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Für Stadt- und Landkreis Hamm iW die Ms.
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V V im W-Lamentheil die Zeile 25 W„
für Auswärts 35 Psg.
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Vierteljährlich 1,80 M., monatlich 60 W> für aaZ- »«Nige Wonnmtm mit dem betressenden PoßcnffWllg. Die einzelne Nummer kostet 10 Psg.
Gednickt und verlegt in der Buchdmckari des verein- ev, Waisenhauses in Hanau.
. Amtliches Sem K AM- M LMms Hm«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sorm- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 80
FernsPreibanschluß Nr. 605.
Mittwo» den 6. April
Fernstzrechanschluß 9h. 605.
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1904
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Langstraße Nr. 41.
Kostensrele Arbeitsvermittelung werktäglich vorm. S1/^—11 Uhr, nachm. 5—6 Uhr.
Daselbst kostenfreie Auskunft in Sachen der sozialen Gesetzgebung (Unfall-, Invaliden-, Krankenvers.-, Gewerbe- gerichts- u. s. w. Gesetze) werktäglich 10—ISVs Uhr. 6481
Amtliches.
Landkreis Danau.
Bekanntmachungen des Königl. Landratsamtes.
Die Herren Bürgermeister ersuche ich, bis zum 10. April d Js. über die Höhe der bisher verbliebenen Grmeiude- Rückftlinde zu berichten.
Hanau den S. April 1904.
Der Königliche Landest.
A 1416 v. Beckerath.
Hub Stadt und Cand.
Hanau, 6. April.
Historische Gedenktage.
6. April 1557 verfaßte Landgraf Philipp der Großmütige das erste von den Testamenten, in welchen die nach seinem Tode in Gemäßheit seines letzten Testamentes vollzogene Landesteilung unter seine vier Söhne oarkommt.
* Musterung. Donnerstag den 7. April: Musterung der Militärvslichiigen der Gemeinden Langendiebach, Langen- selbold, Mittelbuchen, Neuwiedermuß und Niederdorfelden..
* Kontrollversammlung. Mittwoch den 6. April, nachmittags 21/« Uhr, in Hanau (Paradeplatz): Ersatz-Reservisten der Jahresklassen 1891 bis 1895. — Donnerstag den 7. April, vormittags 9 Uhr, in Hanau (Paradeplatz): Ersatz-Reservisten der Jahresklassen 1896 bis 1903; nachmittags 2'/z Uhr: Gediente Mannschaften der Jahresklassen 1891 vis 1893.
* Verliehen. Anläßlich seines Uebertritts in den Ruhestand wurde dem Lehrer Herrn Daniel Gunckel von Sr. Mas. dem Kaiser der Adler der Inhaber des Königl. Hausordens von Hohenzollern verliehen. Die Auszeichnung wurde gestern dem Schulveteranen, der 45 Jahre hindurch als Lehrer an der hiesigen Knabenvolksschule tätig war, durch die Herren Stadtschulinspektor Lorenz und Rektor Dietrich überreicht.
L* Konferenz. Gestern fand in Frankfurt a. M. im Evangelischen Kasino die diesjährige hessische Konferenz des deutschen evangelischen Schulvereins unter dem Vorsitz des Herrn Lehrer P. Diehl-Frankfurt statt. Eröfftret wurde die Konferenz durch eine biblische Ansprache und Gebet von Herrn Pfarrer Baumann aus Windecken. Im Namen des Vereins „Evangelisches Kasino" begrüßte dann Herr Latscha die Erschienenen und gab einen kurzen Bericht über den Zweck und die Geschäftsordnung des Kasinos. Herr Lehrer Diehl erstattete den Jahresbericht. Danach gehören dem Verband 18 Schul- und Lehrvereine an. Eingehend schilderte der Vorsitzende den Verlauf des im vorigen Jahre in Stuttgart ab- gehaltenen Vertretertages und der damit verbundenen Ver- bandes-Konferenz. Herr Lehrer K. Kühnle hielt darauf einen Vortrag über das Thema: „Ist es möglich, im christlichen Religionsunterricht das neue Testament ohne Berücksichtigung des alten Testaments erfolgreich zu behandeln?" Theologische und pädagogische, auch antisemitische Kreise, so führte der Referent aus, forderten den Ausschluß des alten Testaments aus dem religiösen Unterricht der christlichen Schulen. Dies ^erlangen sei aber durchaus bekämpft worden, denn eine Unterweisung im neuen Testament ohne Berücksichtigung des ulten sei unmöglich, da das neue mit dem alten Testament zu enge verknüpft sei. Insbesondere erfordere die Behandlung des Lebens und der Lehre Jesu die Kenntnis des „Gesetzes und der Propheten". Auch sei die jüdische Religions- geschichte unentbehrlich, weil sie die eigentliche Religionsge- Ichichte der Menschheit sei. Eine Ausscheidung des alttesta- mennichen Stoffes ergäbe damit für den neutestamentlichen Unterricht die Konsequenz, daß große bedeutungsvolle Abschnitte weggelassen und sämtliche Erzählungen und Abhand- lungen verkürzt und entstellt werden müßten. Die Schule müßte auch ihre Schüler in Bezug auf die gesamte Weltanschauung der christlichen Völker isolieren, wenn sie das alte Testament ignorieren wollte. Sprächen schon alle diese Gründe gegen die Fortlassung des alten Testaments aus dem Reli- gwnsunterricht, so "müßte man auch aus anderen Gründen für die Beibehaltung der jüdischen Religionslehre eintreten.
Denn ohne diese Kenntnis konnten hauptsächlich folgende Punkte der christlichen Lehre nicht genügend veranschaulicht werden: Gott als Schöpfer, Gesetzgeber und Richter; der Mensch als Geschöpf und Sünder; der Heilsplan und seine Ausführung vor Christo; das völkergeschichtliche Verständnis der Juden und des gesamten Altertums; das zei'geschichUiche Verständnis für Jesus und seine Apostel und das Verständnis der neutestamentlichen Stufe in ihrem Unterzieh von der alitestamentlichen. So gelangte der Vortrao-nde zu dem Ergebnis: Man müsse daher im Interesse der evangelischen Kirche selbst gegen alle Versuche protestieren, die Bibel oder einen Teil derselben aus ihrer zentralen Stellung als Quelle der religiösen Erkenntnis zu verdrängen. (Fr^f. N.)
* Städtische Badeanstalt. Im Monat März 1904 wurden an Bädern abgegeben: Kl. I.: 98, Kl. II.: 174, KI. III.: 936, Douchebäder: 33, Römisch-Irische Bäder: 35. Zusammen: 1276 Bäder. De größte Zahl der abgegebenen Bäder Betrug 107 am 26. März; die kleinste Zahl der abgegebenen Bäder betrug 12 am 2. März. — Im Etatsjahre 1903/04 wurden an Bädern abgegeben: Ä. I: 968, Kl. II: 2187, Kl. III: 9718, Douchebäder: 265, Römisch- Irische Bäder: 333. Zusammen: 13 471 Bäder. Die größte Abgabe der Bäder betrug 191 am 30. Mai 1903; die kleinste Abgabe der Bäder betrug 7 am 14. September 1903. Im Etatsjahre 1902/03 wurden an Bädern abgegeben: 12 615, mithin mehr im Etatsjahre 1903/04: 856 Bäder.
* E. v. Wolzogen's Buntes Theater. Wie wir hören, wirb der gefeierte Dichter mit seinem Ensemble am Donnerstag den 14. d. M. in der „Centralhalle" einen bunten Abend veransialten, worauf wir unS erlauben schon jetzt auf- merkiM zu Machen.
* * Gewerdegerrcht. (Sitzung vom 5. April.) Der Schlosserlehrling M vertreten durch seinen Vater, klagt gegen den Schloss-rmeister N. auf Aufhebung des seit zwei Jahren bestehenden Lehrverhältnisses. Zwischen den Parteien kommt ein Vergleich zu Stande, wonach das Lohnverhältnis aufgehoben wird und der Lehrherr auf Zahlung einer Entschädigung verzichtet. — Der Hafnergeselle S. klagt gegen den Hafnermeister L. auf Zahlung eines Betrags von 63 Mk. wegen kündigungsloser Entlassung. Ein Zeuge bestätigt die Behauptungen des Beklagten, wonach der Kläger in der letzten Zeit so sehr sich dem Alkoholgenuß hingab, daß er fast jede Woche ein oder zwei Tage zur Arbeit unfähig war. Der Kläger muß dies notgedrungen zugeben. Die kündigungSlose Enilassuna wird hiernach als gerechtfertigt angesehen und der Kläger mit der erhobenen Klage abgewiesen.
* Bauernregeln für April. April-Regen bringt stets Glück und Segen. Der dürre trockne April ist nicht der Bauern Will', aber des Aprilen Regen ist ihnen gar gelegen. Wenn der April bläst in sein Horn, steht es gut um Heu und Korn. Wenn der April Spektakel macht, gibt's Heu und Korn in voller Pracht. April kann rasen, nur der Mai halt Maßen. Frösche zu Anfang April bringt der Teufel ins Spiel. Maikäfer, die im April schwirren, müssen im Mai erfrieren. Sind die Reben um Georgi (23.) noch blind, so erfreut sich Weib und Kind. Bläst der April mit beiden Backen, gibts genug zu jäten und zu hacken. Sei der April auch noch so gut, er schickt dem Schäfer Schnee auf den Hut. April hat seine dummen Mucken, er will, daß die Bauern nach dem Wetter gucken. Sankt George (23.) und St. Marcs (25.), die drohen uns viel Args. So lange die Frösche vor Marci geigen, so lange müssen sie nach Marci schweigen. Ist Ambrostus (4.) schön und rein, wird Sankt Florian (4. Mai) dann wilder sein. Ist der April sehr trocken, geht dann der Sommer nicht auf Socken. Wenn die Grasmücken fleißig singen, werden sie zeitigen Lenz uns bringen. Bauen im April die Schwalben, gibts viel Futter, Korn und Kalben. Jetzt muß der Hollunder munter sprossen, sonst wird des Bauern Men' verdrossen. Kommt Aprilsturm schon bei Zeiten, ist das Ende wohl zu leiden. Je früher im April der Schlehdorn blüht, desto früher der Schnitter zur Ernte zieht. Des Aprils Lachen verdirbt des Sandmanns Sachen., Bester Wassernot im April, als der Mäuse lustiges Spiel.
)!( Keffelstadt, 5. April* „Wo man singt, da laß dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder." Die Ueberzeugung von der Wahrheit dieses Wortes mag wohl der Anlaß gewesen sein, daß die Abendunterhaltung des Gesangvereins „Humor" im Gasthause zur „Mainlust" sich so zahlreichen Besuches erfreute, daß der Saal kaum die Zahl der Gäste zu fassen vermochte. Die Feierlichkeit nahm gegen 8 Uhr ihren Anfang. Sie wurde durch den „Deutschen Heldenmarsch" von Rackling und die Ouvertüre „Frühlingszauber" von Dittmann, ausgeführt durch den hiesigen Musikverein, der seine Kräfte in uneigennütziger Weise dem arrangierenden Verein zur Verfügung gestellt hatte, schwungvoll eingeleitet. Nach der herz
lichen Begrüßung der Festgaste durch den Vorsitzenden Herrn. Johann Strauß, folgte der Chor „Unter dem Lindenbaum" von W. Sturm, wodurch sich der Vortragende Verein unter Leitung seines Dirigenten Herrn Thomas Wagner gleich von Anfang an die Sympathie der Ztchörer sicherte. Mit Chören. und Vorträgen des Gesangvereins bezw. Mustkoereins wechselten nun humoristische Duette und Soloszenen in bunter Reihen- folge, die von Herm Georg Klannt begleitet wurden und sämtlich als gelungen bezeichnet werden konnten. Da war vor allem Herr Strauß hervorzuheben, der mit seinem „Wilderer" durch die in jeder Beziehung naturgetreue Wiedergabe stürmischen Beifall erntete. Drollig nahmen sich auch die Herrn Wilh. Joh und Karl Altvater in dem Hum. Duett „Eduard und Christian, die beiden guten Freunde" aus. „Der Damenfreund", eine hum. Soloszene von O. Junghäuel (H. Nix) fand ebenfalls lebhaften Beifall. Durch den erfolgreichen Vortrag des Chores „Der Reiter und sein Lieb" von SArlz bewies der feftgetenbe Verein wiederum seine Fähigkeit. Die Einlage des Liedes „Kriegers Abschied", gesungen uon Herrn Th. Wagner, wurde freudig ausgenommen. Mit dem hum. Duett „Die Tenoristen-Entdeckung" (Herr J. Strauß und O. Müller) endigte der erüe Teil des Programms. Nach einer kurzen Pause konnte die Feierlichkeit wiederihren Fortgang nehmemsEsfolgtenun alsGlanz- nummer das Theaterstück „Hinüber—Herüber", Scherzspiel in 1 Auszug von Nestroy. Es warm hierbei folgende Personen beteiligt: Die Damen Fräulein A. Stephan, A. Schultheis und M. Kehrn, ferner die Sereu I. Strauß, H. Nix, O. Schäfer, Fr. Roth, N. Müller, N. Weller, ). Müller und J. Krebs. Sämtliche Mitwirkende wurden durch stürmischen Applaus für ihre Mühe belohnt. Eine sehr anerkennenswerte Leistung war die hum. Duoszene »Herr von Schuchtefingen und sein Diener Anton" von R. Merker (Herr H. Nix und Fr. Roth) die zu großer Heiterkeit Anlaß gab. Besonders gut gefiel das hum. Terzett „Der Rosemtock, der Mandelblüth und der Nathansabn von F. Renker. Die charakteristische Darstellung der einzelnen Personen war einfach großartig und man hätte sich schier vor Lachen wälzm mögen. Mit einem feurigen Marsch des Mustkoereins nahm der offizielle Teil sein Ende. Das Programm war so reichhaltig, daß man gezwungen war, wegen vorgeschrittener Zeit einige Nummern weggulaffen. Nach her, sich hieran anschließenden Verlosung wurde noch jedermann Gelegenheit geboten, sich am Tanzen zu erfreuen. Wir wollen nicht verfehlen, darauf aufmerksam zu machen, daß der Gesangverein „Humor" erst seit kurzer Zeit unter der Leitung seines jetzigen Dirigenten, Herrn Thomas Wagner, steht und seine vorzüglichen Leistungen um so mehr anzuerkennen sind.
P. Lattgendisbach, 5. April. (Delegiertenver- s ammlung.) Gestern fand im Saale des Gasthauses „zum Schwanen" eine Delegiertenversammlung der zum Gesangs- Wettstreit angemeldeten Vereine statt. Die Verhandlungen währten zwei volle Stunden und alle Wünsche der einzelnen Vereine wurden nach Möglichkeit berückstchtigt. An dem gemeinsamen Mittagsmahl nahmen 35 Herren teil. Nach dem Essen verbrachte man noch einige vergnügte Stunden bei Gesangs- und Klaviervorträgen seitens der Mitglieder des Gesangvereins „Aederkranz" und vielfach hörten wir von den Abgeordneten der auswärtigen Vereine, daß die Leistungen unseres „Liederkrauz" geradezu vorzüglich seien. Erst gegen Abend trennte man sich von den lieben Sangesbrüdern mit kräftigem HLudedruck und mit dem Wunsche auf ein frohes Wiedersehen im Juni.
Spvechfaal.
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In der historischen Notiz über den 2. April 1848 betreffend den Turntag, der aber doch einem Turnfest, wie sie 1848 gehalten wurden, so ähnlich war, daß der Unterschied zwischen Turntag und Türrnfest ganz unerheblich ist, wird der alte Turnvater Iahn keineswegs bezichtigt, den republikanischen Aufstand beabsichtigt zu haben, es wird auch nicht behauptet, daß er den Vorsitz geführt habe, daß er aber gleichwohl die Versammlung geleitet und die Bewegung beherrscht habe, wird durch Herrn Lohfink bestätigt. Jedermann weiß, daß Iahn niemals RepublÄaner gewesen ist, daß er vielmehr die ganze Bewegung von der Republik hinweg zu leiten suchte und nichts anderes erstrebte, als was alle Burschenschaftler erstrebt hatten, ein einiges Deutschland. So vereitelte er auch in Hanau, damals noch, die Erklärung der Turnerschaft für die Republik und trat damit den Absichten entgegen/ die andere mit diesem Fest verbunden hatten; daß die Entscheidung für die Republik dennoch später erfolgte, beweist der Zug der Hanauer Turner nach Baden. Eine chronikartige Notiz kann übrigens keine breite historische Auseinandersetzung liefern und kann allerdings durch ihre Kürze leicht Mißverständnisse hervorrufen.