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Erstes Blatt

Hanauer M Anrelger

Bezugspreis:

vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für. aus- värtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

General-Anzeiger

Geruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev, Waisenhauses in Hanau.

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Nr?30

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Amtliches OkW fit Mt- und Zandkreis KsM

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Eiurücknngsgcbühr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« gespaltene Petitzette oder deren Raum, für AuswÄtA 1h Pfz,, im Reklamentheil die Zelle 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Verantwort?, Redakteur': E. Schrkcktr in H»SM,

Fernsprechanschluß Nr. 605.

Freitag den 5. Februar

Fernsprechanschluß Nr. 605

1904

Amtliches.

Candkreie öanau.

Belamttmachunsien des Königl. Landratsamles.

Die Beschäler des' Königlich Hessen-Rassauischen Land- gestüts in Dillenburg werden am 16. d. Mts. auf Station Wilhelmsbad eintreffen, wovon ich die Pferdezüchter des Kreises in Kenntnis setze. Für die Benutzung der Landbeschäler sind die in den öffentlichen Aushängen der Deckstationen angegebenen Bedingungen maßgebend.

Die Herren Bürgermeister mache ich darauf aufmerksam, daß die Abfohlungscrgebnisse in die Ihnen zugehenden Deck- register recht genau einzutragen und letztere bis spätestens 30. Juni er. an den betreffenden Stationswärler zurück- zusenden sind.

1 Die Züchter sind daran zu erinnern, die fälligen Deck- und Füllengelder ungesäumt an die Stationswärter zu zahlen.

Hanau den 3. Februar 1904.

Der Königliche Landrat.

V 782 v. Beckerath.

Stadtkreis Danau» Bekanntmachungen des Oberbürgermeisieramtes. Steuererhebung.

Wir machen darauf aufmerksam, das; Die Zahlung der Steuern und des Schul­geldes für die Monate Januar März 1904 für diejenigen Steuerpflichtigen, derer» Steuerzettel eine der Nrn. von 6001 ab aufweisen, in der Zeit vom 3. bis 15. Februar 1904 stattzufinden hat.

Im übrigen verweisen wir auf die auf dem Steuerzettel aufgedruckten Be stimrnungen.

Hanau den 4. Februar 1904.

__Stadtkasse.__________2309

Holzversteigerung.

1) Montag den 8. d. Mts., vormittags OVi Uhr, kommen in dem WaldorteAbishecke" zur Versteigerung;

4 Kiefernstämme, Gesamtinhalt 3,05 Festmeter,

36 Eichensiangen, Gesamtinhalt 7,21 Festmeter, zu Wagnerholz geeignet,

106 Meter Buchenscheite,

107 Meter Duchenprügel,

62 Meter Laubstöcke,

58 Meter Nadelholzscherie,

32 Hdt. Buchenwellen,

6 Hdt. Nadelholzwellen.

Zusammenkunft auf der Chaussee am Treppenweg.

2) Dienstag den 9. d. Mis., vormittags 8^/- Uhr, werden ebendaselbst versteigert:

19 Kiefernstämme, Gesamtinhalt 22,13 Festmeter,

5 Eichensiangen, Gesamtinhalt 1,09 Festmeter, 122 Meter-Buchenscheite,

15 Meter Eichenscheite,

14 Meter Buchenprügel und Nadelholzscheite,

22 Meter Laubstücke,

9s/t Hdt. Buchenwellen,

8Vr Hdt. Eichen- und Nadelholzwellen. Zusammenkunft am Pflanzengarten.

Langenselbold den 4. Februar 1904.

Fürstlich Jsenburg-Birstein'sche Rentei.

Weber. 2263

Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 Schlüssel (abzuholen bei der Armen­verwaltung).

Hanau den 5. Februar 1904.

Hus Stadt und Cand,

Hanau, 5. Februar.

Das slwtischc Eleltrizitiitswcrk wird, wenn sich die Annahmen des Herrn Oberbürgermeisters rn seinem Bericht über den Stand der städtischen Angelegen« heilen als richtig erweisen, im laufenden Jahre zum ersten

Male mit dem im Haushaltungsplan vorgesehenen Betrag ab­schließen, d. h. es wird einen Zuschuß aus der Stadtkasse zu den Zinsen und Abzahlungen nicht erfordern. Er ist dies sowohl im Hinblick auf den Stadtsäckel, als auch hauptsächlich um deswillen als sehr erfreulich zu begrüßen, weil sich dadurch zeigt, daß die werktätigen Kreise unserer Stadt sich allmählich entschließen, die in ihrem Interesse errichtete, gemeinnützige Anlage sich zu Nutze zu machen.

Von allen Einrichtungen, welche die städtischen Behörden im Laufe der Zeit zum Besten des Gemeinwohles geschaffen, ist keine mehr geeignet, eine direkte Förderung des Wohlstandes der minder leistungsfähigen Kreise der Bevölkerung herbei- zusühren, wie gerade das Elektrizitätswerk.

Wir leben im Zeitalter der Erfindungen, jeder Tag bringt auf diesem Gebiete etwas Neues. Ganz besonders hat es der menschliche Geist darauf abgesehen, immer neue Arbeitskraft auf maschinellem Wege zu beschaffen, um dem Mangel an mensch­lichen Kräften abzuhelfen und Verbilligungen der Herstellungs­Weise bei den Fabrikaten herbeizuführen.

Es ist gelungen, in fast allen Industriezweigen die mensch­liche Tätigkeit durch mechanische mehr oder weniger zu ersetzen und es gibt nur noch ganz vereinzelte Produktionsgebiete, welche ohne maschinelle Einrichtungen konkurrenzfähig sind.

Die elektrische Energie ist die einzige zum Maschinenbetrieb geeignete Kraft, welche sich ohne Inanspruchnahme großer Räume und kostspieliger Anlagen in den kleinsten Werkstätten verwerten läßt. Ohne jede Übertragung durch Transmissionen wirkt sie direkt aus die Maschine. Ihre Ausnutzung ist die denkbar sparsamste; mit dem Aufhören der Maschinentätigkeit ist auch ihr Verbrauch zu Ende.

Durch die große Teilbarkeit des elektrischen Stromes sst es sogar möglich, selbst die kleinsten Arbeitsmaschinen durch einen Elektromotor zu treiben.

Vermöge dieser Eigenschaften ist sie wie keine andere Kraft­quelle befähigt, die Vorteile des maschinellen Betriebes auch denjenigen Kreisen zu ermöglichen, welche durch weniger günstige pekuniäre Verhältnisse nicht in der Lage sind, große Auf­wendungen hierzu machen zu können. Sie gibt diesen Kreisen dadurch die Möglichkeit, konkurrenzfähig zu bleiben den Groß­betrieben gegenüber, denen sie sonst unterliegen müssen, und bildet ein wirksames Bollwerk zum Schutze der Kleinbetriebe.

Die Errichtung von Elektri-itälswerken zur Beschaffung billiger Maschinenkraft für Kleinbetriebe hat sich überall als segensreich erwiesen. In Pforzheim mußte schon kurze Zeit nach Erbauung des Werkes zu einer Erweiterung desselben geschritten werden; die blühende, hauptsächlich in Händen von Kleinmeistern liegende Berliner Möbel-Industrie bedient sich hauptsächlich der elektrischen Energie, und letztere bildet ein wesentliches Element für deren Leistungsfähigkeit.

Es kann deshalb nicht eingehend genug denjenigen Kreisen unserer Handwerker, deren Betrieb die Benutzung unseres Elektrizitätswerks gestattet, angeraten werden, sich der ihnen gebotenen Vorteile zu bedienen. Mehr als durch 'jedes andere Mittel wird ihnen dadurch die Gelegenheit geboten, vorwärts zu kommen bei ihrer Erwerbstätigkeit.

Eine ganz stattliche Reihe hiesiger kleinerer und größerer Geschäftsbetriebe hat sich denn auch schon in richtiger Erkennt­nis des ihnen daraus entstehenden Vorteils die elektrische Energie zu nutze gemacht und waren nach dem uns vor­liegenden Berichte der Elektrizitätswerks-Direktion vom 1. April v. Js. bereits^ 490 Elektromotoren verschiedenster Größe von 1/10 bis zu 25 Pferdestärken mit insgesamt 493 Pferdestärken in Benutzung, während nach unseren Erkundigungen seit diesem Zeitpunkt noch weitere 17 Motoren mit 38 Pferdestärken hin­zugekommen sind, bis heute also die Zahl der Motoren auf 207 und die der von diesen geleisteten Pferdekräfte auf 531 angewachsen ist. Es dürfte hierin ein Beweis unserer Ausführung über die Vorteile und Annehmlichkeiten, welche die Verwendung von Elektromotoren in Gewerbebetrieben bietet, liegen, der noch weiter durch einen Vergleich zwischen der Anzahl der vorhandenen Elektromotoren mit jener der Gas­motoren bekräftigt wird; beträgt doch nach demselben Berichte die Zahl der in der Stadt aufgestellten Gaskraftmaschinen nur 98 und repräsentieren diese eine Gejamikraft von 495 Vi Pfer­destärken. Es dürfte hierbei noch besonders zu berücksichtigen sein, daß unser Gaswerk bereits auf ein 55jähriges Bestehen zurückblicken kann, während das Elektrizitätswerk erst vor 5 Jahren eröffnet wurde.

Ein Besuch verschiedener hiesiger Betriebe, speziell der Br- jouleriefabrikalion, hat uns nun neuerdings bestäligt, wie ge­rade in diesem Hauptzweige der Hanauer Industrie der Elek- rromotor vorteilhafteste, zweckmäßigste und zugleich billigste Anwendung finden kann und wurde uns dies auch von den betreffenden Herren Fabrikanten vollauf bestätigt, die heute gerade diesen kleinmaschinellen Betrieb in ihrer Fabrik nicht mehr missen möchicn. Um so befremdender sind daher gegen­

teilige Ansichten, die man wohl infolge Unkenntnis der Tat» suchen da und dort zu hören bekommt.

So meinte kürzlich jemand, es liege für ihn kein Vorteil darin, ob seine Polierscheiben durch Fußbetrieb oder einen Elektromotor in Bewegung gesetzt würden; es koste ihn letzteres höchstens noch mehr. Es dürfte dies wohl ein ganz falscher Standpunkt sein, der vollständig außer Acht läßt, daß ein Arbeiter, der gleichzeitig seine Maschine mit dem Fuße an­treiben und das Arbeitsstück mit den Händen bearbeiten, also seine Sinne und Kräfte nach zwei Seiten hin in Anspruch nehmen muß, auf alle Fälle rascher ermüdet und dadurch weniger leistungsfähig ist, als wenn er seine ganze Aufmerk­samkeit allein nur auf den von ihm zu bearbeitenden Gegen­stand unter weniger beschwerlichen Umständen richten kann.

Waren die letzten Jahre leider von der Ungunst der geschäftlichen Verhältnisse beherrscht, so gehen wir jetzt erfreu­licherweise sichtbar wieder besseren Zeiten entgegen, die auch ein erneutes Aufblühen unserer Industrien bringen werden, und dieser Moment dürfte wohl für alle Gewerbebetriebe der geeignetste sein, zur Erhöhung ihrer Leistungsfähigkeit sich die modernsten Errungenschaften der Technik, speziell aber der Elektrotechnik, zu nutzen zu machen.

Die Direktion unserer technischen Betriebe wird wohl die richtigste Stelle sein, an welcher die Handwerks- und Gewerbe­meister und sonstigen Interessenten sich eingehenden Rat und Aufklärung wegen Einrichtung eines maschinellen Betriebes er­holen können und wird dieselbe jedenfalls hierzu auch gerne bereit sein.

Endlich aber dürste das Entgegenkommen der Stadt, welche durch das Elektrizitätswerk Elektromotoren auch gegen Ab­zahlung liefert, nicht unwesentlich dazu beitragen, die Be­schaffung maschinellrr Anlagen den hiesigen Geschäftsinhabern möglichst zu erleichtern.

* Sekretär-Prüfung. Der Ober-Telegraphenassistent und Leitungsrevisor B o t t von hier unterzog sich in Cassel der Sekretärprüfung, die er gestern, nach hierher gelaugten Mitteilungen, bestand.

* Für Militärpflichtige. Diejenigen, welche wünschen, daß ihre militärpflichtigen Söhne zurückgestellt oder vom Mili- lärdienst befreit werden sollen, können Reklamationen beim städt. Meldeamt im Stadtschloß, 1 Treppe hoch, vorm. von 1012^2 und nachm. von 35 Uhr, bis zum 15. d. Mts. anbringen.

Ironie Ves Schicksals. In Fechenheim ist das den Sozialdemokraten gehörende GrundstückArbeiterheim" für die Summe von 61000 Mk. von der chemischen Fabrik Egssella &JSo. erworben worden. Die Angelegenheit wirbelt dort viel Staub auf, hat auch dem Vernehmeu nach bereits zu einer Krise im dortigen sozialdemokratischen Wahlverein geführt. Der Vorstand des Arbeiterheims wird, wie das sozialdemokra- tische Organ mitteilt, in aller Kürze die Wahrheit überEnt­stehung und Vernichtung des Arbeilerheim" in geeigneter Weise der breiten Oeffentlichkeit übergeben. Man kann hierauf ge­spannt sein.

* Stadttheater. Am Sonntag nachmittag geht die erfolgreiche Lustspiel-NovitätDer Hoch touri st" bei halben Preisen in Szene. Abends wirdAlt-Heidelberg" noch­mals zur Aufführung gelangen. Der Vorverkauf für beide Vorstellungen findet am Samstag nachmittag von 4 bis 5 Uhr statt.

* Benefiz Fink. Wir verweisen nochmals aiif das heute abend stattfindende Benefiz des Herrn Regisseur« F i n k. Hierbei können wir nicht unterlassen, auch auf die Darstellerin der Titelrolle, Fräulein H e i d e n f e l 8, hinzuweifen. Diese junge, hochtalentierte Künstlerin wird mit der Darstellung der Madame Sans Gßne" eine ^interessante Leistung liefern und nebenbei eine Toileitenpracht entwickeln, wie solche hier am Theater noch nicht gesehen wurde. Wie schon er­wähnt, wird eine Wiederholung des Lustspiels in dieser Saison nicht mehr stattfinden. Wer also einen sehr interessanten künst­lerischen Theaterabend verleben will, beeilt sich mit feinein Besuche. .

Bei den Veteranen. Wie überall im deutschen Reiche und im Auslande, wo Deutsche weilen, Je rüstete man sich auch im Veteranen-Verein zur würdigen Feier deS burtsfestes Sr. Maj. Kaiser Wilhelms IL Die Komenwk!- nebst Familien und Freunden fanden sich am Sonntag wn 31. Januar im Sack derHarmonie" zur K-isergebmtst-gL- frier zusammen, woselbst Kamerad Mosler durch einen Prolog die Feier einleitete. Nach der Stellung eines lebenden Bildes,Erinnerung aus 1870/71", hielt der Vorsitzende, Kamerad Valentin Paul, die ^eftrese, die mit einem freudig aufgenommenen Hoch auf Se. Majestät ausklang, sodann wurde stehend die Nationalhymne gesungen. Abwechselnd mit Couplets, komischen Verträgen und der Aufführung einer klemm Posse: