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Erste- Blatt

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General-Anzeiger

EineSSungSgebühr

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. dir fünf» gespaltene PelitzriK »der deren Kaum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklarnentheil die geile 25 Pfg^ für Auswärts 35 Pfg.

Gedruckt und verlegt ht der Buchdruckerei des verein, er,

w*1* " ^ Erscheint täglich mit Ausnahme der Somr- undFeiertage, mit belletristischer Beilage. ^*L'^ « Schrecker m Hanau.

HH

Nr. 53.

Fernsprechanschlnß Nr. 605.

Donnerstag den 3. März

Fernstzrechanschlnß Nr. 605.

1904

AtttMches.

Landkreis ßanau.

Bekanntmachungen des Königl. Landratsauttes.

Nach einer Mitteilung des Herrn Regierungs-Präsidenten ist es wiederholt vorgekommen, daß bei Errichtung von Rottestamenten durch die Herren Bürgermeister unzweck­mäßige Formulare zur Verwendung gekommen sind, welche die Rechtsgültigkeit der Testamente zweifelhaft erscheinen lassen. Da jeder Formmangel in einem Testamente zur Aufhebung und schon jeder Zweifel an der Richtigkeit der Form zur An­fechtung und Aufhebung des Testamentes führen kann, liegt es im Interesse aller Beteiligten, daß nur solche Formulare be­nutzt werden, deren Form unzweifelhaft den gesetzlichen Er­fordernissen entspricht.

Die Herren Bürgermeister wollen hiernach eintretendenfalls nur die in der am 15. November 1900 A 4390 übersandten Anweisung vorgeschriebenen Formulare verwenden.

Hanau den 1. März 1904.

Der Königliche Landrat.

J.Nr.L. 928 v. Beckerath.

An der evangelischen Volksschule in Fechenheim ist zum 1. April d. Js. eine neugegründete Lehrerinstelle zu be­setzen. Die Lehrerin hat den Turnunterricht mit zu über­nehmen.

Das Strllencinkommen besteht aus 1120 Mark Grund­gehalt und der Mielsentschädigung von 270 Mark. Der Ein­heitssatz der Alterszulage ist 100 fDiart

Vollgeprüfte Lehrerinnen, welche die Tumlehrerinnen- prüfung bestanden haben, wollen ihre Bewerbungsgefuche und Zeugnisse an den Königlichen Schulvorstand zu Händen des Rektors, Herrn Schilling, zu Fechenheim innerhalb 14 Tagen einreichen.

Hanau den 1. März 1904.

Namens des Königlichen Schulvorstandes.

Der Vorsitzende.

V1446 v. Beckerath, Königlicher Landcat.

Handelsregister.

A 21 Firma A. Sonnberg in Hanau.

k 544 Firma Ella Rechberg in Hanau. Die Firma ist erloschen.

Hanau den 1. März 1904.

Königliches Amtsgericht 5. 4148

Feuilleton.

Konzert des LchrersiiMlchoies.

Das Konzert des Lehrersängerchores, das bekanntlich am 17. März in derCentralballe" statifindet, dürfte für die Konzert - Saison ein musikalisches Ereignis bilden. Dafür sprechen das großzügig angelegte Programm und die Mit­wirkung hervorragender Solisten.

In Frl. Play fair-PariS stellt sich ein vielversprechen­des Talent auf der Violine dem Publikum vor. Die Künst­lerin, eine jugendfrische und hübsche Erscheinung, ist in Austra­lien geboren, hat ihre ersten Studien in Lausanne genossen und ging dann nach Paris, wo sie im Konservatorium unter Pro­fessor Leffort weiter studierte und mit dem 1. Preis die An­stalt verließ. Ihr erstes Auftreten in der Singakademie zu Berlin am 4. Oktober 1902 woselbst, nebenbei gesagt, nur Kräfte ersten Ranges konzertieren trug ihr das höchste Lob ein, in das sämtliche Berliner Zeitungen einstimmien.

Die Kritiken hoben den schönen, weichen und vollen Ton, die bewundernswerte Technik und das seelenvolle Spiel her­vor; alle sind darin einig, daß man es hier mit einem un­gewöhnlichen Talent zu tun hat,. das in Zukunft wohl Be­deutendes zu sagen haben wird.

Als weiterer Solist ist der lyrische Tenor^ der Frankfurter Dper, Herr Hensei, gewonnen. Dieser Sänger ist gewiß nnem Teil des Hanauer Publikums, das die Oper unserer Rachbarstadt Frankfurt besucht, keine neue Erscheinung. Sie Wen die prächtige Stimme und den ausdrucksvollen Vortrag meseg Künstlers 'bewundert. Dem Konzert des Lehrersänger - choreS wird durch dessen Mitwirkung ein erhöhter Reiz ver- uehen.^ Herr Hensel singt auch in dem Chöre:Nachtheile" von Schubert den prächtigen Tenorsolo.

Ferner hat unser einheimischer Konzertsängee, Herr F. -waEmuth, der schon oätmals durch seinen kunstvollen Vor­

MlcktsWWr Wirtin Ham.

Nächste Versammlung Samstag den 5. t. MtsF nachmittags S1^ Uhr, im Gasthaus zum goldenen Löwen hier.

Tages-Ordnnng:

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2. Bezug von Saatkartoffeln.

3. Vortrag des Herrn Dr. Heiderich hierSkizzen aus Ostasien" mit photographischen Darstellungen.

4. Erteilung der Decharge zur Vereinsrechnung für 1903.

5. Aufnahme neuer Mitglieder.

6. Sonstige Mitteilungen.

Die vorstehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins wollen die Herren Bürgermeister in ihren Ge­meinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt, machen.

Hanau den 28. Februar 1904.

Der Königliche Landrat.

v. Beckerath.

Hub Stadt und Cand.

Hanau, 8. März.

Beamtenpersonal-Rachrichten.

Ernami: der Referendar, Hauptmann a. D. Richter zum GerichtSassessor, der Rechtskandidat Kirchner zum Refe­rendar.

UMrtrMll: dem zum Königl. Kreistierarzt cruannien bisherigen kommissarischen Kreistierarzte Sude^m Hersfeld vom 1. Februar d. J. ab die Kreistierarztstelle für den Kreis Hersfeld..

* Die Fortführnngder Mainkauattsation von Offenbach nach Aschaffe nburg wurden vorgestern im bayerischen Abgeordnetenhause verhandelt. Nachdem mehrere Abgeordnete die Verzögerung dieser Angelegenheit bedauert, er­klärte der Verkehrsminister v. Franendorfer: In einer Kon­ferenz von Vertretern der vier Mainuferstaaten, die in Nürn­berg im vorigen Jabre stattfand, wurde volle Einigung über die technische Ausgestaltung des Projekts und über.die Koftenver- teilung erzielt; Preußen zahlt für die 13 Kilometer lange Strecke Offenbach-Hanau 31/a Millionen Mark, Bayern für die 30 Kilometer lange Strecke Hanau-Aschaffenburg 9'/s Millionen Mark, wozu noch die Kosten für Umladeplätze und den Aschaffenburger Hafen von 4^2 Mill. Mk. kommen. Dagegen bestehen noch MeinunasversLiedeuheüen weaen der Schiff­

trag unser Hanauer Publikum entzückte, seine Mitwirkung freundlichst zugesagt.

Wenn wir noch darauf Hinweisen, daß auch die guigeschulic Kapelle unseres Infanterie-Regiments Nr. 166 solistisch sich beteiligt und die Begleitung der großen Chöre übernommen hat, so sind wohl nach der einen Seite die Vorbedingungen erfüllt, die das Konzert des Lehrersängerchores zu einem Glanz­punkt in der Reihe der Hanauer musikalischen Veranstaltungen erheben.

, -Auf den choristischen Teil kommen wir demnächst zurück. Liste ist bereits in Umlauf gesetzt.

Schauturnen der Höheren Mädchenschule.

Motto: Soll Geist und Seele recht gedeihen, So muß der.Körper Kraft »ersehen.

Wohl kein Fach des Mädchenunterrichts hat in den letzten Jahrzehnten einen höheren Aufschwung genommen und eine größere Verbreitung gefunden, als das Mädchenturneu. Aus den kleinsten Anfängen heraus hat es sich entwickelt, aus den unzulänglichsten Räumen heraus hat seinen Einzug ge­halten in stattliche Turnhallen. Vorüber sind die Zeiten, daß eifrige, von der Bedeutung des Mädchenturnens überzeugte Lehrer die turnlustigen Mädchen um sich scharien und sie im Turnen, natürlich mit all den Beschränkungen, die die Ver­hältnisse auferlegien, zu unterrichten. Kar manche unserer jungen Frauen wird sich noch ihres auf diese Weise geführten Turnunterrichts erinnern. Heute jedoch hat sich das Turnen, freilich nach mancher harten Ankämpfung, zu einem hervor­ragenden Erziehungssaklor für unsere weibliche Jugend empor- gcschmunqcn. Woher kommt nun das schnelle Aufblühen dieses uns heute so überaus wertvollen Faches? S^r für den auf« merksamen Beobachter unverkennbar günstiger Einfluß auf die körperliche, geistige und sittliche Erziehung bat ihm ein so hohes Ansehen verschafft. Bei einem munteren frischen Turnen wird der ganze Körper zu kräftiger Bewegung veranlaßt und !

fahrtsabgaben und der Eisenbahntariffrage. Bezüglich der Schisfahrtsabgaben müsse Bayern bestrebt sein, daß die preu­ßischen Abgaben keine wesentliche Erhöhung erfahren, weil sonst der wirtschaftliche Nutzen für Bayern wieder absorbiert würde. Preußen wolle auch bezüglich der Schiffartsabgaben entgegenkommen, aber unter der Bedingung, daß bezüglich der Eisenbahntarife ein Uebereinkommen zustande kommt. Preußen schätze seinen jährlichen Bruttoausfall in den Bahn- einnahmen infolge Fortführung der Kanalisation nach Aschaffen­burg auf 4'/r Millionen Mark per Jahr und verlange des­halb, daß ihm weitere Benachteiligung durch Gewährung be­sonderer Tarifvergünstigungen in Bayern nicht zugefügt werden dürfe. In Nürnberg seien in dieser Beziehung Ausgleichs- vorschläge gemacht worden. Die Verhandlungen hierüber schweben noch und es könne deshalb nichts Näheres gesagt werden. Das Ganze sei jetzt auf das Tarifgebiet gerückt. Er, der Minister, könne jetzt schon sagen, daß es fraglich er­scheine, ob sich ein tarifarisch unabhängiger Anschluß des bayerischen Eisenbahnnetzes an die große Rhein- und Main­schiffahrt werde erreichen lassen, wie seinerzeit angenommen wurde. Die bayerische Regierung werde reichlich zu prüfen haben, ob die Vorteile der Kanalisation nicht durch allzu große Opfer erkauft werden müßten. Bei der Bundesfreundlichkeit Preußens und Hessens gebe der Minister die Hoffnung nicht auf, daß es doch zu einem tunlichst gedeihlichen Abschluß komme, aber jedenfalls könne dem gegenwärtigen Landtag eine Vorlage schwerlich noch gemacht werden. Preußen habe seine Zustimmung auch von dem Bau eines Sicherheitshafens durch die Stadt Hanau abhängig gemacht. Hanau habe sich dazu bereit erklärt, aber Bedingungen daran geknüpft, bezüglich deren es fraglich sei, ob sie Preußen annehmen könne. Die folgenden Redner nahmen entschieden Stellung gegen eine Tarifgemkinschaft mit Preußen und gegen einen Verzicht Bayerns auf seine Tarifhoheit. Damit wäre die Sache zu teuer erkauft.

_ * Fernsprechverkehr. Der hiesige Sprechverkehr ist auf Enghien (Belgien) sowie Batten, Frankenheim (Rhöngeb.), Hainzell, Hosenfeld, Hilders, Langenschwarz, Oberweid, Simmershausen, Tann (Rhöngeb.) und Wüstenfüchsen aus­gedehnt worden.

* Ausgelsgt. Die in der Regel vorzuschreibenden all­gemeinen Vertrags - Bedingungen für die Ausführung von Garnison-Bauten, sowie die Bestimmungen für die Bewerbung um Leistungen für Garnison- Bauten liegen im Geschäftszimmer der hiesigen Garnison- Verwaltung zur allgemeinen Einsicht aus, auch sind diese Be­dingungen bezw. Bestimmungen auf dem hiesigen Oberbürzer- meifteramt an der für öffentliche amtliche Bekanntmachungen bestimmten Stelle zur Einsicht ausgebängt.

harmonisch durchgebildel; so verschönt sich der Körper, die Ge' sundheit wird gestärkt, das Wachstum gefördert, dem streben­den Geist ein nsiderstandsfähiger, zuverlässiger Diener gegeben. Der Geist wird durch das Wohlsein des Körpers erfrischt, lebendig und ist soviel entwicklungsfähiger, beweglicher und den ihm gebotenen Anstrengungen gewachsen. Tatkraft, Ent­schlossenheit, Mut, Ausdauer, Ärbritsl'reudigkeit, Gemeinfinn, Wertschätzung des freien Gehorsams, Freude am Schönen, Abneigung gegen alles Ungehörige sind sittliche Errungen­schaften, die aus einem tüchtigen Turnen gewonnen werden.

Auch in unserer Vaterstadt, in der von jeher das Turnen eine sorgsame Pflege erfahren, hat das Mädchenturnen einen erfreulichen Aufschwung genommen. Dies zeigte unS gestern abend das Schauturnen der Höheren Mädchenschule, das wir dem derzeitigen Leiter der Anstalt, Herrn DirektorBunges­st a b , einem eifrigen Förderer der edlen Turniache, zu ver­danken haben. In Ermangelung einer eigenen, für solche Zwecke ausreichenden Turnhalle, fanden die Borführungen in der neuen, allen hygienischen Anforderungen der Neuzeit ent­sprechenden Turnhalle der Eberhardschule statt. An dem Schauturnen nahmen teil die beidm 5. Klassen, Leiterin: Frl. A. R a a b e, und die Klaffen 1 und 2, Leiterin: Frl. A. H » f e r. Schon lange vor der festgesetzten Zeit waren- alle verfügbaren Plätze der Turnhalle durch die zahlreich er­schienenen Eltern, Gäste und Freunde der Anstalt besetzt. 42 Mädchen der 5. Klassen im kleidsamen Turnkostüm, dunkelblau mit weißem Besatz, eröffneten den Reigen der Darbietungen durch einen Umzug zu Paaren mit graziös zur Ausfühnmg gebrachten OrdnnngeÜbungen : Umkreisen in den verschiedensten Formen. Hieran schlössen sich Freiübungen im Flankenring: Rumpf- und Armbewkgungen im Wechsel mit Seitschreiten rmd Hüpfen. (Meul'sche Turnschule). Auch die nun folgenden leichten Stabübullgen im Wechsel mit Fersenheben, Kniebeugen, Seitschreiten, Vor- und Rückwegen, kamen in ganz zufrieden­stellender Weise zur Darstellung. Den Schluß bildeten Ge- meinübungen auf 4 Schwebekanten, bestehend in einfachem