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Waisenhauses in Hanau. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, Verantworü. Redakteur. G. Schreck« Han
Nx 87 Fernsprechanschluß Nr. «05. DoMleEaa dkN 14» April Fernsprechanschluß Nr. 605. 1904
Amtliches.
Landkreis hanau.
Bekanntmachungen des Königl. Landratsamtes.
Die Herren Bürgermeister ersuche ich unter Hinweis auf meine Verfügung vom 26. März 1885, J St 1696, in Nr. 76 des Kreisblattes, innerhalb 10 Tagen die Nach- Weisungen der im Etatsjahr 1903 vorgekommenen Wander- lager und Wanderauktionen und der zur Gemeindekasse einge- zogenen Wanderlagersteuern einzureichen oder Fehlanzeige zu erstatten.
Hanau den 12. April 1904.
Der Königliche Landrat.
St 209S I. A.: Lehfeldt, Reg.-Asseffor.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, welche mit der Erledigung meiner Kreisblattverfügung vom 22. Januar 1898, V 939 — Amtliche Beilage Nr. 8 — betreffend Beseitigung absierbender Obstbäume und Aeste, Beschneiden lebendiger Hecken und Bekämpfung des Mistel im Rückstände find, veranlasse ich, binnen 8 Tagen in dieser Angelegenheit Bericht zu erstatten.
Hanau den 11. April 1904. '
Der Königliche Landrat.
V 2530 I. A.: Conrab, Kreissekreiär.
Hub Stadt und Land.
Hanau, 14. April.
• Historische Gedenktage.
14» April 1455. Gerichts- und Polizei-Ordnung des Landgrafen Ludwig I. Dieselbe enthält manches, was Grundlage der Gesetzgebung und Lebensordnung bis in die neueste Zeit ist (wie denn ähnliche Ordnungen um dieselbe Zeit in vielen andern Ländern und Städten erlassen wurden) z. B., daß bei Nacht niemand ohne Wisch (brennenden Strohwisch) oder Laterne über die Straße gehen durfte, was bis zur Einführung der Straßenbeleuchtung bekanntlich oft sehr streng gehandhabt worden ist, oder daß das Nachtläuten (um 8 oder 9 Uhr) «in- geführt ward, welches noch jetzt überall besteht, damals aber zum Zeichen dieme, daß die Bier- und Weinbäuser von den Gästen geräumt werden mußten. Die auf die Vergehen gesetzten Strafen waren streng; z. B. war das Spielen (Bret- und Würfelspiel) nicht allein bei Geldstrafe, sondern auch Bei vierwöchiger Verbannung aus der Stadt verboten; ohne Laterne zu gehen, oder über die
Feuilleton.
Semester-Anfang in Marburg.
r. Marburg, 13. April. Wenn mit Vogelfang und Lenzesduft der Frühling seinen Einzug gehalten, wenn unsere alte Universitätsstadt mit ihren Bergen und Wäldern, die sie wie einen Blütenkranz umgeben, sich in ihrer Maienpracht, vom goldenen Sonnenstrahl umflutet, dem Auge barbietet, tauchen auch wieder die buntbemützten Musensöhne auf und verleihen den altertümlichen Straßen und Gassen ihr eigenartiges, fesselndes Gepräge. Uebt doch von jeher das Sommer- semester in Marburg auf die studierende Jugend einen großen Reiz aus, und mancher Student, der im Winter eine großstädtische Universität besuchte, sehnt sich deshalb schon lange wieder nach hier zurück und findet sich auch pünktlich ein. Und wenn es dann gilt, den Wonnemonat Mai in echt studentischer Weise zu begrüßen, wenn sich die Korporationen und Verbindungen in der Mainacht in ihren malerisch an den Bergabhängen rings um Marburg liegenden Kneipen und Ver- ""^hausern versammeln, fehlen nur wenige. Die studentische Naifeier in Marburg, die gewissermaßen als Beginn der hier akademischen Jugend winkenden Freuden zu betrachten m, läßt sich sg lejcht kein Student entgehen, beteiligen sich doch sogar die in und in der Nähe Marburgs wohnenden alten Herren meist vollzählig an derselben und fühlen sich in die frohe Jugend- und Studentenzeit zurückversetzt. In diesem Sommer spricht aber noch ein anderer Umstand mit, der er- läßt, daß der Besuch des diesmaligen Semesters, das dlsizlell schon am 15. April seinen Anfang nimmt, ein außer- »rdentlich starker wird. Gemeint ist die Feier des 400jährigen Geburtstages des Gründers der Universität, des Landgrafen Philipp des Großmütigen, der am 13. November 1504 im 9’*wen Landgrafenschlosse das Licht der Welt erblickte. Daß
Weinglocken hinaus im Wirtshaus Gälte zu halten oder als Gast zu sitzen, kostete 3 Pfund Heller (60 Schillinge), wer aber des Abends ohne Licht „in unziemlichen Sachen mit Werfen oder Rufen die Leute zu erschrecken und zu wecken, den Leuten ihre Fenster, Thore und Fasse zu schlagen oder Wagen umzuwerfen funden wird", der soll nicht' allein die höchste Geldstrafe zahlen, sondern auch vier Wochen aus der Stadt gewiesen und, kehrt er innerhalb dieses Termins zurück, vier Wochen in Haft gesetzt werden.
14, April 1648. Schließlicher Vergleich der beiden hesfischen Häuser, Cassel und Darmstadt, über den Besitz der seit 43 Jahren streitig gewesenen Marburger Erbschaft. Nach diesem Vergleich sind die Besitzverhältnisse bis 1866 geordnet gewesen.
Beamtenpersonal-Nackiricht ei». "
Ernannt: der Pfarrer extr. Lic. Wagner zu Sonira zum Pfarrer in Ottrau, Klaffe Neukirchen, der Referendar Moll zum Gerichtsaffeffor, der Rechtskandidat v. Sommerfeld zum Referendar.
* Eisenbahn-Personalien. Versetzt sind Stations- verwaller Molkenthin von Eibelsbausen als Stations- asststent nach Hanau-Ost, die Stationsassistenten Grobe von Hanau-Ost nach Limburg, Kl in gier von Geisenheim nach Hanau, Reitz von Frankfurt a. M. nach Hanau-Ost.
* Pfarrstellen. Die Pforrsielle zu Rambach (Klaffe Eschwege) ist infolge Pensionierung ihres seitherigen Inhabers, die Pfarrstelle zu OberHü,Na Waffe Homberg) durch Ableben ihres seitherigen Inhabers zur Erledigung gekommen. Bewerbungen sind an Königl. Konsistorium in Cassel zu richten.
* Kontrollversammlung. Freitag den 15. April, nachmittags 2 Uhr, in Bruchköbel (Schukos): die Mannschaften von Bruchköbel, Kinzigheimerhof, Mittelbuchen, Nieder- isiigheim, Roßrorf, Rüdigheim, Rüdigheimerhof und Ober- ifsigheim.
* Hanauer Kreisobstbauverein. Am kommenden Sonntag, 17. April, wird der Hanauer Kreisobstbauverein seine diesjährige Frühjahrsversammlung im „L ö w e n g ä r t ch e n" dahier, von nachmittags 3*/e Uhr an, halten. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag deS in den Pomologenkreisen bekannten und hochgeschätzten Herrn Professor Reichest aus Friedberg über „Unfruchtbarkeit der Obstbäume", der sicher eine reiche Fülle der Belehrung bringen wird und worauf wir Interessenten in Stadt und Land hingewiesen haben wollen. Gäste sind willkommen.
Marburg und seine Universität im Miitelpunkte dieser Feiern, die im ganzen Hessenlande und dessen Grenzen hinaus geplant sind, stehen muß, ist wohl selbstverständlich, und so sind auch bereits hervorragende Männer unserer Stadt zusammengetreten, um zu beschließen, daß die Philippsfeier eine der Stadt und der Univcrsiiät, die den Namen seines Gründers trägt, würdige wird. So viel bekannt ist, plant man anfangs August bei der Bismarcksäule oder am Dammelsberg, diesem schattigen, dicht beim Schlöffe liegenden und jetzt in städtischen Besitz übergegangenen Eichenhain, an dessen Abhang die von Behring- schen Besitzungen liegen, ein gemeinsames Volksfest der gesamten Studenten- und Bürgerschaft. An den folgenden Tagen findet dann hier die Jahresversammlung des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde mit einer Sitzung im Rittersaale statt und den Schluß bildet ein Ausflug nach dem reizenden Städtchen Biedenkopf oder nach Haina. Zu dem eigentlichen Geburtstage Philipps, den 13. November, ist bereits ein akademischer Festakt in der mit farbenprächtigen historischen Gemälden geschmückten Universitätsaula vorgesehen. An der Einweihung des Philippsdenkmals im Kloster Hains werden ebenfalls Vertreter der Universität, der Studentenschaft und der Behörden teilnehmen. Bedenkt man nun das; am Sonnen- wendfest das Gedenken unseres Altreichskanzlers und Marburg« Ehrenbürgers Bismarck durch die Einweihung der von der Studenten- und Bürgerschaft gemeinsam errichteten Bis- marcksäule gefeiert werden soll und bei allen diesen Veransial- tungen nicht nur die aktiven, sondern auch die ehemaligen Marburg« Studenten, an die Einladungen ergehen sollen im Vordergrund stehen, so ist sicher zu erwarten, daß eine große Zahl Studenten, beianders Söhne des Hessenlandes, an diesem Sommer unsere m-t den besten Lehrkräften und Instituten gestattete Umversitar beziehen werden.
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* Deutsch - Nationaler Handlungsgehilfen
Verband. Am nächsten Sonntag den 17. April Veranstalter der hiesige Verein des „Deutsch - Nationalen Handlungsgehilfen Verbandes" einen Ausflug nach Großauheim in den Saal des Gasthauses „zur Krone". Freunde und Gönner sind willkommen. Für Unterhaltung ist bestens Sorge getragen.
* Futzballsport. Nachdem am 1. Osterfeiertage die 1. Mannschaft des „I. Hanauer Fußballklubs 1893" einen glänzenden Sieg von 5:3 Goal gegen den Meisterschaftsklub vom Rheinland, „Fußballklub Köln", errungen hatte, siegte dieselbe Mannschaft gegen den Meisterschaftsklub von Frankfurt „Viktoria", 1. Mannschaft, mit 7:0 Goal. Es ist dies die schwerste Niederlage, die „Viktoria" jemals von Hanau erlitten hat. Es war ein sehr spannendes Spiel, das von den zahlreich erschienenen Zuschauern mit großem Interesse verfolgt wurde. — In einem vorher stattgefundenen Spiel der 2. Mannschaften mußte der „I. Hanauer Fußballklub 1893" unterliegen mit 2 :3 Goal.
* Wolzogen Abend. Wir möchten nicht verfehlen, unsere Leser noch einmal auf den heutigen Wolzogen-Abend hinzuweisen. Derselbe verspricht ein Kunstgenuß ersten Ranges zu werden.
* Die Schlierbacher Streiknachwehen. Die von uns gestern nach den Gelnhausener Blättern berichteten Vorgänge in Schlierbach zeigen, daß eine gereizte Stimmung vorhanden ist. Nach Berichten der sozialistischen Preffe soll der auf der Straße bei Schlierbach bewußtlos aufgefundene Maurer H. Lißmann von Wächtersbach, der inzwischen verschieden ist, von Arbeitswilligen, mit denen er und sein Bruder einen Zusammenstoß hatte, mißhandelt worden sein. Der Arzt hat einen Schädeldruch jestgejiellt. Die entgleitete Untersuchung wird wohl ergeben, auf welcher Seite die Schuldigen zu suchen sind und weiterhin auch, auf welche Art und Weise sich der Fall, der so tragisch »erlaufen ist, zugetragen hat. Einige Personen, die bei der betreffenden Schlägerei beteiligt waren, sind festgenommen worden.
® Verhaftet« Der hier beschäftigte Goldarbeiter F. von Großauheim, bei welchem, wie in der vorgestrigen Nummer gemeldet, gestohlene Goldabfälle gefunden wurden, wurde in Untersuchungshaft genommen.
Aus dem Gerichtslaal.
Sitznng der Strafkammer U vom 13. April.
(Nachmittagssttzung.)
Um die Zeuzengebühren.
v Der Metzgerbursche H. von Gelnhaüseu war vom dortigen Schöffenaerickt wegen Betrugs bestraft worden. Er wurde
Humoristischrs.
Schändlich. „Warum so verdrießlich, Herr Huber?" — „Ja, denken Sie sich, schenkt wir meine Alte zn meinem Geburtstag den Hausschlüffel, und wie ich ihn probiere, paßt er nicht!"
Wahrscheinlich. Agent zum Ladeninhaber: „Kurz, ich kann Ihnen als Mann gegen Mann keinen besseren Rat geben, als den: Treten Sie in unsere Feuerkaffe ein!" — Kaufmann: „Hm, ja, Sie mögen recht haben. Aber sagen Sie mal: gesetzt, ich ginge die Versicherung ein, und acht oder vierzehn Tage, nachdem ich die erste Prämie bezahlt hätte, ginge die Geschichte hier in Flammen auf — was würde ich denn da kriegen?" — Agent: „Na, so auf sechs Monate müßten Sie schon rechnen."
Bitter. Arzt: „Miserables Geschäft! Kaum ein einziger Patient bezahlt mich!" — Herr: „Aber das tun doch wohl die Erben?" '
Barometerstand
76
720
710
710
Veränderlich
Regen
Viel Regen 740
Sturm
730
.750
740