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EriteS Blatt

Hanauer K Amnger

Bezugspreis:

Dierieljahrlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für gut- wattige Abonnenten mit dem betressenden PostauffHätz. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

General-Anzeiger

Gchnickt und verlegt in der Buchdrucker« des verein. er. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Gezss für Statt- und Mirreis iiue

EiurückuagSgtvühr

Für 3«abb und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« geiLciii-liePeiitzeile oder deren Raum, für Auswärts U» M-, im Reklammtheil die ßeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Verauiwsrü. Redakteur: E. Schreckn ut Hamm.

Erfcheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

^? 5 L FerniprechaiisKlnß Nr. 605,

Die^staa hen L März

Fernspremanschlnß Nr. 605, 1904

Amtliches.

OversSBerei Wolfgang.

Im Holzverkausstermin am 4. März er. kommen ferner aus den Jagen 123, 128 und 132 des Schutzbezirks Lamboybröck

ca. 27 Stück Eschenstämme IV. und V. Klasse = 6fm zur Versteigerung. 3999

LulKirtschsftlicher Ktisvmiil Hun

Nächste Versammlung Samstag -en 5. < Mts., nachmittags S1^ Uhr, im Gasthaus zum goldenen Löwen hier.

Tages-Ordnung:

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2. Bezug von Saatkartoffeln-

3. Vertrag des Herrn Dr. Heiderich hierSkizzen aus Ostasien" mit photographischen Darstellungen.

4. Erteilung der Deckarge zur Vereinsrechnung für 1903.

5. Aufnahme neuer Mitglieder.

ö. Sonstige Mitteilungen.

Die vorstehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins wollen die Herren Bürgermeister in ihren Ge­meinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen.

Hanau den 28. Februar 1904.

Der Königliche Landrat.

- ^Heckerath.

MW Stadt und £and.

Hanau, 1. März.

* ®£t März. Seit uralten Zeiten gilt der März als der Frühlingsmonat. In ihn fällt die Frühlingstag- und -Nachlgleiche. Darum erfreut er sich im Volke einer größern Beliebtheit als sein wetterwendischer Frühlingebruder, der April. Im allgemeinen ist auch das Wetter dieses M» ats beständig. Die frischen Frühlingslüfte, welche belebend auf die ganze Namr wirken, bringen den letzten Schnee zum Weichen und locken Schneeglöckchen und Veilchen aus der Erde, während die ersten Zugvögel in der alten Heimat wieder ibren Stand einnehmen. Der Landmann liebt einen trocknen März, damit er mit Pflug und Egge an die Bestellung seiner Felder gehen kann. Trockner März, lacht des Bauern Herz. Märzen­staub ist Golees wert, ein Pfund davon ist soviel wert wie ein Fuder Heu. Märzenstaub, Aprilenregen, verheißen im Mai großen Segen. Schnee im März hält man für ein Un-

Feuilleton.

Hiiiimclscrscheinitngeit im März.

, Die langen W.nterabmde nähern sich ihrem Ende, der Winter bereitet sich zum Abschiednehmen vor astronomisch jeden- salls, denn in dem Augenblicke, wo die Sonne am 21. März in das Zeichen des Widders tritt, beginnt der astronomische Frühling. Es kann freilich hinterher immer noch kalt genug sein der Dien kann noch lange in Tätigkeit bleiben müssen. Eins aber ist sicher, von Tag zu Tag spendet uns das Tages­gestirn mehr Licht früher geht es täglich auf, später unter, ^ud mit dem Licht kommen auch die Wärmestrahlen, denen schließlich der Winter doch weichen muß.

Am 1. März erhebt sich das Tagesgestirn um 6*/* Uhr über unsern Horizont und sinkt bald nach 5'/« Uhr wieder ginab, Sie steht noch 7/a Grad südlich vom Aequator und steigt daher bis zu 30 Grad an unserm Himmel empor. Im Laufe des Monais rückt sie 12 Grad nach Norden fort. Sie steht daher am leiten Tage des März bereits 4'/» Grad nörd­lich vom Aeguawr und erhebt sich bis zu 42 Grad über unsern Horizont. Sie geht um 5'/» Uhr auf und um GVe W unter. Der Tag dauert dann also schon 13 Stunden.

Der Mond zeigt unS am 2. März sein volles Antlitz, um bann abzunehmen. Er steht am 9. im letzten Viertel und sebrt uns am 17. als Neumond seine unbeleuchtete Seite zu. L.abei befindet er sich in der Nähe des absteigenden Knotens ferner Bahn, er befindet sich also nahezu in der Ekliptik, und es tritt daher eine, allerdings bei uns unsichtbare Sonnen« stniternis ein. Am Abend des 19. März können wir dann den Mond bereits bei Sonnenuntergang als schmale Sichel am Westhimmel wahrnehmen. Er steht am 24. im ersten ötertei und zeigt sich am 31. März wieder als Vollmond.

Am Abend des 22. März geht der Mond bei einem

glück: Märzenschnee tut Bäumen, Sträuchern und Saaten weh. Auch Regen sieht man nicht gern, denn: Ein feuchter, fauler März, ist des Sandmanns Schmerz. Gibl's Ge­witter, so ist die Volksmeinung geteilt. Die einen erwarten Kälte und halten sich an die Regel: Donnert's über'm dürren Wald, wird's in der Regel wieder kalt. Andere aber« mei­nen: Wenn's donnert in den März hinein, dann wird der Roggen gut gedeih'n. Der März bringt häufig Nebel, und das Volk ist der Ansicht, daß am hundertsten Tage nach einem Märznebel ein Gewitter eintrete, eine Annahme, die sich häufig als richtig erwiesen hat. Anderseits aber darf nach dem Volks­willen das Wetter im März auch nicht zu trocken und warm sein, daß die Knospen der Obstbäume sich öffnen und die Blätter erscheinen, den«: Märzengrün, Aprilblut, tut selten gut. Hoffen wir, daß der März allen Wünschen enlspreche und sich als der reckte Lenzmonat erweise!

Sind Inhaber von Dienftwohnnttgen zur Siratzenreinignna verpflichtet? Diese Frage ist auf Veranlassung der Rechtsschutzkammi'fion deS herrischen Lehrer- vereins vom Kammergericht entschieden worden, und Zwar dahin, daß eine solche Verpflichtung für Lehrer in Preußen nicht bestehe. Der Angeklagte wurde freigesprochen. In den maßgebenden Entscheidungsgründen heißt es, daß die Jnnr- Habung einer dem Lehrer überwiesenen Dienstwohnung nicht den Charakter des Nießbrauches besitze. Weder habe der An­geklagte das von ihm bewohnte Schulgebäude in stand zu halten, noch habe er die darauf ruhenden gewöhnlichen Lasten und Abgaben zu tragen. Alle diese Pflichten liegen der Gemeinde als der Eigentümerin des Schulgrundstucks ob. Der An­geklagte falle deshalb nicht unter die im § 1 der Polireiver» ordnung vom 6. Zannar 1881 aufgezH'teu - ArMen (Eigen­tümer, Äießbraucher, Eigeuiumsstellvenreter rc.) uns sei aus diesem Grunde freizusprechen. Auch im hiesigen Kreise gibt eS noch Gemeinden, welche von ihren Lehrern die Besorgung der Straßenreinigung fordern, was für manchen mit erheblichen Kosten verbunden ist. Vielleicht wird der ermähnte Kammer- gerichtSbescheid in dieser Beziehung Wandel schaffen und die Gemeinden veranlassen, die Lehrer von der fraglichen Ver­pflichtung fortan zu entheben, ohne, im Weigerungsfälle, auf ein richterliches Urteil es ankommen zu lassen.

* Born Edelmetallgewerbe. In den Pfiugsitag-n findet hierselbst die erste große Zusammenkunft ehemaliger Schüler der hiesigen Zeichenakademie, die der akademischen Ver­bindungCellini" angehören, statt, mit welcher die Fahnen­weihe und der 10. Verbandstag des Verbandes jetziger und ehemaliger Studierender an heutigen Kunstgewerdeschulen, sowie eine Verbandsausstellung in der Königl. Zeichenakademie verbunden ist. Bei dieser Veranstaltung soll Herrn Prof. Luthmer, der sich um die deuticke Golr-ickmiedekunst große Ber-

Sternenpaar vorbei. Das Paar steht im Bilde des Stiers, etwas rechts und südlich vom Aldebaran. Die beiden Sterne sind 4. Größe und lassen sich mit unbewaffnetem Auge, noch besser mit einem Opernglas getrennt sehen. Der Mond stedt dann noch nicht im erben Viertel, die Sterne treten am dunk­len Rande ein, am Hellen wieder aus. Der Eintritt des ersten erfolgt um 10 Uhr 54 Minuten, der Austritt um 11 Udr 41 Minuten. Der Ein- und Austritt des zweiten Sterns findet 12 Minuten später statt. Zur Beobachtung der Er­scheinung ist ein kleines Fernrohr zu Hilfe zu nehmen, doch genügt schon ein gutes Op ruglas. "

Merkur durchläuft zunächst als Morgenstern das Bild des Wassermanns. Er geht am 1. März um 6l/s Uhr, also kurz vor der Sonne, auf und bleibt unsichlbar. Später tritt er in das Bild der Fische über und kommt am 26. März in obere Konjunktion zum Tagesgestirn, wonach er au den Abendhimmel übergeht. Auch Venus tf£ Morgenstern, zuerst im Steintiocf, später im Wassermann. Sie erhebt sich zuerst um 5^4 Uhr, zuletzt um 5 Uhr über den Horizont MaS in den Fischen geht am Ende des Monats noch l1^ Stunden nach der Sonne unter, ist aber wegen seiner großen Entfernung von uns recht lichtschwach. Jupiter in den Fischen verschwindet in der Mitte des Monats in der Abenddämmerung und gelangt am 27. März in Konjunkiion zur Sonne. Saturn im Steinbock geht am 1. März um 6 Ugr, zuletzt zwei Stunden stirer auf. Uranus im Skorpion geht ihm zwei Stunden vorauf, während Neptun in den Zwillingen zu derselben Zeit untergeht, zu der sich Uranus über den Horizont erhebt.

Voll den Fixsternen finden wir das wohlbekannte Bild des großen Bären an den Abenden des März- im Nordosten. Darunter glänzt der Arkiur im Bootes. Gegen Osten steht das Tierkreisbild des großen Löwen mit dem Requnus; daran schließt sich die Jungfrau mit der Spika. Im Südosten haben wir das Bild des Krebses und router nach Süden die glän­zendste Gegend deS Himmels: Sirius, Pröcyon, die Zwillinge mit Kastor und Pollux und schließlich, schon nach Südwefien

dienste erworben hat, die Ehrenmitgliedschakt angetragen wer­den. Von großem Interesse dürfte ein Beschluß sein, daß die zur Verband? - Ausstellung gesandten Gegenstände auch den anderen Kunstgewerbeschulen zugänglich gemacht werden sollen, um auf diesem Wege dem ferner stehenden Publikum ein ein­heitliches Bild über die verschiedenen Richtungen des deutschen Kunstgewerbes und an den einzelnen Schulen geben zu können.

** Das Nahrungsmltlelgefetz. Wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz waren vom Schöffengericht die Ehefrau eines Metzgermeisters zu 15 Mk., der Geselle zu 10 Mk Geldstrafe verurteilt worden, weil der Wurst Kartoffel­mehl zugesetzt wurde, um ihr ein schöneres Aussehen zu geben. Der Mitangeklagte Metzgermeister war freigesprochen worden, weil seine Beteiligung an der Herstellung bezw. dem Verkauf der Wurst nicht als erwiesen galt. Infolge der Berufung deS StaatsanwaltS wurde gestern von der Strafkammer der Metzger- meister ebenfalls zu 15 Mk. Geldstrafe verurteilt, das Urteil gegen die andern Angeklagten bleibt bestehen.

* Stadttheater. Nachdem die letzten Auffühmngen mehrere Schauspiele brachten, wird morgen wieder ein hübsches Lustspiel in Szene gehen, nämlich Schönihan und Kadelburg's reizendes Werk:Goldfisch e". Reich an köstlichem Humor, dürfte es einer freundlichen Aufnahme gewiß fein. Die Haupt­rollen liegen in den Händen der Damen Jirsak, Burchard und Urban, sowie der Herren M er ker, Becker, Stauen« dorf, Knaut und Römer.

* Deutsch-ökerr. Alpenverein. Wir weisen darauf hin, daß die Monaisversammlung nicht heute Dienstag, sondern erst Dienstag den 8. März stattfindet.

* Ein Kostümfest seranftaltete am Sonntag abend Herr Tanzlehrer Sohnlein in derCentralhalle". Wie gewsLni, hatte sich die junge Welt in reizenden Kostümen dort ein Stelldichein gegeben, bei dem sich rasch ein jeder wohl- fühlte, ssdoß die Veranstaltung auch wieder einen recht reizenden Verlauf nahm. Während der Parkettboden von den tanzlustigen Paaren fleißig benutzt wurde, fehlte es auch nickt an Dar­bietungen auf der Bühne, woselbst nach demLustigen Ehe­mann" eine Anzahl junger Damen in eigens dazu bestimmten Kostümen einen Glockenlanz aufführten. Später wurden noch ein steierischer Tanz u. a. m. geboten, sodaß sich wohl jeder Teilnehmer an der Veranstaltung mit Vergnügen an dieselbe erinnern wird.

* Grammsphon-Konzert. Das am Sonntag in der Gastwirtschaft von Frau Heil Wwe. stattgefundene Konzert nahm bei überfülltem Lokal einen überaus schönen Verlauf. Die Vorträge auf dem Grammophon mit der neuen Konzert« schalldose waren geradezu überraschend, jedes Nebengeräusch war vollständig versckwunden. Bis spät in die Nacht hinein wurden abwechselnd Orckester-, Gesang- und humoristische Vor-

zu, den Rigel und Beteigeuze. Höher am Himmel sieht hier der Stier mit dem Aldebaran und der lichten Gruppe der Plejaden. Im Westen funkelt hoch am Himmel Kapella im Bilde des Fuhrmanns. Tiefer am Himmel stehen Perfeus und Widder. Im Nordwesten dehnt sich das Bild der Andromeda am Horizonte aus; darüber steht die leicht kenntliche Kaistspeja. Im Norden glänzen tief am Himmel Wega in der Sey er und Dened im Schwan, während hoch am Himmel der Polarstern unnerrüSt seinen Posten hält.

Mrankfitrier Dheater - Spielpla,».

Opernhaus. Dienstag, 1. März, abends 7 Uhr: Die verkaufte Braut". Gew. Preise. Mittwoch, 2., abends 7 Uhr: 6. Abonnements - Konzert. Dirigent: Herr Arthur Nikisch. Konzert-Preise. Donnerstag, 3., abends ^sT Uhr:Rienzi". Große Preise. Freitag, 4.; Ge­schlossen. Samstag, 5., abends 7 Uhr:Don Juan". Gew. Preise. Sonntag, 6., nachmittags 3'/, Uhr: Vor­stellung bei ermäßigten Preisen:Zar und Zimmermann". Abends 7 Uhr:Merlin". Große Preise. Montag, 7., abends 7 Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Preisen:Orpheus in der Unterwelt." DienStag, 8., abends 7 Uhr:Oberon". Große Preise.

Schauspielhaus. Dienstag, 1. März, abends 7 Uhr; Zum ersten Male:Professor Berger". Gew. Preise. Mittwoch, 2., abends 7 Ubr:Nimbus". Gew. Preise. Donnerstag, 3., abends 7 Uhr: Zum Besten der PeufionS« anstatt der ftädl. Theater. 1. Teil:Esther". 2. Teil:Ge­sellschaftlicher Vortrags - Abend". Große Preise. Freitag, 4., abends 7 Uhr:Hamlet". Gew. Preise. Samstag. 8., abends 7 Uhr:Professor Berger". Gew. Preise. Sonn» tag, 6., nachmittags S1^ Uhr: Vorstellung bei kleinen Preisen: Zapfenstreich". Abends 7 Uhr:Professor Berger". Gew. Preise. Montag, 7., abends/s7 Uhr:Faust". L Teil. Gew. Preise.