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Äibtnii und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger.

Amtliches Oq»« für Stadt- und Landkreis Kam«

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Erurückungsgebühr:

üür Stadt- und Landkreis Hanau 10 Psg. die fünf» gespaltene Petitzeile »derberen Raum, für Auswärts Pfg., im Reklamencheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Psg.

Derantwortl. Redakteur: G. Schreck er in Haruut,

Nr. 44.

Ferusprechanschluß Nr. 605.

Montag den 22. Februar

Fernsprechmschluß Nr. 605.

1904

Amtliches.

Landkreis Danau, Bekanntmachungen des Königl. Landratsamtes.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises fordere ich auf, mit allem Eifer auf Beseitigung der Rartpsnnefier in ihren Bezirken hinzuwirken.

Es sind nicht allein die Gemeinde-Obstbaumanlagen zu säubern, sondern es müssen auch die Besitzer der in den Gärten und Fluren stehenden Obstbäume angewiesen werden, daß sie die Säuberung der Obstbäume und Hecken von den Raupennestern vornehmen. Dabei ist denselben bekannt zu geben, daß § 368,2 des Strafgesetzbuches jeden, welcher das gebotene Raupen unterläßt, mit Geldstrafe bis zu 60 Mark oder entsprechender Haft bedroht.

Nicht bloß die leicht erkennbaren weißen Gespinnste der Nestraupe sind mit den Spitzen der Aeste, woran sie kleben, zu entfernen, sondern es sind auch so viel als möglich die steinharten Ringelraupeneier und die Wulste der Schwamm- rentpe aufzusuchen. Letztere finden sich am unteren Teil der Stämme, die Ringe der Ringelraupe aber an jungen Schossen, wo nur ein geübtes Auge sie erkennt.

, Etwaige Unterlassungsfälle sind mir anzuzeigen, damit ich Bestrafungen eintreten lasten kann.

Hanau den 18. Februar 1904.

Der Königliche Landrai.

V 1279 v. Beckerath._____________

^W'^^SLil^ M.

Gefunden: 1 kleine goldene Brosche, 1 Portemonnaie mit einigen Pfennigen und einem defekten goldenen Damen- Ring, 1 Herrenschirm.

Verloren: 1 goldener Kneifer, 1 Portemonnaie mit 2 Mark und einigen Pfennigen Inhalt, 1 Korb mit Kleidungs­stücken, 1 Portemonnaie mit über 36 Mark und 1 Radfabr- karte mit dem Namen Edmund Frohnapfel.

Hanau den 22. Februar 1904.

Bus Stadt und Cand.

Hanau, 22. Februar.

Historische Gedenktage.

22. Februar 1526. Freiwillige Aufhebung des Carmeliter- kwsters zu Cassel (dessen Kirche jetzt die der Altstädter Gemeinde unter dem Namen Brüderkirche ist); das erste Kloster in Hessen, welches infolge der Reformation aus­gehoben wurde.

GeOmMche Sttzrmg der SSndtUerarduetr«-

VersörmmiirW vom 19. Februar 1984.

(Schluß.)

Der Etat der Kaufmännischen Fortbildungsschule schließt ab in Einnahme mit 8600, in Ausgabe mit 13,530 Mk., mithin Bedürfniszuschuß 6730 Mk. Referent Kobu rger beantragt Genehmigung. Stadtv. Dr. H eraeus regt an, ob es nicht an der Zeit sei, die Mädchenabteilung der Kaufmännischen Fortbildungsschule, welche jetzt Herrn Rektor ^kler untersteht, Herrn Direktor Pfeifer zu unterstellen. Es wurden dadurch Kosten erspart und der Stundenplan verein­facht. Redner stellt einen diesbezüglichen Antrag. Stadtv. Dr. Wagner bezeichnet es als eine Kuriosität, daß die beiden Abteilungen der Schule, die doch ein organisches Ganzes ulde, zwei verschiedenen Leitern unterstehe. Er werde für den Antrag Heraeus stimmen. Oberbürgermeister Dr. Gebeschus weist darauf hin, daß der Magistrat früher schon dasselbe beantragte, daß aber die Stadtverord­neten-Versammlung damals anders beschloß. Im übrigen )ei Herr Rektor Jkler zur Leitung der Mädchenabteilung durch seinen persönlichen Einfluß besonders befähigt. Bei einer anderen Einteilung werde es fraglich sein, ob die Mädcken- abteilung lebensfähig bleibe. Stadtv. Hoch spricht für den Antrag Heraeus und wünscht, daß auch den Ladnerinnen der kaufmännische Fortbildungsunterricht zugänglich gemacht werde. Der Antrag Heraeus wird angenommen und hierauf der ganze Etat der kaufmännischen Fortbildungsschule.

Ueber den Etat der gewerblichen Fortbildungs­schule berichtet Stadtv. K r e u t e r. Der Etat schließt ab in Einnahme mit 20210, in Ausgabe mit 41590 Mark, Bedürfniszuschuß hiernach 21380 Mk. Stadtv. Hoch möchte in den Lehrplan den Unterricht über die Arbeiterschutz- stesetze, insbesondere die Rechte und Pflichten, die den Arbeitern

daraus erwachsen, ausgenommen wissen und bitiet, im nächsten Jahresbericht ein Bild hierüber zu geben. Stadtv. Förster erklärt, das was Herr Hoch wünsche, geschehe in der gewerbl. Fortbildungsschule schon lange. Wenn er die letzte Aus­stellung besucht hätte, hätte er sich hiervon überzeugen können. Der Etat wird genehmigt.

Ueber Bildungsanstalten und Verschiedenes berichtet Stadtv. Steinheuer. Der Schulhausbaustock wird wiederum mit 30000 Mk. dotiert. Die Stadtbücher­sammlung erfordert 3080 Mk., das Stadttheater 35 6 5 Mark, der TitelVerschiedenes" 8681 Mk.

Es folgt Titel VIII B. Kleinkinderschule. Kinderkrippe, Verschiedenes, worüber Stadio. Glaser berichtet. Die Kleinkinderschule schließt ab in Einnahme mit 6010 Mark, in Ausgabe mit 12230 Mark, Bedürfniszuschuß 6220 Mark. Die Kinder­krippe schließt ab irr Einnahme mit 3320, in Ausgabe mit 5425 Mk. Auf eine diesbezügliche Anfrage des Stadtv. K r e n t e r wird bemerkt, daß das neue Gebäude der Kinder­krippe am 1. April bezogen wird und vorher eine Besich­tigung durch die Stadtverordneten stattfindet. Auch dem Pu­blikum wird die Anstalt an 1 oder 2 Tagen vor der Eröff­nung zugänglich gemacht sein. Bei TitelVerschiedenes" bringt Stadtv. Hoch verschiedene Beschwerden vor. Die Kost im Landkrankenhause sei durchaus ungenügend und werde darüber fortgesetzt von den Leuten Klage geführt. Es sei dies um so verwunderlicher, als unser Landkrankenbaus eine wirst in jeder Hinsicht musterhaft geleitete Anstalt sei. Die Schuiv könne nur daran liegen, daß die Mittel für die Verpflegung zu gering bemessen seien. Der Herr OberbürgermÄster möge deshalb im Kou.Lviuallanh!üz darauf hikffvirken, daß hierin Abhilfe geschaffen werde. Redner hat dann noch eine Reihe von Beschwerden bezüglich der Einstellung von Not'tandLarbeitern, deren Gesuche um Einstellung ihm zu wenig berücksichtigt werden. Oberbürgermeister Dr. Gebeschus erwidert, die Ein­stellung erfolge nach den Grundsätzen, wie sie früher bei Be­willigung der Mittel für Ausführung von Notstanssarbeiten aufgestellt wurden. Redner erinnert daran, daß vor Jahren die Einrichtung der Notstandsarbeiter geschaffen wurde und man dabei lediglich diejenigen Leute im Äuge gehabt habe, welche wegen geistiger oder körperlicher Gebrechen im Winter absolut keine Arbeit finden können. Die Zweite Kategorie, diejenigen der Arbeitslosen, d. h. solche, die wegen einer wirt- schaftlichLn Kalamität oder durch das Daniederliegen eines ein­zelnen Geschäftszweiges beschäftigungslos geworden sind, sei erst später hinzugekommen und habe man dabei Saisonarbeiter (Weißbinder, Maurer :c.) grundsätzlich von der Annahme aus- geschlosstn, ebenso diejenigen, welche durch Arbeitsverdienst der übrigen Familienmitglieder noch ein Auskommen haben. Werde ein Hinausgehen über diese Grundsätze gewünscht so müsse ein neuer Beschluß gefaßt werden. Nach weiteren unwesentlichen Bemerkungen der Stadtv. Müller und Dr. Wagner wird der Titel genehmigt.

Hierauf wird die Beratung abgebrochen. Die nächsten Plenarsitzungen werden voraussichtlich erst am 10. und 11. März stattfinden und zwar wegen Behinderung des Ober­bürgermeisters und des Vorstehers.

* Herbstübttrrgen. Bei den diesjährigen Herbst­manövern werden auch zwei Kavallerie-Divisionen A und B formiert. Die Kavallerie-Division B besteht aus den Kavallerie- brigaden 13, 21 und 22, sowie der reitenden Abteilung Feld- Art.-Rgts. Nr. 11. Die Uebungen finden auf dem Truppen­übungsplätze Senne statt.

Prüfung. Bei der vorige Woche in Cassel statt« gehabten Prüfung der Justizanwärter bestanden die Herren Gottschlich undGeßler in Hanau und Decker in Bergen das Aktuarexamen.

* Stadttheater. (Gastspiel Bauer.) Ein be­sonders interessanter Theater-Abend steht am Mittwoch bevor. Emile Angier's Schauspiel:H anS F ou rchamb a ul i", eines der bewährtesten Stücke im Spieiplan der meisten Bühnen, gelangt mit Herrn Arthur Bauer vom Schauspielhaus in Frankfurt als Gast erstmalig zur Aufführung. Das Stück erzielte durch seine spannende Handlung und fesselnden Dialog, ganz besonders aber durch seine trefflich gezeichneten Charakiere stets die größten Erfolge. Der hier so sehr beliebte Gast Herr Bauer wird die Hauptrolle desBcruard" spielen, eine Partie, die seinem Können ganz besonders liegt und für seine glän­zendste Leistung im Fache der Charakter-Liebhaber gilt. Auch die anderen, gleichfalls sehr dankbaren Rollen des trefflichen Stückes sind in den besten Händen, sodaß ein äußerst genuß- j reicher Abend von hoher künstlerischer Bedeutung zu erwarten ist. Die Vorstellung findet i m Abonnement statt und zwar als 4. (statt 5.1 im letzten Abonnement >

* Benefiz Knauth. Am Freitag gelangt zum Benefiz für den 1. Charakterdarsteller unseres Stadttheaters, Herrn Knauth, die Novität:Das große Licht" von F. Philippi zur einmaligen Aufführung. Das Stück kam am Berliner Hoftheater unter nicht endenwollendem Beifall des be­geisterten Publikums zur erstmaligen Aufführung und bezeich­net die Presse die Novität als das reifste und gehaltvollste Stück des Dichters. Der meisterhafte technische Aufbau, die effektreiche fortreißende Handlung, die dauernd in Spannung hält, sowie der köstliche, das Werk durchsetzende Humor, der besonders in den Familienszenen zur Geltung kommt, haben diesem Meisterwerk Philippi's einen siegreichen Weg über die deutschen Bühnen gebahnt.

* Kammermusik - Abend der Frankfurter Quartett - Vereinigung. Wir machen unser hiesiges Konzertpublikum auf den heute abend in derCentralhalle" stattfindenden dritten und letzten Kammermusik-Abend der Frankfurter Quartett-Vereinigung aufmerksam. Wie sie aus dem Programm im Inseratenteil ersehen, werden auch diesmal zwischen den vorzüglichen Darbietungen des genannten Quar­tetts Gesänge zum Vortrag kommen, zu welchen die besonnte Konzertsängerin Fräul. Alice Aschaffenburg aus Frank­furt gewonnen ist. Auf die Leistungen der Quartett - Ver­einigung nochmals besonders hinzuweisen, wird wohl kaum nötig sein, da die vier Herren hier auf das beste bekannt sind. Wir möchten nur den einen Wunsch anknöpsen, daß unsere Konzertbesucher das Unternehmen der Frankfurter Quartett-Vereinigung tatkräftig unterstützen, damit uns die wahrhaft künstlerischen und hochinteressanten Konzerte auf die Dauer erhalten bleiben.

* Schisisunfüll. Am verflossenen Samstag passierte einem mit Frucht beladenen, stromabwärts fahrenden Schiffe das Malheur, daß es an der Klein-Auheimer Mainbrücke gegen einen Pfeiler anprallte und in Folge dessen leck wurde. Zum Glück war der Pakettbodenfabrikant Herr Schwab- Groß-Auheim mit seinen Leuten zur Hit-leistung gleich zur Stelle und gelang es den Anstrengungen dieser Leute das mit Gerste schwer beladene Schiff vor dem Untergang zu retten, indem sie es mit großer Mühe an das rechte Ufer neben feie Katharinenhütte brachten.

* Festgerrommsn wurde gestern abend 11 Uhr der Musketier Schömber von der 12. Komp. Jnf.-Rzls. Nr. 81, der sich am 20. ds. ohne Urlaub von seinem Truppenteile entfernt hatte.

* Prämiiert. Bei der ant 21. Februar 1901 in Frankfurt am Main von dem 2t. Bernhardiner-Hunde-Verein und Collie-Klub abeehaltenen Hunde - Ausstellung, unter Zulassung sämtlicher Rasse­hunde, erhielt der Kriminal-Schutzmann B ö h in aus Hanau unter großer Konkurrenz auf seinen deutschen Schäferhund (Tell von Hanau) 2 erste und ehren Ehrenpreis. Dieser Hund stammt aus" der Hrmdr- Züchterei des Herrn Wilhelm Spielmann von Groß-Steruhenn.

Q Langenselbold, 20. Februar. (Hülfskranken- lasse 49.) Zu den Krankenkassen, die nach dem 1. Januar die ministerielle Genehmigung noch nicht wieder erhalten hatten, gehörte auch die hiesige freie Hülfskassr Nr. 49 mit ca. 450 Mitgliedern. Da die Mehrzahl der Mitglieder aus Bauhand- werkem besteht, die meistenteils auswärts beschäftigt find, so entstand aus der Nichtgenehmigung der Kasse für die Archtit« ein großer Nachteil, da dieselben gezwungen waren, noch ein« anderen Kasse beizutreten. Nun ist vor einigen Tagen, wie auch bereits in der letzten Nummer desHan. Anz." bemalt war, die Genehmigung erfolgt und zwar ist die rasche Erle­digung der Angelegenheit unserem Reichstagsabgeardweten, Herrn Dr. L u c a s, zu verdanken, der persönlich bei dem Herrn Minister deshalb vorstellig wurde.

Barometerstand

mittägs 12 Uhr am 20./2.

Veränderlich

Sehr trocken Beständig

Schön

Regen (Wind)

Viel Regen Sturm

22./2.

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