Einzelbild herunterladen
 

Erstes Blatt

Bezugspreis:

vierteljährlich 1,80 Mk, monatlich 60 Psg., für aus- wärtig« Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Krdruät und verlegt in der Buchdruckers beZ verein, eo.

Waisenhauses in Hanau.

Mr. 36. FernsstreHaiischluß Nr. 605*

Amtliches. Handelsregister.

Firma M. Canthal Wwe., Hanau: Dem Markus C a n t h a l in Hanau ist Prokura erteilt.

Hanau den 9. Februar 1904.

Königliches Amtsgericht 5* 2776

Bekanntmachung.

Zwecks Ablösung der ostasiatischen BeWtzungs-Briqade für 4904, werden auch in diesem Jahre wieder freiwillige Mannschaften aus dem Beurlaubtenstand angenommen.

Mannschaften der Reserve und Landwehr I. Äukgebots, von durchaus guter Führung, welche bereit sind, auf einen Anwerbe-Vertraa für Öftren einzugehen, baben stch bei dem zuständigen Bezirk-feldwebel möglichst sofort zu melden.

Verheiratete Mannschaften werden angenommen.

Die Betreffenden haben sich bis zum 30./9. 1906 zum Dienst in Quasten vertraglich zu verpflichten.

Vor Ablaut der übernommenen Dienstzeit können dieselben entlassen werden, sofern ihre Dienste in Ostasien früher ent­behrlich werden.

Neben völlig freiem Unterhalt belaufen sich die Jahres- gebührnisse für die Dauer des Aufenthalts auf chinesischem Boden auf

1386 Mk. für den Unteroffizier,

...... 879 Mk. für den Gefreiten,

843 Mk. für den Gemeinen.

Hanau den 11. Februar 1904.

Königliches Bezirk-kommando. 2799

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in den Ge­markungen Rückingen und Langendiebach belegenen, im Grund­buche von Rückingen Artikel 62 und im Grundbuche von Langendiebach Artikel 820 zur Zeit der Eintragung des Ver- steigerungsoermerkcs auf den Namen des Ackermanns Wilhelm Lottig in Rückingen eingetragenen Grundstücke:

a) Artikel 63 Rückingen

K 91, die Oberhörr, Acker, 5 ar 82 qm,

L 48, der Stengelrasen, 2 28

b) Artikel 820 Langendiebach

Bl. 15 Nr. 35 bei der alten Straße, Acker, 9 ar 60 qm am 11. April 1904, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle versteigert werden.

Der Versteigerungsvermerk ist am 3. Juni 1903 in das Grundbuch eingetragen.

Es ergeht die Aufforderung, Rechte, soweit sie zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes aus dem Grund­buche nicht ersichtlich waren, spätestens im Versteigerungs­termine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten an« zumelden und, wenn der ©laubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Ver­steigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden.

Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstchendeS Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebrmg oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Verstei­gerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt.

L ang en i elb old den 9. Februar 1904.

Königliches Amtsgericht. 2796

Kmhcssischc Gruppe der freien kirchlich- sozialen Konferenz.

Am 3. Februar d. Js. ist in Caffel nach einem im großen Saal des Evangeli'chen Vereinshausts gehaltenen Verträge des Hospredlgers Siöcker, wie schon kürzlich gemeldet, eine Kur- heistiche Gruppe der freien kirchlich-sosialen Konferenz ins Leben gerufen worden. Wie die Innere Mission der Kirche zur Seite stehen will in der Ausübung der D i a k o n i e, des Dienstes an den an Leib oder Seele Notleidenden, so sieht ^e Kirchlich-soziale Konferenz es als ihre Aufgabe an, der Kwche hilfreiche Hand zu leisten bei Lösung der sozialen Auf­gabe, welche dieser gestellt sind. Sie sieht diese Aufgabe in der Durchdringung unserer sozialen Lebensverhältnisse mit dem Geiste christlicher brüderlicher Liebe, und sucht biefe Aufgabe zu losen durch Unterstützung und Förderung aller derjenigen Be-

Geuttal-Auzriger.

Amtüches GrW siir Mt- md fanteis S«»

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Für-tage, mit LellrtrWscher Drilage.

Rrettaa den 12. Februar FernspreHEaß Nr. «05. 1904

' ' ,«Wll»»»«.-!»m»°»k. '^aiMMtWIW^^ f-^' '.jlJUgg

strebungen, welche auf eine Besserung der Lage der wirtschaft­lich Schwachen abzielen, inshkwuder« auch durch Stärkung der christlich nationalen Arbeiterbewegung in Sinussen. Sie wird demgemäß darauf Bedacht nebm-n, die beuchenden evaugrüschen Arbsiierrercine zu fördern, die Gründung neuer Vereine an« zuregen, durch öffentliche Verträge weitere Kreise für die so­ziale Mitarbeit zu gewinnen und in sozialen Ausbiidungv- kursen geeignete Mitarbeiter beranzubild?«, ein christliches Volksbureau und sonstige Wohlfahrtseimichtungen ins Leben zu rufen, der Arbeiterwohnungsftsge ihre Aufmerksamkeit zuzu- wenden und dergleichen mehr.

Die Satzungen der Kurhessischen Gruppe der freien kirchlich-sozialen Konferenz lauten folgendermaßen:

§ 1. Die Kurhessische Grurpe der freien kirchlich-Walen Konferenz arbeitet im Regierungsbezirk Caffel nach Kräften dahin, daß das Evangelium und die evangelöche Kirche die bewegende Macht des Volkslebens bleibe und immermehr werde.

§ 2. Die Gruppe richtet im Anschluß an d^ Kirchlich­soziale Konferenz ihr Augenmerk besonders auf He soziale Auf­gabe, sowie Presse, Kunst und Literatur.

§ 3. In Erfüllung itrer sozialen Aufgabe wird sie sich die Unterstützung und Förderung aller derjenigen Bestre­bungen, welche auf die Bsseitigsng 'ozialer Mißstände ge­richtet sind, ferner die Stärkung der christlich-sozialm Arbeiter­bewegung in Hessen angelegen sein lassen.

3 4. In Erfüllung ihrer literarischen ArffZabe wird sie mit der Tagespresse und der christlichen Presse des Landes Fühlung zu gewmnen und zu erhalten suchen, um hierdurch auf die öffentliche Meinung im christlichen Sänne einzuwirken.

§ 5. Den Gruppenvorstand bilden ein Vorsitzender, ein Schriftführer, ein Kassierer, deren Stellvertreter und mehrere Beisitzer. Der Vorstand wird von der Haupiversammlung der Gruppenmitglieder gewäblt, ergänzt sich durch Zumahl und wird alle 3 Jahr« neugewählt.

§ 6. Der Jahresbeitrag beträgt mindestens 1.50 Mark, wovon je 75 Pfg. an die Konferenz abgeführt werden.

§ 7. Als Organ der Gruppe d-ent neben denKirchlich­sozialen Blättern" derEvangelische Der-insbote".

§ 8. Der Vorstand Veranstalter jährlich eine Hauptver­sammlung, in welcher der Jahres- und Kassenbericht erstattet wird. Die Einladung zu derselben erfolgt in den beiden ge­nannten Blättern.

§ 9. Anträge für die Hauptversammlung sind 14 Tage vorder dem Vorsitzenden einzureichen. Anträge auf Satzungs­änderung bedürfen einer Mehrheit von mindestens Vi der Erschienenen.

§ 10. Bei einer etwaigen Auflösung der Gruppe fällt das vorhandene Vereinsvermögen an die Hauptkasse der Konferenz.

In den Vorstand wurden gewählt die Herren Unter- staatssekretär a. D. Exzellenz Rothe- Caffel als Vorsitzender; Major a. D. v. A r n i m als dessen Stellvertreter; Varrer Dr. Bitte in Friedewald bei Hersftld als Schriftführer und Sekretär; Pfr. D i 1 h m a r - Schmalkalden alS dessen Stellvertreter und Vertreter der Eoangklr'cke« Arbei!erv«eiue des KreiseS Schmalkalsen; Bitchhändler F. 8 o m e t s ch in Caffel als Schatzmeister; Schreinermeister Kochendörffer in Caffel als dessen Stellvertreter. Als Beisitzer: Die Ver­treter der Evangel. Arbeitervereine in Caffel: Pft. Francke; in Fulda: Gnröenweister R o d e m e r; in Hersfeld: ein Ver­treter des dortigen Arbeitervereins; im Dez. Hanau: Pfarrer Stoppel-Feckenheim; weiter die Herren: Professor Steuer, Dr. Kranz, Pfarrer B l a ck e r t und La»des- brandkassen-Sekretär Kreiß in Kassel; Baumeister Sarde- m a n n, Hauptlehrer A ch l e r und Buchtändler Sonnen« schein in Marburg; Pfarrsr K o 4 - Ermschwerd; Lehrer F l e m m i g - Scklüchiern; Pfarrer S ck ü l e r - Heckershauss«.

Hub Stadt und Cand.

Hana«, 12. Februar.

* Der Frei geeichter Kleinbahn-Akt. Ges., welche die Genehmigung zum Bau und Betrieb einer Kleinbahn von Gelnhauien über Somborn nach Langenselbold erhalten hat, wurde das E n 1 c i g n u n g s r e ch t zur Entziehung und zur dauernden Beschränkung des für diese Anlage in Anspruch zu nehmenden Grundeigentums verliehe«.

Der Verein zur Befchäftigunft Arbeit-laser für das Großherzogtum Reffen und die Provinz Hefstn-Rafiau, der seine Jahresversammlung stets im Anschluß' an den Ver­band der Verpflegungsstationen hält, trat gestern nachmittag im Magistratsiaal des Römers in Franks«rt a. M. zu einer Mitgliederversammlung zulammen. Den Vorsitz führte Herr

Für Stadt- und Landkreis Hcmcm 16 Pfg. die fünf- Lkstullteue P-nrzeüe od« beten Staun, für Auswärts 15 W-»

im Rrklamenchcil die Zeit« 25 Pfg, für Auswärts 85 Pfg.

Sx6ttiH»riL R-daüeurr ®. Schrecken in Ha«,

Provinzraldirektar Dr. Breidert aus Gießen. Die im letzten Jahresbericht in Ansstcht gestellte Steigmmg des Bauchs der Arbeiterkolonie Nsn.Mrichstein während deS Jahres 1902f03 ist eingetreten. An StaatSzuschüffen erhielt der Verein: seitens der großherzsa'iÄen Hauptstaatskasse Darmstadt 3000 Mark, von dem Kommun->l!andtag des Regierungsbezirk Lasse! 1500 Mk., von dem Kommunallandtag des Regierungs­bezirks Wiesbaden 1500 Mk. Der Beitrag des Kommunal- DerbandeS Wiesbaden ist nunmehr für das neue Jahr bisher nicht mehr bewilligt worden. Die Kolonie beschäftigte 472 Mann und verpflegte sie an 29 364 Tanen mit einem Kosten­aufwand von 14 450 Mk. Die Verpflegung stellte stch pro Tag und Kopf auf 49 Pfg. Gearbeitet wurde 24 495 Tage. Dir Eirmahmen der Kolonie beliefen stch auf 3182 Mk. Der Voranschlag für die Hauptkaffe b»S Vereins mit 24 746 Mk. wurde genehmigt, «bewo der für die Wirtschaft der Kolonie in Höbe von 52 502 Mk. und für die Kolonie in Höbe von 32000 Mk. Die beiden Geistlich-N sollen einander möglichst gleichgestellt werden in den Giunahmen. Man erklärte sich nach kurzer Debatte damit einrerftanben, wegen Aufnahme von aus der Arafhast und von aus der Nachhaft im Arbeitshaus bedingt Entlassenen in die Arbeiterkolonie einen Versuch für Oberh'sfen zu machen und dieserhalb daS hessische Ministerium anzugehen. Ebenso beschloß man nach kmzer Debatte, Anteil­scheine des FrauenhsstusElisabethenhof" in Eckenheim in Höhe von 10 000 Mk. zu übernehmen, unb nahm einige Statuten­änderungen vor, um die U-bernabme bewerkstelligen zu können. Die an-scheidenden Mitgkreder des Vorstandes wurden wieder- oewählt. Freigemordeue Sitze im Vorstand wurden über­tragen den Herren Laudrat v. Gröning in Gelnhauisn, Bürgerumster Pleiffug in Darmstadt, MagiftratSaffessor Travers in Wiesbaden und Magistratsaffessor Wagner m Hanau.

" Der Verband der Derpffesinngsstattoue« breit gestern vormittag imRömer" zu Frankfurt a. M. feine Dele- giertenützung unter Vorsitz des Herrn Landrats von Keudell aus Eickwege ab. Auch im vergangenen Jrhre wurden, wie dieFrtf. Nackr." berichten, die Verpflegungsstationen sehr viel in Anspruch genommen. Die basischen Derpflegungs- stalionen geigten sich geneigt zum Au'chluß an den hessisches Verband, wir Herr Kreisrat Göttelmann suS Heppenheim b«- richtete. Die Versammlung beschloß sodann, die Delegiertes von Rheiniessen zu beauftragen, sie möchten mit dem pfälzisch« Verband wegen Errichtung freier Stationen verhandeln. Herr Pfarrer MörLum auS Bielefeld verbreitete sich über die ge­plante gesetzliche Regelung des Arbeitsnachweises und regte an, man möge die westfälischen Errichtungen sich zum Muster nehmen. Darauf erklärte Herr Landeshauptmann Freiherr Rredksel zu Ei'enbach, daß dies in Kurhessen bereits im allge­meinen der Fall sei. Er würde gegebenenfalls auch für die An­stellung eines Agenten stimmen, der die Stationen genau zu koutrollkren habe. Die Angelegenheit soll vom VerwaltungS- ausstbuß weiter geprüft und der Delegiertensitzung deS nächsten J<k-reS vorgelegt werden. Herr RegierunaSrat Dr. Seidel aus Wiesbaden beantragte, daß man die Stationen in Uflugen und Würzes weiter bestehen lasse, die eingrhen sollten. Es wird darüber kein Beschluß gefaßt. Die Station in Willmeurod soll aufgehoben werden, so teilte Herr Laudrat Rothemacher aus Westerbrrrg mit. Der Kreis habe kein Interesse baran, ki aber eventuell zn einem kleinen Beitrag für die Station bereit. Der RechnunzSsührer erhielt zmn Schluß Entlastung.

* Der ne»e Frsnkftrrter Pskizeiprästsent. Als NmiftSger des Freiherr« v. Müffling würbe gestern Herr Lsndrst Scherenberg aus Vohwinkel bei Elberfeld zum Polizei- Präsidenten von Franffart ernannt. Der neue Polizei-Prästdent wurde im Jahr 1854 zu Steele im Landkreis Essen geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft war er erst Gerichts« referetibar und dann im Jahr 1884 RegierungSreferendar in Düsseldorf. Im Jahr 1887 kam er nach Potsdam als Re- gicruugsastcssor und wurde 1891 kommissarisch und daS Jahr darauf definitiv Landrat zu Bohwink-l. Die Elberf. Ztg." widmet dem Scheidenden einen warmen Nachruf, in dem am Sch risse betont wird, daß er auch der Presse gegenüber Verständnis und Entgegenkommen an den Tag gelegt habe.

FC. Overkrkeg-Hertcht. Der Musketier W. von der 2. Komp. 166. Jnf.-NegtS. hat vor feinem Dienstantritt vom Speicher des Armenhauses in seinem Heimatsorte Weilmünster der Gemeinde gehörige alte Ofenteile entwendet und für 1.80 Mk. verkauft. Das Kriegsgericht hat ihn von der Anklage des DiebstahlS freigefprochen, da W. hätte annehmen können, eS handle sich um herrenloses Gut. Das OderkriegSgericht »rr- urteilte ihn auf die Berufung des Genchtsherm zu 1 Tage Gefängnis.

* Liederabend. Schon seit einer Reihe von Jahres ist der Gesang-VereinTonblüthe" bemüht, außer seinem zu Beginn der Wintersaison stattfindrnden Stistungsseste«, Freu«-