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Kanauer K Anzeiger
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Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwort!. Redakteur: G. Schrecke: in Hanau.
§H 4 8 Fermprechmilchluß Nr. 695. ^TettaG den 2 6. Februar Fernsdrecharffchluß Nr. 605. 19 04
Amtliches.
Stadtkreis Danau
Bekannttnachnnqen des Oberdnrqermeisteramtes.
Etuismacher Johann Philipp Friesrich Wolf, geboren am 30./1. 1869 in Hanau, in Malmö wohnhaft, hat um Entlassung aus dem preußischen Staalsoerbandk nach° gesucht.
Hanau den 24. Februar 1904.
Der Magistrat.
Bode. * 3751.
Für den am 4./8. 1887 hier geborenen, in Bleen-fi-ld (N.-Amerika) wohnhaften Heinrich Jakob Becker ist um Entlassung aus dem preußischen Staatsoerbande nachgesucht worden.
Hanau den 24. Februar 1904.
Der Magistrat.
____________ Bode. 3750
Bekanntmachung
In das Handelsregister A ist unter Nr. 53 die Firma Hermann Ritzel, Sitz Langendiebach, Inhaber Apotheker Hermann Ritzel zu Langendiebach eingetragen.
Ferner rt da'elbst zu Nr. 15: Firma Johannes WeiSenbaK zu Lau aenselbold und Nr. 19: Firma Abraham Moritz Witwe zu Langendiebach ein» getragen: Tue Firma ist erloschen.
Langenselbold den 4. Januar 1904. 3746
Der Gerichtsschreiber des Königl. AmisgeriÄts.
Msundene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 2 Taschentücher (abzuholen bei der Armen- Verwaltung).
Hanau den 26. Februar 1904.
Hits Stadt und £and.
Harm«, 26, Februar.
* Kollekte. In den nächsten Tagen wird hier eine Kollekte für das Diasporahaus Godesheim bei Godesberg a. Rb. eingejammelt. Durch ein verheerendes Feuer wurden am 20. April v. I. die ausgedehnten Betriebsräume von Godesheim vernichtet. In einem Schuppen, in dem Stroh und Heu lagerten, war auf eine bisher unaufgeklärte Weise das Feuer entstanden. Unmittelbar an denselben stießen eine Scheune und Stallungen, sowie die gleichfalls mit leicht brennbaren Stoffen angkfüllten Räumlichkeiten der Schreinerei und Schuhmacherei. Ueber manchen Räumen befanden sich auch noch Schlafstuben für Meister, Gebilden und Lehrlinge, im ganzen für 27 Personen. Die Gefahr für die dort Schlafenden war außerordentlich groß, weil das Feuer furchtbar schnell ssrbrang. Unter der gnädigen Obhut Gottes, dem inniger Dank gebührt, war aber die schnelle Hilfe nicht erfolglos. Kein M-nlchen- leben ist zu beklagen und von dem Vieh ist außer einigen Tauben, Hühnern und Kaninchen alles gerettet. Es getan; auch, die sew nahe gelegenen übrigen Anftaltsgebäude, die durch Flugfeuer und Hitze sehr gefährdet waren, zu schützen. Dagegen konnte nicht verhindert werden, daß der ganze Samplet von Gebäuden, in dem das Feuer entstanden war, bis auf den Grund riederbrannte. Auch der größte Teil der Kleider und alles, was in den Räumen an Betten und Vorräten war, ist ein Raub der Flammen geworden. Dadurch sind nun d-e schweren Sorgen um den Bestand und die Entwickelung von Eodesseim in bedeutendem Maße vermehrt worden. Es müssen so schnell wie möglich d e für den Betrieb der Landwirtschaft, der Schreinerei und Schuhmacherei erforderlichen Gebäude errichtet werden. Dazu kommen noch andere, schon seit Jahren drängende bauliche Bedürfnisse. Der Wunsch, für eine noch größere ^a6l von Zöglingen Raum zu schaffen, um so den sich fortwährend mehrenden dringenden Bitten um Aufnahme von konfessionell gefährdeten Kindern einigermaßen ent'prechen zu können, muß freilich fürs erste zurückgestellt werden. Aber der Bau neuer, den Anforderungen entsprechender Schulräume, auf den die Behörde immer entschiedener dringt, kann ebensowenig weiter aufgeschoben werden, als die Beschaffung der fehlenden Krankenzimmer und Badeeinrichtungen. Hierzu sind nun viele tausend Mark nötig. Möchten daher durch das verheerende Schadenfeuer recht viele aufbauende Liebet stimmen entzündet werden! Zuversichtlich hoffen wir, daß die seifende Liebe der Glaubensgenossen uns nickt im Stiche lassen wird.
* Errichtung einer Psstfiliale am Nürnberger Tor zu Hanau. Wie die Hanauet Hände,Stammer st ii-
teilt, war von hiesigen Firmen, die in der Gegend des Nüru- berger Tores und des Ostbahnhofes ansässig sind, über die Unzuträalichkeiten Klage geführt worden, welche die Lage des Hauptpostamtes am einen Ende der Stadt für sie zur Folge hätte, indem regelmäßig eine Menge Zeit auf die Auflieferung der Postsendungen verloren ginge; gleiLniiig war angeregt worden, ob nicht zur Absteckung dieser Mißstände die Kaiserliche Postoerwrliung um Errichtung einer Po'filiale am Nürnberger Tor ersucht werden solle. Der Verkehrsausschuß der Handelskammer kam jedoch zu der Ueberzeugung, daß ein derartiges Porzehen nicht zweckmäßig sei. Eine Poltsiliale würde nämlich für die in Frage kommenden großen Geschäfte von gar keinem Wert sein, da nach den postalischen Bestimmungen an einer Po^filiale stets nur der kleine Verkehr des Privat-Publikums zur Abfertigung gelangt, nickt aber der Verkehr der großen Geschälte, die unter Umständen 50 und mehr Postsendungen gleichzeitig z«r Auslieferung bringen. Auch nach Errichtung einer Postfiiiale am Nürnberger Tor würden daher dir großen Geschäfte ihre Sendungen nach wie vor nach dem Hauptpostamte schaffen müssen. Andrerseits erschien es auch nicht günstig, wiederum an die Posivwwaltung mit dem Ersuchen nach Errichtung einer Post- friale heranzutreten, wenn sich vorher erkennen ließ, daß der Verkehr dort nach Lage der Dinge nur ein schwacher sein würde. Hervorgehoben wurde aber, daß die jetzige Lage des Hauptpostamts eine äußerst ungünstige sei,
* Anlage einer GüterverlatzestsÄe in Oftheim. Eine Firma in Ostdeim tat die Hanauer Handelskammer ersucht, an für die Errichtung einer Güter- i’fylnMtfSe in Osthrim einzutreten. Unter derr-jchigcn Verhältnissen sind die Ostheimer Fabrikanten darauf angewiesen, ihre Erzeugnisse, zumeist Ringofonsteine rc.s zunächst per Achse nach Hetd.-Wiudeckeu zu fahren. Nach Ansicht des Derkehrs- austchusses der Handelskammer erscheint die Anlage einer Süieroerlabefttße in Ostheim allerdings zweckmäßig zu sein, doch soll die Gemeinde vorher sich darüber äußern, in welchem Umfange sie sich an den entstehenden Kosi-n zu beteiligen gedenkt; die Handelskammer wird dann unter Umständen die Angelegenheit weiter verfolgen.
* Stadttheater. Am Sonntag geht nachmittags 1/a4 Uhr der halben Preisen roüma'S das beliebte Schauspiel mit Gesang: „Multersegen" in Szene. Abends gelangt Otto Erich Hartleben's: „RosenMgnta g" zur Aufführung.
* Benefiz Knauth. Auf das heute zum Benefiz für Herrn Leander Knautd erstmalig in Szure gehende Schau- splei: „Das große Licht" sei nochmals besonders hingewiesen und dessen wir, daß die interessante Naouät dem beiieblcn Benefizianten ein recht volles Haus bringen möchte. Um vielen Freunden des Theaters resp, der hiesigen GeiLäfis- wel! entgegenzukommen, ist der Beginn der heutigen Aufführung auf 71/* U5jr festgesetzt.
* /,3«ttt ventschr,» Hans". Uebermorgeu Sonntag abend gibt die Ulanenkapelle im Saalbau ^zum deutscher! Haus" eiu größeres Streich-Konzert mit vorzüglich gewähltem Programm, worauf wir hiermit empfehlend hisweisen. Daß sich sie Konzerte der Ulanenkapelle einer großen De'.iebchcit erfreuen, ist allbekannt. Abonnementskarten haben zu diesem Konzert Gültigkeit.
6 WshttätigksiisvorUellmrss des Dramatifch- lilermifmen Vereins Hanau. Dwle^ Leser unseres Blaues freum sich auf nächsten Montag, da an diesem Tage der genannte Verein eine Vorstellung in der C-utralb-lle geben wird, über welche unser gestriges Feuilleton ausrührltchkre Mitteilungen brächte. Der Dramatisch-luerarische Verein ist ein geich!offener Verein und gibt die Eintrütskarien zu seinen Vor- st-ttungen nur an s ine Mitglieder und deren Freunde ab. Bei der Vorzüglichkeit seiner Darbietungen jedoch (man denke nur an „D' Moli" von Bernstein im lebten Herbst) ist es nicht zu verwundern, daß mehr Plätze verlang?, als gegeben werden können. Um nun diesem Urbelstanre einigermassen abzuhelfen, hat sich der Vorstand genannten Ver- einS entflossen, eine Wiederho ung des „BtiUtenMends" gegen ein Eink'lusgeld zu veranstalten, hiermit die hochherzige Absicht orrvindend, den ll-bcijchuß dem Baufonds für'das e»,n- gelische Diakon ssuihe m zuzuwenden. Dieser, der Wo4ltäüg- teit gewidm?>e „Bunte Abend" wird am Donnerstag den 10. März stausinden, tb-nfalls in der Centraltjaüc. Die Preise sind folgendermaßen normürt: I. Platz Mk. 2.50, U. Platz Mk. 2,—, Galerie Mk. 1.—. Die Liste ist bereits int Umlauf. An einigen Tagen vor der Vorstellung werden vorsus- sichtlich Sartm in den beiden Hrfbuchhaudlnngen zu hab.-n sein. Wer sich jeooch seinen Platz bei Zeile« sichern will, wird wohl gut tun, ihn bei Herrn Dereinsd,encr Friedrich, Hospitalstraße 33 (Gasthaus zum Anker) vermittels Postkarte zu seltenen. — Wir freuen uns aufriHt-«, über biete Ensschließung d. L Vereins und wünschen ihm, auch in AM,rächt M Mist' Zwecks ein
volles Haus. — Wir denken uns, daß auch Herr Pfarrer Neßler gegen diese unerwartete Einnahme nichts einzmvenben haben wird.
* Kostümfest. Am nächsten Sonntag nndet in den Sälen der „Centralhalle" das diesjährige Kostümfest des Herrn Tanzlehrers S ö h n l e i n statt. Lisch den getroffenen Vorbereitungen versprechen die geplanten Aufführungen (Ballett, Kostümbühnentänze uiw.) sehr schön und interessant zu werden, sodass fit ein Bestich nur bestens empfehlen läß'.
* Stlsiungsfest. Wie unS mitgetedt w rd, begeht der Klub „Crmeratia" am 6. März 1904 im Saale des Gasthauses „zum Elefantm" sein III. Stiftungsfest, verbunden mit Abendunterbaltung und Ball. Die bierzu getroffenen Vorbereitungen lass>n auf einen vergnügten Abend schließen. Da die seitherigen Festlichkeiten diews Vereins, wie uns noch er« innerlich ist, immer von gutem Erfolg begleitet waren, so können wir einen Berück der diesjährigen Veranstaltung nur empfehlen und wünkKen dem noch jungen Verein ein gut besetztes Haus.
* Oeffsrrtlichs Versammlung. Die Ortsgruppe Ha«au des Deuischuaiioaalen Handlunqszehilfenverbandes hält am Dienstag den 1. Mä'z im Sälchra der „Central* Halle" eine öffentliche Dsr'ammlung ab, in der Herr R. v. Pein über die staatliche Pensionsversicherung der Handlungsgehilfen sprechen wird. Nach dem Vertrag wird Gelegenheit zu freier Aus^pracke gegeben.
* Wettspiel. Das für vergangenen Sonntag an- bsraumic Weltspiel Offenbach „Kickers" contra <Hanau „Viktoria" sonnte Wuteruugsverhällniffk halber nicht statt» finben. Am kommenden Sonntag findet nunmehr das Reivur-Match der Sessel alter Fußballvereinizung 1. Mann- lchakt, gegen Hanau „Dikioria", 1. Mannschaft, nachmittags 3 Uhr auf dem Exerzierplätze statt.
* Augeudiagnofe. Ueber das aktuelle Thema der Augendiagnofe, das ist die Kunst, vorhandene Leiden des Körpers im Auge zu lesen, werden im homöopathischen Verein (Gasthaus „zur Stadt Bremen") heule und folgende Freitage, abends ^slO Uhr anfangend, Vorlesungen mit nachfolgender Diskussion abgehalten, zu denen auch Nichtmitglieder freien Zutritt haben.
... Vom Wagen geftohleu wurde einem Spediteur in hiesiger Stadt vor einiger Zeit ein Korb mit Kleidungsstücken. Somit dürfte unsere gestrige Warnung zur Vorsicht nochmals zur Beherzigung zu empfehlen sein.
* Dramatisch-literarischer Verein Hanau. Be- triffs der Emtnilskarlen für die Mitglieder teilen wir noch mit, daß dieselben bis spätestens Samstag abend durch den Vereins!>iener Friedrich zugestellt werden.
® Unfall. In einer lilhographischen Anstalt kam ein Drucke mit der linken Hand in die im Gange befindliche Druckmaschine und verletzte sich erheblich, sodaß er sich in das Lanokrankcnhaus begeben mußte.
Bus Nah und fern.
x Cafsel, 25. Febr. Der Kommunallandtag für den 3!egrerungsbez:rk Ca^el nahm in der heutigen Plenarsitzung bei Gelegenheit der Beratung des Etats für das Hospital Hrina einen Siurag Gleim an, den Herrn Eilenbabnminister um Aus» führung des Lahnprojekis Haina-Jesberg-Zimwersrode, bezw. baldige Festlegung der Trace derselben, zu ersuchen. Für das Koukurrenzvrojekt Kirchhain - Gemünden trat Herr Landrat v. Schenck-Kirchhain ein.
x Kassel, 25. Febr. Infolge eines Rechenfehlers deS besr. Beamten wurde geilem das Resultat der Stadtoerord- nctcnwahlkn in der 3. Klasse unrichtig verkündigt. Richt wurde die sozialtstisäe Line glatt gewählt, sondern die vier Kandidaten derselben kommen mit vier bürgerlichen Kandidaten in die Stichwahl.
KC. Frankfurt a. M., 25. F-br. In dem Hause- Vergerstraße 108 hatte gestern abend gegen 5 Uhr die Ehefrau des Tapezierers Bauer ihre 4 Kinder, 1—6 Jahre alt, allein im Zimmer zurückgelassen. Die Kinder spielte« nach dem Weggänge der Mutter mit Streichhölzern und steckten dabei das Zimmer in Brand. Als, durch den Qualm auf« merk!am gemacht, fremde Leute einbrangen, war es die aller* höchste Zeit. Das gesamte Mobiliar und der Fußboden bräunten, die Kinder waren am Ersticken.
A Klckn-Steittheim, 24. Februar. Die hiesige Ge- meniSkjagd wurde im Jahre 1889 auf 6 Jahre an die Herren Wilhelm Rachor aus Groß-Steirchrim und Louis Sommerhof aus Frankfurt g. M. um jährlich 655 Mark verpachtet. Bei, der im Jahre 1895 vollzogenen Wiederverpachtung verblieb die Jagd zwar den früheren Päcktern, aber unter wesentlich anderen und für die Gemeinde entschieden vorteilhafteren Be- bingungen. Die Jagdperiode wurde nämlich auf 9 Jahre äuSgebihnt und bet Jährespächipreis auf 1500 Mk. erhöht.