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Zweites Blatt

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Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die sün'- gespalienePctüzeUs oder drrmRmtm, für Auswärts 15 Psg^

im Rcklarnmtheil die Zeile 25 Pfg., per Auswärts 35 Pfg.

Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantworil. Redakteur: G. Schrecke: in Hanau.

Nr. 76 Fernspremanschluß Nr. «05.

MMws5 den 30. März

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Fernsprechanschluß Nr. 605. 1904

Amtliches.

Landkreis Danau.

Bekanntmachungen des Königl. Landratsamtes.

Auszug

aus der Rechnung der Kreiskommitnalkaffe Hanau pro 1902.

Einnahmen:

Titel

I Betriebsfonds und Ueberschuß aus 1901 . . . 24852,79 Mk.

Titel

II Vermögensverwaltung . . 220750,86

Titel

III Verwaltungskostenbeiträge . 1111,99

Titel

IV Zur Unterhaltung der Landwege 20629,94

Titel Titel

V Dotationen, Gebühren u. Abgaben 9041,58 VI Kreisabgaben und zwar:

Kreissteuern 116897,78 Mk.

Hundesteuern 12355, Mk.

Betriebssteuern 4745, Mk. 133997,78

Titel

VII Vorschüsse . . . 10332,88

Titel

Vni Insgemein . . . 1040,78

Titel

IX Außerordentliche Einnahmen . 202828,26 Summa 624586,86 Mk. Ausgaben:

Titel

. I Betriebsfonds . . . 15000, Mk.

Titel

II Vermögensverwaltung . . 251663,79

Titel

III Kreisverwaltungskosten . . 14969,71

Titel

IV Unterhaltung der Landwege . 80741,39

Titel

V Leistungen an andere Kassen . 38526,02

Titel

VI Für wohltätige Zwecke . . 14562,77

Titel

VII Für gemeinnützige Einrichtungen 4183,84

Titel VIII Vorschüsse .... 5050,22

Titel

IX Insgemein . . . 1884,92

Titel

X Außerordentliche Ausgaben . 492187,18

Summa 618769,84 Mk.

Abschluß.

Die Einnahmen betragen 624586,86 Mk. Die Ausgaben betragen 618769,84 Mk.

Bestand 5817,02 Mk.

Hanau der: 28. März 1904.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

A1317 v. Beckerath.

Feuilleton

Die Anpassung und Verjüngung des Körpers.

Eine medizinische Studie zur Frühlingszeit.

Von Dr. med. F. Bernhart.

(Nachdruck verboten.)

Milder wehen die Lüste, heller strahlt die Sonne vom blauen Himmelszelt, und wenn auch die wärmende Kraft ihrer Strahlen noch nicht groß ist, so lockt sie uns doch aus der Enge der Straßen, aus der dumpfigen Luft der Stuben hinaus 3, Freie. Ueberall regt sich neues Leben, Bäume und Sträucher treiben Knospen und grünende Sprossen, ein bunter schwärm krabbelnder, flatternder, summender Insekten tum« melt sich lustig einher, und auch in uns selber regt eS sich wunderbar; wir fühlen frische Kräfte in uns wach werden, laubiger atmen wir die scharfe Frühlingsluft, wir fühlen uns gesunder, tatkräftiger, verjüngt, wie wenn auch wir aus langem ^Linterschlafe zu neuem Leben erwacht wären. Das ist nicht etwa ein leicht täuschendes Gefühl, wie es die ringsum er­wachende Natur in unserem Geiste auslösen könnte, eS ist vielmehr eine durch vielfache Beobachtungen gestützte Tatsache, mtz wir wirklich mit dem einziehenden Frühling in unserer Gesundheit erstarken, daß eine ganze Reihe von Lebensfunk- >wnen nun mit erhöhter Energie von flotten gehen.

Daß dem so ist, das verdanken wir vor allem dem wuuder- varen Anpassungsvermögen unseres Organismus. Wie unsere gesamte geistige Entwicklung das Ergebnis vorhandener An- und von außen auf uns wirkender Eindrücke ist, so L , die aus der Außenwelt den Organismus treffenden - «ze die wichtigste Ursache aller an ihm auftretenden Verän- ^ungen. Freilich sind eS nicht die äußeren Einwirkungen

Auszug aus der Rechnung der Kreissparkafse Hanau vom Jahre 1902.

Einnahmen:

Titel I Bestand «ach der Rechnung 1901 74825,78 Mk.

Titel II Rückstände . 687,-

Titel III Spareinlagen . . 2091392,67

Titel IV Zinsen v. ausgeliehenen Kapitalien 106827,25 Titel V Zurückgezahlte Kapitalien . 748415,67

Titel VI Rückzahlungen aus d. Reservefonds Titel VII Sonstige Einnahmen . . 1017,

TitelVIII Vorschüsse . . . 725 33

Summa 3023890,70 Mk.

Ausgaben:

Titel I Ueberzählung nach der Rechnung

1901 .

Titel II Rückstände .

Titel III Zinsen von Spareinlagen . 93527,64 Mk.

Titel IV Zurückgezahlte Einlagen . . 967682,28

Titel V Ausgeliehene Kapitalien:

1. auf Hypothek ' 886450 Mk.

2. gegen Bürgschaft 157050

3. gegen Faustpfand 3650

4. an Gemeinden 116400

5. auf Wertpapiere 187000

6. sonstige vorüber­

gehende Anlagen 477000 1827550,

Titel VI Verwaltungskosie^^^^^^L37AL, Titel VII Ablieferung an den Reservefonds 6240,32 TitelVIII Sonstige Ausgaben . . . 6235,05 Titel IX Vorschüsse '. . . . 225,33

Summa 2910839,49 Mk.

Abschluß.

Die Einnahmen betragen 3023890,70 Mk.

Die Ausgaben betragen 2910839.49 Mk.

Bestand 113051,21 Mk.

Hanau den 28. März 1904.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

A v. Beckerath.

Handelsregister.

A 223 Firma Richard Schüler in Hanau: Der Gesell­schafter Juwelier Moritz Schüler ist ausge­schieden und damit die Gesellschaft aufgelöst. Das Geschäft wird unter unveränderter Firma von dem seitherigen Gesellschafter Bijouieriefabrikant Otto

allein, wenigstens nicht bei dem Kulturmenschen. Sowie dir Winterkälte nachläßt und die Witterung sich gebessert hat, pflegen wir unsere Kleidung entsprechend zu andern, wir wählen nun dünnere, für die Luft besser durchlässige Stoffe, auch wenn die Außentemperatur noch nicht besonders hoch ist. Das bessere Wetter veranlaßt uns gu häufigeren Spaziergängen und wir setzen uns Temperaturen aus, denen wir während deS WinterS sorgfältig aus dem Wege gegangen sind; die immer noch niedrige Luftwärme nötigt uns zu rascherem Ausschreiten, wir stellen also an unsere gesamte Muskulatur erhöhte Anforderungen, und selbst, wer in dieser Beziehung nicht gerade viel leistet, wer sich nur mit gemächlichen Spaziergängen begnügt, auch auf dessen Hautoberfläche wirkt durch die dünnere Kleidung hin­durch die kühle, oft stark bewegte Luft als kräftiger Reiz. Aber nicht die Luft allein; auch die Sonne, die Quelle alles Lebens auf unserer Erde, entfaltet ungehemmt durch hüllende Wolken- schleier ihren mächtigen Einfluß und wenn auch ihre Strahlen noch keineswegs den Boden und die Luft ausgiebig zu er­wärmen vermögen, so kommt doch der physiologische Einfluß der sogenannten chemischen Lichtstrahlen zu um so höherer Wirkung. Die Sonne ist ja die Quelle aller Kraft. Die Pflanze wächst der Sonne entgegen, nur unter ihrem Einfluß scheidet sie auS der von Menschen, Tieren und Maschinen er­zeugten Kohlensäure atembaren Sauerstoff aus, unter Ein­wirkung der Sonnenstrahlen gehen, wie vor vielen Jahren schon der Physiologe Moleschott nachgewiesen hat, die" Zer­setzungen im Tierkörper mit größerer Schnelligkeit und erhöhter Energie vor sich. Wie die Sonne die niederen Organismen zerstört, so regt sie auch die Zellen des tierischen Organismus zu stärkeren Umsätzen an. Ganz ähnlich ist der Einfluß der bewegten Luft; die leichtere Kleidung, der längere Aufenthalt im Freien machen es möglich, daß die zahllose» in unserer Haut verbreiteten Nervenendigungen dem fortwährend wech­selnden Reiz der oft recht niedrig temperierten Luftströmungen ausgesetzt werden, so verläuft denn eine Flut von Erregungs­

Schüler als Einzelkaufmann fortgeführt. Dem Juwelier Moritz Schüler in Hanau ist Prokura erteilt.

Hanau den 25. März 1904.

Königliches Amtsgericht 5. 6040

politische Rundschau.

Znr Schulreform. Dir Hauptversammlung des Ver­eins für Schulreform, die unter dem Vorsitz des Abgeordneten Kommerzienrats Julius Vorster im Jngenielirhause zu Berlin stattfand, nahm einstimmig folgende Resolution an: Die 15. ordent­liche Hauptversammlung des Vereins für Schulreform wolle beschließen, den Vorstand und AuSschuß zu beauftragen, an den Herrn Reichskanzler Grafen von Bülow die Bitte zu richten, er möge seinen Einfluß dahin geltend machen, daß unter entsprechender Abänderung des § 6 der Prüfungsord­nung für Aerzte vom 28. Mai 1901 auch die Abiturienten der deutschen Oberrealschulen zu den ärztlichen Prüfungen Ä« gelassen werden.

Deutsch-Südwestafrika. Dem Königlichen Landmesser und Leutnant der Reserve des bayerischen 20. Infanterie- Regiments, Gottfried Thiesmeier, der, wie gemeldet, im Alter von 30 Jahren am 13. März zu Owikokorero den Heldentod für Kaiser und Reich gestorben ist, widmet der Präsident der Königl. Generalkommisston für Westfalen, Ascher, zu Münster, im Namen der Mitglieder und Beamten der genannten Be­hörde einen Nachruf, in welchem es heißt: Vor Jahresfrist urlaubsweise hinauSgezogen, um friedliche Kulturzwecke im Dienst deS Reiches fördern zu helfen, hat er in der Stunde der Gefahr feiner Soldatenpflicht genügt und für Deutschlands Ehre sein Leben gelassen. Wir betrauern tief den Verlust dieses lieben Mitarbeiters und wackeren deutschen Mannes, dessen Andenken wir in hohen Ehren halten werden.

Nach Mitteilungen eines kolonialpolittscherr Berichterstatters werden die deutschen Streitkräfte in Süd­westafrika auch nach der Ankunft der letzten am 7. April aus­reisenden 400 Mann in kolonialen Kreisen nicht für aus­reichend gehalten, da man die Kopfzahl der Hererokrieger be­deutend unterschätzt zu haben scheint. Man spricht daher von der Aussendung weiterer 1200 Mann Verstärkung der Schutz­truppe nebst den dazu gehörigen Pferden und Geschützen. Doch ist hierüber noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Solle die Verstärkung dennoch ausgesandt werden, so würde die Ober­leitung über die mehr als 5000 Mann starken Streitkräfte in Südwestafrika aller Wahrscheinlichkeit nach in die Hände des Generalleutnants von Trotha gelegt werden.

Die Besetzung von Owikokorero. Hierzu sind folgende nähere Nachrichten eingelaufen: Nach der Besetzung des von den Herero verlassenen Owikokorero ließ Oberleutnant

strömen in den Nervenbahnen bis zu den Zentren des Zellen- lebens, die nun in erhöhte Tätigkeit geraten. Noch auffälliger sind die Erscheinungen am Zirkulationsapparat; während die stärkere Muskelarbeit und die vertieftere Atmung das Herz anregen, bringt die Kälte an den Gefäßen der Haut jene fort­während wechselnden Aenderungen der Lichtung zustande, welche ihrerseits die Blutverteilung und Blutströmung in den inneren Organen so erheblich beeinflussen.

Allüberall, wohin wir auch blicken, sehen wir also die An­forderungen an den Organismus gesteigert, die verschiedenen Organe, die Drüsen- und Muskelzellen, sie alle müssen höhere Leistungen erfüllen; besäße nicht unser Organismus die Fähig­keit, sich den erhöhten Anforderungen anzupassen, so würde nicht Kräftigung, sondern Einbuße an Substanz und Kraft­verlust die notwendige Folge sein. Dem ist aber zum Glück vorgebeugt. In der erhöhten Abnutzung ist auch schon der Reiz gegeben, welcher gesteigerte« Ansatz hervorbringt. Der arbeitende Muskel wird von vermehrten Blutmassen durch­strömt und damit besser genährt, wie die Muskulatur jedes Turners augenfällig beweist; die erhöhte Inanspruchnahme deS Herzens erzeugt, wenigstens in dem gesunden Organ, Vermehrung der Muskelkraft und der Elastizität, die Zusam- menzicbung erfolgt mit größerer Energie und die nachfolgende Erschlaffung, die notwendige Bedingung der Erholung des Herzens, ist ausgiebiger und länger anhaltend. In dieser Weise werden die meisten Organe beeinflußt. Besonder» wich­tig sind die Aenderungen des ZellenlebenS. Wir haben ge­sehen, wie durch mannigfache Reize ein erhöhter Verbrauch ohne weiteres auch eine gesteigerte Aufnahme von Stoffen auS dem Säflestrom des Organismus im Gefolge bat. Äie der Mensch der kraftspendenden Maschine bei erhöhten Ar to erringen mehr Heizmaterial zuführt, ganz dasselbe leisten rein r: chanisch, aber um so zuverlässiger, in unserem Organismus die Zentren des Stoffwechsels. Und unter dem Einfluß der bewegten Lust, der in hohen Abständen schwankenden Temperaturen und nicht zuletzt der vermehrten Körperbewegung wird der Appetit ge-