Erstes Blatt
Kanaim U Anzeiger
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Amtliches Organ für W und Weis Kanan. *"*
rsaisenhanses in H-mau. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- Mld Feiertage, mit belletristischer Beilage. Derantwortl. Redakteur: K. SchreL- r in H«»«^ .
Nr. 2 9 Fmisprtchaiischluß Nr. 605» Donnerstag den 4» Februar Fernsprechanschluß Nr. 605, 1904
Arntliches.
Bekanntmachung
HaudeNammer zu Hanau.
Gemäß § 17 des Gesetzes über die Handelskammern vom 24. Februar 1870 und 19. August 1897 hat die Handelskammer beschlossen, für den Stadt- und Landkreis Hanau eine Ersatzwahl stattsinden zu lassen, nachdem Herr Wilhelm Fues seine Wiederwahl zur Handelskammer nicht angenommen hat.
Zum Vollzüge dieser Ersatzwahl, welche auf Grund der bei der letzten Ergänzungswahl festgestellten Liste der Wahlberechtigten erfolgen soll, beräume ich, von der Handelskammer zum Wahlkommissar bestellt, Termin auf
Montag den 15» Februar 1904, vormittags 11 Uhr,
in den unteren Rathaussaal an, mit dem Bemerken, daß die Wahlhandlung eine Stunde dauern wird.
Der gewählte Ersatzmann wird bis zum Ende derjenigen Wahlperiode in Tätigkeit bleiben, für welche der Ausgeschiedene gewählt war, d. i. bis Ende 1909.
Hanau den 4. Februar 1904.
Der Wahlkommissar.
—Fritz Canthal. 2228
LndickisWWr KniAmin ßn«.
Nächste Versammlung Samstag deu 6» t. MLs., nachmittags 2^2 Uhr, im Gasthaus zum goldenen Löwen hier.
Tages-Ordnung:
1. Geschäftliche Mitteilungen.
2. Vortrag des Herrn Dr. Staehly aus Cassel über „Schweinezucht".
*3. Wahl der Rechnungsrevisoren.
4. Wahl der Delegierten für die Ausschußsitzungen der Landwirtschaftskammer zu Cassel im Jahre 1904.
5. Aufnahme neuer Mitglieder.
6. Sonstige Mitteilungen.
Die vorstehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins wollen die Herren Bürgermeister in ihren Gemeinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen.
Hanau den 31. Januar 1904.
Der Königliche Landrat.
v. B eckerath.
Mus Stadt und £and.
Hanau, 4. Februar.
Historische Gedenktage.
4» Februar 856 starb Magnentius Rhabanus Maurus, Abt von Fulda von 822—844, unter den Siebten Fuldas als „Lehrer Deutschlands" der berühmteste.
Veamtenperfonal-NachrichL en.
Gemimt: der Landgerichtsrat Dr. Sommer in Frankfurt a. M. zum Oberlandesgerichtsrat in Cassel, der Referendar Dr. D ö r i n k e l zum Gerichtsasseffor, die Rechlskandi- daten Korsch, Scheck und Bode zu Referendaren, die Regierungssekretäre Bunge und H 0 fm ei ster zu Rechnungs- räten, der Sekretariats-Hilfsarbeiter Geiger bei der Hessischen Brandversicherungsanstalt zum Sekretär vom 1. März d. J. ab.
Beaufragt: der Pfarrer extr. Schäfer als Gehilfe des erkrankten Pfarrers Mainz zu Oberhülsa.
Uebertragen: dem Regierungsassessor Dr. jur. Freiherr v. Lyncker die Vertretung des Landrats v. Ditfurth zu Rinteln während der Sitzungen des Hauses der Abgeordneten.
Ueberwiesen: der Regierungsbaumeister Selig dem Meliorationsbauamt zu Fulda als ständiger Hilfsarbeiter.
Bestätigt: der zum Bürgermeister der Stadt Waldkappel auf die Dauer von 12 Jahren wiedergewählte Bürgermeister Meister.
_ Verliehen: dem Revierförster Neckritz zu Bensen, dem Stadtförster Flegel zu Gelnhausen und dem Gemeindeförster Mühlhausen zu Brotterode das Recht zur Uniform ein goldenes Portepee am Hirschfänger zu tragen.
. Penstomert: der Rentmeister, Rechnungsrat K l u s ma n n m Rotenburg vom 1. April d. J. ab.
, a ’ Gültigkeit verloren. Die auf Grund des 8 75 a
KrankenversicheruugSaesetzes ausgestellten Bescheinigungen folgender Hilfskassen im Regierungsbezirk Cassel haben,
da sie nach Verkündung des Gesetzes, betreffend weitere Ab- änderungen des Krankenversicherungsgesetzes, vom 25. Mai 1903 biS jetzt nicht von neuem erteilt worden sind, mit dem
1. Januar ihre Gültigkeit verloren: 1) Krankenunierstützungs- kasse für Gold- und Silberarbeitergehilfen und verwandte Be- rufsgenoflenschaften zu Hanau, E. H. Nr. 3; 2) Maurer- und Steinhauergesellen-Kranken- und Sterbekaffe zu Cassel, E. H. Nr. 5; 3) Kasse des ältesten Rintelner UnterstützungSvereinS für Zigarrenmadber und -Sortierer zu Rinteln, E. H. Rr. 12; 4) Kranken- und Begräbniskaffe für Schneider, Mützenmacher und Kürschner zu Caffel, E. H. Nr. 15; 5) Krankenunter- stützungskaffe „Zur Bruderliebe" zu Bischofsheim, Kr. Hanau, E. H. Nr. 31; 6) KrankenunterstützungSkosse zu BruchkSbel, Kreis Hanau, E. H. Nr. 34; 7) Allgemeine Arbeiter-Kranken- unterstützungskasse zu Langenselbold, Kr. Hanau, E. H. Nr. 49; 8) KrankenunterstützungSkosse „Zur Bruderliebe" zu Fechen- heim, Kr. Hanau, E. H. Nr. 52; 9) Krankenunterstützungsund Sterbekaffe „zur Eintracht" zu Beste, Kr. Fritzlar, E. H. Nr. 60; 10) Kilianstädter Krankenunterstützungskasse zu Kilian- städten, Kr. Hanau, E. H. Nr. 61; 11) Allgemeine Kranken- unierstützungskasse zu Hüttengesäß, Kr. Hanau, E. H. Nr. 62; 12) Krankenunterstützungs- und Sanitätskasse zu Enkheim, Kr. Hanau, E. H. Nr. 63; 13) Kranken- und St-rbekaste der Metallarbeiter zu Hanau, E. H. Nr. 64; 14) Kranken- und Sterbekaste „Winfridia" zu Reuhof, Kr. Fulda, E. H. Nr. 66; 15) Krankenunterstützungskaste „Zur Nächstenliebe" zu Langenselbold, Kr. Hanau, E. H. Nr. 70; 16) Kranken- und Sterbekaffe „Zur Hoffnung" zu Flieden, Kr. Fulda, E. H. Nr. 72; 17) Unterstützungskasse des Arbeitervereins zu Kraukenhageu, Kr. Rinteln, E. H. Nr. 73.
* Kirchenkorezevt. Zu dem Sonntag stattfindenden Konzerte des Kirchenchores der Johanneskirche sind von heute ab auch Eintrittskarten in König's Hofbuchhandlung (R. Altmannsperger) sowie bei Herrn Kirchendiener L0h- manu, Jobanneskirchplatz, zu baben.
FC. Kriegsgericht der 21» Division. Am 4. und am 25. Oktober 1900 entfernte sich der Ulan Christian Hart- mann von seinem Truppenteile, der 5. Esk. der Hanauer Ulanen bummelte jedesmal einen Tag im Walde umher und stellte sich am andern Morgen wieder. Wegen unerlaubter Entfernung in 2 Fällen vor das Kriegsgericht der 21. Division gestellt, gab er an, er wisse nicht, warum er weggelaufen sei. Er habe es hin und wieder im Kopfe, und dann wisse er nicht, was er tue. Er bezog sich dabei auf das Zeugnis des Kreisarztes Dr. Lanz in Diez, der ihn schon mehrere Male untersucht habe. Die Sache wurde darauf vertagt, um über den Geisteszustand des Hartmann Erbebungen anzustellen. Dabei ergab sich, daß Dr. Lanz im Jahre 1897 in einer Strafkammerverbandlung in Wiesbaden gegen Hartmann wegen gefährlicher Körperverletzung sein Gutachten dahin abgegeben hatte, daß Hartmann ein Simulant sei. Daraufhin wurde er wegen der oben mitgeteiiteu Straftaten am 21. Dezember 1900 vom Kriegsgericht zu 6 Wochen Mittelarrest verurteilt, die er auch verbüßte. 35 Strafen erlitt er als Soldat und landete schließlich bei der Arbeiterabteilung auf Ehrenbreiisrein. Dort tauchten im Juli v. I. gelegentlich einer Gehorsamsverweigerung wiederum Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit auf. Er wurde in der Irrenanstalt Andernach auf seinen Geisteszustand geprüft, und sowohl die Anstaltsärzte wie später eine Koui- mission von 3 höheren Militäräzten gaben ihr Gutachien dahin ab, daß Hartmann an angeborenem Schwachsinn und zellweiser Alteration des geistigen Zustandes wahrscheinlich epileptischer Natur leibe und daß er auch bei der zweimaligen Entfernung im Oktober 1900 unzurechnungsfähig gewesen sei. Das Reichsmilitärgericht ordneie daraufhin das ^Wiederaufnahmeverfahren an, und gestern wurde Hartmann freigefproien.
St. Die Union Castle Line bringt jetzt ein Ende 1903 in deutscher Sprache erschienenes Handbuch über die Reise nach Südafrika an Interessenten zur Gratisverteilung. Dasselbe, mit Schiffsplänen und einer ausführlichen Landkarte von Südafrika versehen, gibt jede wünschenswerte Auskunft für Reisende nach diesen Ländern und kann von dem Reisebureau Schottenfels („Ceniral-Hotel" und „Englischer Hof") in Frankfurt a. M. bezogen werden.
* Wohltätkgkeitsaben- für das Evangelische Diakonissenheim. Der Abend findet heute in 8 Tagen am Donnerstag den 11. ds., abends halb 8 Uhr in der Ceniraldalle statt. Ueber das Programm wird das Inserat Auskunft geben. Der Verkauf der Plätze ist bis jetzt flott , gegangen. Die reservierten Sitze sind bis auf ganz wenige , genommen. Wer noch auf einen Platz im Hauptsaal reflektiert, ; wolle sich an Herrn Vereinsdiener Peter Friedrich, Hospitalstraße 33, direkt wenden. Hoffentlich wird der Saal gänzlich ausverkauft. Es wäre das dem Diakonissenheim und — den Künstlern von Herzen zu wünschen, welch letztere sich sämtlich unentgeltlich ytr Verfügung gestellt haben, damit
dem guten Werke ein Erkleckliches zufließe. Nichts erhöht aber die Stimmung und das Feuer eines Künstlers so wie ein voll besetztes Haus. Unkosten gibt es ja trotzdem, etwa ein Fünftel der Einnahme. Bleiben aber doch vier Fünftel für den Baufonds. Von je 5 Mark Einnahme werden also doch etwa 4 dem Werke zu gute kommen. Wer ein Billet nimmt, dient also ganz direkt einem edlen Zwecke und erhält noch obendrein einen musikalischen Genuß edelster und eigenster Art.
* Der hiesige Verein für Geflügel- und Singvögelzucht entwickelt in diesem Jahre wiederum eine recht rege Tätigkeit und steht die Beteiligung verschiedener Mitglieder an Ausstellungen des In- und Auslandes mit vorzüglichen Zuchttieren zu erwarten, wobei ebenso wie früher die Konkurrenzfähigkeit des Vereins und seiner Atitglieder zu Tage treten wird. In der letzten Monatsversammlung in den „3 Rindern" wurden von einem Mitgliede Römertauben vorgeführt und deren Rassen-Merkmale erklärt. Der sehr interessante Vortrag wurde von den anwesenden Mitgliedern mit großem Interesse ausgenommen. Weitere Vorträge wurden in Aussicht gestellt. Der Verein beabsichtigt im Herbst d. I. eine lokale Junggeflügelschau zu veranstalten.
* Benefiz Fink. Für den morgen Freitag stattfindeu- hen Benefiz-Abend des Herrn Regisseurs Fink gibt sich ein sehr lebhaftes Jntereffe kund. Und mit Recht, denn unser Publikum kann unsere Schauspieler nicht besser ehren und erfreuen, als durch zahlreichen Besuch des jeweiligen ^Benefiz- Abends. Bei mittleren Stadttheatern ist der Benefizgewinn nun einmal ein Aequivalent des Schauspielers. Das wird noch lange w bleiben. Möge Herr Fink also an diesem Abend recht erfreut werden. Das köstliche Lustspiel „Madame Saus Gene" wird vorzüglich einstudiert und ist in dem Stücke das ganze Personal beschäftigt. Diese Vorstellung findet nur ein» mal statt, wird also im noch außer Abonnement nicht mehr wiederholt.
* Karneval. Für die am Samstag stattfindende H e r r e n s i tz u n g in der „Zentralhalle" ist ein großartiges Programm aufgestellt. Wer schon einmal Gelegenheit hatte, einer Herrensitzung beizuwohnen, der weiß, welcher Apparat da im Gange ist, um den Anwesenden eine karnevalistische Stimmung beizubringen. In seiner dezenten Zusammenstellung wird das diesjährige Programm gewiß die Narrhallelen überzeugen, daß manches mitunter sehr mit Unrecht kolportiert wird, denn He das Fest leitenden Führer und Redner lassen es sich angelegen sein, dem Karneval in unserer Daterstadr zu hohem Ansehen zu verhelfen, und Zoten und derartige Auslassungen sind streng verpönt. Besonders die samstägige Sitzung wird noch besonderen Reiz erzeugen, indem eine Anzahl Mitglieder des Wiesbadener Karnevalvereins „Narrhalla" hier bei ihren Kappenbrüdern einziehen werden. Unter dieses sind sogar Mitglieder des Residenztheaters zu Wiesbaden vertreien. Einige unserer ersten Karnevalisten waren am Sonntag einer Einladung der „Narrhalla" nach Wiesbaden gefolgt und wurden dort nicht allein pompös am Bahnhof empfangen, sondern wurden bei ihrem Einzug in die Wall- Halla von dem anwesenden Publikum mit JubÄ begrüßt und empfangen. Sämtliche Wiesbadener Blätter schreiben, daß die Hanauer mit ihren Vorträgen außerordentlich gut abgeschnitten haben. Hoffen wir, daß die Wiesbadener Narrhalltse» in Hanau ebenso empfangen werden und der Karneval am Main bei diesen in ebenso gutem Andenken bleibt wie den Hämmern der rheinische. Also auf am Samstag zur Narrhalla „Zen- tralhalle."
* Die Fremde,rsitzitttg in der Mainzer Stadt- Halle ist auf den nächsten Sonntag, 7. Februar, nachmittags ««gesetzt. Die ebenso prunkvoll, wie mit ausgezeichnetem Humor geschmückte „gut' Stubb der Meenzer" faßt bekanntlich einige tausend Personen, die in früheren Jahren auch stets gerne zu der Fremdensttzung nach Mainz geeilt sind. Auch diesmal ist wieder bei den Vorträgen darauf Rücksicht genommen, daß das für die Auswärtigen weniger verstÄckliche „Lokale" mehr in den Hintergrund tritt, während der „Allgemeinheit" eine liebevolle Aufmersamkeit gewidmet worden ist. Da gerade in diesem Jahre neben dem neuen Protokolls Lambinet noch eine ganze Anzahl anderer neuer Redner m den seitherigen Sitzungen große Erfolge erzielten und unter ihnen und den seither bewährten langjährigen Manrzer Rampen der Narretei eine sorgfältige Auswahl für "äckstm rag getroffen worden ist, so ist es gelangen, ein Programm zu schaffen, das das Mainzer Karnevalleben in lebenswahrem Lichts widerspiegelt. Die Sitzung beginnt Sonntag nachrmt- tag um 5 Uhr, die Halle wird schon um 3 Uhr geöffnet und der Schluß der Sitzung ist auf 9 Uhr festgesetzt.
* Diebstahl. Einem gestern abend im Sprechzimwer eines Spezialarztes in der Römerstraße wrilenden Fabrikarbeiter