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Erstes Blatt

D-zagsPrelSr

Liertelsährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Pssraufjchszg, Die einzelne Stummer kostet 10 Pfg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdrucker« des verein, e». Waisenhauses in Hanau.

GtLLM-NMtzxr

Amisilhes Orgm für Statt- M AMeis Km«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EinrüSungsgeSühr

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« gsjMltrrrrPetitzelle oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg^

im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecke:!» Hanau.

Nr. 110

Fernsprechanschluß Nr. 605

Mittwock den 11. Mai

Ferus-reLanschluß Nr. 605»

1904

Amtttches.

Bekanntmachung.

Auf Grund des rechtskräftigen Planfeststellungsbeschlusses des hiesigen Bezirksaus'chusses vom 22. Januar d. Zs., B. A. 247, sollen die zum Bau der Nebenbahn Vilbel- Höchst a. d. Nidder-Ttockheim in der Gemarkung Windecken erforderlichen Grundflächen, soweit sie nicht freihändig haben erworben werden können, enteignet werden.

Ein Verzeichnis der zu enteignenden Flächen liegt in der Zeit vom 13. bis eitMl. 26 d. Mts. während der ©ienftnunben am dem Bürgermeisteramt zu Windecken zu jedermanns Einsicht offen.

Von dein Herrn Regierungs-Präsidenten zum Enteignungs­kommissar ernannt, habe ich zur kommissarischen Verhandlung mit den Beteiligten zwecks Feststellung der Entschädigungen für die zu enteignenden Grundflächen gemäß 8 25 Absatz 1 des Enteiquungsgejetzes vom 11. Juni 1874 Termin auf Mon­tag den 30. Mai d. J., n-zchmtttags 3 Uhr, und Dienstag den 31. Mai d. J., vormittags 9 Uhr, Zmammenkunft an beiden Tagen im Bürgermeisteramt zu Windecken anberaumt.

.Zu diesem Termin werden alle Beteiligten gemäß § 25 Absatz 4 a. a. O. mit der Aufforderung geladen, ihre Recht.e im Termin wahrzunehmen.

Diese Ladung erfolgt unter der Verwarnung, daß beim Ausbleiben der Geladenen ohne deren Zutun die Entschädi­gungen werden festgeftOIt werden und wegen Auszahlung oder Hinterlegung derselben verfügt werden wird.

In dem Termin ist jeder an den zu enteignenden Grund­stücken Berechtigte befugt zu erscheinen und sein Interesse an der Feststellung der Entschädigungen, sowie ihrer Auszahlung und Hinterlegung wahrzunehmen.

Auch etwaige Anträge auf vollständige Uebernahme von teilweise in An'pruch genommenen Grundstücken sind von den Grundeigentümern in dem T rmin anzubringen. Spätere An­träge dieser Art sind unzulässig.

Ueber den Besitztitel haben sich die Beteiligten in dem Termin auszuweisen.

Im Falle der Notwendigkeit einer örtlichen Besichtigung der zu enteignenden Flächen wird diese sofort vom Termin­lokale aus vorgenommen werden.

Lasse! den 5. Mai 1904.

Der Emeignungskommissar. A II 6439 Schumann, Regierungsrat.

8881

Eandhräs Danau.

Bekausitmüchsisi e» des ÄitiL Landmtsamtes. . Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher ersuche ich m Gemäßheit des § 4 der Kreishundesteuer-Ordnung vom November 1894 (Hanauer Anzeiger" Nr. 7 pro 1895) der ersierr Hälfte des Monats Juni die Anf- nahme (Zahlung) der Hunde und Veranlagung der Be- sltzcr zur Hundesteuer zu bewirken und das durch meine Ver­fügung vom 3. Mai 1901 - A 2239 - vorgeschriebene Verzeichnis, welches gedruckt in der hiesigen Waisenhaus- Vuch dru ck erei erhältlich ist, bis spätestens den 1. August

I. unter Einzahlung der Steuerbeträge bei der Kreis- kommunaikasse abliefern zu lassen.

. Die Nachtragsverzetchniffö sind wie seither zu Be- gmlt eines jeden Quartals einzureichen.

Hanau den 9. Mai 1904.

A 2003

Der Königliche Landrar. v. B e ck e r a t h.

_ Die für den Sladt- und Landkreis Hanau nach dem S*» Haumann eingerichtete Sammelwasenmeisterei " -örueylobel (Station Bruchtöbel an der Hauau-Friedberaer ^lsenbahn) soll nach Ablauf des Pachtverhälinssses vom J-. ab auf die Dauer von 4»/. Jahren, also bis m April 1909, anderweit verpachtet werden.

&^ können im Bureau des Kreis- eingesehen, auch gegen Bezahlung von 50 Pfg. yretogehu^r bezogen werden.

aeidi2n6°U '^ bis zum 1. Juni d. J. an den Unter* zeicynelen einzureichen.

Wau den 7. Mai 1904.

j a ^sitzende des Kreisausschusses. JJ<r.A1981 v. Beckerath.

Bekanntmachung.

^ö'Qnl6mt setzt den freihändigen Ankauf von 6 vöenrtchtfttoh aus der letzten Ernte zu den gang­

baren Tagespreisen fort. Es werden selbst die kleinsten Mengen gekauft.

Die Einlieferung des Strohs kann an jedem Wochen­tage von 812 Uhr vormittags und von 24 Uhr nach­mittags erfolgen.

Der Roggen-, Hafer- und Heuankauf ist geschlossen.

Hanau den 5. Mai 1904.

Königliches Proviantamt. V 3259

Miss Stadt und Eand.

Hanau, 11. Mai.

Historische Gedenktage.

11. Mai 1292. Belehnung des Landgrafen Heinrich des Kindes mit Bomeneburg (b. h. hölzerne, aus Bäumen gefertigte Burg, später verderbt Bömmelburg und noch mehr verschlechtert Bomeburg geschrieben und gesprochen) und Eschwege, durch welche Belehnung die reichsfürstliche Selbständiakeit von Hessen rechtlich begründet wurde.

12. Mai 4467« Bündnis zwischen dem Landgrafen Lud­wig II. und dem Abt von Fulda, als Fortsetzung und Erneuerung des am 5. Februar 1561 geschlossenen Bünd­nisses.

12. Mai 1478. Großer Sieg des Landgrafen Heinrich III., welchen er durch seinen Marschall Johann Schenk von Schweinsberg über die Eimbecker in dem Tackmausgraben bei der Peilshecke vor Eimbeck davon trug. Vierhundert Eimbecker wurden erschlagen, siebenhundert gefangen, welcbe der Landraf mit denselben Stricken binden ließ, die sie mit Herausgenowmen hatten, um die Hessen zu binden. In der Brüderkirche zu Cassel war nach mehr als zweihundert Jahren noch die Fahne der Eimbecker vorhanden, welche damals erbeutet und als Siegeszeichen daselbst war aufgehängt worden.

12. Mai 1637. Eroberung und Verbrennung der Stadt Grebenstein durch die Kroaten, wobei 240 Häuser in Flammen aufgingen.

12. Mai 1700. Konzession für die Anbauer des neu an­gelegten Ortes Slbvrg, der nachher mit Stadtrechten be­gabt und Karlshafen genannt wurde.

* Ä6 RedakttorM. Des Himmelfahrtsfestes Wegerr erscheint die nächste Nummer unseres Blattes erst Freitag den 13. Mai zu gewohnter Stunde.

* Kirchliches. In der Johanneskirche predigt morgen vormittag 8 Uhr nicht, wie in den heutigen kirchlichen Nach­richten mitgeteilt, Herr Pfarrer Frankenberg, sondern Herr Pfarrer Bär.

e Pfarrer Lamm f. Nach längerem Leiden verschied im Alter von 64 Jahren der erste Pfarrer an der Johannes- kirche, Herr Carl Lamm. Seit 1887 hier als Seelsorger, zuerst als dritter, dann als erster Pfarrer der Johanneskirche wirkend, hat der Verstorbene, ein Kivd unseres engeren Heimat­landes Kurhessen, durch treue Pflichterfüllung für die Be­lebung und Förderung des kirchlichen Sinnes wesentlich bei- Zetragen, sodaß ihm ein dauerndes ehrendes Andenken ge­sichert ist. 3

* Fernspr-chvstzkehr. Vom 10. Mai ab wird der Sprechbereich von F u l ö a und H an a u auf zahlreiche Orte in Dänemark, u. a. auch auf Kopenhagen und Helsmgor ausgedehnt. Die Gesprächsgebühr beträgt 3 Mark

N Jahresversammlung des Geschichtsvereius^ Nächsten Fr-rtag den 13. d. M., abends 6 Uhr, findet in der Centralhalle" die Jahresversammlung des GeschichtSvereinS statt. Auf der Tagesordnung befinden fich folgende Punkte: 1) Jahresbericht, 2) Rechnungsablegung, Voranschlag 1904 b-s 1905, Entlastung des Rechners, 3) Festsetzung des Jahres­beitrags, 4) Neuwahl des Vorstandes, 5) Vortrag be^fwrn Gymnasialdirektors Dr. BraunTroja". Der Voriraa beginnt etwa 7l/a Uhr. Nach dem Vortrag findet g-mein- Ichaflliches Abendessen (Gedeck ohne Wein 2 Mk.) statt An­meldungen werden bis heute Mittwoch an den Wirt der Cen- tralhalle" erbeten. Zu dem Vortrag und zum Abendessen sind m ± "^führte Gäste, namentlich auch 4) amen, wlueommen.

* Für den Neubau des Diakonissenhauses sind beiHerrn Pfarrer Netzter weiter folgendeGabe^ für welche hierdurch den freundlichen Gebern herzlichster Dan ausgesprochen sei. Am 25. April eine Gabe aus Kopenhagen (Th. W.) Mk. 10. - Am 29. von Herrn August WZ aus Groß-Auheim aus Freude über die glücklich/Geburt Ane»

i ^ " F'°" ? ^ ^ 5-, als wiederhob- Gabe. - Am 7. Mai sandte ein junger Kaufmann auö Frankfurt (Fch. ^.) Mk. 1. Von der Vertriebsanstalt

Heutige Summer umroßt außer dem MtterhaltttugsblatL U SeiLe«.

für christliche Zeitschriften (Rich. Devrienis Verlag) in Berlin wurde als Ueberschuß vom Verkäufe des WerkesHausaltar" von Herrn Prof. Dr. Maisch durch eine Dame abgeführt Mk. 15. Dieselbe Dame bändigte Mk. 1 von unbekannter Adresse ein. Anläßlich der Teilung der Spar- und Spiel« kafle im Hotelzur Post" ergab eine Sammlung bei den Mitgliedern den Betrag von Mk. 34.35, welcher durch Herrn Carl Pesoldt abgeliefert wurde. Zusammen eine Summe von Mk. 69 35.

* Christliche Gewerkschaftsversammlung und Sozialdemokratie. In einem Bericht über die am Sonn­tage stattgefundene christliche Gewerkschaftsversammlung be­hauptet dieVolksstimme", daß die Gegner ausgeschlossen worden seien, was in keiner Weise zutreffend ist. Um einer Ueberfüllung des Saales vorzubeugen, erfolgte Ksrienausgabe, jedoch ohne besondere Formalität, ohne Rücksicht auf das politische Bekenntnis. Der Beweis hierfür ist doch erbracht, daß eine ganz erkleckliche Anzahl Gegner von der sozial­demokratischen Partei und sogar führende Personen anwesend waren.

* Sparkaffeuangelegerrhettetr. Am 3. Mai fand im Ministerium des Innern zu Berlin eine Besprechung statt, um den Vertretern der Sparkassen Gelegenheit zur Aeußerung über den in Vorbereitung befindlichen Gesetzentwurf betr. die Anlegung der Sparkafsenbestände zu geben. Seitens der' Regierung nahmen Komissare der Minister des Innern, der Finanzen und für Handel und Gewerbe, seitens der Spar­kaffen 7 Mitglieder des Vorstandes des deutschen Sparkassen- Verbandes (Vertreter der Provinzial-Verbände Preußen, Pommern, Schlesien, Sachsen-Tbüringen, Hannover, Rheinland- Westfalen und Hessen-Nassau-Waldeck) teil. Der Gesetzentwurf sieht die Anlage von Va der Sparkafsenbestände in Wert­papieren vor, wovon die Hälfte (alio ^e der ganzen Bestände) in Reichs- oder preußischer Staatsanleihe angelegt werden soll. Bezweckt ist einmal die Sicherheit der Sparkasse in kritischer Zeit. 12 Proz. der ländlichen Kassen haben noch nicht einmal 5 Proz. ihrer Bestände in Wertpapieren angelegt, sodaß sie bei plötzlichem Bedarf nicht in der Lage sind, größere Summen schnell flüssig zu machen. Außerdem wird bezweckt, den Kurs der heimischen Slaatspapierr zu heben und stabiler zu machen. Im Durchschnitt hatten dir preußischen Sparkassen 1891:30,6 Proz., 1901: 26,4 Proz. ihrer Bestände in Wertpapieren angelegt. Der günstige Prozentsatz kommt durch die städt. Sparkassen, die ausnahmslos große Bestände in Wertpapieren angelegt haben. Die Sparkassen-Einlagen be- truaen 1839 : 18 Mill., 1849 :49 Mill., 1856 : 135 », 1875 :1000 Mill., 1891 : 3000 Mill., 1901 : 6000 und jetzt fast 7000 Millionen.

* Aus gestellt. Die von Herrn Prof. Wiese ange­fertigte Büste des Landgrafen Philipps des Groß­mütigen zum Denkmal in Kloster Haina wird am Himmel- fahrtstage von 113 Uhr öffentlich in der Zeichenakademie ausgestellt sein. Eingang von der Bebraerbahnhofstraße.

* Krrrort Wilhelmsbad» Morgen Donnerstag (Himmelfahrt) findet von morgens 7 Uhr ab Früh - Konzert und nachmittags von 4 Uhr ab Militär - Konzert der Kapelle des Jnf.-Reqts. Nr. 166 statt.

* Forsthaus-Konzert. Hiermit weisen wir nochmals auf das morgen nachmittag amForsthaus statt findende Konzert der Ulanenkapelle hin mit dem Bemerken, daß bei eintretendem Regen von abends 8 Uhr ab im Saalbau zum Deutschen Haus Konzert der gesamten Ulanenkapelle stattfinden wird.

* Sommsrtheater. Herr Direktor M. Henß, der gegenwärtig in Gelnhausen und Büdingen mit gutem Erfolge Vorstellungen gibt, wird laut Anzeige im Inseratenteile Pfingsten hier auf Becks Felsenkeller die Sommersaison eröffnen. Wie uns mitgeteilt wird, hat Herr Henß in diesem Jahre durch Engagement wirklich guter Kräfte große Anstrengungen ge­macht, um auch hier das Publikum zufrieden stellen zu können.

51 Im Saalbauzum deutschen Haus" findet morgen am Himmelfahrtsfeste bei ungünstiger Witterung von abends 8 Uhr ab Konzert der Mauen-Kapelle statt.

*. Wiener Spitze. Wir verweisen empfehlend auf die morgigen Variöiöosrüellungen. Es kommt ein neues, ab­wechselndes Programm zu Durchführung.

* I» derBrauerei Dörr". Am morgigen Himmel- fahrtslage finden Vari^iävorstellungen statt. Für ein gutes Programm ist Sorge getragen.

* AthleterrklubGermania". Morgen am Himmel- fahrtsiage unternimmt der Athle-enklubGermania" einen Sinkflug nach Groß-Auheimzum goldnen Anker". Genannter Verein, welcher durch seine Darbietungen wie Leistungen sich eines guten Rufes erfreut, wird eS sich auch morgen nicht nehmen lassen, seinen Gästen ein paar genußreiche Stunden zu bereiten. Unter anderem wird ein Ringkampf ausgefochten