Erstes Matt
Bezugspreis:
Bier.Äjährlich 1,80 ML, monatlich 60 M^ 'Pv n«o- würtige Abonnenten mit dem bettegenden PostanfMaz. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Eiurück««sKgebLhr
Für Siadt- und Landkreis Hamm 10 Pfg. die kiiüj- gesPaltenePetitzelle oder deren Raum, für AuswärL^^Ng.) im Reklamentheil die Keile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.
General-Anzeiger
Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei deS verein, es. ' v y *
■**"* " ®“ «MM <w mit MS,chm- ta to unbFeiertage, mit MelrifHf*r SSeilagr. •—*
St 52.,. to*eiWW to. 605.
"gg^gjggg“”^ ..llUSMll^MM^
Amtliches.
• Candkreis hanau,
Zekalmlinachunsten des Königl. LandratsmMes.
Nach Mitteilung des Königl. Polizei-Präüdenten in Frankfurt a. M. ist in der Gemarkung Niedes'rad die Schweinefertchs ausgebrochen. Gehöfts-Ortssperre ist an- geordnet worden.
Hanau den 29. Februar 1904.
Der Königliche Landrat.
V 1453 I. A.: Conra d, Kreisiekretär.
Stadtkreis hanau»
WlmHmchWgen ^es Oberdürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Ein Beirag vorr 34280 Mk. aus städtischen Stif- tungsmitteln ist als erste Hypothek zu 4°/0 auszuleihen.
Angebote an den Magistrat.
Hanau den 29. Februar 1904.
Der Magistrat.
J. A.: Wagner. 4105
Ausruf. '
am 24. Ärm istbei Z o t^e N b erg en, im Kretze Gelnhausen, die Leiche eines unbekannten Mannes ge« landet, der anscheinend durch
ein Berbteeche«
ums Leben gekommen ist, da der Schädel eine wahrscheinlich durch einen Hammer verursachte schwere Verletzung zeigte, die den Tod herbeigesührt hat. Weitere Verletzungen sind nicht vorhanden.
Es liegt auch der Verdacht vor, daß der Mann beraub: ist, da der lederne Geldbeutel offen und leer war und da keinerlei Legitimationspapiere oder sonstige zur Ermittelung der Persönlichkeit geeignete Papiere oder Gegenstände vorgesunden wurden.
Die Leiche, welche schon mehrere Wochen im Wasser gelegen zu haben scheint, ist die eines 165 cm großen, kräftig gebauten, etwa 45—50 Jahre alten Mannes, der das Aussehen eines Hausierers hat. Besondere Kennzeichen sind nicht vorhanden außer einem kurzen Schnurrbart und einem rötlich- braunen, etwa 5 cm langen dichten Vollbart, der auch an den Backen ungeschnitten ist. Die Farbe der Augen ist nicht mehr erkennbar.
Die Leiche war bekleidet mit einem blaugestreiften leinenen Hemde, Unterboie, roten Strümpfen, Fußlappen, schweren benagelten Schaftstiefeln, wollenem Halstuch und mit einem sehr abgetragenen dunkeln oder schwarzen Anzug. In einer Tasche befand sich ein großes Stück Kautabak, etwa */* Pfd. Speck und der oben erwähnte lederne, mit einem Lederriemen zuzieh- bare leere Geldbeutel, in der andere Tasche lose unter einem Taschentuch 80 Pfennige in Nickelmünzen, ein wollener Handschuh und eine Speckschwarte.
Alle Privatpersonen und Behörden, welche über das Verschwinden eines Mannes, der möglicherweise mit dem gefundenen identisch sein könnte, Auskunft geben können, werden um schleunige Mitteilung ersucht. Desgleichen werden alle Behörden um eifrige Recherchen ersucht.
Hanau a. Main den 27. Februar 1904.
___ Der Erste Staatsanwalt. 4115
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 1 goldenes Medaillon mit Photographie, i goldener Ohrring mit weißem Stein, 1 weißer Feberfächer mit Band, 1 Damm-Regenschirm.
Verloren: 1 silberne vergoldete Brosche.
. Abhan den gekommen: 1 kleiner Handwagen mit erneutste.
Entlaufen: 4 deutscher Schäferhund.
Hanan den 2. März 1904.
AntomM-Wesen.
Am Reichstage hat kürzlich eine eingehende Debatte über Automobil-Verkehr und die aus demselben ent'prmgenbeu Gefahren für die allgemeine Sicherheit staligefundeu. Es wurden weitere Resolmionen und ein Anirag angenommen, ^ne Verschärfung der zivilrechtlichen Haftpflicht der Ju- sabce von Kraftfahrzeuge!: fordern und auf den Erlaß einhcit-
Bestimmungen abzielen, welche geeignet sind, Leben, Ge. iunl>i>eit und Eigentum: der Reichsangehörigen in höherem
Mittwvck den 2. März
FernsdrechanMnß Nr. 605»
1904
Maße als bisher vor Schädigungen durch Automobile zu schützen. Don dem Vertreter der verbündeten Regierungen, Staatssekretär des Neichsjustizgmtes Nieherding, wurden befriedigende Zusicherungen gemacht.
Um den richtigen Standpunkt bei Beurteilung der Automobil-Frage einzunehmen, aber erscheint es geboten, die bisherigen behördlichen Maßnahmen nicht außer Acht zu lassen. Vielfach begegnet man der Auffassung, daß Regierungen und Behörden sich um den Verkehr mit Kraftfahrzeuzen überhaupt nicht geküminert haben und daß der Brunnen wieder einmal erst zugedeckt werden würde, wenn das Kind hweingefallen sei. Diese Auffassung ist grundfalsch. Schon seit Jabren hat man in den maßgebenden Kreisen Preußens die Entwickelung des Selbstfahrerwesens mit Aufmerksamkeit verfolgt und die entsprechenden Sicherheits-Maßregeln getroffen. Es wurden zur einheitlichen Regelung des Verkehrs mit Kraftfahrzeugen in allen Teilen der Monarchie fast ganz ü&ereinßimmenbe Provinzial- oder Bezirks-Polizei-Verordnungen erlassen. Die preußischen Vorschriften aber haben einer ganzen Reihe anderer deutscher Bundesstaaten zum Muster gedient, sodaß bereits in einem großen Teile Deutschlands eine wesentlich gleichartige Behandlung des Automobil-Verkehrs stattsindet.
Die bisherigen Vorschriften sind hauptsächlich darauf gerichtet, nur fachkundigen feiten die Führung eines Arstomobils zu überlassen, zu schnelles Fahren an verkehrsreichen oder gefährlichen Stellen zu verhindern und, wenn dies trotz des polizeilichen Verbotes erfolgt, eine tunlichst leidste Feststellung des Zuwiderhandelnden zu ermöglichen. Hinsichtlich' der Bc- Sm ^Ä Ü^ 4ä&äL^ ittmmuna, daß Personen unter 18 Jahren cm solches überhaupt nicht führen dürfen und daß im übrigen' nur solchen Personen die Lenkung eines Automobils gestattet ist, die mit den maschinellen Einrichtungen und deren Handhabung völlig vertraut sind und sich hierüber genügend ane weife« können. Was die Sorfdriften über die zuläjsigen Geschwindigkeiten an- betrifft, so sind die Schwiengkeitest zu berücksichtigen, die sich einer ausreichenden polizeilichen Kontrolle entgeaenfteaen. Diese Vorschriften vermögen erst dann zu rechter Wirksamkeit zu gelangen, wenn ein brauchbarer Geschwindiokeus-Messer erfunden sein wird, der es ermöglicht, jederzeit — auch nachträglich — festzustrllen, mit welcher Geschwindigkeit ??: einem bestimmten Zeitpunkte gefahren ist. Es ist zu hoM, daß her vom Mitteleuropäischen Motorwagen-Verein vorbc rettete Wettbewerb ein brauchbares Instrument liefern wird, welches alsdann von sämtlichen Kraftwagen zu führen sein würde. Endlich ist durch das in Preußen ui: .: aoberen Bundesstaaten eingeführte System der bei Dunleiheit zu beleuchtenden Erkennungs-Merkmale Fürsorge getroffen worden, um die Feststellung von Uebertretuugeu und damit dem Publikum selbst die Abwehr von Auswuchs«: des Automobil-Verkehrs zu erleichtern.
Die Torwürfe, die vielfach gegen Regierungen und Behörden wegen eines fehlenden Schutzes vor den Gefahren des Automobil-Verkehrs gerichtet werden, sind demnach unbegründet. Es bestehen bereits eingehende Vorschriften. WaS aber diesen Bestimmungen noch an Einheitlichkeit und wirksamster Ausgestaltung mangelt, das dürfte baldigst nachgeßolt werden, und sind die Vorbereitungen hierzu bereits in vollem Gange.
Hub Stadt und Cand.
Hanau, 2. März.
* PaMonsgottesdienst findet heute abend 8 Uhr in der Johanneskirche statt, gehalten von HerNr.Pfsrrer Franken- berg.
* Dich KomurimMandtag hat bei. Annahme des Voranschlags für das Jahr 1904 die Erhöhung der Bezirks- abgabe für den Regierungsbezirk Cassel von 6,25 Prozent aus 6,6 Prozent des Steuersolls beschlossen.'
* Klassenlotterie. Die Eruenerungslose sowie die Freilose zur 3. Klaffe der 210. Königlich preußischen Klassen lotterte sind nach den W 5, 6 und 13 des LotterieplanS unter Vorlegung der bezüglichen Lose aus der 2. Klasse bis zum 4. März d. J. bei Verlust des Anrechts einzulös?::.. Die Ziehung der 3. Klasse dieser Lotterie wird am 8. März d. I. ihren Anfang nehmen.
* Städtische Badeanstalt. 3m Äkynai Februar 1904 wurden an Bädern abgegeben: 31. I.: 75, 31. II.: t49, Kl. III.: 658, Douchebäder: 25, Römisch-Irische Bäder: 26. Zusammen: 933 Bäder. Die größte Zahl der abgegebenen Bäder betrug 105 am 13. Februar; die kleinste Zahl der abgegebenen Bäder betrug 9 am 17. Februar
* 80. Geburtstag. Heute vollendet der Silder.n l ' c Herr Georg Söhnlein in vollerRüsttMl sein 80. rc.cne,' jabr. Bus diesem Anlässe oermipaiwH seine Freunde h
abend ihm zu Ehren eine entsprechende Feier. Auch wir bringen Herm Söhnlein unsere Glückwünsche dar.
* Max Möbius f. Zu Grabe getragen wurde gestern nachmittag ein Mann, dem das hiesige Buchdruckgewerbe viel -u verdanken Hai, der durch sein umfaffendes Wissen, seine Geschicklichkeit in allen Fächern des graphischen Gewerbes und durch sein eifriges Streben, das Können und Wissen bei seinen Kollegen zu heben und dadurch die Leistungsfähigkeit des ganzm Gewerbes zu fördern, sich allseitige Liebe und Derebrunz nicht nur bei seinen Berufsksllsgen, sondern bei allen, mit dmen er in nähere Berührung kam, ersorben hat. Dem größeren Publikum ist er als Urheber der letztjährigen großen Druck- sacheinmsWlung in der ^«chenakademie, die er in Gemeinschaft mit Herrn Professor Wiese und anderen Künstlern brksnnküch so glanzvoll zu arrangieren wußte, bekannt geworden. Aber nicht nur als Fachmann, auch als Mmsch hat w sich durch sein liebenswürdiges, allezeit hilfsbereites Wesen viele treue Freunde erworben. Nun hat ihn der Tod mitten auS seinem arbeitsreichen Leben hrranigerissm, nicht nur bei seiner Familie, bei seinen Angehörigen, sondern bei allen, die ihn kannten, eine schmerzliche Lücke verursachend. Durch Niederlegung von Kränzen an seinem Grabe wurde der Verstorbene geehrt durch den Ortsverein Hanau des D. d. D. D., den DeziÄsverei« Heidelberg des V. d. D. B., den M«- schinsuNeisterklub Heidelberg, sowie durch die Direktion und durch das Personal der Hamm'schen Maschinenfabrik, A.-G., Heidelberg, woselbst er seit einiger Zeit als Beamter tätig rsar. Möge ihm die Erde leicht sein.
* SLadtthsaLKV. Wir weisen nochmals auf das heute in Szene gehende hübsche Lustspiel: ^Goldfische" von Schöntbau und Kabel bürg hin.
* Beriefiz Gehrmsr»n. Am Freitag findet wie schon gemeldet der Ehren-Abend unseres beliebten Regisseurs und Komikers Herrn Paul Gehrmann statt. Wahrend seiner siebenjährigen Täiigkeit am hiesigen Theater hat er durch so manche humorvolle schöne Leistung vielen heitere Stundm bereitet und sich dadurch die Gunst der Theaterbesucher erworben. — Das von ihm gewallte Stück: „Marie, die Tochter des Regiments" zeichnet sich nicht nur durch seine herrliche Musik, sondern auch durch eine hübsche Handlung aus und wird mit originellen Einlagen sicher seine bewährte Zugkraft auch diesmal erweisen, so daß der „alte Gehrmann^' an hinein Benefiz Abend ein recht volles Haus erzielt.
* Kmrstnotiz, Die erneute März-Ausstellung im Kunsisalon Herme s-Frankfurt a. M. twist eine Sonder- Ausstkllung auf von F. A. K l e i n - C h e v a l i e r, Berlin und Karl K ü st n e r-München. Eine reichhaltige Auswahl von Einzelwesen unserer ersten Meister vervollständigt die umfangreiche Sammlung. Wir nennen neue Gemälde von T. A. v. K a u I b a ch, F. v. L e n ö a ch, Ed. G r ü tz n e r, Av. Hengele r, M. Kusche l, Hugo K auf f m a n n, Franz Stuck, A. Lier |, W. Leibl H, Spitz weg f, Defregger rc. — Tito L e! s i - F l o r e n z sandte zwei feiner fein durchgeführten Figurenbilder.
* Marzeuschrree. Seit heute früh haben wir ununterbrochenen Schneeiall.
a Die Hochwassergefahr ist vollständig beseitigt. Der Main ist in raschem Sinken begriffen. Die abgefahrenen „fliegendei: Brücken" sind auf allen Ueberfahrtsstationen wieder in den Dienst gestellt. Die Schiffahrt ist in vollem Gange. Das zweite Floß für dieses Jahr — das erste seit dem M- Imtgüigen beunruhigenden Steigen des Stromes — verließ gestern den APsaffenourger Hafen und fuhr zu Tal nach Frank- für! a. M.
* Gin „Bunter Abend". Dem „Dramatisch • litera- rischen Verein Hanau" serdanken wir in letzter Zeit eine Reihe mietesfenier Veranstaltungen, denen sich vorgestern nun ein „Bunter Abend" anschlgß. In eingehender Weise hat ein vor einigen Tagen in diesem Blatte erschienenes Feuilleton die Einzelheiten des Programms dargelegt, sodaß wir unS heute darauf beidranten müssen, der Ausführung desselben zu gedenken. Mit Genugtuung war z« konstatieren, daß man der Einladung des Vereins zahlreich Folge geleistet hatte, alle Kreise unserer Bürgerschaft waren vertreten, überhaupt ein ge- ivnbheS Publikum vorhanden, daS mit Spannung den an- Zekündwin: Darbietungen auf der Bühne entgegentah. Den dieigen eröffnete mit „Liedern aus dem Volke" Frl. 3516e, die mit bezaubernder Natürlichkeit und berückender Anmut sich ihrer Aufgabe entledigte, wobei Herr Allvater alS fein« sinniger Begleiter auf dem Klavier sekundierte. Herr Emil Ger lach brächte eine von Herrn Carl Engersch dahier verfaßte Skizze „Sehnsucht" zum Vonrag, die sowohl dem Verfasser wie dem Vortragenden Beifall und Hervorrufe erbrachte. Mir UeberbretUsorträgen erfreute Frau Sude G erlach, ebenfalls stark applaudiert. Bitte Glanznummer war die „Don Carlos" - Parodie, zu der Serenissimus (Herr Hahn) mi>