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Erstes Blatt

Hanauer M Anreiger

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Vierteljährlich 1,80 DL, msnaüich 60 M., für aus» »artige Abonnenten mit dem betreffenden Poßausschlag, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

General-Anzeiger

Gedruckt und verlegt in der Buchdrucker« des Verein, es» Waisenhauses in Hanau.

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zür Statt« und Landkreis Hamm 10 %. die fünf- AWM«!eP<MMr »der deren Raum, für Auswärts 14 Wp, im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg^

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. -^äutsorü. Redakteur. < - 4'- - §aaau.

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Nr. 98 Fernsprechanschluß Nr. 605»

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Mittwoch den 27. April

Ferusprechanschluß Nr. 605«

1904

Amtliches.

GenoffenMaftsregister.

Nr. 5 HüttsnKesätzer Darlehns-Kaffenver-k«, ein« getragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht in Hüttengesäß.

Das Vorstandsmitglied Jakob Reibe! Stet ist ausgeschieden, an seiner Stelle ist der Heinrich Reuter Iter in den Vorstand gewählt worden.

L a n g e n s e l b o l d den 17. März 1904.

_ Königliches Amtsgericht. 7892

politische Rundschau.

Der deutsche Kaiser in Benedig. Venedig, 2d. April. DieHohenzollern" mit dem Kaiser ging heute früh 9 Uhr von Mamamocco nach Venedig hinein. Ein reich geschmückter Dampfer mit Musik und mit den Mitglieder« der deunchen Kolonie war herausgekommen und begleitete die Hohenzollern" hinein, ebenso italienische Torpedoboote. Ihnen i (blossen sich auf dem Weg zahllose Dampfer und Boote, die Ruderklubs in altvenezianischen Prunkbooten, und Hunderte von Gondeln mit kostümierten Gondeliers an. Die Brücken, die Fenster der Paläste und die Ufer waren dicht von einer jubelnden Menschenmenge besetzt. Als die ^Hohenzollern" um /r Uhr an der Boje gegenüber dem Dogenpalaste unter dem eatut der Geschütze festmachte, wollten die Hurras, Evmoas und das Händeklatschen kein Ende nehmen. Der Kaiser stand auf dem Oberdeck und dankte erfreut und an­dauernd. Kostbare Blumenarrangements wurden an Bord ab­gegeben. Der Kaiser hörte gestern den Vortrag deS Gesandten v. Tschirichkp und Bögendorff, heute den Vortrag des ChefS des Militärkabinettes Graf Hüllen-Häseler. Um 11% Uhr begab sich der Kaiser in der Rudergig derssohenzollern" zum Besuch der Gräfin Morosini. Das Wetter ist schön, die Stadt ist reich geflaggt. Von drei Masten vor dem Dome wehen riepge italienische Fahnen. Das Publikum in den Gondeln und an den Ufern begrüßte den Kaiser stürmisch. Der Empfang in Venedia bildete einen glänzenden Abschluß der schönen Reise. Das italienische Volk brächte hier und auf der ganzen Fahrt, in Neapel, in Unteritalien und auf Sizilien, dem Kafter feine lebhaften Sympatihen in der liebenswürdigsten Weise dar. Der Kaiser ist von dem Verlaufe seiner Reise überaus befriedigt. Sein Befinden und sein Aussehen find vorzüglich. Gestern besichtigte der Kaiser die Sammlung von Bildern und Skizzen, die der Marinemaler Stöwer während der Fahrt gemalt Hai. Der Künstler erhielt den Roten Adler­orden vierter Klasse.

Die WÄhlprusungskommiMon des Rekchs- tages hat durch Abg. Dr. L u c a s (Natl.) über die Wahl des Abg. Dr. Hoeffel (Rp., II. Elsaß-Lothringen-Zabern) 'E-n »nd beantragt, den Beschluß über die Gültigkeit dieser Wahl auszusetzen sowie den Reichskanzler zu ersuchen, durch Vermittlung der Kaiserlichen Regierung des Rnchslandcs die zu verschiedenen Punkten beschlossenen Be­weiserhebungen zu veranlassen und deren Ergebnis demReichs- iage mitzuteilen. Der eingegangene Protest behauptet, Wahl- becinslufiungen, unrichtige Feststellung des WahlresultatS. Nach

^l ^s Abg. Blumenthal zur Geltung gebrachten Austastung der Kommission, von der abzugehen eine Veranlastung nicht vorlag, sind die Bürgermeister in Elsaß- als von der Regierung abhängige politische Be- S ^Ä'^ p°"zeilicheü Befugnissen anzusehen. Von dttsem Standpunkt aus erblickt die Kommission in der von den Beamten zugunsten der Wahl des Dr. Hoeffel entwickelten n"- ^^. WahNreiheit beeinträchtigende unzulässige ^ahLlccniflussvng, die zudem in dem vom Protest behaupteten Umfang geeignet war, bei den Wählern den Glauben zu er- Ä i'. ?ie Legierung wünsche die Wahl des Dr. Hoeffel. Aus d,e em Grunde hat die Kommission beschlossen, über die Proiestbehaupiunzen den angebotenen Beweis durch eidliche Vernehmung der nichtbeamteten und uneidliche Vernehmung der beamteten Zeugen zu erheben. 9 9

. $** Wahlprüfungs-Kommission des Rekchs. Mges beanstandeie die Wahl des Abgeordneten Boltz (5. ^abl-retS Trier) und des Abgeordneten Korfantg (6. Wahl­kreis Oppeln) und beschloß Beweiserhebung. 9

-^"^^"keverrz der Finanzminitz-r, die schon x" ^^^Rmnch. AUg. Zig." jüngst angedeutet war, wird von em^rank. Knr." für den Herbst angekündigt. Das Blatt erfährt aus München, daß Ende September die Finanzminister er Ungehtnaten zu einer Beratung über die Erschließung weiterer Einnahmen deS Reiches in Berlin zusammenkommen, ist tlichsische Wahlreform ist gescheitert. Soeben der Bericht der Gefetzgebungs-Deputation der Zweiten

Jnternattonals Arbeitersänrtzkonferenz. Für die vom schweizerischen Bundesrat vorgeschlagene internationale Arbeiterschutzkonferenz haben nunmehr zugesagt: Deutschland, Oesterreich, Frankreich, Italien, Holland und Euglaud. Die Antwort Rußlands steht noch auS.

OefierreichifcheS Abgeordnete»!»»«-. Nach der wörtlichen Verlesung deS EinlaufeS, die bis 2 Uhr dauerte, wurden sechs namentliche Abstimmungen vorgenommen, die den Rest der Sitzung ausfülltm. Am Schlüsse der Sitzung ver­langt Ellenbogen unter den gröblichsten und beleidigendsten Ausfällen gegen den Ministerpräsidenten Tisza Beantwortung seiner in der letzten Sitzung sowie heute überreichten Inter­pellation wegen Verwendung des Militärs anläßlich des un­garischen EisenbaharrauSstandes. Der Präsident entzieht Ellen­bogen, welchen er vorher aufforderte, sich zu mäßigen, das Wort nnd erteilt dem Abg. Eldersch wegen deS Zwischenrufes: Tisza ist ein Schurke!" einen Ordnungsruf. Wrabetz ver­langt Aufnahme der Namen jener Abgeordneten in daS SitzungSprotskoll, welche die Vornahme der DelegationSwahle« durch Lärmen gestört haben. (gebbafte Protestkundgebungen seitens der Tschechisch-Radikalen.) Chok pfeift wiederholt auf einer Metallpfeife, worauf er einen Ordnungsruf erhält. Nach- i dem Fresl gegen die angebliche Verwendung von Soldaten i alsStreikbrecher im Schuetderstrrik in ReichrnLerg Einspruch | erhoben, faßt Ellenbogen in einer neusu Ausrage an Heu- | fidenten seine Fragen dahin zusammen, ob das Präsidium ge­neigt sei, den Ministerpräsidenten zur Beantwortung so wich­tiger und ernster Interpellationen zu veranlassen und ob der Vizepräsident etwa durch seine Wortentziehung bekunden wollte, daß er mit den Bluttaten in Ungarn einverstanden sei, ob end­lich daS Präsidium dem Monarchen nahe legen wolle, daß eS nicht in Ordnung sei, wenn sich der Kaiser mit einem Menschen, der vom Scheitel bis zur Sohle mit Blut und Schande be­deckt fei, an einen Tisch setze. Der Präsident erwidert die erste Frage einfach mitja*, auf die zweite Frage, daß er von seinem Recht, einen Ordnungsruf zu erteilen, stets Gebrauch machen werde, wenn über daS Recht, Krisis zu üben, zu roden Beschimpfungen übergegangen werde. Auf die letzte Frage habe er gar nichts zu erwidern, sondern er erteile darüber dem Fragesteller einen Ordnungsruf. (Beifall, lebhafter Protest der Sozialdemokraten.)

Lonbet in Norm Zu Ehren LouS-ts fand gestern abend ein militärisches Diner statt, bei brüt Loubet folgenden Trinkfpruch ausbrachte:Don ganzem Herzen, Sir«, danke ich Ihnen, daß Sir mir die Freude bereitet haben. Ihre schöne Truppen, sowie deren kriegerische Haltung, richrigen'und genauen Bewegungen bewundern zu können. Ich erhebe daS Glas zu Ihren Ehren. Bewegt von so vielen edlen und ge- meinsamen Erinnerungen bitte ich Em. Majestät um die Er­laubnis, einen herzlichen Gruß unseres HeereS an das Ihrige richten zu dürfen, das gestern das ruhmreiche Werkzeug der Errichtung deS großen Italiens war und heute der mächtige Beschützer deS gemeinsamen und fruchtbringeuden Friedens seines Volkes ist." Die Musik spielte die ftalienische National- Hymne. Der König erwidert« italienisch: Herr Präsident' Die höchst schmeichelhaften Worte, die Sie die Güte hatten an die Truppen zu richten, welche die Ehre hatten, in Ihrer An­wesenheit zu defilieren, sind meinem Herzen sehr angenehm und werden von dem italienischen Heere mit lebhafter Genug­tuung ausgenommen werden. In seinem Namen entbiete ich dem ruhmreichen französischen Heere einen herzlichen Eeqen- ?ruß mit dem Wunsche, daß beide Heere fortfabren eine Garantie des FriedenS und der Wohlfahrt beider Völker in sein. Die Musik spielte dir Marseillaise.

Ein neue- Attentat gegen Mtnwerpräfident Maura. Mmckerpräfident Maura traf gestern oormittaa in Madrid ein. Auf der Fabrt würbe zwischen Aliranir und La Encina gegen den Eisenbahnwagen, in bem Maura fast ein Schuß abgefeuert. Die Kugel, die in die Decke deS Waggons eindrang, richtete keinen Schaden an.

Englische- ttnt-rhanS. Rasch fragt an, ab bem deutschen Kaiser gestattet wurde, die Galerien und FortS der DerteidigungSwerke von Gibraltar zu besichtigen, die gewöhn- lichen englischen Brsuchern zu sihen nicht erlaubt sei Ferner w-lch- Galerien der Kat'er gesehn ' habe. 40tsS Aw°ld Förster erwidert den königlichen Anneeverordnungen

in ^"kommandierenden General die Veran.wor.llch- rett für die Wahrung des Geheimnisses der Verteidigungswerke anDertraut. Es feien keine Mitteilungen über die in der An- frage erwähnten Punkte dem Kriegsministerium zugegangen.

Kammer über die Wahlreform erschienen. Darin beantragt die Deputation in ihrer Gesamtheit, die Kammer solle be­schließen zu erklären, daß sie die in der Denkschrift enthaltenen Vorschläge über eine Aenderung des Wahlrechts für die Zweite Kammer als tauglich für ein künftiges Wahlgesetz nicht aner­kennen könne.

Man habe nicht beabsichtigt, die Diskretion des Generals White in Frage zu stellen. Im Laufe der Sitzung erklärt der Staatssekretär für die Kolonien, Littleton, auf eine Anfrage, der Golbertrag Transvaals betrage im März 308,242 Unzen im Werte von 1,309,829 Lstrl. gegen einen Ertrag im Februar von 289,502 Unzen im Werte von 1,229,726 Lstrl. Die Zahl der eingeborenen Arbeiter betrage im März 72,340 gegen' 69,666 im Februar.

Hub Stadt und Cand.

Hanau, 27. April.

* v. Lempsky, Kommandeur der 12. Ins.-Brigade, wurde znm Generalmajor befördert.

* Könlgl. Pitlvsrfabrik bei Hana«. Neuland, Hauptmann und Unterdirektor der Pulverfabrik bei Hanau, zum Major, vorläufig ohne Patent, befördert. Versetz: Zeuz-Obeisit. Kühn bei der Art. - Werkstatt in Danzig, zur Pulverfabrik bei Hanau. Den Abschied erhielt bewilligt Zeughauptmann Vogt bei der Pulverfabrik bei Hanau unter Verleihung des Charakters als Zeugmajor.

* Ernannt, v. Vahl, Rittmeister und Kompagniechef im Hannov. Train - Bataillon Nr. 10, zum Vorstand der Militär-Lehrschmiede in Hannover ernannt. Derselbe trägt in dieser Stellung die Uniform deS Thüring. Ulanm - Regiments Nr. 6.

* Versetzt wurde 8t. Grunau im Jnf.-Regt. Nr. 166 1 in das Jnf.-Regt. Nr. 129. Lt. Müller im Jnf.-Regt. | Nr. 166 wurde bis auf weiteres behufs Vertretung eines er«

* Befördert zum Leutnant Fähnrich Hesse im Jnf.- Regt. Nr. 166, zum Fähnrich Unteroffizier Heyf er im Jusi- Regt. Nr. 166.

* Fernsprechverkehr. Der hiesige Sprechverkehr ist auf Nauschenberg ausgedehnt worden.

* Krankenkasse. Auf Grund des § 75 a des Kranken- verfichrrungsgrsetzeS in der Fassung deS Gesetzes vom 10. April 1892 in Verbindung mit Artikel IV Abs. 4 des Abänderungs- gesetzeS vom 25. Mai 1903 ist der Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter (E. H.) zu Hanau a. M. von neuem die Bescheinigung erteilt worden, daß fie, vorbehaltlich der Höhe des Krankengeldes, den Anforderungen des § 75 deS Kranken- verflcherungsgesetzeS genügt.

* Turn- und Fecht'Klub.Schauturnen unserer Damenabteilung" prangte in großen Settern auf der Ein­ladungskarte, welche unS in zuvorkommeuder Weise von ge­nanntem Verein vor einigen Tagen zuging, und da wir ohne­dies große Verehrer des geistes- und körperstärkenden Turnens sind, so bedarf eS wohl keines besonderen Hinweises, um an« zudeuten, wie gerne wir unS vergangenen Sonntag nach­mittag in den neuen Turnhallenbau begaben, um dem Damen­turnen deS Turn- und Fecht-Klubs beizuwohnen, welches vor einem großen geladenen Publikum vor sich ging. Unter den luftigen Klängen eines schneidigen Turnermarsches zog die an­mutige Schar von etwa 36 graziösen Turnerinnen in den Saal ein, am unter der vortrefflichen Leitung ihres Turn­lehrers, deS Herrn Lehrer Willamowitz einen, in allen feinen schönen Figuren wohlgelungenen Stabreichen vorzuführen. Hrrr Lehrer Appel begrüßte alsdann die auS allen Kreisen erschienenen Zuschauer, worunter wir unter anderem die Herren Direktoren und Rektoren unserer städtischen Lehran­stalten bemerken sonnten, indem er in, kurzen Worten auf den großen körperlichen Wert deS überaus gesunden Damenturnens hinwies und der Hoffnung Ausdruck gab, daß sich den 60 Turnerinnen des Turn» und Fecht-Klubs im Laufe der Zeit noch recht viele zugesellen möchten. Hierauf begann daS Ge­räteturnen au Barre«, Pferd und Ringen, wobei von den 4 angetretenen wshlgrfchulten Damenriegen durchweg Gutes ge­leistet wurde. Sehr wohltuend wirkte auf die mit größtem Interesse bett einzelnen Uebungen folgende« Turner freunde bie stramme Disziplin, welche in den Reihen der Turnerinne« berrschte, w'lch letztere unter der sorgfältigen Leitung ihrer Dortumerinnen von erustem Streben und gutem Können bestes Zeugnis ablezten. Der sich dem wohlgelungenen Ganzen an- schlietzende Keuleureigen nach Befehl und Musik errang große» Beifall und beschloß gleichzeitig den turnerischen Teil deS Pro­grammes, womit der Turn und Fecht-Klub aufs neue bewiesen hat, wie er stetS bemüht ist, dem jetzt allerdings in schöner Blüte stehenden Damenturnen fortgesetzt reges Interesse eut- gegcnzubringen unb dadurch hoffentlich recht viele neue An- bänger erwirbt. Bei dem jetzt beginnenden gemütlichen Bei­sammensein der Mitglieder, sowie Freunde deS Turn- und Fecht-KlubS fand sich reichlich Gelegenheit, bei Musik und Tanz dem Vergnügen zu huldigen. Wir wollen nicht uoerwäbot