Erstes Matt
EinrSckuugZgeLühr
Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf» aesyaÜMrPetitzeil- oder deren Raum, für AussärtLIHWgv im Rcklamentheil die Zeile 25 $&, für Ausroirts 35 Pfg.
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Vierteljährlich 1,80 W., monatlich 60 Pfg., für aus- wärtige Abonnenten mit dem betreffenden PastküfschlSg. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Gcuttal-Auzeiger
Gedruckt und verlegt in derDuchdruckaei des verein, es, Waisenhauses in Hanau.
Amtliches Sem fit SW «nd §Mreis Am»
SFewithößrtl. Redakteure S«der in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- vndFeiertage, rmt belletristischer Beilage.
Nr. 109 Fernsprechanschluß Nr. 605»
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Amtliches.
Stadtkreis ©anau.
Zwecks endgültigen Ausbaues wird die Rhönftratze zwischen Mühltorweg und Jahnstraße von Dienstag den 10. Ä. Mts. ab auf die Dauer von vier Wochen für den Fuhrverkehr gesperrt.
Hanau den 9. Mai 1904.
Königliche Polizeidirektisn.
P 3768 I. A.: Lehfeldt, Reg.-Assessor.
Stadtkreis Danau» delairntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
BekaRntmachung.
Das Bolksbad am Main ist wieder eröffnet. Der Badeauf^eher wird täglich in den Monaten:
Mai von 6—9 Uhr vormitttags und 2—8 Uhr nachmittags, Juni, Juli, August von 5—9 Uhr vornnttags und 2—9 Uhr nachmittags, September von 6—9 Uhr vormittags und 2—7 Uhr nachmittags, an dem Volksbad anwesend sein.
Wegen der erschwerten Aufsicht ist Nichterwachsenen die Benutzung des Volksbades nach 6 Uhr abends verboten.
Es wird vor dem Baden in den Stunden von morgens 9 Uhr bis nachmittags 2 Uhr, sowie nach 7 bezw. 8 unb 9 U^r abends wegen mangelnder Aufsicht dringend gewarnt.
Hanau den 6. Mai 1904.
Der Magistrat.
Bode. 8743
Bekanntmachung.
Der von den städtischen Körperschaften durch Beschlüsse vom 1. und 24. März d. Js. genehmigte „Fluchtlinienplan für die Freigerichlstraße von Straße Nr. 44 bis zur West- grenze der Parzelle W 31" wird auf Grund des § 7 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 vom 11. d. Mts. an auf 4 Wochen zu jedermanns Einsicht im Rathauje Zimmer Nr. 21 während der Geschäftsstunben offen gelegt.
Einsprüche gegen den Plan können während der genannten Frist ebenda zu Protokoll gegeben oder schriftlich an uns gerichtet werden.
Hanau den 9. Mai 1904.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 8771
Bekanntmachung.
Nach einer Mitteilung des Zentralkomitees der deutschen Vereine vom Roten Kreuz sind Tabak «Nd Zigarren diejenigen Ariikel, die gern in noch größerem Umfange von den in Deulsch-Lüdwestafrika kämpfenden Truppen entgegengenommen werden und zwar umsomehr als alle dem Verderben ausgesetzten Gegenstände des großen Klimawechsels wegen im Verdachie stehen, nicht in verwendbarem Zustande in die Hände der Truppen zu gelangen.
Hanau den 6. Mai 1904.
Der Vorstand des Zweigvereins vom Roten Kreuz.
____Dr. Gebeschus, Vorsitzender 8751
Nutzholz - Verkauf.
Königliche Oberförsterei Wolfgang b. Hanau a. M.
. Freitag den 20. Mai d. Js. findet in der Gast. Wirtschaft „Zu den 3 Rindern" in Hanau a. M. von vormittags 10 Yi tthr ab öffentlich Meistbietender Verkauf nachttehenücr Rutzholzsorumente aus den Schutzbezirken Ober- rooenbach, Nicderrodenbach, Neuwirtshaus (Ober- und Nieder- und Lamboybrück statt:
Mchen: 175 Stämme L—V. Kl. = 148,48 fm (Schneide-, Bau- und Schwellenholz) 7,1 rm Nuvicheil II. Kl. buchen: 26 Slämme III—V. Kl. — 11,53 fm, 3 m „ , Nutzscheit J. it. II. Kl.
Älen: 14 Slämme IV. u. V. Kl. = 6,51 fm.
Sichten: 36 Stämme V. Kl. = 6,66 fm, 38 Stück Slangen III. Kl.
Kiefern: 30 Slämme II./V. Kl. = 19,07 fm, 14 rm , Nutzknüppel.
XrttdKHt 31 Stämme III./V. Kl. = 25,02 fm.
, alere Auskunft erteilt Forstmeister FeNNer zu Forst- yaus Wolfgang, Post Niederrodenbach, sowie auch die betr. garster. 8736
Dienstaa den 10. Mai
Gefundene und verlorene Gegenstände ic.
Gefunden: 1 Portemonnaie mit über 4 Mk. Inhalt. Verloren: 1 Portemonnaie mit über 3 Mk. und 7 Pfandscheinen, 1 besgl. rotes mit 3,15 Mk., 1 kleine Scheere, 1 Teil von einer schwarzseidenen Halsrüsche.
Z u gelau fen: 1 junger gelbweißer Hund w. Geschl. Hanau den 10. Mai 1904.
Hus Stadt und Cand.
Hanau, 10, Mai.
Historische Gedenktage.
10» Mai 1354 trug Landgraf Heinrich der Eiserne die Siadt Kirchhain dem Kurfürsten von Mainz zu Lehen auf.
10. Mai 1569 starb zu Freiburg im Breisgau Thesbald Thamer, einst Professor der Theologie zu Marburg, einer von denen, welche in der geistigen Sturmzeit des 16. Jahrhunderts wie Spreu vor dem Winde dahin flogen, bald eifrige Lutheraner, bald erbitterte Gegner der Recht- fertigung durch den Glauben, bald Heiden, bald Katholiken, aber nirgends zufrieden und stets händelsüchtig waren, und die desto unbändiger wurden, je milder und schonender man mit ihnen verfuhr.
10. Mai 1587 starb der Kanzler Reinhard Scheffer, der ältere, einer der ausgezeichneten hessischen Staatsmänner in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Seine Familie (zu Böddiger und Hatiendorf) besteht noch jetzt.
10. Mai 1647. Eroberung von Friedberg durch den hessen- . caffei'schen Generalleutnant Kaspar Cornelius Mortaigne de Potentes.
10» Mai 1660 erlosch das ehedem reiche und mächtige Aoelsgeschlkcht der Hunde zu Kirchberg mit Kaspar Hund. Nicht viel später starken die benachbarten von Hertings« hausen aus, und von allen den einst zahlreichen, begüterten und tapferen Rittergeschlechtern der Umgegend von Fritzlar und Gudensberg, den v. Elben, v. Grifte, v. Wehren, v. Falkenberg, v. Hertingshausen, den Hunden, den Meisebugen, v. Dalwigk u. f. w., blieben nur die Meisebuge und die Dalwigk übrig, jetzt sind die Dalwigk die einzigen Ueberlebenden.
* Die christliche LieSestätigkeit in Kurhesserr. Soeben erschien von Pfarrer R. Franke „Die christliche Liebes- tätigkeit in Kurhessen". Das Amtsblatt für den Kons.-Bez. Casfel schreibt darüb-r: „Mit Befriedigung geben wir unserer Freude darüber Ausdruck, daß einer der Geistlichen unseres Bezirks die nicht leichte Aufgabe, eine Gesamt- Darstellung der christlichen Liebestätigkcit in Knrh essen zu geben, übernommen und in sachdienlicher Weise ausgeführt hat." Wir empfehlen das belangreiche Werk den Herrn Pfarrern zur Anschaffung für die Kirchengemeinden, bemerken dabei auch, daß, wie das Vorwort darauf aufmerksam macht, sich dies Hilfs- und Nach'chlagebuch auch den bürgerlichen Beamten zur Anschaffung empfiehlt. Wir finden darin von Hanau die Diakomssenitation, Evang. Verein für Innere Mission, Kluder-Krippe, Kinderschule, Knaben- und Mädchenhort, Gustav Adolf-Arbeiterverein, Evang. Bund uiw. Das Buch ist in der Buchhandlung von Fr. G r a s m e h e r, Gärtnerstraße 73, vorrätig.
* Verbrauchsabgaben April 1904 wurden im hiesiger 86 Ochsen, weniger gegen den 104 Kühe, „ „ „
30 Rinder, „ „ „
1041 Schweine, mehr „ „
363 Kälber, weniger „ „
83 Hämmel, „ „ „
2 Lämmer, „ „ „
3 Ziegen, mehr „ „
Die Accis-Einnahme Hiervo An eingeführten Fleischwarer versteuert: 22 781 Kilogramm,i bett Monat April 1903: 754k Hiervon die Accis - Einnahi
. Im Laufe des Monats t Schlachthause geschlachtet: Monat April 1903 11 Stück v v y 47 „ » n it 7 „ ii it it 115 „ n y „66 „ ii ii ii 21 „
H II II --- „ ii y ii _ 1 „ n beträgt . Mk. 4048.50 t 20. wurden weniger gegen i Kilogramm.
ne mit . . Mk. 732.31
Summa Mk. "4780.81
Gesamt - Accis»Einnahme im Monat
April 1903 ......Mk. 5258.39
Mithin weniger gegen den Monat April
1903 • • • • • - . Mk. 477.58. Jg. Die drei Gestrengen. Um die Mitie deS Wonnemonds pflegen uns drei gestrenge Herren eine für die Vegetation mehr oder weniger folgenschwere Maikälte zu bringen, weshalb
Ferusprechanschluß Nr. 605»
1904
der Landmann ihrem Erscheinen seit altersher stets mit eine» gewissen Besorgnis entgegensieht. Es sind das die Tage des 11., 12. und 13. Mai, die im Kalender die Namen Pan- kratius, Servatius und Ponisatius tragen. Die an diesen Tagen auffreienden Nachtfröste werden von der Meteorologie als eine Art Rückwirkung der gegenwärtigen starken Wärme im südöstlichen Europa bezeichnet und mit dem Wechsel der mittleren Windrichtung begründet. Schon oft sind die drei Gestrengen geradezu verheerend unter Blüten, Blumen^ und Saaten aufgetreten, sodaß wir nur hoffen können, daß sie in diesem Frühjahr mit der selten weit vorgeschrittenen Entwicklung in Feld und Garten ein recht gnädiges Regiment führen und uns mit den gefürchteten Kälterücksällen verschonen werden.
* Obstjahr. In unser Mainebene, wo infolge bet außerordentlich geschützten Lage die Obstbäume sckon sehr früh zur Blüte kommen, hat die eine oder andere Obstart häufig unter den um diese Zeit einsetzenden Nachtfrösten erheblich zu leiden. Trotz der günstigen Lage, die ein frühzeitiges Reifen unseres Obstes hervorruft und deshalb auch die Kultur edlerer Früchte gestattet, ist ein Ausfall der gesamten Ernte oder ein geringer Ertrag keine Sellenheit. Günstiger liegen die Ver- hältniffe in hochgelegenen Gegenden, wie z. B. auf ben^ Hinteren Höhen des Taunus. Hier kommen die Obstbärrme, namentlich Aepfel, viel später, meist nach den Maifrösten, zur Blüte und tragen infolge deffen trotz der rauheren Lage jedes Jahr. In diesem Jahre hat bis jetzt die Obstblüte einen sehr guten Verlauf genommen. Pfirsiche und Aprikosen sind unter dem günstigen Einfluß warmen Wetters rasch verblüht und haben vorzüglich angesetzt. Ebenso steht es mit den Kirschen, die jetzt schon ihre verdorrten Kelche abstrüppen und ihre erbsengroßen Früchte in großer Menge aus dem Laubwerk her- vorlugen lassen. Unmittelbar darauf, ja vielfach gleichzeüig, blühen mit den Kirschen die Birnen in ungeahnter Pracht. Auch sie haben stcb bis jetzt zufriedenstellend entwickelt. Kurz darauf setzte das Steinobst, also die Zwetschen und Mirabellen, in gleicher Weise unter günstigem Blütenverlauf ein. Nur die Aepfel haben auch in diesem Jahre wieder wie im vorigen unter der wechselnden Witierung, die ein Fliegen der Insekten, besonders der Bienen, vereitelt, insofern zu leiden, als die Blütezeit allzu sehr in die Länge gezogen wird, waS zwar zunächst noch zu keinen Befürchtungen für die Ernte Veranlassung gibt, aber immerhin manche Blüte nicht zur Befruchtung kommen läßt. Frühblühende Aepfelsorten haben übrigens auch schon günstig verblüht. Unter den schweren Regengüssen der letzten Tage, sowie unter den kalten Nächten Ende April hatten die Blüten ersreulicherweiie nicht zu leiden. Wenn nicht noch ungünstige Witterungseinflüsse eintreten, so haben wir in diesem Jabre ein reiches Obstjahr zu erwarten.
* Schädlinge. In diesem Jahre tritt an den Stachel- Beeren in großer Menge die Raupe deS Stachel- beerspanners (Abraxas grossulariata) auf, eines kleinen Schmetterlings, der zu der Familie der Motten gehört. Das Tier hat weiße Flügel, die schwarz punktiert und mit gelben Streifen versehen sind. Die etwa 2 Zentimeter große Raupe ist weiß und auf dem Bauche gelb. Der ganze Körper ist mit schwarzen Punkten versehen, die sich auf dem Rücken zu mehreren größeren viereckigen Flecken vereinigen. Die Raupe geht schon im September aus, überwintert als solche und macht sich im Frühjahr durch ihre Gefräßigkeit bald bemerkbar. Sie befällt nicht nur Siachelbeeren, sondern auch die Johannisbeeren und ist kein seltener Gast auf Aprikosen und Pflaumen. Oft tritt sie wie gegenwärtig in größerer Menge auf und richtet dann erheblichen Schaden an, indem sie das ganze Laub der genannten Sträucher vernichtet. In dem Hausgarien mit wenigen Sträuchern bekämpft man sie am besten am frühen Morgen, wenn sie, von der Nachtkühle erstarrt, nur lose an den Zweigen hängt. Ein leichtes Schütteln läßt, sie dann vom Strauche fallen. Legt man einen Bogen Papier ober ein Tuch unter, dann hat man die Raupen gleich beieinander und kann sie bequem vernichten. Bei größeren Kulturen bekämpft man sie durch Bespritzen der Sträucher mit Quainabrühe. Da die Raupe in den abgefallenen Blättern ihr Winterquartier aufschlägt, so tut man gut, diese im Herbst zu verbrennen, weil man dann eine große Anzahl derselben gleichzeitig tötet.
* Berichtigung. Der Satzfehlerleufel hat in unserem gestrigen Bericht über die nationale Arbeiterversammlung dem Referenten Behrens in seiner Schlußabrechnung mit den Sozial- demokraten einen Streich gespielt. Herr Behrens führte in seiner Verteidigung des in dem sozialdemokratischen Flugblatte angegriffenen hiesigen sozialdenkenden und sozialhandelnden Fabrikanten auS, daß ihm diese Art sozialhandelnder (nicht sozialdemokratischer, wie zu lesen war) Arbeitgeber weit sympathischer sei als jene, welche ihre Arbeiterinnen auf den Nebenerwerb der Straße geschickt haben.