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iätiauna des deutschen Volkes erwächst die ernste, ho^e Mirbt, die Volksgenossen, denen die Denrng'imvttm -en unserer kolo­nialen Arbeit vor Augen kommen, aufzuklären und die Tat- sachm reden zu lassen I

Politische Rundschau.

Beileidstelegramm der Kaiserin. Die Mutter des bei Owifoforero gefallenen Haupimanns Francois, (Seneralin Francois, erhielt bald nach dem Eintreffen der Unglöcksnack- richt am 21. März von der Kaiserin folgende Depesche: Tief erschüttert durch die Nachricht von dem unglücklichen letzten Gefecht bei Owikokorero, wobei eine große Anzahl tapferer und junger Offiziere ihr Leben firB Vaterland ließen, drängt es mich, Ihnen, liebe Frau Francois, ganz besonders mein Bei­leid zum Tobe ihres Sohnes auszulprechen. Der Herr ver­langte große Opfer von Ihnen. Er wird Ihnen Kraft Der« leiben, den erneuten Schlag zu ertragen. Da meine sechs Söhne die Ehre haben, des Königs Rock zu tragen, werden Sie verstehen, daß ich von Herzen den Schmerz einer so schwer geprüften Mutter teile. Auguste Viktoria R.

Die Parteien in Eschwege-Sckmalkalven haben schon iämllich für den Fall, daß die Wahl des Anii'emiten Raab für ungiltig erklärt wird was nach den neuerlichen amtlichen Mittelungen des Kasseler Magistrats über die Armknunierstützung, die der sozald-mokratifche Kandidat Hugo bezüglich der Verpflegung seiner Angehörigen im Krankenhause in Anipruck genommen hat, nicht m-kr zweifelhaft sein kann ihre Dispositionen für b'e Neuwahl getroffen. Die Anti­semiten stellen natürlich wieder Raab auf, ebenso die freisinnige Volkspartei den Lehrer Merten, dagegen werden sowohl die Sozialdemokratin wie die Freikoniervattoen mit neuen Kandi­daten in den Waklkampf ein treten.

Bei der Reichstagsstichwahl in Zschopa«- Marienburg wurde Zimmermann (Reformpartei) mit 11956 Stimmen gewählt. Pinkau (Sozialdemokrat) erhielt 10982 Stimmen.

Die Wahlumschläg* «nd derBsrwärls". DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt: Gegenüber unserer voll­kommen kl rm und bündigm Feststellun, in Sachen der von dem Ministerium des Innern bestellten Wahlumschläge setzt der Vorwärts" sein Gerede fort. In seiner heutigen Ausgabe kommt er auf unsere Erklärung zurück, es fei nur die Liefe­rung und Abrechnung vor dem Finalabschluß der General- staatskaffe vorgeilbriebkn, weil das zur Verfügung stehende Geld nickt auf das nächste Etatsjahr übertragen werden darf, und knüvfi daran folgende Bemerkungen: 1) liegt der Siefe« rungstermin bereits im neuen Etaisjahr, das heißt nach dem 1. April 1904; 2) weiß jeder, der das Abc der Etatswirt- sckafi kennt, daß Gelder, die für einen bestimmten Zweck be- willigt werden, aber im Etatsjahr nicht zur Verwendung ge­langen, in Rest gestellt und später für denselben Zweck ver­ausgabt werden können. Die Uebertragung des Geldes auf das nächste Etatsjahr in beth Sinn«, daß eine nochmalige Bewillgung iolcher nicht verausgabten Gelder erfolgt, gibt es überhaupt nicht. Darauf haben wir zu erwidern, daß der Finalabschluß der Generalstaatskaffe nicht mit Ende des Elais- jahres zusammenfällt. Gleich wie auf andere staatlich? Kasten werden auf die Generalstaatskaffe Zahlungen für Verbindlich­keiten, die dem früheren Etatjahre zur Last fallen (Nestans- gaben) und vor dem Finalab'chluß fällig werden, bis zu diesem Zettpunkt angewiesen. Eine große Zahl Fonds darf nickt auf die neue Rechnung-periode übertragen werden, sondern ist mit dem Finalabichluß als erspart zu verrechnen. Die Fonds müssen neu bewilligt werden, wenn die auf sie fallenden Zah­lungen nickt vor dem finalabfilug geleistet werden können.

Attsstände in Marseille. Bei den vorgestrigen Un­ruhen wurde e-n Arbeiter vom Indischen Kai wegen Beleioi- gung der Polizei verhaftet. Da die Verhüttung noch aufrecht erhalten wird, verlangte das Bureau des Syndikats, den Arbeiter freizulassen, und erklärte, bis eine Entscheidung über die Angelegenheit getroffen ist, den allgemeinen Busstand. Die Arbeiter stellten darauf die Arbeit ein. Eine etwa von

Arten alle Lebensmöglichkeiten bieten, aufzuhalten, eilt sie zu uns. Mit der Miene deS Hausherrn vnd der dazugehörigen Hau-frau kommt ste an, inspiziert das Nest, flickt es, füttert es aus und benimmt sich im allgemeinen so, als wäre sie eben daheim. Und in der Tat, ihr Geben und Kommen ist so mit dem Volksleben verwachsen, daß eS jeden wie ein Klang aus der Jugendzeit anmutet, was die Schwalbe sang, die den Herbst und den Frühling bringt. Der Spanier sagt, daß derjenige, der eine Schwalbe umbringt, seine Mutter tötet. Vielleicht hat der freundliche Eiter, m t der sie andere Tiere vor dem Heran- naben einer Gefahr zu warnen sackt, wenn sie z. B. eine Henne auf den drohenden Hühnerhabicht aufmerksam machen will, und ihr überaus hilfsbereites Seien ihr dieses Sprichwort eingetragen. Und doch werden in Jialien und Spanien Hundert- tausende von ihnen gefangen und gemoidet.

Zugvögel nennen Gastwirte und Hotelbesitzer diejenigen Fremden, die sie ordentlich rupfen, weil sie doch nicht wüber« kehren. Mögen sie sich nachher mit Grausen wenden. Die Jäger machen es mit der Schnepfe ähnlich, um jeden Preis versuchen sie den Schuß anzubringen, denn sie kommt nie wieder. Ob es an der Zeche liegt, die sie durchaus bezahlen sollen, daß sie bei uns immer seltener werden?

Ich glaube, daß eS >m Grunde nur das ist, daß es in dieser Zeit so reckt nichts anderes zu sckießm gibt, wenn man ihr so eifrig nachstellt. Der bekannte Spruch, der so oft her- gebetet wird, heißt übrigens vollständig:

Reminiecere nach Schnepfen suchen geh',

Oculi da kommen ste, Lätare das ist das Wahre, Judiea sind sie auch noch da, Palmarum trallarum,

Quasimodozenili Halt, Jäger halt, sitzt brüten sie." Das soll nun ein Vergnügen sein, in halber Nacht auf dem Abendanstand zu stehen und in vollkommener Dunkelh it heimwärts durch Busch und Stangen zu pilgern. Im glück­lichsten Fall bringt man einen Schuß an oder zwei, wohin,

Montast

2000 Personen bestickte V-rsammttmq in Ronbaix bes^loß, daß am Montag ein all emeiner Aus'tanh ber Sebereiarbeiter beginnen soll.

Dom Balkan. Der diplomatische Agent Bulgariens, Natschowitich, drängte die Pforte im Auttrage seiner N-'ie- rung zur Unterzeichnung der formell längst beendigten 93er» Handlungen zwi'cken der Türkei und Bulgarien.

Die ntmattifdie Parlamentssessiott ist bis zum 6. April verlängert worden.

Die Mittelmeersahrt des Kaisers.

Neapel, 26. März. Der Trinkpruck des Deutschen Kaisers lautete:Wenn auch, um von harter Arbeit auSzu- ruhen Mein Weg Mich an die beerbten Gestade des schönen Vaterlandes Euerer Majestät geführt bat, so folge Ich d bei doch auch zu alk'cher Zeit dem Zuge Meines Herzens, welches Mich, wi' alle Meine Landsleute, immer wieder zu dem gast­freien sympathischen italienischen Volke zurückfübrt Ick habe heute die Ehre, zum ersten Male Eure Majestät auf dem Boden eines deutschen KriegSsckiffes zu begrüßen, und tue daS mit einem Herzen voll Dank für den schönen herrlichen Willkomm, den Eure Majestät Mir soeben ansardrückt hat. Der Drei- bnndgedanke ist fest und sicher in den Seelen von Eurer Ma­jestät Untertanen eingegraben. Der Bund, den untere erlauchten Vorfahren mit dem erhabenen Haupte des Hanies Habsburg geschlossen, ist zum Segen für unsere beiden Völker, für die Völker des Dreibundes, für ganz Europa geworden, unter dessen Schutze sich die Nanonen in fortschreitender, friedlicher Entwicklung bekunden haben, von d-r wir auch b>r in der schönen Stadt Neapcl herrlichste Z-ngniffe sehen. Fest Meinen übernommenen Verpflichtungen entpreienb,,bitte Ich nunmehr Eure Majestät, angesichis der sto'zen italienischen flotte, deren Flagge mit der unsrigen gemeinem weht, angesichts des herrlichen Golfes, deffen Gestade von voetischem Hauch, von Poeste und Geschichte ummoben, das Glas zu erheben und auf Eurer Majestät Wohl leeren zu dürfen. Bevo 4111a salute della Sua Maesta il re e la resina, dell esercito e della flotta tanto bravi e del popolo italiano tanto simpatico 1"

Die Musik spielte sodann die Marcia reale. Der König von Jialien hielt in italienischer Svrache folgenden Trinkspruch: Indem Ich Eure Majestät l-hhefi begrüße, gibe ich der Freude Ausdruck, welche ich beim Wiedersehen mit Eurer Ma­jestät empfinde. In Euerer Majestät erkenne Ich und Mein Volk den treuen sickeren Freund. Die Bande, welche glück­licherweise seit so vielen Jahren unsere beiden Staaten unter sich und mit dem gemeinsamen Verbündeten vereinigen, waren bis jetzt das stärkste Bollwerk des Friedens Europas. Diese Bande müssen neu belebt werden durch das Vertrauen auf den Bund und die Gefühle unserer Völker, welche in der Vergangen­heit durch ihre Ähnlichkeit der nationalen und positiven Ziele zu ammengeführt, jetzt b/eelt sind von dem gleichen Streben nach einer Zukunft iriedlicken Fortschritts. Mit dreien Ge­fühlen trinke Ich auf das Wohl Eurer Majestät, Ihrer Ma­jestät der Kaiserin, der ganzen kaiserlichen Familie und der ruhmreichen druischen Nation!" Die Musik spielte darauf die deuisbe Hymne.

Rom, 26. März. Die Abendblätter heben die große Bedeutung der zwischen dem deutschen Kaiser und dem König von Italien gewechselten Trinksprüche hervor. ^Italic" sagt: Niemals hätten wohl beide Herr scher io feierlich die Bande betont, welche beide Souoeräne und Völker vereinen. Frank­reich könne über diese warme Bestätigung bei Dreibundes nicht erstaunt sein, denn Frankreich selbst habe eingesehen, daß die Grundlage seiner Politik der Zweibund, wie der Drei­bund ausschließlich die Grundlage der italienischen Potttik bleibe.^iornale d'Jialie" betont, daß die Tnnttprüche besonderen W rt erhalten durch die große Aufrichtigkeit der Gefühle, die sie ausdrücken. Die intimen perhulichen Bezie­hungen zwischen den Herrschern Deutschlands und Jialiens in den letzten 40 Jahren hätten dem Ein ernehmen beider Staaten den Charakter größerer Herzlichkeit gegeben, als »hn fewt gewöhnliche Allianzen hätten.

wissen die Göiter, denn die Schnepfe ist pütßenb und pfeil« schnell mit dem Wind vorbeigezogen, und die Freude ist wieder einmal vorbei. Man hat's den Zugvögeln, die nicht bleiben wollen, gegeben.

Man könnte die Schnepfe mit einem Jaurnalisten ver­gleichen. Mit ihremStecher", dem langen Schnabel, bohrt sie in irgend eine Materie hinein, und ist der Boden der Re- dakiionen durch Zw-i'el an der Sicherheit und dem Unterrittets fein erschüttert, lo holt sie mit dem spieen Stecher Regenwürmer, die Honorare, heraus. Das ist der Vogel, von dem die Sage ging, daß er sich selbst bei Verwundungen durch einen rege!« reiten, mit Federn und Blut hergestellten Verband auszuheilen wisse, indem er bei Verletzungen durch Schroii»üfle an den Ständern gleichsam den Fuß schiene. Ebenso uerftopfe er solche am Rumpf durch Pfropfen auS weichen febern. Jnd'ssen darf man wo' l annehmen, daß die Schnepfe das verwundete Bein unter die Bavchsedern zieht und das Blut die Federn dort anklebt und ebenso zufällig werden wohl Halme oder feine Gewrbe am Boden sich an den 9»ib geheftet haben, die man nadj ihrer Verhärtung mit Schweiße für einen Verband ge­halten hat. '

Aber wer diese Vögel einmal in der Dämmerung des Abends beobachtet hat, wie sie mit ihren langen Schnäbeln herumerstechen, wird den eigentümlich charakteristischen Anblick nit^t so leicht vergessen. Und abends kommt man nach Hause und erklärt: der Frühling ist unabwenebar, ich habe heute an einer Schnepfe vorbeigeschoffen. Womit aber nicht die Un­möglichkeit des Treffen» behauptet, sondern nur die verhält­nismäßige Seltenheit des Witdbreis erklärt werden soll.

Ihre Schwester, die Heerschnepfe oder.Bekassine ist es, die bei dem Herabstürzen aus großen Lufihöhen mit den Spitzen ihrer Schwingen jenes eigentümliche Geräusch, das bald ein Wiehern, Brummen ober Knurren ist, das man sich so lange nicht hat erklären können und das ihr den NamenHimmels­ziege" eingetragen hat. Während aber viele urttereer Zugvögel gleich ihnen nur immer vereinzelt ober in kleineren Scharen

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Ncapel, 27. Märr. Dir b-ut'ie Kaiser hielt heute norm ttag an Bord b»rHiHrn'ollern" eimn Gottesdienst ab. Es Berts st stark-r 5 fib Süd-Ot wind.

Nrapel, 27. März. Der König sandte dem deutichen Käser folgendes Telearomm: JH danke Dir von nanzem Herz n für Deinen entzückenden, herzlichen Empfang und spreche Dir nockmals das Vergnügen auS, welieB ich empfand, als ich Dich wedersah. Der Präsident her Kammer tele- oraphiert mir Soeben, daß die Kammer mit Wnwü infeit einen Anirar angenommen hat, durch den die Gestühle der Ebrer- bientng und Bewunderung vor dem Mbenmürgen Herrscher der deutichen Nation zum Ausdruck kommen sollen. Indem ich mich diesen Gefühlen anickließe. beeile ich mich twt her größten Genugtuung, Dir hiervon Kenntnis zu geb°n. Viktor Emanuel.. Kaiier Wilhelm antwwtete mit fo'genbem Tele­gramm : An Seine Majestät b-n König von J alien, Rom. Ick habe soeben Dein liebenswürdiges Telegramm erhalten, für das ich Dir lebhaft danke. Die Stunden, welche ich mit Dir zusammen habe verbringen können, waren nur zu kurz. Ich wmde ste 3 an sie die schönste Erinnerung bewahren. Die Nachrickt von dem einmütigen, für mich so schmeichelhasten Beschluß der Kimmer, dir Du mir nvtteilft, gewährt mir leb­hafte Genugtuung. Ich empftnbe dessen ganz-n lohen Wert, und ich beglück nünicke mih im Interesse unserer beiden Nationen dazu. Die Vertreter des italienischen Vo kes haben bie Aufrichligkrit der Gefühle der frninbdiaft und Sympathie, welche mich und das deutfche Volk gemein'am für Italien be­seeln, richtig gewürdigt. Ich drücke Dir herzlichst die Hand. Wilhcim.

Der russisch-japanische Krieg.

Ein japanischer Marineoffizier sprach sich dem Spez'al- berichterstatter derDaily Ma-si" in Dchemulpo gegenüber über die Verttidigung Port Arthu's aus. Er kritisier!? zunächst die von den Rnffin gelegten Seeminen abfällig. Dieie Minen seien altmodisch und außerdem schleckt gelegt. Sie rissen sich immer von ihrer Verankerung los und gefährdeten dadurch nicht nur die japanischen, sondern auch die russischen Schiffe. (Dies Lo^reißen der Seeminen liegt nicht daran, daß die R- ssen bei ber Verankerung nach ässig zu W.rke gehen, sondern an dem felsigen Untergründe, der ein Eingreifen des Ankers erschwert, und andererseits an den Stürmen, die um diese Ze t in der dortigen Gegend herrschen und ein Loßreißen der Anker na­türlich erleichtern. Red.) Der Japaner gestand, daß der ja- pani'che Erfolg bei Port Arthur der mangelhaften Wachsamkeit ber russischen D filiere zuzu'chreiben sei. Mt den russischen Granaten war er gar nicht zusrieden. Diese Granaten krepstrten überhaupt nicht, selbst wenn sie Zünder besäßen, es fei denn, daß sie auf dem Panzer selbst auffülüqen. Außerdem sei die Sprengfüllung der Granaten nicht stark genug, um bei dem Krepieren der Granate ernsten Sckaden veranlaffen zu können. Von dem Schießen der ru stschen Artillerie hat der javanische Ossizier eine geringe Meinung. Fast alle Schöffe seien zu hoch gezielt und schlügen hinter den japanischen <5Bissen ein. Daraus gehe hervor, daß die Russen offenbar in der Kimpfes- Hitze den Kopf verlören. U her die eigenen Torpedoboot- jer örer sprach sich der Gewährsmann desDaily Mail" Iehr lobend aus, und versickerte mit Siolz, daß der Wert dieser Schiffe durch die Vorgänge bei Port Arthur der Welt zum erstenmal vor Augen geführt worden fei, wie der Wert der Torpedoboote in dem javanisch-chinesischen Kriege. Die Tor- pe ohooizerstörer Japans sind bis auf vier enaWcben Fabrikats, und die englischen Fabrikanten werden dieses Lob um io freu­diger begrüßen, als die englische Flotte bei jedem Manöver mit biefen Booten Unglück gehabt hat. Merkwürdig ist es freil-ch, daß Japan von derartigen Unglückssällen, wie zum Beispiel der derKobra", unter so ernsten und ungünstigen Verhall! issen bisher vollständig verscho tt blieb, wenn man nicht annehmen will, daß es etwaige Verluste vor der Oeffentlichkeit verheimlicht.

Rüstungen und Stimmungen.

Petersbnra, 26. März. DieRnisi'cke Teleorophen-

bei uns eintreffen, tommen sie beispielsweise von Südchina bis zum Senegal, im Oftober in Indien und Eqypien in un­ermeßlicher Zahl vor, und so scheu sie bei uns in der Paarungs- und Brutzeit sind, so ungedeckt laufen oder fliegen sie in diesen Gegenden umher.

Unser alter, lieber Siorch, diese landläufige Staffage vieler Ortichasten und ber Niederung, beginnt an Sympathie zu ver­lieren. Nickt als ob er seine Pflichten bei der Docksver- mehrung wenigstens im Deutschen Reich nickt emsig weiter er» füllte, aber man hält ihn mehr und mehr für einen reckt ae« sährlicken Räuber und Schädiger der Niederjavd, der sich an den Eiern sämtlicher Bodenbrüter vergreift und der an der Größe eines jungen Rebhuhnes ober eines jungen Hasen nicht viel Anstoß nimmt. Vielleicht steht das mit der Ueber» bandnahme eines nmüdjgretfenben Sckießirrtums im engen Zusammenhang, daß sich die Fälle mehren, wo die Jagdbesitzer alteingesessener Storchenpaare, die sich in sicherem Vertrauen auf den Burgfrieden des Dorfes wieder eingefunben haben, abschießen und um den Grund dazu nicht verlegen sind. Und wir erleben es, daß mit den Nachstellungen des Menichen der Vogel wieder zum scheuen Moor- und Bruchbewohner wird, 'rachdem man ihm den Frieden aufgeiagt hat. Das wäre noch am besten, denn wie sollte man, wenn er gänzlich verschwände, die doch immerhin v»rau?zusehende Vermehiung der Be­völkerung erklären? ES wirb nicht mehr viele Vögel geben, die ein solches hohes eth sches Moment ihren Verfolgern entgegenbalten können.

Professor Rörig, der mit Nachdruck und an der Hand von Untersuchungen von tausend Mägen die Legende von der Schäd­lichkeit der Krähen nachgewieien hat, sollte ein Gleiches mit bezug auf den Storch tun. Hat man doch eine auffällige Zu­nahme der Zahl ber Kreuzottern mit seinem Verschwinden iu jenen Gegenden in Zu'ammenhang bringen zu müssen ge­glaubt. Daß ihm selbst ein Biß dieser Schlange, wenn er beim Hivunterwürg?« zu hastig und gierig verfährt, nicht Diel anhaben kann, ist sicher. Er »erhält sich in diesem Fall einige