Erstes Blatt
anauer W Anzeiger
Geruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, w. Waisenhauses in Hanau.
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Amtlicher Vrzm für Si«Lt- 816 AÄKreis Sm«. * *
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. D-rannoortl. Redakteur: G. Schreck er in Hanau.
Nr. 68
FernssirechaMluß Nr. 605.
Montan den 21. März
Fernsprechasschkuß Nr. 605
1904
Amtliches.
Candkme hanau.
Belmmtmachunqen des Königl. Landratsamles.
Die Liquidationen der Mitglieder der Einkommen- steuer-Voreinfcbätzungskommisüonen find zur Zahlung auf die hiesige Königliche Kreiskasse angewiesen.
Die Herren Bürgermeister ersuche ich, die Mitglieder hiervon in Kenntnis zu setzen.
Hanau den 17. März 1904.
Der Vorsitzende
der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommission für den Landkreis Hanau.
St. 1568 Z. A.: Lehfeldt, Reg.-Assessor.
Fahrkarten, davon zwei Monaisfahrkarten, lautend auf den Namen Lina Kindervater.
Zugelaufen: t schwarzweißer Foxterrier m. Gesch. Hanau den 2t. März 1904.
M^.W-E,..P«.^^«^^>7L^ in Hjy.JJLUl".. ,J««*”a!*y?^^ ■'—
Bus Stadt und Cand.
Hanau, 21. März.
Historische Gedenktage.
21. März 1635 wurde der kaiserliche General Ilow (als „Illo" aus Schillers Wallenstein bessw als aus der Wirklichkeit bekannt) von dem Hessen - cassel'schen General von Eberstein in Kleinensee Überfällen und in Flucht geschlagen.
zuschlagenden Personen sind vorzuschlagen: von der Handelskammer zu Frankfurt a. M. 12 Handelsrichter und 12 Stellvertreter, von der Handelskammer Wiesbaden 2 Handelsrichter und 2 Stellvertreter, von der Handelskammer zu Hanau 2 Handelsrichter und 2 Stellvertreier und von der Handelskammer zu Cassel 4 Richter und 4 Stellvertreter.
* Landes-Bersicherungsanstalt Hessen-Nassau. Für den Kreis Hanau — Sladt — stellen sich die Ergebnisse der Bewilligung von Alters-, Invaliden- und Kranken-Renten in der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende Dezember 1903 wie folgt:
Zwangsversteigerung.
Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft, die in Ansehung des in Dörnigheim belegenen, im Grundbuche von dort Band IX Artikel 530 zur Zeit der Eintragung des Ver- steigerungsoermerkes auf den Namen des Jakob Peter Weber, Peters Sohn, in Dörnigheim und des Landwirts Philipp Peter Heck, Karls V. So in, daselbst je zur ideellen Hälfte eingetragenen Grundstücks:
Kartenblatt N, Parzelle 190, Frankfurterstraße Nr. 5,
a) Wohnhaus mit Hofraum,
b) Schmer mit Stall (A), c) Schweinestall (B), (1) Stall mit Holzremise (C), e) Stallgebäude (E),
4 ar 61 qm, 135 Mark Nutzungswert, besteht, soll dieses Grundstück
am 6. Mai 1904, nachmittags 4 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht in Dörnigheim im Frankfurter Hof versteigert werden.
Hanau den 14. März 1904.
Königliches Amtsgericht 2. 5412
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
Gesunden: 1 Kneifer, 1 weißes Taschentuch mit Monogramm J. E.
Verloren: 1 silberne Herrenuhr mit silberner Kette, 1 gelbes Portemonnaie mit 27,61 Mark, 2 Schlüsseln und 2 Fünfpfennig-Marken Inhalt, 1 Zelluloidkapsel mit drei
* Lberammergauer Passtonssprelr. Wie berichtet, findet heute Montag abend im Stadtthealer eine einmalige Aufführung der PassionSipiele unter Leitung des bekannten Chriüus-Darüellers Herrn Peterka statt. Die Magdeburger Blätter schreiben u. a. über das Unternehmen: „Die Darbietungen aus dw Paisionsgeichicht; waren durchweg von fesselnder Lebenswahrheit und mmnen jeden ZulLauer ergreifen. Das heilige Abendmahl, nach dem berühmten Gemälde von Leonardo da Vinci, ist von überaus machtvoller überzeugender Wahrheitstreue, und in der streng stilvollen Kostümierung der Darsteller überraschend eindrucksvoll. Christus am Oelberg, die Geiselung, die Krönung, Christus vor Pilaius, die Kreuzigung und endlich die Auferstehung, waren sämtlich von fesselnder Gewalt. Inmitten aller aber steht die Perlon deS Heilandes, welche von Herrn Peterka in vünreffucher.Hüuuug dargestellt wird. Dir einzelnen Gruppen wurden vsn einer erklärenden Ansprache eingeleitet. Der Geiamteindrück war ein ausgezeichneter." Die dem christlichen Empfinden besonders entsprechenden erbaulichen Darbietungen dürften auch hier sicher ein warmes Interesse finden.
* Ehrenv. Neun Mitglieder des hiesigen Vereins für Geflügel- und Siugoögelzucht beteiligten sich an der asm 18. bis 21. März in der städtischen Markthalle zu Aschaffenburg abgehaltenen dritten großen allgemeinen G-flkgelausflellmrg, veranstallet von dem G-flügelzuchtverein Aschaffenburg, und errangen unter ziemlich starker Konkurrenz auf ihr ausgestelltes Geflügel 12 elfte und 9 Ehrenpreise, 18 zweite und 12 dritte Preise. Dies ist eine Leistung, dir von keinem Verein über- troffen wurde. Ferner errang Herr Kaufmann C. Senkel von hier, welcher dem hiesigen Verein noch nicht angehört, 2 erste, 1 Ehrenpreis und 1 zweiten Preis.
* Handelsrichter. Nach einer soeben erlassenen M- nisterial-Serfümng über die Zahl der ru Handelsrichtern vor«
N'terirenten SnoaUSent- Krsukmrent.
Zusammen:
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Bon der Landes-Versichernngsanstalc Hessen-Nassau, deren Bezirk die Regierungsbezirke Cafsel und Wiesbaden, sowie das Fürstentum Waldeck imiieiit. sind seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt -
8762 Mersrenten im Tejamt-Jahresberrage von 1,196,806.40 M.
24622 Invalidenrenten „ , „ „ 3,478,287.80 _
1242 Kraukenrenten „ r „ „ 192.353 20 ,
34626 Renten mit einem Gesamt-Jahresbetrage von 4,867,447.40 M-
Hiervon sind nach Berücksichtigung der durch Tod :c. erfolgten Llbqänge Ende Dezember 1903 noch zu zahlen.
3190 Altersrenten im <Lefamt-Jahresbetrage von 461,750.90 M.
15047 Invalidenrenten , , „ „ 2,169,663.10 ,
, 759 Krankenrenten „ „ „ , 117 959,40 „
18996 Renten mit einem Gesamt-JahreSbetrage von 2,749,^73.60 M.
Der von dem Reiche zu leistende Zuschuß beträgt 949 800,— ,,
Mithin bleiben Ende Dezember 1903 aus Mitteln der Landez-DerstcherungsaustaU Hesjen-Nasjau an Renten zu zahlen jährlich........... 1,799,573.40 M.
* Stadttheater. Wochenspielplan: Miriwoch: „Der H ü t t e u b e s i tz e r" ; Freilag: Benefiz für Frl. U r b a n: Neu einftubiert: „Renaissance", Lustspiel in 3 Akten von Schönthan und Koppel-Ellfeld; Sonntag: Letzte Vorstellung dieser Spülzeit: „Alt-Heidelberg".— Vielfachen Wünschen entsprechend ist an Stelle der für Mittwoch beabsichtigten Wiederholung von: „Der arme Heinrich" eine andere Wahl getroffen worden und gelangt nun Ouet's Scbauspiel: „Der Hültenbesitzer" als letzte Abonnemems-
Feuilleton.
Stiftungssesl des Gesiugsemiis,Sumser'.
= Hanau, 21. März.
Als wir am vorigen Sanistag Abend nach dem Stiftungsabend des Gesangvereins „Sumser" bei schon etwas vorgerückter Stunde der Heimat zueilten, beseelte uns der Gedanke, einen wirklich schönen und genußreichen Abend verlebt zu haben. Wenn wir von früher schon gewohnt sind, daß He „Sumser" die Gäste aufs angenehmste zu unterhalten lstchen, so war doch der 58. Stiftungsabend besonders ge- ^gnet, das Gesagte in vollem Umfange zu bestätigen. Aehn- uch wie in den Votstahren trat der Verein mit einem ab- wechslungsreichen und interessanten Programm vor die > "stmtlichteit; eine stattliche Zahl Chöre, orchestrale Nummern, humoristische Darbietungen, Sologesänge, allgemeine Chor- ueder wechselten in bunter Folge. Die Begrüßungsrede hielt >er Vorsitzende des Vereins, Herr Karl Link. Zunächst verweilen wir einen Augenblick bei Beurteilung des Chor- gefanges. Daß die Sumser ein stattliches und leistungs- Mhiges Stimmmatenal besitzen, ist ja in Sängerkreisen bc- -?"!"' ^H Verein hat sich durch eine Airzahl neuer und ichembar jüngerer Mitglieder ergänzt und es wollte uns scheinen, als sei im Chorklang die Rundung und Fülle noch ^""^sen. Mit dem Eingangschor „Morgenlied" von Rein- Yvtv Becker, eine packende Komposilion, erzielte der Verein den entsprechenden Erfolg. Weit größere und altch schwierigere mW11 hatte sich der Verein gestellt in „Nachtgesang im „ 0 bL uon Franz Schubert, „König Sigurds Braulfahrt" von Angerer und in dem Sturmschen Chor „Hei! lustger Ut durchs Waldgeheg". Die Wiedergabe dieser Chöre legte .Zeugnis ab von Fleiß, ernstem und eingehcridem Sludirnn,
uuter fach- und sachkundiger Leitung. Zu Vertretung des seitherigen Dirigenten Herrn Haus Gruudmarm schwang Herr G. Altvater, in musikalischen Kreisen bekannt durch fein vortreffliches Klavierspiel, den Dirigentenstab. Er verstand es, das Stimmenmaieria! seiner Absicht, dienstbar zu machen. Es konnte dannn nicht fehlen, daß den Anforderungen in Bezug auf GesangSpflege weitgeheud entsprochen wurde. Vor allem gefielen uns beim Vortrag die rhylhlnische Sicherheit, die gute Textaussprache und auch die feine Nuancierung. Das Gesagte gilt in erster Linie von dem „Nachtgesang im Walde" mit Höruerbegleitung. Auch mit „König Sigurds Brautfahrt" von Angerer, der vom Verein schon früher einmal gesungen wurde, erzielten die Sumser einen großen Erfolg. Die dem Chöre innewohnenden schönen und interessanten eigenartigen Einzelheiten, die Angerer vortrefflich gezeichnet, machten tiefen Eindruck.
Auf der Höhe seines Könnens staub wohl der Verein an dem Abend bei der Wiedergabe des Stnrmscheu ChorcS „Hei! lustger Ritt durchs Waldgeheg". Der Verein sang unter straffer und sicherer Leitung mit Schwung und Feuer und unter Berücksichtigung der dynamischen Zeichen. Es sei an die Stelle erinnert „Mir ist's, als hörte ich fort und fort mich Engelsflügel umrauschen". Der Erfolg war ein großer, die' Deifallsbezeuguugeu allgemeine. Dem Programm der Sumser waren auch diesmal zwei einfache, innige und minnige Volkslieder von Silcher einverleibt, wodurch der Verein nach der Seite der Pflege unserer Volkslieder eine schöne und dankbare Aufgabe erfüllte. Die Lieder kamen so, wie es sein muß, ihrem Charakter unb ihrem Inhalt entsprechend, zum Vortrag. Wie sehr man für unseren Volksgesang eingenommen ist und wie er so unmittelbar die innerste Volksseele ergreift, bewies der große Beifall. Namentlich war das Volkslied „Mein eigen soll sie sein" so schön ausgearbeitkt und vorge- tragen, daß es wiederholt werden mußte. Mit dem Schön'schen „Tanzlied", eine weniger entsprechende Komposilion mit Klavierbegleitung, wurde der choristische Teil deS Abends be
endet. Herr Milbach spielte bei diesem Chöre mit Gewand- heit und der ihm eigenen Begleitungskunft das Klavier.
Solistisch war Herr Albert Bauer tätig. Er sang „Arioso" a. d. Op.: „Der König von Lahore" v. Z. Massenet mit schöner Stimme und fügte später noch zwei Lieder: Prinz Eugen von Löwe und „Nacht und Träume" von Meoer- Hellniund mit guter Auffassung und hübscher Tonangabe an, wofür ihm reicher Beifall gezollt wurde.
Zum besonderen Gelingen deß Abends trug auch unsere Ulanenkapelle bei, die unter Herrn Musikdirigeuten UrbachS Leitung eine Anzahl gediegener Musikstücke zu Gehör brächte.
Nöbcn der Fantasie aus R. Waguers Oper „Lohengrin" und „Der Aufforderung zum Tanz" v. C. M. v. Weber fesselten am meisten die historischen Märsche von O. Kaiser, die potpourriartig in chronologischer Folge geordnet sind und uns die allmähliche instrumentale Entwickelung von der frühesten Zeit biS in die Gegenwart — mit dem Kaiser Friedrich- Marsch einem kurzen Finale schließt die Komposition — erkennen läßt. Die Kapelle unserer Ulanen erntete reichen Beifall.
Ganz ausgezeichnet gestaltete sich auch der humoristische Teil. Wenn gegenwätig auf dem Gebiet der Humoristik alles etwas übersättigt ist und auch tatsächlich ansprechende und mltcrhaltendc Sachen schwer zu finden find, so bringen die Sumser, die über vortreffliche Kräfte verfügen, doch stets neuen und unterhaltenden Stoff. Der humoristische Vortrag „Rantälensammler", von einem Mitglied des Vereins ver faßt und auch vorgetragen, entfesselte wahreLachsalven.
Auch „Münchener Volkssänger" und „Hanauer Straßen- szene", ein äußerst gelungenes und voll urwüchsigen Humors mißgestaltetes Lokalbild, fanden die denkbar freudigste Aufnahme.
Das Programm vervollständigte noch zwei allgemeine Chorlieder, vorn Mitglied deS Vereins, Herrn Weist, verfaßt; in ihnen bildeten die neuesten Vorgänge auf der Welt- online den Inhalt. Die Zuhörer zollten dem Dersaffer leb-