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Lierteljithrlich 1,80 M., monatlich ^^ Genaal-Auzciger g?W!MPrtch«il» obre deren Kaum, für ArLwärtS Mg^

würtige Abonnenten Mt dem P V O Rcklamentheil die Zeile W Pfg.,

M Amtliches Am fm Mdt- MFMmsKam. _ ^^

, Dtrmrimörtl. Redakteur: G. Schreck er m Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Fewrtage, unt bUletnsnicher Beilage.

Erdrückt und verlegt in der Buchdrucker« des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Nr. 97

Fernsprechanschluß Nr. 605»

Dienstaa den 26. Avril

Ferusprechanschluß Nr. 605»

1904

Amtliches.

Canditreis hanau. BekEntmachungen des Königl. Landratsamtes.

Saateustaud um die Mitte des Monats April 1904 im Kreise Hanau Land.

Vegutachiungsziffern (Noten): 1 = sehr gut, 2 gut, 3 Mittel, 4 = gering, 5 = sehr gering.

Uruchtarten

Durch- schllittsnoten

Anzahl der von Den VertrauenKniänuern abgegebenen Noten.

tur

Den

Regte, runaS- deztr! CaW

1

2

3

4

5

12

2-3

8-4

4-5

Winterweizen

2,5

2,5

1

8

1

1

Sommerweizen

Winterspelz .

2 2

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Winterroggkii

2,5

2,5

2

4

1

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-77

Sommerroggen

-

-

-

Sommergerste

Hafer . . ,

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Kartoffeln

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Klee . . .

2,8

2,5

1

4

1

1

Luzerne . .

2,7

2,7

1

2

1

-

1

1

Wiesen . .

2,9

2,6

1

2

2

1

1

Hanau den 23. April 1904.

Der Königliche Landrat.

V 2876 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Zugelaufen

ein grauer Hofhund, weibl. Geschlechts.

Oberissigheim den 22. April 1904.

Das Bürgermeisteramt.

7812

KMirMWer Akisvereili §omm.

Nächste Versammlung SaUtstag den 30. d. Mts., nachmittags S1^ Uhr, im Gasthaus zum goldenen Löwen hier.

Taaes-Ordnuua t

1. Geschäftliche Mitteilungen.

9

3.

5.

4.

Vortrag des Herrn Kornhausverwalters Möller hier überBildung von Genossenschaften zum Bezüge von Saatartikeln rc"

Berichterstattung des Herrn Bürgermeister Kümmel, Niederisstgheim, über den Ausfall der von der Land­wirtschaftskammer angeordneten Düngungsversuche im Jahre 1903.

Vortrag des Domänenpächters Kimmel, Rüdigheimer- Hof, überKartoffelbau". Sonstige Mitteilungen.

Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekannt­machung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in ihren Ge­meinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt, machen.

Hanau den 23. April 1904.

Der Königliche Landrat.

v. Beckerath.

Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 Portemonnaie mit 84 Pfg. Inhalt, 1 qolöener Kneifer, 1 kleiner Schlüssel (mit der Bezeichnung Schoof & Cie.), 1 silbernes Armband, 1 schwarzer weicher Herren-Filzhut und 1 altes Portemonnaie mit 2 Pfg. Inhalt.

Verloren: 1 silberne Herrenuhr mit Kette.

Zugelaufen: 1 schwarzer Dachshund m. Geschl. Hanau den 26. April 1904.

Präsident Loubet in Rom.

Der Trinkspruch des Königs.

S^ttt, 25. April. Heute fabend war im Ouirinal zu Ehren des Präsidenten Loubet Galatafel, bei der der König folgenden Trinkspruch in italienischer Sprache ausbrachte:

Herr Präsident! Das Herz ganz Italiens schlägt mit dem meinigen, indem ich in Ihnen, den willkommenen Gast, die hochherzige ^französische Station begrüße. Unsere Regie- rungen haben sich leicht in Uebereinstimmung gefunden, indem sie gemeinsam arbeiteten an der Aufrechterhaltung des Friedens, des höchsten Gutes, das alle Staaten immer mehr zu be­festigen erstreben, und indem sie einen Schiedsgerichtsvertrag und Arbeitsvertrag unterzeichneten, haben sie dem politischen Frieden die Kräftigung des sozialen Friedens garantiert.

Italien und Frankreich sind beide hervorgegangen aus dem alten lateinischen Rom. Sie haben sich durch Jahrhunderte die Traditionen unauslöschlicher Verwandtschaft bewahrt und heute bekräftigen sie von neuem ihre Freundschaft im ewigen Rom, von dem der nationale Geist ber beiden Böller so viele Einwirkungen erhalten hat. Herr Präsident l Indem ich Ihnen die Hand drücke, erfüllen die ruhmreichen Erinnerungen meine Seele und bewegen sie sehr. Mit diesen Gedanken und Gefühlen erhebe ich das Glas und trinke auf das Wohler­gehen Frankreichs und sein würdiges edles Oberhaupt.

Nach dem Trinkspruch, den die Gäste stehend anhörten, spielte die Musik die Marseillaise.

Der Trinkspruch des Präsidenten Loubet.

Präsident L o u b e t erwiderte:

Sire! Es wird mir schwer, meine Rührung und Dank­barkeit auszudrücken, die ich dieser schmeichelhaften und edlen Sprache Ew. Majestät und diesem großartigen, uuvergleich- lichen Empfanze gegenüber empfinden muß, bei dem ganz Italien sich mit seinem erlauchten Souverän vereinigte, um Frankreich zu ehren. Die Worte E«. Majestät werden morgen in allen französischen Herzen wird erklingen. Zwar erwarteten Frankreich und Italien nicht diesen Tag, die verwandtschaft­lichen Beziehungen, welche sie einander nähern und von welchen sie wünschen, daß sie zu ihrem Glücke stets freund­schaftliche seien, laut zu verkündeik, aber wie Ew. Majestät ist es auch mir eine große Freude, dir Freundschaft beider in dem ruhmreichen Rom bekräftigen zu hören, in welchem Fran­zosen und Italiener ihre gemeinsame Mutter und diejenige verehren, welche sie zu ihren großen Taten begeistert. Un­sere Regierungen erkannten, von wie großer Bederümig es ist, ÄÄÄti^

lichen Zusammenarbeiten beider ist erst kürzlich das Schieds- gerichtsübercinkommen und der Arbeitsvertrag hervorgegenzen, worin ich gleich Ihnen ein neues Unterpfand des politischen Friedens und ein fruchtbares Werkzeug des sozialen Fort­schrittes erblicken darf. Sire! Erfüllt von den großen ge­meinsamen Erinnerungen vereinigte ich in meinem Trinkspruch auf die Größe und das Woh^rgehen Italiens die Wünsche die ich für das Glück seines erhabenen Herrschers hege.

Nach dem Trinkspruche Lonbeis spielte die Musik den Köntgsmarsch.

Rom, 25. April. Die Gallavorstellung im Theater Argenlina verlief glänzend. Saal und Logen waren geschmückt und vollständig besetzt. Die Majestäten, Präsident Loubet, der Graf von Turin und der Herzog von Genua be­traten um 10 Uhr 15. Min. den Saal und wurden mit Enthu­siasmus begrüßt. Die Musik spielte die Marseillaise. Der Beifall erneuerte sich, als die Herrschaften um 12 Uhr 30 Min. das Theater verließen. Auch die auf den Straßen angesammelte Menge begrüßte die Majestäten und den Präsidenten Loubet bei der Hin- und Rückfahrt stürmisch.

Mus Stadt und £and.

Hanau, 28, April.

Historische Gedenktage.

36« April 1316 starb Hermann, Landgraf von Thüringen, der Schwiegervater der heiligen Elisabeth, und in seinem Enkel in weiblicher Linie, Heinrich von Brabant, Ahnherr des Hauses Hessen, zu seiner Zeit berühmt nnv gefeiert, wie kaum ein anderer deutscher Fürst durch den glänzen­den Hof, welchen er auf der Wartburg hielt und dem die Minnesänger aus allen Gegenden Deutschlands herzu- strömten.

36, April 1793 starb der Rat Friedrich Bramerell zu Ha- na», ein eifriger Hanauer Geschichtsforscher.

* Besichtigung. Der heute fortgesetzten Kompagnirbe- sichtigung beim hiesigen Infanterie-Regiment wohnen be. Se E«. der kommaudierende General v. Linde gut st mib der Brigadekommandenr Oberst v. Puttkamer.

* Versetzt wurde der dem hiesigen Jnsanterir-Reaiment Hessen-Homburg aggregierie Major Frhr. von und zu Gilsa in gleicher Eigenschaft in das Jnfanteric-Regiment No. 91 zu Oldenburg t. Gr. "

* 31. Division. Zum Kommandeur der 21. Division wurde v. Kettler, bisher Kommandeur der 28, Juf.-Brigade ernannt.

» Oberst V. Teurpsky, beauftragt mit der Führung der 12. Jnf.-Brigade, wurde zum Komniandeur derselben ernannt.

* Aerusprechverkehr. Der hiesige Sprechverkehr ist auf Woerden ausgedehnt worden.

* Gewerbe-Ausstellung in Fulda. Der Vorstand des Gewerbe- und Handwerker-VereiuS ladet alle Interessenten für heute abend 9 Uhr zu einer Besprechung über die Fuldaer Gewerbe-Ausstellung in das Gasthauszur Karthaune" ein. An der Beratung nimmt der Stadtsekretär aus Fulda teil.

* AuswärtigeSubmissionen. Gelegentlich der 3.Be­ratung des Etats der Handels-undGewerbeverwaltungimMgeord- netenhause ergriff der Vertreter unseres Wahlkreises, Herr Emil Junghenn, in einer die Interessen unseres Han­dels- und Gewerbestandes berührenden Angelegenheit das Wort. Er führte aus:Meine Herren! Sie wollen verzeihen, wenn ich bei der 3. Beratung des Etats Ihre Aufmerksamkeit noch in Anspruch nehme. Von Firmen meiner Vaterstadt Hanau werden Klagen darüber geführt, daß sie von bayerischen Verwaltungsbehörden bei der Vergebung von Lieferungen aus­geschlossen, bezw. ihnen hinsichtlich der Zuschlagserteilung große Schwierigkeiten bereitet worden sind. Die in Betracht kommen­den Firmen sind hoch angesehen und in der Lage, sich über ihre Leistungsfähigkeit hinreichend auszuweisen. Die lieber« tragung von Arbeiten unterbleibt, weil die Betreffenden keine bayerischen Untertanen sind. Dieses Verfahren könnte leicht Anlaß geben, daß unsere Behörden in gleicher Weise vor- gingen, daß Gleiches mit Gleichen vergolten würde. Hierzu möchte ich nun nicht raten. Ich möchte empfehlen, an die bayerischen Verwaltungsbehörden heranzutreten und auf sie ein- zuwirken, daß die an verschiedenen Stellen beobachtete Haltung aufgegeben, und auch leistungsfähige Firmen, die in Preußen ihren Sitz haben, zu Submissionen zugelaffeu werden. An den Herrn Handelsminifter richte ich die Bitte, der von mir erörterten Angelegenheit näher zu treten. Wenn er mir einen entgegenkommenden Bescheid geben wollte, so wäre ich ihm M Lanktzar. .Was in meinen Händen befindliche Material stelle _ ich dem Herrn Minister gern zur Verfügung." Minister Möller erwiderte: Ich kann dem Herrn Vor­redner nur die Zusicherung geben, daß ich die von ihm be- regte Angelegenheit sehr gern unterstützen werde. Mir ist die Sache neu, wenigstens die Fälle, über die er jetzt gesprochen, an sich ist mir aber aus der Zeit, ehe ich Handelsminister war, die Klage sehr wohl bekannt, daß die Sägern nicht mit demselben Maße messen, wie wir in Preußen, und ich weiß, daß die Industrie sich wiederholt darüber beschwert hat. So­weit mir aber erinnerlich, hat aber die bayerische Regierung zu wiederholten Malm erklärt, daß sie nicht prinzipiell auf dem Standpunkt stände, daß die bayerischen Industriellen be­vorzugt werden sollen, und wenn das von ihren untergebenen Organen geschehe, es nicht mit ihrem Willen erfolge. Ich will sehr gern erneut Untersuchungen einleiten und später dem Herrn Abgeordneten Auskunft erteilen. Zur Zeit bin ich leider nicht in der Lage.

* Gesellenprüfung für Schlosser. Bei der gestern in der Werkst alte des Vorsitzenden der Prüfunasksm- nusnon Herrn Schloffermeister Jz. P e t e l er abgehaltenen Prüfung haben 5 Lehrlinge ihre Gesellenprüfung teils gut bis sehr gut bestanden.. Erfreulich ist, daß auch die schriftliche Prüfung zufriedenstellend ausgefallen ist. Die Geprüften sind: Heinrich Herdt aus Rüdizheim, Heinrich Rückert aus Klein- krotzenburg, Anton Reich von hier bei Zg. Peteler, Karl Koch Langenselbold bei B. Oker und Otto Klaffert aus Groß- krotzeuburg bei Jäger und Rumpf hier in der Lehre. Die nächste Gesellenprüfung findet im Juli statt.

* Tödlicher Unfall. Der vor einigen Tagen im Säge­werk von A. Craß & Söhne in Fechenheim verunglückte Ar­beit» Heinrich Schott ist im hiesigen Landkrankenhause an den Folgen der erhaltenen Verletzungen verschieden. Er hinter­läßt eine Witwe und 4 Kinder.

* Alpenverein. Einem vielfach geäußerten Wunsch der Mitglieder Rechnung tragend, soll Sonntag den 8. Mai d. I. ein F a m i l i e n a u s f l u g arrangiert werden. Als Ausflugsziel ist ein hübsch gelegener Punkt in der Nähe Geluhausens ins Auge gefaßt, welcher sich vorzüglich zur Ab­haltung einesPicknicks" eignet und soll der Ausflug mit ei­nem gemeinsamen Essen imCasino" zu Gelnhausen beschlossen werden. Daß hier auch die Wünsche der tanzlustigen Jugend Berücksichtigung finden werden, bedarf nicht besouderer ErWäh- unug. Wir lenken schon heute die Aufmerksamkeit der Sektions- mitglieber auf den geplanten Ausflug und hoffen, daß derselbe recht zahlreiche Teilnahme finden wird. EinzeichnpngÄiste wird im Laufe der Woche zur Vorlage kommen.

* Jubiläum. Der Graveur Herr Jean Bra u- b « r g e r kann heute auf eine 50jährige Brrufstätigkeit bei der Firma Ernst Schönfeld jun. zurückblicken, ein gewiß schönes Zeugnis guten Einvernehmens zwischen Arbeitgeber und -nehmer. Dem Jubilar wurden seitens der Prinzipalität, des Kontorpersonals und seiner Arbeitskollegen sinnige Ge­schenke überreicht; der GesangvereinSnmser" brächte dem. selben aus obigem Anlaß gestern abend ein Ständchen. Ein«