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30. Januar

Samstag

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Teilnahme des Kaiftrs an dem Brandungluck zum Ausdruck brackt'. Berlin, 28. Januar. DieNordd. Allg. Zlg." Meldet über die Lage in Aaleiund: Die deutschen Hi fSdampfer wurden von Hilfsbedürfiigen aller Klass-n in An'pruch g»» nommen. Die Vorräte derP- onic^a" reichen zur täglichen Verpflegung von 4000 Menschen auf 20 Tage. Der Kreuzer Prinz Heinrich" beherbergte nachts 70 Obdachlos. Nirgends ist dumpfe Verzweiflung bemerkbar, sondern bereits hoffnunas- volle Stimmung. Das Kaisertelegramm trug viel zur Auf­rechterhaltung des Mutes bei. Der Bürgermeister verlas es während dks Brandes vor der obdachlosen Menge, die unter rauchenden Dümmern ein Kasierboch ausbrallte. Am Geburts­tage Kaiser Wilhelms ließen die Stadteinwobner durch den Bürgermeister dem Kommandanten desPrinzen Heinrich" Heil und Glück für den Kaiser aus prechen. Leute ganz ohne Obdach sind nicht mehr vorhanden. Von 13 000 Einwohnern sind 7000 in die benachbarten Orte gegangen. Der Sckaden an Nasionalvermögen wird auf 17 Millionen Kronen berechnet. Der Flügetadjutant des Kaisers, Fregattenkapitän v. Grumme, überwies für Handwerkszeug zum Barackenbau und für Schuh- zeug vorläufig weitere zweitausend Kronen auf Anweisung des Kaisers. Hamburg, 28. Januar. Die Hilssexpedition der Hamburg-Amerikg-Linie meldet aus Aalesunb: An Bord wird gearbeitet wie gestern. Der Zuzug an Bord steigerte sich fortwährend. Wir haben Unterstützungen durch Marine- mannschafien und beginnen jetzt, die Bevölkerung zur Bau­tätigkeit aufzumuntern, indem wir den Bau einer Volksküche an Land be gannen. Das Landkomitee versendet Proviant und Decken an die gkflücht'-ten Einwohner in die Umgegend. Aus Dänemark und Schweden treffen Hilfsmittel ein, deren Art und Menge uns bisher unbekannt ist. Es herrscht anhaltend Regen und Wind, aber es ist nicht kalt. Die Hilfsexvedirion derPhönicia" berietst weiter, daß sie den Leiter des Laza­retts am Lande durch Aufnahme weiterer Kranken entlastete. Die Zusendung der Baracken ist dringend erwünscht, ebenso die von Schuh und Handwerksz°uq. Die Bergenske und - Nordensjeldslle Dawpkschiffabrtsqeiellschaften stellten der Ham- , burg-Amerika-Linie den DampferHector" zur Beförderung wetteren Hitfsmaterials und von Liebesgaben nach Aalesund zur Verfügung. Der Dampfer geht von Hamburg am nächsten Mittwoch ab und wird einige große Baracken mit nehmen, die das Hamburger Hilfskomitee erwarb. Christiania, 28. Januar. Die Deutsche Kesellftaft feierte gestern den Ge­burtstag Kaiser Wilhelms durch ein Festmahl, an dem auch Nor­weger teilnabmen. Der deutsche ®enerolfoniul toastete auf König Oskar. Direktor Doigt brächte das Hoch auf den Karler aus, welches mit stürmischer Segelst rung ausgenommen wurde. Redakteur Vogt brächte im Namen der anwesenden Norweger Kaiser Wilhelm deren Huldigung dar. Er betonte, daß des Kaisers Initiative das Mitgefühl ganz Europas angefacht habe. Der deutsche Generalkonsul dankte herzlich für diese Worte. Der denische Klub feierte den Tag ähnlich. Stockholm, 28. Januar. Bei dem gestrigen Besuche auf der deuttchen Ge- sandtichaft gab König Oskar nochmals dem Danke für die großherzige Hilfeleistung Kaiser Wilhelms in Aalesund Aus­druck. Der Monarch beauftragte den deutschen Ge andten, seinem Souverän zu melden, daß es dem König eine beionvere Freude bereite, den Neugegründeten Orden vom Norwegitchen Löwen dem deutschen Kaiser zu dessen Geburtstage zu ver­leihen. Kaiser Wilhelm sei der erste auswärtige Inhaber dieses Ordens. Auch der Kronprinz von Schweden und Nor­wegen besuchte persönlich den deutschen Gesandten und beauf­tragte ihn mit der Uebermittelung der Gedurtstagswünsche an Kaffee Wilhelm.

Szenen von dem Brande in Walesund. Man schreibt demHann. C." aus Christiania, 26. Januar: Aus der brennenden Stobt sprühte ein Funkenregen empor, der leb­haft an eine vulkanische Katastrophe erinnert haben muß. Der FunkmreglN machte nicht bloß den Aufenthalt in der Stadt selbst äußerst gefährlich, er setzte auch Kilometer entfernte Ge­bäude der Umgegend in Brand. Unter diesen Umstände« ist es begreiflich, daß die Bevölkerung, von Schrecken ergriffen, davonlief. Eine Settern, die nicht mehr über die Brücke kommen konnte, die die beiden Hauvistedtteile trennte, flüchtete in einem Boot. Während der kurzen Fahrt wurden die Ruder vom Funkenregen in Brand gesetzt, ebenso die Bücher, die im Boote lagen. Beim Beginn des Feuers wurden im Gefängnis d-e Zellen geöffnet, und die Gesungenen, darunter zwei, die Ketten trugen, entlassen. Einige hat man später wieder- gesunsen. Sie wurden nach Molde transportiert. Grauen­voll lauten die Berichte über Fcauen, die vor Schreck früh­zeitig niederkamen. Ene Frau schleppte sich mit Mühe aus der brennenden Stadt und gab gleich hinterher in einem Schuppen einem Kinde das Leben. Ein Mann trug seine Frau auf dem Rücken b's vor die Stadt, wo die Frau in rmem Bauernhause entbunden wurde. Die Frau eines Be-

amten, die vor einigen Sagen nsiedergskommen * war, schleppte sich mit ihrem Kinde aufs Feld, wo sie erschöpft rHwiatif und in S «rm und Regen liegen mußte. Diele bürsten noch lange unter den Fo'gen der ersten grauenvollen Nacht zu leiden haben. Lebensrnittel gab es selbst bis zum nächsten Mittag nicht. Der Millionär Nönnebera, desstn gewaltiges Kohlenlager und zahlreiche Speicher nebst Wohnhaus ver­brannten, konnte trotz aller Sitten nicht ein einziges Boot für sich und seine Familie bekommen. Manche Szenen hatten einen komischen Anstrich. Eine alte Frau, mit ihrem schreien­den Kinde hinter sich, schleppte mit der einen Hand einen Strohsack, mit der anderen hielt sie ein unentbehrliche- Ge­schirr. Ein Herr, der auf einem Ball gewesen war, lief beim Rettungswerk im Frack «nd mit Zylinderhut und Kotillon- »rden herum.

Unbegründeter Berdacht. Aus Boltzenburg wird berichtet: Der Arrist Nielsen, der unter dem Verdacht, den Raubmord an der Witwe Müller und deren Tochter in Oldenburg begangen zu haben, verhaftet wurde, ist wieder auf freien Fuß gesetzt worden, da er sein Alibi nachweisen konnte.

Durchgehende Pferde haben in Bruchhausen schweres Unheil angerichtet. Wie die ^Franks. Zta." berichtet, scheuten gestern während eines Fack-lzuges die Pferde eines Metzger- wagens und rasten in eine Kinderschar hinein; zahlreiche Kinder wurden schwer verletzt, eins wurde getötet. Der Wagenführer wurde verhaftet.

Ein böser Scherz. Es ist kaum glaublich, was für Dummheiten Leute im sogenannten Scherze treiben. In Hirschburg ueckten sich ein Knecht und das Dienstmädchen. Der Knecht fragte das Mädchen, ob er sie aufhängm solle. Das könne er ja mal versuchen," antwortete lachend das Mädchen. Der Knecht band jetzt dem Mädchen sein Taschen­tuch um den HalS und bob es damit nur eine Sekunde lang empor. Als er das Mädchen wieder auf den Boden stellen wollte, brach -s leblos zusammen. Der sofort berbeieerufene Arzt stellte eine eingetretene Lähmung des ganzen Körper- fest. Der Knecht hat dem Mädchen jedenfalls das Genick verrenkt, ss daß der Fortsatz des zweiten Halswirbe's, um den sich der erste, her Atlas, dreht, das Rückenmark quetscht, wodurch die Bewegungsfäbigkeit der Gliedmaßen aufgehoben wird. Das Mädchen wird schwerlich wieder gesund werden.

Ueber eine Truppe im Schtterstur m schreibt man derAllg. Zeilung" aus Piemowt: Am 18. d. MtS. machte die 6. Kompagnie des 3. italienischen Alpenjäger-Regi­ments unter dem Kommando deS HauptmannS Riv?ri einen UebungSwarsch im Gebiet des Mont Cen'S. Das Wetter war schlecht. AlS die 48 Mann starke Truppe in daS öde Dal Froide kam, begann Schnee zu fallen. Bald setzte auch Sturm ein und derselbe wurde so heftig, daß er den Leut-n den Atem benabm, weshalb sie wiederholt htnter F-lsecken und in Schluchten Halt machen mußten. Die Offiziere berieten sich und es würbe beschlossen, bis La Cro-r vorzudringen, weil der Rückweg durch das Val Froide noch gefährlicher gewesen wäre. Auf dem Col Zafferan litt die Truppe schrecklich; eS herrschte Dunkelheit, obwohl der Abend noch fern war, und der Sturm blies so mächtig, daß er die Soldaten häufig um- warf; ringsum hallten die Bergwände den Donner der La­winen wieder. Nach furchtbaren Anstrengungen hatte Haupt­mann Riveri endlich mit der Vorhut La Croix erreicht, alS ihm gemeldet wurde, eine Lawine habe drei Stute der Nachhut in die Tiefe gerissen. Sofort eilte Riveri mit feiner ganzen Mannschaft auf die Unfallstelle, und nach harter Arbeit gelang es, die drei Abgestürzten auS einer Schlucht heraufzuholen. Sie hatten keine namhaften Verletzungen erlitten, weil sie vom Luftdruck aufgehoben und auf zujammengewehie, leichte Schnee- massen geworfen worden waren. Um 9 Uhr abends war die ganze Truppe im Unterkunfisbaule versammelt.

Zu Dtm tt--uest«u Liebes- bezw. EkfersuÄts- Äruma in Berlin wird noch berichtet: Der Prosukten- Händler Warembour, der die 24jährige Arbeiterin Serta Senfl- leben ermordete, ist sehr vermögend und betrieb in der Reinickendorfer Straße 45 eine Produktenhandlung. Seine Eltern, denen das Gruusstück gehört, Übergaben ihm vor einem Jahre das Ge'chäft, daS sie 33 Jchre lang betrieben hatten, setzten sich zur Ruhe und tauften sich eine Villa in Neuen Hagen. Vor zwei Jrhren lernte der junge Mann im Gesell'chaflSbause in Reinickendorf beim Tanz die Tochter des Arbeiter Senftleben'schen Ehepaares, die damals in einer Luruspapierfabrik arbeitete, kennen und verliebte sich in ba8 hübsche Mädchen. Nachdem er daS Geschäft von den Eltern übernommen hatte, bewog er feine Geliebte, bei ihm als Ge­hilfin tätig zu sein und bezog bei ihren ^Eltern in der Lieben- walderstraße ein möblier!«S Zimmer. Warembour war außer- orbeml ch mißtrauisch und eiselsüchtig wie die Eltern des Mädchens erklären, ohne Grund. Seine Geliebte durfte kaum

mit jemandem sprechen, über jeden Gang mußte sie sich aus- weilen. In dvr letzten Wochen sprach er tret und hestig von einemJulius", vermutlich einem Arbeiter, auf den er sehr eifersüchtig war. Das Mädchen wirkte ihn aber stets bald wieder zu beruhigen. Gestern abend verließ das Paar um 6 Uhr zusammen das Äeichäst in der Reinickendorfer Straße Vor der Tür teilte Warmbsur dem Mädchen mit, er gehe zum Schankwirt Kleinschmidt in der Reinickendorfer Straße 43a, der sein Ge^äft vertäust habe und Abschied feiere. Seine Geliebte das Abendbrot zu Hause und ging mit einer Freundin Helene Faustmann nach einem Geschäft, um Putzsachen zu kaufen. Um h'/r Mr kam der junge Mann nach Haule. Daß das Mädchen einkaufen gegangen sei, wollte er nicht glauben. Er ging hm-mter, um sie zu suchen, kehrte aber bald zurück. Seine Aufregung war durch Ackoholgenuß noch gesteigert. Nach einiger Zeit kam dann Fräulein Senftleben zurück und stellte sich neben ihren Vater, der an der Koch- ma'chine stand und die Zeitung las. Warembour saß in der Nähe Senftlebens vor Aufregung zitternd auf einem Stuhl. Frau Seuftleben war nicht zu Hanse, ein Sohn, der bei ihr wohnt, schlief in der Küche. Auf die Frage, wo sie gewesen sei, erzählte das Mädchen von ihrem Ausgang mit der Freundin. Warembour aber sprang auf, schrie sie an:Das ist nicht wahr, Du hast Dich von Deinem Julius küssen lassen!" zog sein Messer aus der Tasche und stieß ihr die Klinge bis an- Heft in die Brust. Mit dem Aufschrei: Otto, was hast Du getan!" brach das Mädchen ins Herz getroffen zusammen. Nun kam Warmbour zur Besinnung, warf sich über die tödlich Verletzte und versuchte den Blut­stram mit seinem Taschentuch zu hemmen. Sensileben und sein Sohn riefen um Hilfe. Die Schwägerin, die über ihnen wohnt, und sein Sohn holten zwei Aerzte, unter deren Händen daS Mädchen aber starb.

SpezialitStenvorkteüung im Gerichtssaale. Eine seltsame Szene sp-elte sich dieser Tage vor der 10. Kammer des Seine-Tribunals ab. Der deutsche Jongleur Sterzel stand vor Gericht unter der Anklaze, bei einer seiner Vorstellungen in einem Parser Spezialiiäten-Theater einen nichtsahnenden Zuschauer mit einer Kugel verletzt zu haben. Schlimm ist die Sache nicht gewesen, aber der verwundete Zuschauer ging trotz­dem zum Kadi und verlangte die übliche Entschädigung. Sterzel stand vor den Rchtern ziemlich hilflos da, denn er versteht d-in Wort FranzLsich. Plötzlich kam ihm eine großartige Idee. Um zu zeigen, daß er als JonAeur seine Sache zu machen wisse, jvrang er vom Stuhle auf, legte sich blitzschnell einen mit eisernen Spitzen versehenen Kranz um den Kovf, nahm eine Gabel mit großen Zinken in den Mund, griff rasch in die Tasche holte ein halbes Dutzend A-psel heraus, warf sie in die Luft und fing fünf von ihnen mit den Spitzen des Stirnkranzes und den Zinken der Gabel auf.Hopla!" rief er dann.Hopla!" erwiderte eine Stimme aus dem Zu­schauerraume, und von der letzten Bank kam noch ein Apfel geflogen, den der Jongleur gleichfalls auffing. Die ganze Vorstellung hatte kaum eine Minute gedauert; sie war zu Ende, bevor die verblüfften Richter sich von ihrem Staunen erholt hatten. Der Gerichisho! iah nun wohl ein, daß Sterzel ein geschickter Jongleur sei, aber er mußte ihn trotzdem ver­urteile«,wegen einer bei dem öffentlichen Auftreten bewiesenen Ungeschicklichkeit." Sterzel muß 16 FrancS Strafe zahlen und außerdem noch demverletzten" Zuschauer 200 Francs Sbadener'atz.

Dsr Sag sangt gut an!"

1868?

Das kann jeder mit vollem Rechte sagen, der Katbreivers Malzkaffee zum Frübstück trink.

f Frauen seid gewarnt!

n Die echten Herkales-SpiraIfeder-Korsets tragen, alle entsprechenden Stempel oder Etikette. Alle anderen weise man, weil minderwertig zurück 4'o

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PUTZ. J

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Ä. Dreh. Wink.

Seit 1902 wieder in Hanau.

Miihlwtr. la (am Mühltor).

20-jähr. Fachtätigkeit m. grossem

Erfolg.

102»

Ich weiss nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin! So frug die Waschfrau vorzeiten bei jedem Wäschebeginn. Heut hat sich die Sache geändert, weil jede sich deassen bewusst: Seitdem wir .Eureka*1 verwenden, das Waschen bringt Freude und Lust! (Eureka, das beste aller Waschmittel, unentbehrlich für jede Hausfrau und Wäscherin. & Paket 15 Plg., überall erhältlich.) 1872»

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Der Bedarf an Brennholz, Petroleum, Ge chirr von Fayence und Glas für die hiesigen Garnison-Anstalten soll Freitag den 5. Februar 1004, vormittags 10 Uhr, im Geschäftszimmer, Schlotz- ftrahe 9. vergeben werden. Die Be­dingungen, welche vor dem Termin »u unter chreiben sind, liegen daselbst zur Ein­sicht bereit, können auch gegen Einsendung von 30 Pfg. bew en werden. 1484c

Garniso» Verwaltuug Hauau.

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