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Erstes Blatt

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S inenten mit dem betreffenden Postmffschlag.

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Gedruckt und verlegt in der Buchdruckern des »nnn, kv. ® ^ '

Einrückungsgebühr:

Für Stadt- und LaMrels Hanan 10 Pfg. die fünf gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamen<heil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Waisenhauses in Hanau. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur'. K. Strecker in Han«t,

Nr. 46.

Fernsprechanschluß Nr. 605»

Mittwoch den 24. Februar

Fernsprechanschluß Nr. 605

1904

Amtliches.

Bekanntmachung.

Nach einer mir zugegangenen amtlichen Nachricht ist am 15. Januar 1902 in New-Dork (Amerika) ein August Simon im Alter vom 71 Jahren verstorben, ohne in Amerika wohnende Erben zu hinterlassen.

Simon, welcher ein Vermögen von etwa 16000 Mark hinterlassen hat, soll in MühlheiM (Kurhessen) geboren sein. Seine Eltern hießen Christian und Christian« Simon.

Diejenigen, welche etwa nachweisen können, daß sie einen rechtlichen Anspruch auf die Hinterlassenschaft haben, fordere ich auf, sich bei mir innerhalb drei Monaten zu melden.

Cassel den 6. Januar 1904.

Der Königlich Preußische Regierungs-Prästdent.

V 1247 In Vertretung: Mejer. 3586

Stadtkreis Vanau

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Der Keller unter der Turnhalle der Eberhardschule ist als Lagerkeller zu vermieten. Der Raum ist 21,48 m lang, 11,74 m breit und 2,20 m hoch und besitzt 2 Nebenräume von 13 nnd 16 M sowie 2 m Breiten Zugang von der Röderstraße aus.

Besichtigung durch Vermittelung von Schuldiener ober Heizer der Eberhardschule. Angebote mit Angabe des Miet­preises bis zum 27. d. Mts. an den Magistrat.

Hanau den 19. Februar 1904.

Der Magistrat.

J. A.: Wagner. 3501

Holz-Verkauf.

Königliche Oberförsterei Wolfgang.

Am Freitag den 4. März d. F., von vor­mittags 9l/$ Uhr ab, soll in der GastwirtschaftZum Löwen" von Fried. Haupt in Niederrodenbach nach­stehendes Holz aus dem Schutzbezirk Oberrodenbach Jagen 41 a, 43 a, 45 b unb Totalität; Schutzbezirk Nieder­rodenbach Jagen 49b, 61b, 78a, 86ab, 96ab und Totalität; Schutzbezirk Lamboybrück Jagen 127a unb Totalität (Jagen 99, 109, 110, 118) und zwar:

Eichen: 66 Stämme III./V. Kl. = 30,52 fm. 9 rm Nutzscheit II. Kl., 104 rm Scheit, 157,5 rm Knüppel, 23 rm Stockholz I. Kl., 38,40 Hdt. Reis III. Kl.

Buchen: 5 Stämme III./V. Kl. = 3,50 fm, 54 rm Scheit, 4 rm Knüppel, 18 rm Stockholz I. Kl., 22,30 Hdt. Reis III. Kl.

And. Laubholz: 25 rm Nutzscheit I./II. Kl. (Birken), 6 rm Scheit, 16 rm Knüppel, 4,20 Hdt. Reis III. Kl.

Nadelholz: 59 Stämme III./V. Kl. = 27,62 fm, 170 rm Scheit, 250 rm Knüppel, 182,4 rm Stock­holz I. Kl., 123,00 Hdt. Reis III. Kl.

öffentlich meistbietend zum Verkauf ausgeboten werden. 3546

Hus Stadt und £and.

Hanau, 24. Februar.

Historische Gedenktage.

24. Februar 1786 wurde Wilhelm Grimm zu Hanau ge­boren.

* Liturgischer Passionsgottesd enst. In der Marienkirche findet heute abend um 8 Uhr unter M i t- wirkung des Kirchenchors ein liturgischer Passions- gottesdienst statt.

* Reichsbanknebensielle. Am 9. März d. J. wird in S ch ö n i n g e N eine von der Reichsbankstelle in Braun­schweig abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kassencinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.

L. Vom Reichsgericht. Wegen gewerbs­mäßigen unberechtigten Jagens ist am 21. De­zember v. J. vom Landgerichte Hanau der Korbmacher Karl

Kaufmann von Rückingen zu einem Jahre Gefängnis ver­urteilt worden. Er bat wiederholt Rehe erlegt und deren Fleisch in seiner Familie verbraucht. Seine Revision wurde, da die Gewerbsmäßi^keit als ausreichend festgestellt angesehen wurde, gestern vom Reichsgericht als unbegründet verworfen. Gleichfalls verworfen wurde die Re- Vision deS Kellners Ludwig G e ß l e r von Frankfurt, der am 14. Dezember v. I. von demselben Gerichte wegen Hehle­rei (er hatte gestohlene Schmucksachen billig augekauft) zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden war.

* Abänderung der Konkursordnung. Der Ver­band der Vereine Creditreform e. V. in Leipzig, dem auch der hiesige Verein Creditrefs«m anaehört, hat bekanntlich an den Reichstag eine Eingabe betreffs Abänderung der Reichs­konkursordnung gerichtet. Die Handelskammer zu Lübeck war dieser Eingabe gemäß beim dortigen Senate vorstellig geworden. Dieser hat dem an ihn gerichteten Ersuchen entsprechend ange­ordnet, daß in Fällen, in denen das Amtsgericht einen Antrag auf Konkurseröffnung gemäß der Bestimmung des § 107 der Konkursordnung abgewiesen hat, diese Tat'ache alsbald nach Fassung des Abweisungsbeschlusses auf öffentliche Kosten im Amtsblatt bekannt gegeben werde.

* Zweifelhafte Firmen im Auslande. Bei dem hiesigen Verein Creditreform, Geschäftsstelle Langstraße 451 (Sprechstunden von S1^12 Uhr vorm. und 34 Uhr nachm.) welcher, wie alle dem Verband: der Vereine Creditreform e. V. in Leipzig angehörigen gleichnamigen Vereine, bezweckt, seine Mitglieder vor schädlichem Kreditgeben zu schützen, ist neuer­dings reichhaltiges Material über Firmen in Oesterreich-Ungarn, Dänemark, Frankreich, Spanien, Niederlande, Rußland, Rumänien, Griechenland, Italien, EnglPrd?-Gulgarieu und Ostrumelien, Malta, asiatische Türkei, Tripolis, Japan, Cuba usw. kingegangey. Den interefierten Mitgliedern wird im Vereinsbureau unentgeltlich mündliche Auskunft erteilt.

* Der Lehrer-Sängerchor-Veranstalter auch in die­sem Jahre am 17. März in den Sälen derCentralhalle" ein Konzert. Der an Mitgliederzahl bedeutend gewachsene und in der Stärke von etwa 50 Sängern austretende Chor wird eine Reihe äußerst wirkungsvoller Chöre aus dem Ge­biete des Kunst- und Volksgesangs zum Vertrag bringen. Außerdem ist der Verein auch diesmal wie stets bestrebt ge­wesen, als Solisten nur Kräfte ersten Ranges heranzuziehen. So hat er in Fräulein Eisie Playsair aus Paris, eine Violinvirtuosin gewonnen, der als solcher ein bedeutender Ruf vorausgeht und die im vorigen Ja'we in einem.Konzert des Frankfurter Lehrer-Sängerchors mit außerorsentlich großem Erfolg aufgetreten ist. Als zweiter Solist wird der erste lyrische Tenor an der Frankfurter Oper, Herr Hensel, in dem Konzert mitwirken. Ferner hat unser hochgeschätzter ein­heimischer Sänger, Herr Waß muth, die Solopartie in einem Chor freundlichst übernommen. Als Orchester ist die gesamte hiesige Infanterie-Kapelle verpflichtet worden. Es steht somit unserem mustkliebenden Pnblikum ein hoher Kunstgenuß in Aussicht und verfehlen wir nicht, schon jetzt auf dieses Konzert empfehlend aufmerksam zu machen.

* Gabelsbsrger'fche Stenographie. Die am Sonn­tag nachmittag in Frankfurt a. M. stattgehabte Vertreterver- sammlung der Gabelsbergerscheu Stenographen des Main- Rhein-Gaues und von Hessen-Nassau wählte für das nächste Jahr als Vorort den Verein Friedberg mit Professor Kramer als Vorsitzenden, an welchen man sich in allen wichtigen stenographischen Angelegenheiten wenden möge. Von den Be- schlüffen ist als wichtigster der Antrag Wmkl-r-Darmstadt auf Vereinigung der im Verbandsgebiet wirkenden Verbände her- vorzuheben. Zur Zeit bestehen in Hessen-Nassau 45 Gabels- bergersche Stenographen-Vereine mit 2224 Mitgliedern und 2169 im Vorjahr neu Unterrichteten (davon 1179 an Lehr­anstalten.

* Stadttheater. (Gastspiel Bauer.) Wir weisen nochmals auf das heute mit Herrn Arthur Bauer vom Schauspielhaus in Frankfurt als Gast erstmalig zur Auf­führung gelangende SchauspielH aus Fourckam- bault" hin.

* Benefiz Knauth. Ueber die am Freitag zum Be- nenz für Herrn Leander Knauth einmalig in Szene gehende Schauspiel-NovitätDas große 9 i.^ i" von Fesix Philipp! schreibt dieFreisinnige Zeitung" anläßlich ber Erst-Aui- führung im Berliner Hoftheater n. a. folgendes:Es war ein großer Erfolg, der Dichter wurde nach jedem Akte gerufen, stürmisch, fast leidenschaftlich. Philippi hat sich in diesem Stück als Meister erwiesen. Er kennt die Bühne und das Pnblikum. Handlung, immer Handlung.Das große Licht" ist ein Muster- und Meisterstück, ein echtes und rechtes Theaterstück, es rührte, intereljierte und packlet Der Berliner Börsencourier" bezeichnete die Premiere als den qtö eu Saisonei folg des Hoslheaters.

§ Vortrag im Technikerverein. Ueber die derrtsche Kriegsflotte, ein gegenwärtig wohl im Vordergründe des all­gemeinen Interesses stehendes Thema, hielt gestern abend im Deutschen Hause" Herr Ingenieur Krause vor einem zahl­reichen Publikum einen gemeinverständlichen, durch Lichtbilder erläuterten Vortrag. Redner erklärte vorerst die hauptsäch­lichsten Unterscheidungsmerkmale der verschiedenen Arten der Kriegsschiffe. Bei den Linienschiffen ist es besonders deren gedrungener Bau im Gegensatz zu den schlanken Formen der großen und kleinen Kreuzer. Auch find erstere, als der Kern der Kriegsflotte, stärker gepanzert (bis zu 30 cm dick) und schwerer armiert als die Kreuzer, die hauptsächlich als Aufklärungsschiffe zu dienen haben und deshalb eine etwas größere Geschwindigkeit entwickeln müssen. Außer den ge­nannten Schiffen gehören zu unserer Kriegsflotte neben den Torpedobooten noch eine Reihe Küstenpanzer und Kanonen­boote, erstere wegen ihrer geringen Panzerung aber für eine Hochseeschlacht kaum geeignet, letztere nur für überseeische Stationen bestimmt. Die Länge der Linienschiffe beträgt im Durchschnitt ioo bis 110 Meter, bei einer Breite von ca. 20 Meter, während die großen Kreuzer bei einer Länge von ca. 120 Meter eine etwas geringere Breite aufweisen. Von riesigen Dimensionen sind natürlich auch die in diesen Kolossen sich befindlichen Maschinen. Eine derselben, für ein noch im Bau befindliches Schiff bestimnzt, wurde im Bilde vorgeführt. Das betreffende Schiff bekommt deren drei, wovon jede ein­zelne ein Gewicht von 2112 Zentnern besitzt. Gespeist werden dieselben durch 12 Kessel. Unsere eigentliche Kriegsmarine besteht gegenwärtig aus 33 Linienschiffen, 12 großen, 34 kleinen Kreuzern und 126 Torpedobooten. Ein Linienschiff kostet ca. 25 Millionen Mark, ein großer Kreuzer ca. 12 Millionen und ein kleiner Kreuzer ca. 3 Millionen, mithin haben wir für unsere Kriegsmarine schon ein recht beträcht­liches Sümmchen ausgegeben. Dafür besitzen wir aber auch in ihr eine Macht, die der deutschen Nation in allen Zonen Respekt verschafft, den deutschen Haudel schützt und fordert und den Volkswohlstand vermehrt. Reicher Beifall lohnte den Redner für seine interessanten Ausführungen.

Jahrcs-Vcrsammlulig

der Frauen- und Männergruppe Hanan des Allgemeinen Deutschen Schulvereins zur Er­haltung des Deutschtums im Auslande.

Am 5. Februar haben die Frauen- und Männergruppe bis Schulvereins", wie obiger Verein in Hanau kurzweg von seinen Freu den und Gönnern bezeichnet wird, ihre gemein« schafiliche Jahresversammlung abgehalten; die Berichterstattung über dieselbe hat sich aus äußeren Gründen leider etwas verzögert. Nach Eröffnung der Verstümmlung gedachte der Vorsitzende des verstorbenen Vorstandsmitgliedes, Herrn Stadt­rat Ferdinand Koch, eines Gründers der hiesigen Männer» gruppe, deren Vorstand er auch seit Beginn angehört und deren Interessen er stets mit dem ihm eigenen Eifer gefördert hat. Die Versammlung ehrte das Andenken durch Erheben von den Sitzen. Der Kaffenbestand der Frauengruppe ergab für das Jahr 1903 eine Einnahme von 591 Mark durch Mitgliederbeiträge, dazu Bestand am 1. Januar 1903 mit 263 Mk. 57 Pfg., zusammen 854 Mk. 57 Pfg. Außer dem Pflichtteil (ein Drittel der Beiträge an den Hauptvorfland in Berlin) zahlte die Frauengruppe Unterstützungen an die deut­schen Schulen in Biala in Galizien, Trebnitz und Capstadt. Nach Tirol, dem eigentlichen Arbeitsfeld der Frauengruppe, wurde im abzelaufenen Jahre eine Unterstützung nicht ge­schickt, da diese bereits am Schlüsse des Jahres 1902 voraus« bezahlt worden war. Die Summe der Ausgaben betrug 394 Mark 57 Pfg., sodaß ein Barbestand von 480 Mk. vorhanden ist. Die Männergruppe vereinnahmte durch Mitgliederbeiträge 258 Mk., an Zinsen und Sonstigem 19 Mk. 85 Pfg., dazu Be­stand am 1. Januar 1903: 414 Mk. 50 Pfg., zusammen 692 Mk. 15 Pfg. An Unterstützungen bezahlte die Männer­gruppe für ihr Pflegekind, eine gewerbliche Fortbildungsschule für Knaben und Mädchen in einer Mittelstadt WesiböhmeuS 150 Mk., nach Berlin und Wiesbaden, dem beseitigen Vor­ort des Landesverbandes Hrssen-Naffau wurden statutengemäß 87 bezw. 60 Mk. gezahlt; sonstige Ausgaben 53 Mk. 22 Pfg., sodaß ein Bestand von 341 Mk. 93 Pfg. bleibt. In der so­genannten Festkasse, in weiche die Ueberschüffe aus dem Wohl- lätigkestsfeste, vomSckulverein" veranstaltet, fließen, war ein Bestand von 579 Mk. 10 Pfg. vorhanden, aus dem z«. Weibuacknen gezahlr wurden: für das hiesige Diakoniffenhaus 100 Mk., für Tirol 150 Mk., für das sogen. WeihnachtS- bäumchen in Tirol, geleitet von Herrn Dr. Pröll-Berlin und bestimmt zu Weihnachtsbescherungkn für Schulkinder in armen deutschen Gemeinden Tirols, 50 Mk., für die erwähnte ge« wcrMüie Fortbildungsschule 50 Mk. und für das vom Laudä»