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Donner-rag
Fevruar
mit Zustimmung des BezirksausschuffeS, also schon lange vor Er!a>? des preuüiftben Ausftibrungsqcsetzes. ^n Nassau bestehe die Hansslblachtungsiescba« stört sei 1803. Es liege kein Grund vor zu einer Aenderung. Die hohen Gebühren seien eine Kalamität, aber es sei besser, zunächst mit den Kosten zu hoch zu greifen, eine Ermäßigung nehme dann jeder gern, während eine spätere Erhöhung auf Schwierigkeiten stoße. Mit der Trichinenschau seien große Erfolg« erzielt werben. Man könne n^t auf halbem Wege jetzt neben bleiben. ES sei unmöglich, Teile des Landes von der Beschau auszunebmen. Die Landwirtschaftskammern zu befragen, lehne er ab. Dieselben treten jährlich einmal zusammen und kennen die Verhältnisse der einzelnen Bezirke nicht so genau, wie es nötig wäre. Redner betont, daß die Mehrheit der verbündeten Regierungen gegen eine allgemeine staatliche Viebversicherung sei. Sie warne davor, an dem Fleischbeschaugesetz schon jetzt nach kaum einem Jahr zu rütteln.
— Ibg. v. H eyd ebr a nd (kons.) erklärt, die Konservativen werden für den Antraa Herold und für den auf Herabsetzung der Gebühren gerichteten Teil des Antrages Gamp stimmen. — Abq. Goldschmidt (frs. Vp.) tritt für allgemeine Trichinenschau, aber Befestigung der Unbequemlichkeiten ein und erklärt, die freisinnige Volksvartei werbe nur für Herabsetzung der Gebühren und Verkleinerung der Bezirke stimmen. — Abg. Herold (Ztr.) erklärt, nach dem Reichs- gesetz sei für die Hausschlachtungen eine Ausnahme statuiert, daher entspreche die bestehende Regelung nicht dem Reichsgesetz.
- ^8. Bartling (natl.) führt aus, daß in Nassau die Verhältnisse besonders schlimm lägen, da dort 10—11 Orte zu einem Beschaubezirke gehören, wodurch die Kosten sehr verteuert würden. Hierauf wird die Debatte geschloffen. Der Antrag Herold, sowie der Teil des Antrages Gamp, der sich auf die staatliche Viehversicherung bezieht, werden angenommen. Nach kurzer Debatte werben dann die Einnahmen bewilligt. — Bei den dauernden Ausgaben liegt ein Antrag Herold auf Abänderung des Jagdpolizeigesetzes vom 7. März 1850 vor. — Abg. Graf Kanitz (kons.) schildert die Lage der Landwirtschaft, für die trotz der Versprechen bisher nichts geschehe« sei. Die Zukunft der Landwirtschaft sei mehr denn je abhängig von der künftigen Gestaltung unserer handelspolitischen Verhältnisse. Redner bespricht eingehend das Entstehen des Zolltarifes. Er bedauert die unbefriedigende Antwort vom Lundesratsti ch bezüglich der Kündigung der Handelsverträge. Die Abschlüsse der, Dertragsoerbandlungen seien noch gar nicht abzu'ehen. Die Brüsseler Konvention habe die Landwirtschaft geschädigt. Die Regierung müsse baldigst die handelspolitische Lage klären. Die Landwirtschaft könne nicht mehr länger warten. — Abg. Graf Praschma (Ztr.) vertritt den gleichen Standpunkt und weist die schlechte Lage der Landwirtschaft in den verschiedenen Zweigen nach. Redner betont die Notwendigkeit einer Kündigung derHandelsverträgennddeSbaldigenJnkrafttretensdes Zolltarifes.
Politilcbe Rundschau.
Die Budgetkommission des Reichstages setzte die Beratung über die Gehaltserhöhung der Oberstleutnants fort. Im Laufe der Debatte führte der Kriegsminister von Einem bezüglich des Mangels an Offiziersnachwuchs aus, es sei schwer, die EiaiS voll zu halten. Der Mangel an Nachwuchs beeinflußt tatsächlich die Schlagfertigkeit des Heeres. Die Beseitigung des Luxus wünsche die Armee selbst. Er weise auf die diesbezüglichen Bemühungen des Kaisers hin. Die Nniformönderungen seien nicht zum Vergnügen eingeführt worden. Die Achselstücke auf den Paletots der Offiziere seien prakti'ch. Ihm sei nichts bekannt davon, daß weitere große Uniformänderunqen beabüchtigt seien. Der Etat enthalte ja auch keine bezügliche Forderung. Gegenüber Groeber (Ztr.), der bemerkt hatte, man könne nicht missen, was in der Quin- quennatsvorlage kommen werde, ob z. B. die zweijährige Dienstzeit in derselben werde festgelegt werden, erklärte der Kriegsminister, er seinerseiis halte es für selbstverständlich, daß bie Regierung die Festlegung der zweijährigen Dienstzeit in dem Quinquennatszesetze bringen müsse. Westerberatung heute.
Uebrigens, ich hatte doch geglaubt, mein Unwohlsein würde Ihnen nicht nur aus diesem Grunde so unangenehm sein."
„Aber Fräulein--4 wollte Paul sich entschuldigen.
„Lassen Sie nur, ich verstehe schon. Wie gesagt, es tut mir sebr leid, aber ich kann unmöglich kommen."
„Aber ich bitte Sie, Fräulein Margret. Sie verstehen mich ganz falsch. Ich bebaute Ihr Unwohlsein von Herzen. (Mar- grer lächelte spöttisch.) Aber, nicht wahr, Sie müssen entschuldigen. Ich gebe ja zu, daß es egoistisch aussteht; aber Sie müffen doch auch verstehen; nicht wahr, wenn Sie nicht kommen . .
„Ich verstehe vollkommen," entgegnete sie kühl. „Aber es geht nicht. Ich kühle, es ist unmöglich."
Mein guter Freund merkte nun auch allmählich, daß daS gnädige Fräulein beliebte, Launen zu haben. Er war überzeugt, daß es ganz gut ginge, wenn sie nur wollte. Unb diese Erkenntnis trieb ihm das Blut in die Adern: „So, eS ist Ihnen unmöglich?! Ich will Ihnen mal etwas lagen, Sie wollen nur nicht! So krank sind Sie nicht — —"
„So!" unterbrach fie ihn. „Also gut! ich will auch nicht!"
„Und das Fest?"
„Ich bedauere sehr, aber .... Sie werden schon Ersatz finden."
Paul fühlte deutlich den Hohn ihrer letzten Worte und sagte bitter: „So! jetzt in letzter Stunde!"
„Mein Gott! es gibt doch auch noch andere mit Taillenweite 50 und meiner Statur. Ein neues Kostüm werden Sie zwar Nicht mehr bekommen können in dieser kurzen Frist, was für den Zweck nur einigermaßen geeignet sein bürste. Aber ich will Ihnen mein Kostüm gern zur Verfügung stellen, wenn Sie Ersatz finden."
In Paul kochte es. Er durchschaute ganz die kleinliche Chikane. Das war der Teufel hinter der schönen Maske! Seine Freunde hatten ihn längst gewarnt, aber er hatte es nicht glauben wollen. Und er fühlte sich jetzt so machtlos;
Die Wahlpriifnngskommissio« des Reichstages erklärte bie Wahl des Abg. Dr. Jaenecke (Wa'l'reis 16 Hannover) für ungültig und beschloß, wegen der Wahl des Ab-eordnelen Brejiki (Wahlkreis 4 Marienwerder) Beweis- erhebun'en anzustellen.
Im elsatz lothringischen Landesansschntz krachte Unterstaatssekretär Schräm den 6iat für 1904 ein. Wie in den letzten Jahren ist eine Bilanzierungsanleihe von 2 900 000 Mark nötig, wovon vermutlich ein Teil durch größere Einnahmen gedeckt wirb. Der Ausfall von Steuern gegen den Voranschlag sei durch anbere Einnahmen qed'ckt. Die wichtigste Position des E als sei die Gehaltsaufbesserung der Elemen'ar- lebrer um 920 000 Mark, die auf Staat, Bezirke und Gemeinden verteilt sind. Redner bez-ichnet das FmanzverbältniS des Reiches zu den Einzelstaaten als sehr unbefriedigend. Er wies auf bie gefährliche 5 tromung bin, ungedeckte Matrikular- beiträge zu einer ständigen Einrichtung zu machen und die Reichsausgaben auf die Einzelstaaten abzuwälzen. Es wird dringend erwünscht sein, daß bie dankenswerten Bestrebungen der Reichsregierung auf Beseitigung der Ueberwei'ungen Erfolg haben. Aus dem Hause wurden Anträge auf Gleichstellung des Reichslandes und der Bundesstaaten und auf die Reform des Verewsrech'es oestellt.
Der Budgetausschutz der österreichischen Delegation verhandelte gestern üb r den Okkupalionskrebit. Delegierter Biankini tritt für die Angliederung der okkupierten Provinzen an die Bereinigten kroatischen Lä^d-r, für die Schaffung eines Landtages und die Verleihung der vollen Autonomie an die Gemeinden der okkupierten Provinzen ein. Delegierter Kramarz b^o^t die No wendigkeit, durch gerechte und wohlwollende Balkanpolil'k das Vertrauen auf Oesterreich bei den Völker" zu vermehren und eine wirtschaftliche Annäherung zu ermöglichen. Er warnt vor Germanisterungstenden- zen und tritt für freie nationale und kulturelle Entwicklung der okkupierten Provinzen ein. Darauf wurde die Generaldebatte geschloffen. Nächste S'tzung heute. — Nach einer Meldung der Budavester Korrespondenz aus Wien wurden in der heutigen vorläufigen Schlußsitzung der Zoll- und Handcls- konferenz die bisher getroffenen Vereinbarungen verifiziert. Die Vertreter der ungarischen Regierung sind hierher zmück- gekehrt. Ut6er den Zeitpunkt, wann die Konferenz zur Inangriffnahme der Deiailberatungen Zusammentritt, ist noch nichts benimmt.
Politischer Mord. Propst Hoffmann im Pastorat St. Jakobi bei We enberg wurde im Schlafzimmer überfallen und ermordet, seine Frau schwer verletzt. Es liegt ein Racheakt vor, wohl infolge junoestnipter Wühlereien.
Englisches Parlament. Gestern wurde das Blaubuch veröffentlicht über bie Angelegenheiten in Südafrika. Dasselbe enthält ein Telegramm Lord Milners an den Kolonialminister Lyttelton vom 22. Januar, in welchem Lord Milner erklärt, er habe nicht die geringsten Bedenken gegen die Zweckmäßigkeit der Verordnung über die Einführung von Sirbettern in Südafrika. Die gedrückie Geschäftslage verschlimmere sich mit jedem Tage. Die Einkünfte verringerten sich und die Bevölkerung sei ohne Arbeit. Wenn die Lage sich nicht bald ändere, fei die Auswanderung der Weißen unvermeidlich. Im vorigen Jahre würde der Vorschlag wenig Unterstützung gefunden haben, aber gegenwärtig habe sich das Blatt gewendet, man sei entschieden für die Einführung von fremden Arbeitern.
Rußland und Japan. Aus Tokio, 3. Februar wird gemeldet: Die heutigen Ereignisse deuten darauf hin, daß die anhaltende Spannung ihren Höhepunkt erreicht bat. Marquis Jto wurde nachts zum Kaiser berufen. Später wurde ein Rat abgehalten, an dem die fünf ältesten Staatsmänner, der Premierminister, die Minister des Krieges und der Marine, Vertreter des Kriegsministeriums und drei Admirale teilnabmen. Die Sitzung bauerte sieben Stunden. Während der Sitzung hatten der Premierminister und der Minister des Auswärtigen eine lange Audienz beim Kaiser. Der Sitzung wird große Bedeutung beig-messen. Das Ergebnis ist unbekannt. Die kocksten Beamten machen kein Hehl über bie
^■■■^■1^ t .rirwenTinii™.™«™^^ ........ 11713 doch zeigen wollte er es nicht, daß sie der Sieger war. Er stand auf und sagte so rubig wie möglich: „Aljo, das Kleid überlasten Sie mir gütigst?"
„Bitte! mein Unwohlsein soll Ihre Freude nicht stören, Herr Frischauf!"
Paul verbeugte sich und ging.
Lächelnd sah ihm Margret nach und dachte: „Morgen früh halb 9 Uhr bist Du wieder hier, mein Lieber. Wo solltest Du so schnell Ersatz bekommen? Und die kleine Lektion kann Dir nichts schaden; als ob ich garnichts wär!"
Paul stürmte auf die Straße hinaus. Wo sollte er Ersatz finden! Dieser Hohn! Das war'ß ja eben. Wer hat denn gleich 50 Taillenweite! Und nun sollte er hübsch bitten und zu Kreuz kriechen. Und dann war sie vielleicht so gnädig „Und ich tu's nicht!" rief er ganz laut. Aber wo soll ich Ersatz herbeksmmen? Jetzt, bei dieser Kälte. Kein Mensch ist auf der Straße. Entwider das Fest schießen lassen, und das geht nicht. Oder zu Kreuz kriechen. Jesses, so a Teis'l!"
Da riß ihn ein unsanfter Zusammenstoß mit einem Pastanten, der eilig des Weges kam, aus seinen schweren Träumen.
„Sakra! könn'n 'S net schauen'" wetterte der andere im Vorübereilen.
Paul sah um sich. Er stand auf dem „Platzl", ihm gegenüber das Hosbräuhaus. Und weiPä bitter tast war (und auch aus lieber Gewohnheit) schritt er hinauf ins „Stübl". Da »ar's doch wenigstens warm. Und a Paar Mürstst und a Maß Bier waren auch nicht zu verachten. Er setzte sich an den ersten besten Tisch. Die Kalhi brächte das Bier und er brütete und brummte weiter.
_ Am Nackbartiich ging's lustig zu; das helle Lachen einer frischen Mädchenstimme begleitete die gutmütigen Reden eines älteren Herrn. Paul ärgerte sich und schaute mißmutig hinüber. Es war ein würdiges Elternpaar mit ihrer etwa zwanzigjährigen Tochter. Und Paul? Zuerst sah er nur die Augen von ihr, die luftigen, blauen Augen. Da erhob sich zufällig die funge Dome und Paul erschrak ordentlich: ?>»r'ich.
Erbitterung, welche infolge der Verzögerung der Antwort Rußlands auf die japanische Note berrfit. — Aus P o r t A r t b u r, Z. Febr. berichtet ein Telearamm: Es heißt. d«ß am 30. Januar Weisungen aus Petersburg einqeganqen sind, nach denen die Kriegsschiffe wegen der gefährlichen Enge der Ausfahrt unb der geringen Wafsertielen den Haken verlaffen sollen. Die russischen Kriegsschiffe „Sewaüopol" und „PereSvjel" sind heute herausgegangen. Die Flotte wartet fitzt auf weitere Befehle. Die Kriegsschiffe „Dschigil", „Gaida- mak", „Sabjaka" und. vier Kanonenboote der Torpedoboot- flolte, bleiben noch im Hafen, Nach dem Abmarsch von 9000 Mann bleibt in Port Arthur noch eine Streitmacht von 10 000 Mann, ausschließlich der in den Forts sich aufhaltcn- den Truppen. Man beabsichtigt, die abkommandierten Truppen sofort durch neue zu ersetzen. — Für den Fall, daß die Feindseligkeiten zwischen Rußland und Japan ausbrechen sollten, bat die Ei!enbahnmrwal>ung angeorbnet, daß das Beiriebs- material der außerhalb der großen Mauer befindlichen Strecke in den Bereich der großen Mauer gebracht wird. Rußland ist int Begriff, 20 000 Tonnen Kaiping-Koble nach Port Arthur zu schaffen. Damit beträgt die in einer Woche dorthin gesandte Koblenmenge 70 000 Tonnen.
Das serbische Kabinett Grnitsch stellte gestern abend im radikalen Klub die Vertrauensfrage, worauf der Ministerpräsident dem Könige Bericht erstattete. Der radikale Klub wird erst heute nachmittag Beschluß fassen. Die Umbildung des Kabinettes durch Aufnahme einiger Radikaler aus der Pasi'lch-Gruppe gilt als wahrsch-inlich.
Beilegung des Matrosenstreiks in Spanien. Eine große Anzib< von Reedern hat die vom Arbeiterverbande in Alicante vorgeschlazene Grundlage für eine Verständigung angenommen.
Der gesetzgebende Rat in Preiona hat gestern endgültig den Gesetzentwurf betreffend Einführuug von Arbeitern angenommen.
Der Ausstand der Herero.
Berlin, 3. Februar. Der Kommandant des „Habicht" meldet aus Swakopmund: Windhuk und Okahandja sind durch die Kompagnie Franke mit zwei Geschützen entsetzt, letzterer Ort an Kaisers Geburtstag ohne Verluste. Am 28. Januar wurde nach sechsstündigem Gefecht das Haupt- laqer des Feindes am Kaiser Wilhelmberg bei Okahandja gestürmt, wobei es vier Verwundete gab. Es fand ein allgemeiner Rückzug des Feindes mit allem erbeuteten Vieh in die Oljisanga- Berge statt. Der Feind verwüstete sämtliche Farmen und Bahnhöfe im Distrikt Windhuk und Okahandja und teilweise auch im Distrikt Karibib, desgleichen die Kaserne der Gebirgs- batterie in Johann Albrechtshöhe. Die bisher bestätigten Verluste sind: Ermordet und meist verstümmelt sind 44 Ansiedler, Frauen und Kinder, gefallen 26, außerdem voraussichtlich 50 tot. Golabis ist seit dem 16. Januar belagert. Der Marsch auf Omaruru wird morgen angetreten. Leutwein ist in zwei Tagen mit dem Dampfer hier zu erwarten. Oberleutnant Winkler ist hier eingetroffen. Er ist Transportführer^ms 1. Schutztruppentransportes mit dem Dampfer „Ernst Wör- mann".
Homburg, 3. Februar. Die Ablösungstruppen für die Schutztruppe finö mit dem Dampfer „Ernst Wörmann" heute in Swakopmund eingetroffen.
Die Schreckensnacht von Aalesund.
Immer mehr bringen jetzt Einzelheiten des schrecklichen Brandunolücks in Aaleiund nach Deuischland. Ein Mitarbeiter stellt bet „Tägl. Rundschau" einen soeben eingegangenen Brief eines Aale'under Freundes, eines Rechisanwalis, in deutscher Übersetzung zur Verfügung, den wir unseren Lesern mitteilen:
, „Meine lieben Freunde! Tausend Dank für Eure Teilnahme ! Ich habe mit meiner Frau Hanna und den Kindern Unterkunft in der Villa Kritnsbon gesunden. Wir wohnen schlank und Taillenweite — 50! sicher 501 Das Mädel mußte er haben; aber er konnte doch nicht so mir nichts, dir nichis hinübergehen. Und wenn rr's nicht tat —? Dann dieß es, zu Kreuz kriechen. Nein! nie! Und er trank sich Mut, stand auf, ging an den Nachbartisch, stellte sich vor und erzählte die ganze Geschichte von Anfang bis zu Ende.
Der alte Herr war, wie Paul sehr bald erfuhr, ein alter, kunstliebender Gu'sbesitzer aus der Umgegend, der seiner Frau und seiner Tochter etwas bieten wollte in seinem schönen München.
SchmunzUnd hörte der alte Herr zu, dann lachte er aus vollem Halse: „Und Sie woll'n net zu Kreuz kriechen? Dös is brav! Hast y'hört, Alte? —- -- Ja, warum denn net? Wenn Mitzi will. Wir wollten so schon auf Ihr Fest und konnten keine Billets mehr bekommen.
Und sie wurden einig und verlebten einen schönen Sonn« tag abend zusammen. Am Montag morgen punkt halb 9 Uhr erschien bei Fräulein farbig — nicht unser guter Paul, sondern ein Dienstmann mit einem Briefchen. Zitternd vor Wut gab sie ihm das schöne Kostüm — am liebsten hätte ste's zerrissen —, dann legte sie sich hin und be’am nun wirklich tolle Kopf chmerzen.
Das Fest verlief herrlich. Mitzi war einzig, und Paul — Diese Fasching fehlen leider beide in unserer Mitte. Paul ist in Jialien und schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe, wenn man so sagen darf. Sie verliehen? Hochze'ts- und Studienreise. Ich fürchte nur, seine Mitzi wird dafür sorgen, daß aus den Studien nicht viel wird.
Ja, so geht's dem Menschen. MeinPaulchen wollte nicht zu Kreuz kriechen, und nun — — nun hat er doch sein Kreuz bekommen. Aber ich glaube, diesmal ist's schon zu tragen. Mög'S ihm immer leicht sein!