewiesen. Er wurde zu 14 Tagen gelinden Arrens verurteilt. H. erhielt für 12 Fälle aon Mißhandlung und 6 Fälle von vorschriftswidriger Be­handlung 3 Wochen gelinden Arrests. Er vermochte nachzu- weisen, daß er in der fraglichen Zeit durch Unglück in der Familie nervös war, sonst würde seine Strafe härter aus­gefallen sein.

* In dem Konkurse über das Vermögen des Kauf­manns Heinrich N o h I jr. zu Hanau toll die Schlußverteilung erfolgen; hierzu sind verlügbar 6708 Mk. 44 Pfg. Zu be­rücksichtigen sin > 16 Mk. 03 Pfg. bevorrechtigte und 42 044 Mk. i 14 Pig. nicht bevorrechtigte Forderungen.

* Sommertheator. Herr Direkior M. H e n ß er­öffnet Pfingstsonnlag ab.nds 8'/- Uhr die Sommersaison auf SbecfS Felsenkeller. Die heutige Annonce gibt näheren Auf- fcblufc über die in Aussicht genommenen Darbietungen die mannigfaltiger Art sein werden, sodaß die Bemühungen des Herrn M. Henß jedenfalls auch beste Früchte tragen werden. In Geln'austn und Büdingcn hat derselbe recht günstige Erfolge aufzuweffen gehabt.

* Konzerte. Wie aus der heutigen Annonce ersichtlich, beginnen in dem gut renommierten RestaurantBürgerbräu" am 1. Pfingstseieriage, abends, die so sehr beliebten Konzerte unserer Infanterie-Kapelle wieder und wollen wir hoffen daß sich dieselben seitens unseres musikliebenden Publikums 'eines recht fleißigen Besuches erfreuen, zumal die Annehmlichkeit eines erquickenden Spazierganzs durch die herrliche Kastanienallee unseres Auheimerwegs und dann ja auch der Aufenthalt in dem schönen Garten des Bürgerbräu's damit verbunden ist Ferner beabsichtigt der Inhaber, um Familien den Aufenthalt so vergnügt und angenehm wie möglich zu gestalten, Sonntag« nachmittags kleine Konzerte mit daran anschließendem Tän'-

zu arrangieren und zwar soll bieg in streng dezenter sam'liarer Weise stattfinden. 9

[[ Fttsiballsport. Am Sonntag den 8. Mai schlug der H >nauer Fußballklub Victoria 1894"Offenbar 1899" mit 2:0 Goul und am vergangenen Sonntag spielie die Vicioria" in Bockenheim gegen dieFußballvereinigung 1900" \nib ae= wänn hört mit 9:1, nachdem das erste Sp.el hier in Hanau '

Ferusprechanschluß Nr. 603.

1904

mit 3:0 gewonnen war. Mit dem letzteren Spiel schloß die diesjährige, Pfingsten 1903 begonnene Saison, ein kleiner Rückblick sei deshalb hier gestattet. Nicht weniger wie 25 Mal tratVictorias" erste Mannschaft zum Weltkampf an. Von den 25 Spielen wurden 2 verloren, 2 blieben unentschieden und 21 wurden siegreich behauptet, mit 115 gewonnenen Toren gegen 16, die verloren sind, ein schlagender Beweis für das rastlose Streben des Klubs. Auch für kommende Pfingsten wird die Mannschaft nicht müßig sein, indem sie mit 2 der besten südd uischen Mannschafien in den Wettkampf tritt. Am 1. Pfingsttage spieltStetoria" in Pforzhnm gegen den P^orzheimer Klub, am Pfina^montag in Stuttgart gegen den Süddeutschen Fußballklub. Wünschen wir dem Klub an beiden Tagen einen ehrenvollen Abschluß.

* Auszeichnung. Der in Hanau's Kunstkreisen wohl­bekannte Kunstmaler Duo Ulbrich (früher in Hanau und Berlin), jetzt in Wi sbaden (Wilh-lmstr. 24) tätig, wurde durch Erwerbung von Porträts kusgezeichnet durch Se. Kgl. Hoheit den Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, sowie durch Se. Hochsülstliche Durchlaucht den Fürsten Heinrich XXIV. von Reuß-Greiz.

_ * Den Kollegen befohlen. Der bisher in der Gärtnerstraße bebienstete Kuh!chweizer M. wurde am Mittwoch morgen aus seiner Dienststelle entlassen und abgelohnt. Nach Empfangnahme seiner Papiere ging er noch einmal in seine Schlafstube, die er mit einem anderen Arbeiter seines bisherigen Dienstherrn innebatte, und visitierte dort die Taschen eines an der Wand hängenden Rockes seines Kollegen. Das Glück war ihm hold, denn in der Tasche befand sich eine Blechbüchse mit 50 Mk. Inhalt. Von diesem Betrage eignete er sich 20 Mk. an und suchte sich hier eine andere Dienststelle, die er auch sofort fand. Der Diebstahl wurde bemerkt und der Verdacht lenkte sich auch sofort auf den M., der dem Polizeibeamten auf Vorhalt auch den Diebstahl eingestand. Etwa 5 Mark hatte er von dem gestohlenen Betrage bereits für sich ver­braucht.

* Wäfchedi-bsiahl. Aus dem Garten des Weichen­stellers L. in der Steinheimerlandstraße wurde in verflossener Nacht die zum Trocknen anfqebängte'che gestohlen.

* Die Mordaffäre Walz. Wenige Tage, nachdem in Frankfurt a. M. das Urteil in der Raubmordaffäre Lichtenstein gesprochen ist, werden vor dem Schwurgericht in Darmstadt ähnlich: folgenschwere Verhandlungen in der Mordaffäre Wälz beginnen. Es dauerte lange, viel länaer als in dem Falle zu Frankfurt a. M., bis es der U-tersuchungsbehörde genügend Material zu sammeln, um die Anklage gegen den des Mordes an Wälz dringend verdäch 'ge Gastwirt Rothärmel von Har- pertshausen, der noch immer die blutige Tat leugnet, vor Gericht erbeben und mit Aussicht auf Erfolg vertreten zu können. Ro härmet befindet sich bereits nahezu fünf Monate in Unter» luchungshaft. Die Verhandlung ist jetzt für Anfang Juni festgesetzt; sie dürfte voraussich l ch drei bis vier Tage in An­spruch nehmen. Wie o.rlautet, sollen etwa 70 Zeugen geladen sein. Die Aussichten sind, wie der (Ofib. Zta.) geschrieben wird, für Rothärmel in der Tat recht b'denklich. Nach anfäng­lichem hartnäckigen Leugnen mußte er sich nach und nach ange­sichts des erdrückenden Beweismaterials zu manchem Ge­ständnis, namentl ch hinsichtlich des Disitzes eines Ge­wehres und Schießbedarfs, bequemen. Insbesondere hat auch die chemische Untersuchung des Blutes und der iFingerabdrückc an dem Fenster der Wobnung des ersoffenen Wälz" für Roth­ärmel ein ungünstiges Ergebnis. Auch die Nachforschungen über das Vorleben des Angeklagten förderten bedenkliche Dinge gegen diesen zu Tage. Bekannt ist ja, daß Slotbärmel schon früher einmal, als er noch auf einem Hofe in Bayern wirt­schaftete, wegen Verdachts des Totschlags 90 Tage lang in Untersuchungshaft war. Auch viele andere Delikte 'führten ben Mann schon oft mit den Gerichten zu ammen, was in Haperts- hauie» allgemein bekannt ist. Ein wohl sehr bedeutungsvoller Zeuge wurde in den letzten Tagen noch in dem derzeitigen Knecht des Anceklagten ermittelt. Man vermutet, daß der Knecht Mitwiffer der furchtbaren Tat sein könnte. Kriminal­schutzmann Daniel-Darmstadt weilte denn auch gestern wieder in Hapertshausen. Der Knecht wurde auS dem Felde herbei- geholt^ und einem eingehenden Verlöre unterzogen. Man sieht mit höchster Spannung den bevorstehenden Gerichtsverhand­lungen entaeaen.

Marktpreise. Im Monat April 1904 be­trug in Hanau der Durchschnittspreis für 100 kg Weizen Mk. 17.35, Roggen Mk. 13.52, Gerste Mk. 15.13, Hafer Mk. 13.45, Erbsen (gelbe) zum Kochen Mk. 19.33, Speise- Bohnen (weiße) Mk. 24., Linsen Mk. 29.33, Eßkartoffeln Mk. 6.14, Richtstroh Mk. 4.18, Krummstroh Mk. 3.56, Heu Mk. 6.53, Rindfleisch im Großhandel Mk. 123. ; Rindfleisch im Kleinhandel für 1 kg von der Keule Mk. 1.45, vom Bauche Mk. 1.25, Schweinefleisch Mk. 1.50, Kalbfleisch