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Für Stadt- und Landkreis Hanau tüPfg. die fims- geMltenePeützelle oder derenDuun, für AuswiirtsLKPfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Bezugspreis:

BiertelfährÄ 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei dch verein, ev.

General-Auzeiger

AMliches Grzm fit Mt- md Mto Sm»»

Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Aerantwortl. Redakteur: G. Schrecke: in Hanau.

Slr 69, Ferulvrechanschluß Nr. 605.

Amtliches.

Candkreis hanau.

Bekanntmachungen des Königl. Landratsamtes.

Die Herren Bürgermeister mache ich auf die unter pos. 213 der Nr. 11 des Regierungs-Amtsblattes abgedruckte Bekannt­machung- der Königlichen Regierung vom 7. d. Mts. sowie auf die in der Sonderbeilage zu dieser Amtsblattnummer ver­öffentlichte Nackweisung über die von den Gemeinden im Rech­nungsjahre 1904 zu entrichtenden Beiträge zur Lehreralters- zulagenkasie aufmerksam.

Alle nach Aufstellung des Verteilung splanes über den Bedarf der genannten Kasse eingetretenen Veränderungen infolge Gründung neuer Schulstellen, Erhöhung der Einheitssätze der Alterszulagen rc., welche bei Festsetzung der Beiträge noch nicht berücksichtigt werden konnten, werden im Laufe des Rechnungs­jahres 1904 durch besondere Verfügung geregelt.

Hanau den 17. März 1904.

Der Königliche Landrat.

V 1894 J. A.: Conrad, Kreissekretär.

Hus Stadt und £and.

Hanau, 22, März.

Historische Gedenktage.

W« März M82, wurde geboren Landgraf Wilhelm VIII., der sechste Sohn und das siebente Kind von den fünf­zehn Kindern des Landgrafen Karl.

Neubau der Kleinkinderschule und Kinderkrippe.

Der Neubau der Kleinkinderschule und Kinderkrippe in der Nußallee ist nunmehr mit einem Kostenaufwand von 125 000 Mark innen und außen vollendet und zu seiner Jube- triebnehmung bereit. Dem schmucken Aeußeren entspricht die vorzügliche, sehr zweckmäßige' und allen Anforderungen der Neuzeit entsprechende innere Einrichtung. Es ist alles einfach und ohne jeden Luxus, aber geschmackvoll und vor allem praktisch und durchaus mit Berücksichtigung der modernen Hygiene ausgeführt, Luft und Licht durchströmen alle Räume vom Souterrain bis zu dem großen Trockenboden unterm Dach. Das ganze Gebäude wird durch Zentralheizung er­wärmt und durch Gasglühlicht beleuchtet. Wände und Decken des Souterrains sind weiß getüncht, in der Kinderschule sowie in der Kinderkrippe ist der Sockel mit Oelfarbe gestrichen, der Fußboden mit Linoleum belegt, während derselbe in den Vor­plätzen und Treppenhäusern aus Terrazzo, im Souterrain aus Zement besteht. Die Wohnräume im Mansardenstock sowie die übrigen zum Aufenthalt für Erwachsene dienenden Räume sind tapeziert. Sämtliche Türen sind nußbaum gebeizt. Das ganze Gebäude wird entlüftet durch in die Mauern ein- gefügie Ventilationsschlote, die Fenster sind mit Patentober- lichlöffnungen versehen. DaS Gebäude hat 5 Ausgänge, 2 nach der Straße, 2 nach dem Garten und einer auf der West­seite nach dem Garten und der Straße. Außerdem gelangt man von der Kleinkinderschule aus durch den Hinteren Balkon direkt in den Garten. Gestern vormittag fand eine Bestch- iicmng des Hauses durch die Mitglieder der städtischen Körper­schaften und der Armenkommission statt und geben wir nachstehend eine kurze Beschreibung der Eindrücke dieses Rundganges. Gehen wir durch das Westportal, das als Eingang für die Kinder­wagen dienen wird, so gelangen wir zunächst an den langen, Flur des Souterrains, an dessen beiden Seiten die Kellerräume, Abortanlagen, Keffelräume für die Zentral-Heiz- anlage, die Speisekammer, ein Raum für die Unterbringung der Kinderwagen, die Zentralwaichküchc mit modernen ma- ichmellen Einrichtungen und die Zentralküche liegen. Erstere steht durch einen gemauerten Schacht mit allen Sinnen in Ver- emdung und wird durch denselben die schmutzige Wäsche direkt m ®ie Waschküche befördert. Von der Zentralküche aus werden durch einen Mauerschacht Speisen Und Getränke vermittelst

Aufzuges ebenfalls auf die schnellste und bequemste » n.a$ oben befördert. Geheizt wird hier durch " Tassen und die sonstigen Eßgefäße für die Kinder sind emailliert. Porzellan ist in den Händen der Kleinen I» ein zu^ zerbrechliches Material. An die Küche schließt sich noch ein Speijeraum. Wir gehen nun den langen Gang wieder zur>lik und begeben unS über eine breite, helle Treppe nach m Parterrestock, der Kleinkinderschule. Rechter Hand vor oem eigentlichen Eingang liegt das Anmeldezimmer, durch eine

DipnStaa den 22. März

Tür geradeaus gelangen wir in den inneren Vorplatz, wo links sich zunächst die Wasch- und Aborträume befinden, alles natürlich modern und für Kinder eingerichtet. Rechts ist ein größerer Schlafraum mit an den Wänden hängenden Matratzen, die bei Benutzung auf den Fußboden gebreitet werden und mit Decken zum Zudecken versehen sind. Geradeaus gelangen wir in den großen Spielsaal, an dem sich zu beiden Seiten lange Bänke und Tische hinziehen, natürlich von einem den Größenverhältnissen ihrer Benutzer entsprechenden niedlichen Kaliber. An den großen schließt sich, durch eine 8-flügelige Tür getrennt, der kleine Spielsaal. Bei besonderen Anlässen können durch Entfernung der trennenden Türen beide Räume vereinigt werden. Rechts vom kleinen Spielsaal sind die Speiseräume, von denen man unmittelbar auf das Treppenhaus des einen Straßenausganges kommt. Vor dem großen Spielsaal nach der Straße zu befindet sich ein geräumiger Balkon, auf dem die Kinder sich bei schönem Wetter tummeln können. Hinter dem Saale rechts liegt ein kleinerer Balkon nach dem Garten zu. Von biedern führt eine Treppe, wie bereits eingangs erwähnt, nach unten. Begeben wir uns wieder zurück nach dem Treppenhaus, um dem Aufenthalt der Allerkleinsten, der Kinderkrippe, einen Besuch abzustatien. Die Kinder werben hier samt und sonders erst entkleidet, mit sauberer einheitlicher Kleidung versehen oder frisch gewickelt, wozu ein gepolsterter Wickeltisch vorhanden ist, und dann den Spielsälen zugeführt. Die alten Kleider werden in einem Garderoberaum in nume­rierten Netzen aufbewahrt, nötigenfalls auf einem sich an­schließenden kleineren nach der Sonnenseite liegenden offenen Balkon tüchtig gelüftet und durch die Sonnenstrahlen des­infiziert. Für die größeren Kinder, also solche, die bereits laufen können, ist einSchlafjaal mit Matratzen vorhanden, wie in der Kinderschule, für die kleineren sind hübsche Teilchen mit eisernem Gestell teilweise mit Schutzdach in dem großen Saale aufgestellt. In der Mitte desselben befindet sich ein gepolstertes Rundell mit einer ringsumher laufenden Hand­leine für solche, die die ersten Gehversuche anstellen. Im kleinen Spielsaal befinden sich in der Mitte kreisförmig an­gebrachte, mit einer Eingangsöffnung versehene niedrige Bänke und Tische. Im großen Saale haben auch die Wäscheschränke Aufstellung gründen. Wie unten ist vor dem großen Saale eine große, hinter demselben rechts eine kleine Veranda. Auch die Lage und Einrichtung der Anrichtezimwer entspricht der­jenigen der unteren Etage, nur daß hier roch zwei Soxhletavparate Aufstellung gefunden haben. Eine praktische und vom hygienischen Standpunkte aus sehr zu begrüßende Maßnahme ist auch die einheitliche Numerierung sämtlicher Gebrauchsgegenstände und Geräte, wie Waschlappen, Kleidung, die Netze zum Aufbewahren der alten Kleider, Eßgeschirre, Betten usw. Jedes Kind hat seine bestimmte Nummer an allen diesen Gegenständen, sodaß Verwechselungen der Wäsche und Wsschutensilien und dadurch die Gefahr der Ansteckung bei etwa vorhandenen an­steckenden Krankheiten ausgeschlossen sind. Die Waschlappen sind an praftitäen Gestellen auch so aufgehängt, daß sie sich gegenseitig unmöglich berühren können. Vor jedem Bettchm hängt eine Schiefertafel, auf welche etwaige Eigentümlichkeiten oder besondere Erfordernisse in der Pflege des betreffenden Kindes ausgezeichnet werden. Der Mansardenstock besteht lediglich aus Wohn- und Schlafräumen, der Wohnung der Vorsteherin, Schlafzimmer für die Köchin und die Dienstmädchen, Aufent- haltSzimmer für die Lehrerin usw. Eine Anzahl Räume stehen hier noch bei eventueller Vermehrung des Personals zur Verfügung. Ueber dem Mansarden stock liegt der geräumige Trocken­boden, worin eine mit der Zentralheizung in Verbindung stehende Trockenanlage eingerichiet ist, in der die auf rechen- förmigen Gestellen ausgebreiteten Wäschestücke unter der un­mittelbaren Einwirkung der Heizungswärme sehr schnell und gründlich getrocknet werden können, bei ungünstiger Wilterunz eine besonders im Interesse der kleinen Wickelkinder gewiß sehr schätzenswerte Einrichtung. Wenn wir nun noch einen Blick in den Garten werfen, der, nach Norden gelegen, den ganzen Vormittag über durch das Gebäude Schatten erhält und außer­dem mit zwei großen schattigen Bäumen ausgestattet ist (auch ein großer antiker Brunnen hat hier Aufstellung gefunden), so muß man anerkenuen, daß in dem neuen Heim alles vorhanden ist, was für das körperliche und geistige Wohlergehen, für das Gedeihen der Kinder nur irgend verlangt werden kann, eine Stätte des SegenS für die Kleinen wie für die Eltern, denen daS Bewußtsein, ihre Kinder in so guter Obhut zu wissen, sicherlich manche Sorge vom Herzen nimmt. Wir konnten hier allerdings nur einen ganz flüchtigen Ileberblick gewähren und verweisen im übrigen auf die morgen Mittwoch von vormittags 111 Uhr und nachmittags von 35 Uhr gebotene Gelegen­heit zu einer allgemeinen Besichtigung. Jedenfalls gebührt'den Bauleitern volle Anerkennung.

FernsprechanMuß Nr. 605. 1904

Geffrntliche Sitzung der Stadtverordneten- versammlung

vom 21. März 1904.

Anwesend die Herren: Küstuer, Vorst.-Stellv.; Aukamm, Baader, Bonn, Craß, Eberhard, Förster, Glaser, Heydt, Hoch, Hock, Holm, Jost jr., Koburger, Kreuter, Loßberger, Müller, Ott, Peteler, Reis, Schroeter, Schwabe, Spatz, Stübing, Doltz, Dr. Wagner, Dr. Wenke, Wohlsarth und Wolfs.

Vvm Magistrat liegen die Mitteilungen vor, daß der Zins­fuß der Spareinlagen nicht ermäßigt, sondern auf SVi pCt. bestehen bleiben soll, und ferner, daß der Magistrat dem von der Stadtv.-Dersammlung kürzlich bezüglich der Anstellung von Beamten gefaßten Beschlusse bereits seit Jahren entspreche, in­dem nach der aufgestellten Liste seit 1893 über 50 pCt. der eingestellten Beamten teils geborene Hanauer, teils hier vor ihrer Anstellung ansässig gewesen seien. Die bezügliche Auf­forderung der Stadtv.-Dersammlung erübrige sich damit.

Schluß der Etatsberatungen.

Stadtv. Ott berichtet zum TitelDermögensverwaltung."

Die Einnahme aus Grundvermögen beträgt Mk. 33 182,90

Die Ausgaben hierfür ........ 9282,75

Demnach Überschuß Mk. 23 900,1*

An außenstehenden Forderungen und

Berechtigungen sind veranschlagt:

Zinsen aus vorübergehend angelegten verfüg­

baren Beständen. . . Mk. 43 525,

*) 5°/o R«ui vom Gaswerk 56238,71

*) 5°/e Wasserw. 51070,65

5^/q y Elektrw. 55 000,

58/o Reute von der Schlacht­

hofanlage ...... 9850,

5*/s°/o Zinsen- u. Kapital­

abtrag v. d. Kühlanlage 5 500,

vom Anlagekapital des Vieh-

marktplatzes m. Handels­halle ...... 477 30

Wir. 221661,66

Zinsen d. Hypotheken (Klein­

bahn,Hausentwässerungs-

hyp. n. s. w.) . . 23890,91

Ueberschuß der Sparkasse . 2 200, 247 752 57

Zusammen Mk. 271652,72

Gegenüber stehen Zinsen u.

Kapitalabtrag f. Schulden

a) Zinsen . . . Mk. 307 258 35

b) Kapitalabtrag . 99 651,55 406999 90 Die Ausgabebei diesem Titel beträgt milymneuo Mk. 135 257,18 Referent hebt in seinem Bericht hervor, daß das Vermögen der Stadt besonders in den industriellen Betrieben eine sehr rentable Anlage findet, sodaß die gegenüberstehende Schulden­last keine so bedeutende ist als sie scheint. Der Titel findet Genehmigung sowohl in Einnahme als auch in Ausgabe.

Zum EitelGemeindcanstalten" berichtet Stadtv. Glaser. Dazu gehören: a) Märkte unb Messen, b) Wage-Anstalten, c) Eichamt, d) Feuer-, Lösch- und Rcitungswesm, e) Volks- b«d, f) Gewerbegericht, g) Arbeiterspeisehalleu (Beiträge zu Unterhaltungskosten), h) öffentliche Uhren, i) Lairincngruben- entlcerung. Die Einnahmen überwiegen bei diesem Titel um Mk. 3464,50. Stadtv. Dr. Wagner regt Einrichtung mrch eines VolkLbades auch für Frauen an, denn auch für diese wäre eine solche Einrichtung in hygienischer Beziehung nur wünschenswert. Oberbürgermeister Dr. Gebeschus bemerkt, daß eine solche Einrichtungschon wiederholt erwogen worden sei, doch habe man bisher immer unter dem Eindruck der Befürchtung gestanden, daß die Aufwendungen dafür durS fleißige Be­nutzung nicht hinreichend gewürdigt werden würde. Es sei deshalb daran gedacht worden, für Frauen eine Wannenbabe- anstalt zu errichten, welche gegen eine mäßige Gebühr von nur 10 Pf. pro Bad zur Verfügung gestellt werben soll. Davon verspreche man sich besseren Erfolg. Stadtv. Dr. Wagner leitet seine Anregung aus seiner Praxis als Kranken­kassenarzt her, in welcher er wiederholt diesbezügliche Wünsche der Frauen vernommen habe. Anderenorts scheinen solche An­stalten auch Erfolge zu verzeichnen zu haben. So soll auch Fechenheim z. B. bereits ein VolkSbad für Frauen im Main besitzen. Der Titel findet Genehmigung.

Stadlv.-Vorsteher Küstner referiert hierauf, nachdem er für diesen Teil der Verhandlung den Vorsitz an den Schrift- führerstellv. Herrn Ott abgetreten hatte, über TitelGe­werbliche Betriebe" undInsgemein" sowie über Einnahmen und Ausgaben bei der Steuerverwaltung.

*) Dazu die Überschüsse: 6eint Gaswerk Mk. 144000, beim Wasserwerk 14950.