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w - ~. . Amtliches «wi fir W M FkÄKreis Kam«

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Derarrtwsrll- Redakteur: <8. Schceckrr rn Hanau.

Nr. 91 Fernsprechanschluß Nr. 605.

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Amtliches.

Stadtkreis Banau.

Attsschreiben.

Die am 22. März 1886 zu Hanau geborene ledige Kathinka Glöckner, Tochter des Fahrburschen Peter Glöckner, welche hierselbst als Dienstmädchen in Stellung war, hat am Donnerstag den 14. April d. Js., gegen 8Va Uhr abends, ihre Dienststelle heimlich verlassen und ist bis jetzt in dieselbe nicht zurückgekehrt.

Alle Nachforschungen nach dem Verbleib derselben sind bis fetzt ohne Erfolg geblieben.

Die Umstände, unter welchen sich dieselbe entfernt hat, lassen vermuten, daß sie sich ein Leid zugefügt hat.

Die p. Glöckner ist 1,581,60 m groß, untersetzt, hat blondes Haar, frische Gesichtsfarbe und am Halse ziemlich starke Drüsenknoten.

Bekleidet ist dieselbe mit gewöhnlichen Arbeitskleibern, be­stehend aus rehbraunem Kleid, dunkelblauer Leinen-Schürze, schwarzen Strümpfen und Halbschuhen.

In der Tasche trägt sie einen Schlüsselring mit 3 Schlüsseln und einem dreikantigen Türdrücker.

Um Mitteilung, falls über die Person etwas bekannt wer- oen sollte, wird ersucht.

Hanau den 19. April 1904.

Königliche Polizei-Direktion. ^^L Lehj^dt, NegMessor.

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Aufenthaltsausforschung.

Streift Jiaak, v. Rustschuk, Bulgarien, Handelsschüler, geb. 1. März 89, zuletzt wohnhaft gewesen in Zürich V, 150155 cm groß, Statur Mittel, Haare dunkelbraun, Stirne nieder, Augen dunkel, Nase groß plattgedrückt, Mund breit, Lippen wulstig, Kinn rund gegrübt, Gesicht stark mit Sänren, Ohren stark abstehend, Sprache bulgarisch, französich und ge­brochen deutsch, sehr schüchternes Auftreten; Kleidung: Anzug gut dunkelblau, Ueberzieher blaugrau, Stehkragen, Schnürschube schwarz, Mütze schwarz mit Dächli und einer schmalen @olb= treffe; hat sich am 7. April 04, vorm. 8 Uhr, von seinem Wohnort entfernt und wird seither vermißt.

Es wird um allseitige, eifrige Nachforschungen nach Arditi und im Entdeckungsfalle um schonende Anhaltung und tele­graphische Anzeige an unterzeichnete Stelle ersucht.

Für Aufcnihaltsermittelung deS Vermißten ist eine Be­lohnung von Fr. 200 zugesichert.

Zürich den 14. April 1904. I. R. H. 212/1904

Das fanf. Polizeikommanvo.

Wird veröffentlicht.

Hanau den 18. April 1904.

Königliche Polizei-Direktion.

P 2911 I. V.: Lehfeldt, Neg.-Asseffor.

Candkreis Banau.

Bekanntmachungen des Königl. Landratsamtes.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher werden in den nächsten Tagen die Gewerbesteuerrollen für 1904 erhalten. Nach Vorschrift im Artikel 40 Nr. 3 der Gewerbest.-An- Misung vom 5./11. 95 sind die Rollen im Monat April eine Woche lang öffentlich auszulegen und der Ort sowie ®le Zeit der Auslegung eine Woche vor Beginn derselben in ortsüblicher Weise bekannt zu machen.

Zn der Bekanntmachung ist darauf hinzuweisen, daß nur denPflichtigen des Veranlagungsbezirks die Einsicht in die Rolle gestattet ist.

Nach Ablauf der Auslegungsfrist ist die Bescheinigung auf dem Titelblatt der Rolle zu vollziehen und mir anzuzeigen, an welchen Tagen die Rolle öffentlich ausgelegen hat.

Hanau den 16. April 1904.

Der Vorsitzende des Steuerausschusses der Gewerbeklassen III/IV des Landkreises.

2218 J. V.: Lehfeldt, Reg.-Assessor.

Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 2 Paar kleine schwarze Kinderstrümpfe, weißes Taschentuch (mit einem blauem M gez.), 1 Kinder- Futteral, 1 kleiner gelber Kinderschuh, 1 Paar * " "^^" ,n Papier eingewickelt.

Dienstaa den 19. Avril

Verloren: 1 kleine goldene Brosche, 1 silberne Damen- uhr ohne Kette (in Wilhelmsbad), 1 schwarzes Ledertäschchen mit folgendem Inhalt: 2 Portemonnaies mit über 8 Mk. Inhalt, 1 Paar Glacö-Damenhandschuhe, 1 weißes Taschen­tuch und 1 Sonntagsfahrkarte Frankfurt-OstHanau-West (in Wilhelmsbad bei der kleinen Wirtschaft liegen gelassen.) Hanau den 19. April 1904.

Hub Stadt und Cand.

Hanau, 19. April.

Hanauer KreisoWanverein.

Frühjahrsversammlung.

® ß a n tu, 18. April. Der Hanauer Kreisoöstbau- verein hielt gestern seine diesjährige Frühjahrsversammlung im Saale des LLwengärtchens dahier ab. Der außerordentlich gute Besuch der Versammlung von selten werter Gäste und der Vereinsmitglieder gab aufs neue Zeugnis von dem Interesse, das man den auf die Hebung der Obstkultur in unserem Kreise gerichteten Bestrebungen entgegenbringt; zugleich war es auch ein deutlicher Beweis, daß der noch junge Verein im letzten Zabre wieder um ein Beträchtliches erstarkt war. Die Tagesordnung war die übliche: Erstattung des Jahresberichtes, Rechnungsablage, Beschlußfassung über zu stellende Anträge; Vortrag aus dem Gebiete der Pomologie und daran sich an­schließende Besprechung. Nach Eröffnung der Versammlung begrüßte der Vorsitzende des Vereins, Herr Pfarrer Henß von Windecken, die zahlreich Erschienenen und dankte besonders dem Herrn Lanorar v.Beckerarh dafür, daß er durch seine Teil­nahme an der Versammlung einen neuen Beweis.seines In­teresses und Wohlwollens gegen den Kreisobstbauvercin er­bringe, wodurch die Mitglieder weiteren Antrieb erhielten; Dank sei der Verein weiter schuldig dem Geschäftsführer des Obstbauvereins für den Regierungsbezirk Cassel, Herrn Huber, der die weite Reise nicht gescheut habe, um der Einladung zu der Versammlung zu entsprechen. Auch Herrn Professor Reichest wisse man sich verpflichtet für seine Bereitwilligkeit, mit der er wieder einen Vortrag zugesagt habe. Hierauf erstattete in Vertretung des verhinderten Schriftführers Herr B i n g e m e r von Enkheim den Jahresbericht über die Tätigkeit des Vereins

im abgelaufenen Geschäftsjahre 1. April 1903/1904. In dem angegebenen Zeitraum hat der Verein weitere Fortschritte ge­macht; zu den bisherigen Vereinen sind drei weitere Hinzuge­treten, nämlich die neugegründeten von Rückingen und Hoch- stadt, sowie der schon einige Zeit bestehende von Bergen. Ein­schließlich des landwirtschaftlichen Kreisvereins belauft sich die gesamte Mitgliederzahl auf etwas über 600; angeschlossen haben sich ihnen noch die Gemeindeverwaltungen von Bruch- köbel, Niederissigheim, Eichen, Wachenbuchen, Ravolzhausm, Kesselsiadt und Langenselbold. Wie im verflossenen Jahre, so ist auch in diesem dem Verein von seiten des Herrn Landrats aus Kreismitteln eine erhebliche Unterstützung zuteil geworden. Der Bitte der Vereine um Abhaltung von Vorträgen ist auch im letzten Winter von Herrn Huber in dankenswerter Weise entsprochen worden. Von seiten des Bezirksvereins wird den einzelnen Vereinen der kostenlose Bezug von Edelreisern gewährt, sowie das Blatt der Landwirlschafiskammer und die Geismheimer Mitteilungen" zugesandt. Auf der in JSanau in der Zeit vom 2.-5. Oktober abgehaltenen Bezirksobstaus­stellung war der Kreisobsibauverein trotz des Sturmes, der drei Wochen vorher die schönsten und besten Früchte von den Bäumen gerissen hatte, doch noch so vertreten, daß ihm im ganzen 79 Auszeichnungen an Medaillen, Ehrenpreisen sowie Ehrenurkunden erster und zweiter Klasse zugesprochen werden konnten. Die Ausstellung hat wesentlich den Eifer unserer Obllzüchter angespomt, aber ihnen auch die Ueberzeugung ver- mittest, daß sie es mit den eigentlichen Hessen gut und gern aufnehmen können, waS Schönheit und Güte der Erzeugnisse angeht. Mit der Ausstellung selbst war eine Vereinsversamm- lung am 4. Oktober verbunden, in der .Cerr ß über in überaus anregender und eingehender Weise * über die Entwick­lung unseres hessischen Obstbaues in den letzten zehn Jahren berichtete. Außerdem fanden noch die beiden satzunqsmäßiacn Hauptversammlungen im Frühjahr und Herbst statt und zwar in Hanau und Dörnigheim; für beide war ßerr DroseUor R - ichelt von Fr-edberg als Vortragender gewonnen- er sprach das erstemal überErziehung, Schnitt und Pflege des jungen Hochstammes", das andere Mal über Baum- krankheiten und ihre Bekämpfung". Beide Vorträge zeichneten sich in hohem Grade durch Klarheit, Einfachheit und eine Fülle höchst wertvoller Belehrungen aus. Im übrigen ist die Arbeit des Vereins in der Sülle in der Ä Weie «eltergegangen; wenn auch noch viel zu tun sei, bis nur einigermaßen geleistet werde, was geleistet werden könne, so |

Ferusprechanschluß Nr. 605

1904

tröste man sich einstweilen damit, daß die Zeit den erwünschten Erfolg den gemeinsamen Anstrengungen und Bestrebungen nicht versagen werde; Rom sei auch nicht an einem Tage ge­baut worden.

Nach Erstattung des Jahresberichtes nahm Herr Landrat v. Beckerath Veranlassung, dem Verein die Versicherung zu geben, daß er seine Bestrebungen mit regem Interesse und warmer Anteilnahme verfolge; der Obstbau sei in unserem Kreise ein so außerordentlich wichtiger Zweig der landwirt­schaftlichen Tätigkeit, daß die Vertreter des Kreises und seiner Verwaltung ihm alle Förderung angedeihen zu lassen sich für verpflichtet halten müßten; der Kreisobsibauverein dürfe auch für die Zukunft auf jede Unterstützung seitens des Kreistages rechnen. Der Vorsitzende dankte dem Herrn Landrat für seine herzlichen und ermunternden Worte und gab die Versicherung, daß der Verein bestrebt sein werde, auch ferner seiner Auf­gabe mehr und mehr gerecht zu werden.

Als Ort für die nächste ordentliche Versammlung im Herbst wurde Ostheim bestimmt; im Sommer soll eine Wanderver- sammlung in Rückingen gehalten werden. Ferner wurde be­schlossen, den dem Vereine beigetretenen Gemeindeverwaltungen im Herbste wieder je einige Stämme empfehlenswerter Obst­sorten kostenlos zuzustellen; der Vorstand wurde ermächtigt, wegen der etwaigen Beteiligung an auswärtigen Obstausstel­lungen Beschluß zu fassen und das weitere zu veranlaffen.

Hierauf hielt Herr Professor R e i ch e l t seinen Vertrag überUnfruchtbarkeit der Obstbäume", obwohl, wie er erklärte, es einem schwer falle, angesichts des Blütenreichtums grade : über dies Thema zu sprechen, über das man sich lieber im Winter in griesgrämiger Stimmung hinter dem Ofen unter- t halten.möchte; er wollte deshalb lieber über dieFruchtbarkeit der Bäume sprechen, was ja auch mit dem andern Thema in gewissem Sinne zusammenfalle. Der Vortrag bot wieder eine Menge interessanter Einzelheiten und beachtenswerter Winke; es war wieder eine jener trefflichen Belehrungen, wie sie nur ein solcher Mann zu geben versteht und die allen Zu­hörern reichen Gewinn bot; der reiche Beifall gab lebhaftes Zeugnis von dem Danke, den der Vortragende sich bei allen durch seine Darbietungen erworben hatte. Eine Diskussion fand nicht mehr statt, doch nahmen die Anwesenden Deran- laffung, unter sich das Gehörte in zwangslosen Gruppen zu besprechen. Die Versammlung wurde gegen 6 Uhr geschlossen.

. * Fernsprechverkehr. Der hiesige Sprechverkehr ist auf Ebam, Lisse, Noordwyk und Lobith ausgedehnt worden.

* Konferenz- Morgen Mittwoch den 20. April, nach­mittags 4 Uhr, findet im Restaurantzur Eisenbahn" in Großauheim eine Konferenz der kath. Lehrer des Bezirksvereins Hanau statt. Referent ist Herr Lehrer Auth von Groß- Krotzenburg.

* Eisenbahn Personalien. Zum Lokomotivführer wurde ernannt Lekomoiivheizer Keim in Hanau, die Prüfung zum Eiseubahn - Assistenten hat bestanden Statisns - Aspirant Kern in Hanau.

* Das Schauturnen bet Damenabteiluna des T«rn- und FechtklUbs findet nächsten Sonntag L 2^ April, nachmittags 3 Uhr, in der Turnhalle statt. Die Uebungsfolge ist: 1. Aufmarsch und Stabübungen im Wechsel mit Schrittbewegungen nach Befehl und mit Mufikbegleitung;

turnen an 3 Barren und 3 Stufen; 3. Keulenschwingen nach Befehl und mit Musikbegleitung; 4. Riegenturnen an Ringen und Pferd mit einmaligem Wechsel. Der Eintritt ist nur gegen Karte gestattet. Gäste können durch Mitglieder eingeführt werden und sind Karten für dieselben Mittwoch abend von 8 Uhr ab in der Turnhalle zu haben. An das Schauturnen schließt sich ein gemütliches Beisammensein mit Tanz an.

* Neue Züge auf der Strecke Hauau-Fried- derg. Aus dem neuen Sommerfahrplan ist zu ersehen, deß die Kgl. Elsenbahndirektion für die Strecke FriedbergHanau- Ost zwei neue Züge vorgesehen hat und zwar: 1) Personen-

Friedberg ab l10, Hanau-Ost an 210; der Zug erhält Anschluß in Friedberg vom Schnellzug 45 von Frank­furt und von Schnellzug 78 und Personenzug 780 von Cassel, in Hanau-Ost an Schnellzug 167 nach Wien und Personenzug 461 nach Eb-rbach. 2) Personenzug 827 a Hanau-Ost ab ll37, Friedberg an 12Sß; der Zug erhält Anschluß in Hanau- Ost von Schnellzug 164 von Wien und Persünenzng 462 v»N Eberbach, in Friedberg an Schnellzug 45 nach Cassel, Schnellzug 78 nach Frankfurt, Gemischten Zug 7945 nach Nidda und 1055 nach Hungen. Auf dieser Strecke wird ssdauu noch der Personenzug 831, der bisher 4 Uhr 26 Min. in Hanau-Ost abfuhr, bereits 4 Uhr 11 Min. abgehen und in Friedberg 5 Uhr 15 Min. (bisher 5 Uhr 27 Min.) ein* treffen.