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Erster Blatt

Hanauer G Anreiger

Gmeral-Allzeiger ""

Dez»Sspreis:

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Bierielfährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Pofiaufschlag, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Für Stadt- und Landkreis Hanau 16 Pfg. Mt finf. gch»WuePetitt-iI- ober bereu Raum, für Auswärts Pfg^

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, tu, Waisenhauses in Hanau.

Aiuiiilhks GlM für Mdt- M AMreis Kma».

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

im Reklamenchell b« Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Dscullwartl. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.

^r 102 Fernsprechanschluß Nr. 605.

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politische Rundschau

Im Seniorenkouvent des Reichstages waren die Senioren der Ansicht, daß es sich empfehle, den Reichstag nach Pfingsten nicht zu schließen, sondern zu vertagen bis Anfang November. Diesen Vorschlag versprach der Präsident dem Reichskanzler zu unterbreiten. Im Falle der Vertagung sollen die Pfingsiferien kurz, im anderen Falle lang bemessen werden.

Die XIV. Kommission des Abgeordneten­hauses hat durch den Abg. Schmedding-Münster über den Entwurf eines Ausführungsgesetzes zum Reichsgesetze betreffend die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten Bericht erstatten lassen. Die W 2528 in der Kommissionsfassung, welche die Kostenfrage im allgemeinen und die Verpflichtungen der Gemeinden im besonderen behandeln, hat die Regierung für unannehmbar erklärt.

Eröffnung der Düsseldorfer Ausstellung.

Düsseldorf, 1. Mai. Der Kronprinz traf heute früh kurz nach S1^ Uhr hier ein und fuhr vom Bahnhof so­fort nach der Ausstellung, wo sich bereits die Minister Frhr. v. Rheinbaben und Dr. S t ud t, die Oberpräsidenten Nasse, und Frhr. v. d. Recke, Oberbürgermeister Dr. Marx und viele andere hervorragende Persönlichkeiten einge- funden hatten. Professor Fritz N o e b e r hielt die Eröff­nungsrede, in welcher er der Ausstellung von 1902 gedachte und auf das lebhafte Interesse des Kaisers für die jetzige Ausstellung hinwies. Nachdem Professor Roeber mit einem Hoch auf den Kaiser geschlossen hatte, sprach Professor Cle- men über die Entwicklung der Kunst, insbesondere der west­deutschen. Der Redner schloß mit einem Hoch auf den Pro­tektor der Ausstellung, den Kronprinzen. Der Kronprinz eröffnete darauf die Ausstellung mit folgenden Worten:Zu­nächst spreche ich meinen herzlichen Dank aus für die freund­lichen Worte der beiden Herren Vorredner. Vor zwei Jahren war es mir vergönnt, an derselben Stelle, an der ich jetzt stehe, die Ausstellung für Industrie und Kunst zu eröffnen. Der glänzende Verlauf und der großartige Erfolg, der diese Ausstellung ausgezeichnet hat, mögen ein gutes Omen für die jetzige Ausstellung sein. Ich bin überzugt, daß die Ausstellung der Kunst und des Gartenbaues von großem Erfolg sein und einen guten Schritt vorwärts in der Entwicklung der Stadt Düsseldorf bedeuten wird." Der Kronprinz sprach dann den Schöpfern der Ausstellung seinen Dank aus und erklärte die Ausstellung für eröffnet. Kurz nach l1^ Uhr trat der Kron­prinz die Rückreise nach Potsdam an.

B. Düsseldorf, 1. Mai. In der Festhalle der Aus- fiellung fand um 2 Uhr nachmittags ein Festmahl statt, wobei namentlich die Künstlerschaft zahlreich vertreten war. Kultus- minister Dr. Studt begrüßte nach anerkennenden Worten für die Verdienste des Professors Röber um das Gelingen der Ausstellung die Anwesenden im Namen des Kaisers. Der Minister feierte den Kaiser als Hort des europäischen Friedens und wies insbesondere darauf hin, daß der Kaiser jüngst beim Einzüge in Karlsruhe die Notwendigkeit der Pflege des inneren Friedens betont habe. Auch der innere Frieden in der Deutschen Künstlerschaft müsse gepflegt werden. Der Minister schloß mit dem Wunsche, daß dem Kaiser, dem Schützer deS Friedens und der Kunst, noch eine lange segensreiche Re­gierung beschieden sei. Die Gäste stimmten begeistert in daS vom Redner ausgebrachte Kaiserhoch ein. Professor Röber toastete auf den Kronprinzen. Finanzminister v. Rheinbaben stierte Prosessor Röber als den geistigen Mittelpunkt der Aus- st-Nng, indem er deren Bedeutung darlegte. DaS Fest, auf dem noch weitere Reden gehalten wurden, nahm einen glänzen­den Verlauf.

Denkmals - Enthüllung.

Sirgtzburg i. Elf., 1. Mai. Das auf demUniversi- tätsplatze errichtete Denkmal des jungen Goethe, bessert Kosten ourch Sammlungen im Auslande aufgebracht worden sind, ein Werk Ernst Waegncrs-Berlin, ist heute vormittag in An­wesenheit des kaiserlichen Statthalters, Fürsten Hohenlohe- Langenburg, des Staatssekretärs von Köller, der Spitzen der Behörden, des Lehrkörpers der Universität, Vertreter ver­schiedener Hochschulen und Korporationen, der Studentenschaft, sowie unter _ starker Teilnahme der Bevölkerung bei schönstem Wetter enthüllt worden. UrUerstaatssekretär von Schraut, der seinerzeit die Anregung zu dem Denkmal gegeben hatte, über- gab in gedankenreicher Weiherede, in der er die gewaltige, harmonische Persönlichkeit Goethes feierte, das Denkmal dem Bürgermeister Back, der es im Namen der Stadt übernahm. Kränze legten nieder der kaiserliche Statthalter, für denGroß- Herzog von Sachsen-Weimar dessen Kabinettssekretär Frhr. v. Egloffstein, namens der Deutschen Goethegesellschaft Geheimer

Montag den 2. Mai

Hofrat Professor Suphau, Vertreter des Freien deutschen Hoch- stiftS in Frankfurt a. M., der Universitäten Freiburg und Straßburg, der englischen Goethegesellschaft, des deutschen Sprachvereins und schließlich der Pfarrer von Sesenheim. Das Denkmal stellt den jungen Goethe, auf der Wanderschaft haltend, bar, den Blick auf das ihm gegenüberliegende Münster gerichtet. Die Festverfammlung begab sich nach der Feier am Denkmal in den Lichthof der Universität, wo die Professoren Martin-Straßburg und Erich Schmidt-Berlin die Festreden hielten. Ersterer normte das Denkmal ein Symbol dessen, was das Elsaß in der Person Goethes mit dem alten Deutsch­land verband, letzterer gab in formvollendeter Rede ein Bild von der Bedeutung, die das damals französische Straßburg für den deutschen Dichter Goethe gehabt hat. Die Studenten­schaft beschließt die Feier morgen mit einem Fackelzug, an den sich ein Kommers anschließt, auf dem ein von einem elsasstschen Dichter verfaßtes Festspiel zur Aufführung gelangt.

Hue Stadt und Cand.

Hanau, 2. Mai.

Historische Gedenktage.

2. Mai 1154. Bestätigung einer Schenkung, welche einer der größten damaligen Landherrn in dem jetzigen Hessen, Heinrich Raspe, Graf von Wuodanesberg (hrntzutage Gudensberg) an das Kloster Anenberg in Caffel gemacht hatte, durch den Kaiser Friedrich I. Rotbart.

2. Mal 1627. Plünderung und Einäscherung von Roten- burg F8 FrOa drrrtz,M Kroaten.

Hessischer Städietag. Für die 'am 27. und 28. Mai 1904 in Rinteln stattfindende XV. Versammlung des Hessischen StädtetagS" ist nunmehr der Festplan erschienen. Donnerstag den 26. Mai, von abends 8 Uhr ab: Freie Ber­einigung im Gasthofzur Bünte"; Gesangsvorträge und Konzert der städtischen Kapelle. Freitag den 27. Mai, vor­mittags 9 Uhr: Verhandlung im großen Rathaussaal mit fol­gender Tagesordnung: 1) Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden, Herrn Oberbürgermeister Müller-Cafsel. 2) Geschäftsbericht, erstattet von dem Schriftführer, Herrn Stadt­rat Boedicker-Cassel. 3) Erstattung des Kassenberichts durch den Rechnungsführer, Herrn Bürgermeister Schöffer-Gelnhausen.

4) Neuwahl für die nach den Statuten ausscheidenden Vor­standsmitglieder. 5) Einrichtung von AusbildungSkursen zur Belehrung und Unterweisung der städtischen Polizei-Exekutis- beamten; Berichterstatter: Herr Bürgermeister Strauß-Hersfeld.

6) Die neugegründete Ruhegehaltskasse und die Witwen- und Waisenkasse für die Kommunalbeamten des Regierungsbezirks Caffel; Berichterstatter: Herr Geheimer RegierunsSrat Dr. Knorz-Cassel. 7) Die Verordnung, betr. die Heranziehung der Staatsdiener zu den Kommunalauflagen in den neu erworbe­nen Landesteilen, vom 23. September 1867 (Steuerprivilegium der Beamten rc.); Berichterstatter: Herr Stadtrat Boedicker- Cassel. 8) Die Belastung der städtischen Bürgermeister mit staatlichen Geschäften unter besonderer Berücksichtigung der kleinen Städte; Berichterstatter: Herr Bürgermeister Salomon- Schlüchtern. 9) Gemeindebeamten als Urkundspersonen im Grundstücksverkehr; Berichterstatter: Herr Gerichtsassessor Wagner (z. Zt. beschäftigt beim Dragistrat zu Hanau). 10. Besprechung von Fragen, welche aus der Mitte der Versamm­lung angeregt werden. Nach Schluß der Verhandlungen: Früh­schoppen im HotelStadt Bremen"; Besichtigung der Sehens­würdigkeiten der Stadt (Wallgarten und Wallprsmenade, die lutherische St. Nicolai -Kirche, die katholische Kirche, Remter des Herrn Baron von Münchhausen. Nachmittag? 6 Uhr: Festmahl im großen Rathaussaal. Samstag den 28. Mai (Beginn der Verhandlung im großen Rathaussaal, vormittags 9 Uhr): 1)Aus finstrer Zeit", (Rintelner Hexenprozesse); Vortrag des Herrn Metropolitan Braunhof-Rinteln. 2) Wahl des Ortes für die nächste Hauptversammlung des Hessischen Städletags. Nach Schluß der Verhandlungen: Ausflug mit Wagen nach der Porto Westfalica. (Wagen von der Stadt gestellt). Der Ausflug nach der Porta Westfalica wird so eingerichtet, baß den Teilnehmern die Rückreise von da am Samstag ermöglicht wird.

* 18. Armeekorps. Der kommandierende General deS 18. Armeekorps, General der Infanterie v. Lindequist, ist als Nachfolger des Grafen Waldersee zum Armeeinspekteur, Generalleutnant v. Eichhorn (9. Division, Glogau) zum kommandierenden General des 18. Armeekorps ernannt worden.

* Ortskrankenkasse für den Landkreis Hanau.

Aus dem vorliegenden Rechnungsbericht für daS Jahr 1903

Ferus-rechanschluß Nr. 665. 1904 ist zu ersehen, daß das Rechnungsergebnis kein ungünstiges zu nennen ist, da dem Reservefonds 4767 Mk. 50 Pfg. zu- grführt werden konnten. Das Gesamtvermögen betrug am Schlüsse deS Jahres 1902 54 204 Mk. 05 Pfg., die Mit­gliederzahl betrug am Jahresschlüsse 4105, Krankheitsfälle kamen 1872 vor. Für ärztliche Behandlung sind 14 868 Mk. 82 Pfg., für Arznei und sonstige Heilmittel 8844 Mk. 38 Pfg., an Krankengeld 32 866 Mk. 40 Pfg., an Wöchnerinnenunter- stützungen 1320 Mk. 50 Pfg., Sterbegelder 1391 Mk. 05 Pfg., Verpflegung in Krankenhäusern 11789 Mk. 71 Pfg., Der- waltungSkosten 10 942 Mk. 86 Pfg. gezahlt worden. , Die Gesamteinnahmen betrugen 90 450 Mk. 88 Pfg., die Gesamt­ausgaben 85 587 Mk. 43 Pfg., so'vaß ein Überschuß von 4868 Mk. 45 Pfg. erzielt wurde.

* J. Brüning & Sohn, Akt. - Ges., Langen- diebach. Die am Samstag nachmittag abgehaltene. 6. ordentliche Generalversammlung der vorstehend genannten Aktien­gesellschaft nahm zunächst den Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr 1903 entgegen. Derselbe läßt sich u. a. wie folgt aus: Der Geschäftsgang war in den ersten Monaten des Berichtsjahres schleppend; erst die 2. Hälfte des Jahres brächte eine normale Fabrikation, die wir jedoch nur durch ganz erheb­liche Preiskonzessionen erreichen konnten. Von einschneidender Bedeutung für die Ergebnisse aus dem Berichtsjahre war die Auflösung der bis zum Ende des Jahres 1902 bestandenen Konvention, worauf wir schon in unserem letzten Bericht hin- gewiesen haben. Dieselbe entfesselte einen außerordentlich hef­tigen Konkurrenzkampf, in dessen Verlauf die Notierungen für unsere Hauptabsatzartikel Erlen- und Cedernfourniere auf ein Niveau herabgedrückt wurden, wie es feit dem Bestehen unserer Industrie noch nicht zu verzeichnen war. Insbesondere bei den Erlen-Aomnieren war der Stückgang ) erheblich, daß unsere Zweigfabrik in Ragnik, die sich nahezu ausschließlich mit der Herstellung dieses Fabrikates befaßt, trotz den mit seiner Lage zusammenhängenden sehr günstigen Einkaufsbedingungen des Rohmaterials mit einem Verlust von 18 000 Mk. zu rechnen hat. Während der ersten 3 Monate des laufenden Jahres lagen in allen Zweigen unserer Fabrikation genügende Auf­träge für eine normale Fabrikation vor. Das Gesamtergebnis des Geschäftsjahres 1903 stellt sich einschließlich des Gewinn- vortrages von Mk. 3434 aus dem Jahre 1902 auf Brutto Mk. 132 856.33 (i. V. Mk. 149 910.55), hiervon ab die vorgenommenen Abschreibungen von Mk. 63 229.02 (t. V. Mk. 45 123.24), auf Netto 69 627.31 (i. V. Mk. 104.787.31). Nach Vorlegung und Genehmigung der Bilanz und der Ge­winn- und Verlustrechnung wurde die Verwendung des Reiu- gewinns wie vorgeschlagen genehmigt. Es kommen 5 pCt. (i. V. 7 PCt.) Dividende zur Verteilung. Die Neuwahl des Aufsichtsrates erbrachte nachstehendes Resultat: H. Brüning, 1. Vorsitzender, F. Canthal, 2. Vorsitzender, H. Ott, A. Brüning, H. Christner.

* Oratorienverein. (Musikalischer Abend.) Der Oratorienverein veranstaltet Samstag den 7. Mai, abends

8 Uhr, im Saale zum Deutschen HauS einen musikalischen Abend, wozu die verehrlichen aktiven und passiven Mitglieder ganz ergebenst mit dem Bemerken eingeladen werden, daß Gäste eingeführt werden können. Das Programm, bestehend aus verschiedenen Soli, Chören rc., verspricht sehr interessant und dankbar zu werden. Wir erwähnen besonders:Früh- lingsbotsckaft", gemischter Chor mit Klavierbegleitung von Niels Gade undStändchen" vierstimmiger Frauenchor mit Altsolo von Schubert. Den Vorträgen folgt geselliges Bei­sammensein. Liste zirkuliert nicht.

* Der Hauauer Tierschutz-Verein hält seine Gene» ral-Versammlung heute abend halb 9 Uhr im Restaurant Mohr ab.

* Unfall. In der Vorstadt stürzte gestern vormittag mit dem Rade die Frau eines im Westend wohnenden Be­amten und zog sich dadurch eine Verletzung des FußeS zu.

* Gewitter. Einige schwere Gewitter entluden sich gestern nachmittag und abend hier und in der Umgegend.

* Das Wetter im Mai. Der Mai soll nach den Prophezeiungen Otto Falbs im großen und ganzen eine ziem­lich kühle Witterung und meistens Trockenheit aufweisen. Der 15. und 29. Mai werden von ihm als kritische Termine 2. Ordnung bezeichnet. Dein hundertjährigen Kalender nach soll der Mai mit einem Gewitter beginnen, worauf es bis zum 8. kühl und rauh bleibt. Vom 9. bis 12. steht gelindes Wetter zu erwarten, während es vom 12. bis 20. kalt werden soll, um dann aber für das letzte Drittel des Dlonats schöne und warme Tage zu bringen.

O Wachettbrtchen, 1. Mai. (Personalien.) Herr Kantor Bischofs dahier, welcher eine Reihe von Jahren in unserem Oric höchst segensreich gewirkt hat, beabsichtigt vom 1. Juli d. J. ab in den Ruhestand zu treten.