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4, Februar

hier in einem kleinen Zimmer mit zwei Betten; außer uns beherbergt das Haus noch acht Familien, die gleich uns das nackte Leben gerettet baben! Hanna, die ganz gebrochen ist, soll moren, wenn Schielderup mit seiner Frau abiegelt, eben­falls nach Molde zu meinen Eltern fahren. Ich bin, wie Ar wißt, Stadtverordneter, es ist meine Pflicht, hier auszu- harren, wenngleich ich ja vorläufig in eigenen Angelegenheiten hier nichts mehr zu tun habe, denn ich würde nichts mehr finden. Ich benutzte eine Nachtstunde, um Euch über unser Schicksal nicht im ungewissen zu lassen. ^Wie soll ich Euch nur die schreckliche Nacht schildern? Am Freilag feierten wir den Geburtstag unserer kleinen Borgny, Borgen und seine Hausfrau waren um 12 Uhr nachts zuletzt von uns gegangen.

Bald schliefen wir fest.

Es mochte etwa 3 Ubr sein, als vorn im Zimmer ein Fenster klirrte und ein großer Stein dort niederfiel. Ich er­wachte davon und rannte schlaftrunken nach vorn. Unten stand Borgen und schrie durch den Straßenlärm hinauf (Byen bränder; skynd eder, skynd ederl)Die Stadt brennt, eilt, eilt!" Er haue wohl gewußt, daß wir schon fest schlafen würden. Ihm verdanken wir vielleicht unsere Rettung. Im selben Augenbl ck prasselten mir schon die Flammen vom Nebenhanse ins Käficht, und der blutrote Himmel brächte mir mit eine n Male un'ere furchtbare Lage zum Bewußt­sein. Hanna war auch aufgesprungen, aber vor Schreck um« gesunken. Ihr wißt ja, wie sie zur Schwäche neigt. Ich holte die Kinder aus den Betten und zog sie notdürftig an, riß meine Fron vom Boden und zog sie mit mir auf die Straße. Während sie dort warteten und schreiende Menschenhaufen vorüber rannten, suchte ich unten in mein Kontor zu kommen, um meine Wertpapiere und einige wichtige Akien zu retten. Aber die Wand vom Nebenoause war schon durchgebrannt und die hellen Flammen schlugen mir entgegen. Ich konnte nicht mehr zu meinen Sachen kommen, die schon halb verbrannt waren. Ich eilte Hanna und den Kindern nach. Jetzt erst sah ich das Entsetzliche: die ganze Stadt brannte. Weinend und ganz verzagt rannten Frauen in Nachtkleidern und Männer in Unterkleidern, Kinder auf den Armen, an uns vorbei. Fast ohne Besinnung liefen wir mit; alles wollte nach dem Wass-c und an den Hafen. In unserer Aufregung fühlten wir die Kaste und den Sturm gar nicht, der von Asveoaag zu uns herüberblies. Links und rechts standen die Dächer uns Ober­geschosse in Flammen. Große brennende Holzstücke fielen an den Seiten der Häuser hernieder, und die Frauen wiche« ihnen schreiend aus, weil sie fürchteten, ihre Kinder würden Feuer fangen. Mein Lebe« lang werde ich diesen Ging nicht ver­gessen. Wo wir hinsahen, alles im Feuer! Und am Himmel wurden große Funken durch die Luft geschleudert wie SchW- raketen. Grossierer K. war nach Söholt gesegelt und hatte am Tage die Kinder eingeschlossen. Er war Wuwer. J-tzt schrieen sie im zweiten Stockwerk zum Fenster heraus. Ueber ihnen brannte das Dach. Zum Glück begegnete mir Schiffer Larsen, dem ich einen Prozeß gewonnen hatte, und der mir deshalb Hilfe anbot. Wir rannten die Tür des Hauses ein, und konnten die Mädchen noch gerade herunterbringen, ehe sie vom Feuer ergriffen wurden. Die Leute waren ganz kopflos geworden, und Todesangst stand anf jedem Gesicht. Auf der Straße kroch Persens großer Bern­hardiner mit halbverbrannten Beinen und brennenden Haaren. Den hatte Frau Martha so gern gehabt. Ich machte ihm aus Mitleid den Garaus. Diele wollten noch Möbel aus den Häusern schaffen; aber die meisten mußten sie stehen lassen, weil das Feuer sie überholte. Aus den kleinen Straßen, die nach dem Wasser führten, schlug uns dichter Qualm entgegen, dazwischen wanden sich die armen Familien, die dort wohnten, und die wohl nichts mehr als ihr Leben zu retten hatten. Es ist fa- ein Wunder, daß sie in den engen Löchern nicht er­stickt find. Wir kamen mit Larsen an die Brücke, die hinüber nach Jnd om fundet (Nervö) führt; aber auch diese brannte schon, und wir konnten den Dampfer nicht mehr erreichen, auf dem viele abfahren wollten. Ich gab Larsen die Kinder und suchte mit Hanna vom Bollwerk ins Boot, das Larsen gehörte, hinunterzuklettern. Wir konnten es mit gegenseitiger Hilfe alle erreichen und es auch noch rechtzeitig losmachen. Wir ruderten um Nervö herum nach dem Söholtweg. Denn nur ein Bestreben hatten wir: aus der Stadt zu kommen. Die Kinder zitterten und sprachen nicht ein Wort. Hanna hatte ihre Kraft roiebergefunben und hüllte sie, so out es eben ging, in Segeltuch aus dem Boote ein. Dom Markt her hörten wir Schreien und Klagen. Die Fuhrleute (Bognmändl) hatten ihre Pferde zusammengetrieben und hatten Mühe, die Leute von ihren Wagen abzuwehren; da wollte jeder aufs Land hinaus. Anch die Feuerwehr war dort ver ammelt; sie hatte sich vergeblich bemüht und konnte, da die Wasserleitung ver­sagte, nichts retten. Der Sturm war so stark, daß wir an die Klippen nicht herankonnten; die Brandung warf uns immer wieder zurück, und wir drohten zu kentern. Aber wir waren doch schon näher am Ufer. Larsen stieg aus und ging auf den schlüpfrigen Tang. Er zog das Boot neben sich her und endlich fanden wir eine Stelle zum Aussteigen. Nun hatten mirs auch nicht weit zur Straße. Wir sahen noch die Kirche und die große Volksschule auf Aspö brennen, und im Hafen hatten schon die Mastbäume Feuer gefangen. 25 Schiffe find verbrannt. Viele Schiffer waren draußen ge­wesen und wohl 200 Schiffe sind dadurch erhalten worden. Manche hatten Löcher in den Boden geschlagen und sie in den Hafen versenkt, um sie später wieder zu heben. Auf der Landstraße fuhr eine Menge Stolkjärren und größere Wagen. Alle waren mit jammernden Frauen und Kindern beladen und fuhren nach der Borgundkirke, wo der Präst große Räume zur Verfügung hat. Die Landhäuser waren schon überfMt: die waren ja alle verschont geblieben. Die ganze Straße nach Sökolt war hell. Und der Siorfjord und Hjörundfjord, die flatterten wie ein flammendes rotes Meer. ES sind doch nahezu 13000 Menschen, die daS Feuer hinauSgeirieben hatte, und die nun bei Fjelvbauern oder bei Verwandten in den Fjorden ein Unterkommen suchen mußten. Der Qualm von bett verbrannten Packdänsern und Stockfischen stinkt bis nach Krivasbon hinaus. M habe mich schon in mein Schicksal

Don«erSiäg

-----------.^TOHi.nm«^,!.^^-^....^»..»«^ , - - - ...... ...-^TTirrt ergeben. Mein Haus war versichert, aber mein Geld ist ge­wiß in der Kredilbaak miwerbraunt, und daS waren 40000 Kronen in Wertpapieren. Meine Belege dMr sind mitoer* brannt; daS werde ich auch nicht wiedererhalten. Die Eltern in Molde werden uns zunächst erhalten müssen. Als unS her Dorgmester das Telegramm vorlas, brachten wir mitten im Unglück ein neunfaches norwegischesHurra, Kejseren skallevel" für ihn aus. Wir empfinden olle die tiefste Dankbarkeit für ihn. Seid glücklich, daß Euere Städte von Stein sind und daß Euere Städte einander näher liegen. Ich werde hier bleiben und mich aufs neue ansiedeln. Man muß den Mut nicht verlieren. Vielleicht kann ich mir das Verlorene im Laufe der Zeit wieder verdienen. Nun schreibt wieder und aergeßt in Eurem Glück nicht Eure traurigen Er. P."

Hus aller (Zielt.

Der letzte Gruß. Der Agent MareSaux in Jtzehoe erhielt dieser Tage von seinem Vetter Rudi Weiß eine Post­karte, die am 31. Dezember aus Swakopmund abgesandt wor­den war und folgenden Wortlaut hatte:Bin glücklich in Swakovmund angekommen, morgen früh 7 Uhr geht es weiter nach Windhuk. Der Krieg ist hier in vollem Gange, sogar die Reserven werden einaezoge«. Die Fahrt nach Windhuk dauert jetzt vier Tage, sonst nur zwei, da hier ein Eisenbahn­unglück passiert ist. Euer Rudi." Kurz vor Eintreffen dieser Karte hatten die Angehörigen des jungen Mannes er ist der jüngste Sohn des kaiserlichen Werft-Oberinspektors R. Weiß in Gaarden-Kiel die telegraphi'che Nachricht er­halten, daß der hoffnungsvolle Jüngling am 15. Januar in einem Gefecht gegen die Hereros bei derFarm Hoffnung" den Heldentod gefunden habe. Rudi Weiß war erst gegen Ende vorigen Jahres als Rekrut freiwillig bei der Schutz« eingetreten.

Krieg im Friede«. Am 27. v. M. befanden sich mehrere Musiker vom Infanterieregiment No. 150 im Wirts« hause Hobenzollern zu Deuthen bei Allenstein. Gegen 9 Uhr abends stürzten mehrere Soldaten sowohl vom Regunent 150

Das UnterseebootProtektor" der amerikanische»» Kriegs Marine auf der Fahrt und auf dem Meeresgrunde.

Als Jules Verne seine be­kannte GeschichteZwanzigtau- send Meilen unter dem Meere" schrieb, ahnte wohl niemand, daß eine Zeit kommen könnte, in der sich der Traum des Phantasten wenigstens teilweise erfüllen würde und daß wir unserer Zeit ein Schiff verdanken wür­den, das fast einer Kopie des berühmtenNautilus" gleicht. Viel zu schön, um wahr zu sein", har wohl mancher gedachl, wenn er die Geschichte des Kapitäns Remo und seines wundervollen Fahrzeuges las. DerNautilus" galt als die phantastische Schöpfung des er­findungsreichen Franzosen. Er war das ideale submarine Boot, wie jeder Leser des Romans weiß, er schwamm wie ein Schwan oder sank in die Tiefe wie ein Bleistück nach Belieben des Kapitäns. Aus Rädern lief er den Meeresboden entlang mit gleicher Geschwindigkeit wie im Wasser oder auf dessen Ober­fläche. Gigantische Suchlichter erhellten die dunkle Tiefe und enthüllten deren wunberbares tierisches und Pflanzen-Leben. Und wenn den Passagieren die Lust auwandelte, hüllten sie sich in die Gewandung eines Tauchers unb spazierten auf dem Grunde herum.Unmöglich", solche Dirlge widersprechen allen physi­kalischen Gesetzen", riefen die

Kritiker. Aber wie nahe die Praxis der Idee gekommen, wurde kürzlich bei Versuchen mit dem neuesten unterseeischen TorpedobootProtektor" der amerikanischen Marine erwiesen. In der Nähe der Küste von Newport, R. I., gelangen bem Protektor" wenigstens teilweise alle Wunder desNautilus". Mit drei Mann an Bord sank das Fahrzeug dreißig Fuß in die Tiefe und begann dann auf und ab, vorwärts und rückwärts sich zu bewegen, bis es schließlich auf Rädern den Meeresboden absuchte, um nach der erhaltenen Ordre ein Kabel ausftndig zu machen, das als abgeschnilten markiert werden sollte. Es dauerte nicht lange, so war es entdeckt und in die Abteilung für komprimierte Lust gebracht, deren Türe weit offen stand. Im Innern stand die kleine Be­satzung in Tancheranzügen, sie befestigten nach dem Aufträge einen kleinen Gummffchlauch mit einer Glühlampe an dem Kabel und die Aufgabe war gelöst.

Die Mannschaft bereitete dann in aller Ruhe ihre Mahl­zeit, rauchte nach dem Effen ihre Zigarren, und vier Stun­den nach dem Untertauchen kam derProtektor" bei Jamrs- towu wieder an die Oberfläcke.

Zufolge seiner charakteristischen Vorzüge und der voll- brauten Kunststücke gilt derProtektor" für viel gefährlicher als das größte Panzerschiff. In einer Tiefe von 150 Fuß kann er meilenweit unter dem Wasser fahren und ungesehen Kabel durchschneiden, Minen entfernen, die Lage der feindlichen Schiffe bestimmen und Torpedos gegen sie loslaffeu.

Für den Kriegsdienst trägt derProtektor" eine Besatzung von sechs Mann. Seine Maschinen entwickeln 125 Pferde- I

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als vom Regiment Nr. 151 herein und baten um Hilfe, da sie von Zivilpersonen von einem Geböst aus beschosten worden seien. Die Soldaten verließen hierauf das Lokal, um die georderte Unterstützung zu gewähren, und gingen auf das Gehöft los. AIs sie sich ibm näherte«, fiel ein Schuß, der den Musketier Lüdke der 5. Kompagnie an beiden Beinen verletzte. Auch andere bei dem Vorfall an­wesende Mannschaften wurden durch Schläge mit Zaunlatten verletzt, haben jedoch nur leichte Quetschungen davongetrage«. Es ist nicht gelungen, die Täter sestzustellen. Gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet.

Sie kriegen schon noch eine! Ein Arbeiter zu Ilmenau halte einem Techniker fünf Zähne eingeschlagen und erhielt dafür sechs Monate Gefängnis; außerdem muß er dem Techniker 1200 Mark Buße zahlen. D'e Bedenken des Tech­nikers, daß er nun schlechtere Aussichten auf Verheiratung habe, zerstreute der Vorsitzende der Strafkammer mit den Worten:Sie kriegen schon no6 eine!"

In Brand gerieten vorgestern auf der ZecheWilhel- mine" bei Essen a. Ruhr mehrere Waggons mit Kohlen. ES bedurfte großer Anstrengungen, um deS FenerS Herr zu »erden.. Bei einem Waldbrande, der vor drei Tagen infolge Brand­stiftung in den Wäldern des GroßBec-kweker Comitates aus- brach, ist dieS überhaupt noch nicht gelungen. Der Schaden ist enorm. Zum so und so vielten Male kam vorgestern in einem Wagen der Pariser Untergrundbahn Feuer aus. Der Zugführer wollte die Flammen ersticken, verbrannte sich aber dabei an der Hand und am Arm. Zwei Damen, die hinaus- spranzen, erlitten leichte Verletzungen. In Dijon wurde die groß« Weberei Fabry und Henrion ein Raub der Flammen. Der Schaden beträgt etwa 150 000 Frcs. Mehr als der zehnfache Wert ging bei dem Brande des ehemaligen Jesuiten- Kollegs zu Bord-aux verloren, der dasselbe gestern schwer heimsuchte. Zum Glück ereignete sich das Unglück zu einer Zeit, in der von den 500 Schülern keiner im Hause war, so daß Menschen nicht zu Schaden gekommen sind.

Än Sehi/fswunder. - o........

fräste und sind imstande, ihn stundenlang unter Waffer reifen zu lassen. Auf Deck befindet sich ein kleiner Turm, der allein; vervirragt, wenn das Fahrzeug sich auf der Oberfläche be-. findet. Von diesem aus können die besten Beobachtungen an« gestellt werden, allein das Boot wagt stch niemals weiter an eine feindliche Flotte, als bis auf eine Entfernung von 20 Meilen, um nicht gesehen zu werden. Das Untertauchen ge­schieht durch Eindringen des WafferS bei Oeffnung von zwei verschließbaren Klappen an der Seite.

Ist das Boot unter der Wasserfläche verschwunden, s» ist, nur ein ein einziger Mast sichtbar, der ein sogenanntes Lug- auS besitzt. Dasselbe besteht auS einer gewöhnlichen Camera obscura mit einem Arrangement von Linsen und Spiegeln, wobei die ganze Oberfläche des Meeres auf eine Platte von geschliffenem GlaS reflektiert wird. Der Apparat führt den NamenOmniskop" und gestattet, die Annäherunz von schrffen- auS großer Entfernung wahrzunehmen. i®

DerProtektor" ist eine Erfindung von Herrn Wimon Lake von der Lake Submarine Co. von Bridgeoort. und verbindet zahlreiche Vorzüge der Systeme anderer sceboie mit den ihm allein eigenen Verbesserungen.

' Der interessanteste Teil des Schiffsräume» ist stcherüch d e Taucherabieiluna, weil sie die Möglichkeit bietet, daß schaff sich ins Wasser begeben kann, ohne dag die FUUM W daS Innere des Schiffes einbringttn .. _

Diese Abteilung ist durch eine luft- und wasierdcchte Türe von den übrigen Räumen getrennt und vermag einen Druck von 75 Pfund pro Qaadratzoll auSzuhalten.