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SamStag
30. Januar
'Kälber: a) feinste Mastkä'ber und beste Saugkälber 78 bis 80 Mk., b) mittlere Mastkälber und ante Saugkälber 65—72 Mk., c) geringe Saugkälber 52—58 Mk., d) ältere gering genährte Kälber 56—60 Mk. V. Schafe: a) Masilämmer und jüngere Masthammel 69—71 Mk., b) ältere Mastbammel 62 bis 65 Mk., c) mäßig genährte Hammel und Schafe 55 bis 60 Mk. VL Schweine: a) vollfleischige kernige Schweine feinerer Rasten und deren Kreuzungen von böchsten» l1!* Jahren 48—49 Mk., b) fleischige 46—47 Mk., c) gering entwickelte 43—45 Mk., d) Sauen 44—45 Mk.
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
Sitzung vom 29. Januar.
Die Ab-eordneten erledigen behaftetes Rechnungssachen und beginnen die erste Beratung des Entwurfes betreffend Verpflichtung zum Besuche ländlicher Fortbildungsschulen in der Provinz Hessen-Nassau. — Abg. Schaffner (natl.) stimmt dem Entwurf zu und beantragt Verweisung an eine Kommission von 21 Mitgliedern. — Abg. Cabensli (Ztr.) schließt sich dem Vorredner an und führt verschiedene Bedenken an, namentlich gegen die Ausdehnung des Unterrichte bis zum vollendeten 18. Lebensjahre. — Abg. Jderhoff (freit) beantragt die Annahme ohne KommissionSberatung und wünscht die Ausdehnung des Entwurfes auf andere Provinzen, namentlich Hannover. — Abgg. Funcke (fr>.Dp.) und Negelein (konf.) spreiten sich gleichfalls günstig au». — Auch Abg. Ernst (frs. Der.) schließt sich an, der auch für Poen ein Gleiches beantragt, aber auch auf die Frage der Beschaffung einer Entichävigunz für Fonbildungsschullebrer hinweist. — Es sprechen noch die Abgg. v. Schenckendorff (natl.), Dablem sZir.) Zwick und Wolgast (frs. Dp.), wobei die Redner der Linken dagegen protestieren, daß die ländlichen Fortbildungsschulen, die zunächst Fachwissenschaft pflegen sollten, durch den Religionsunterricht etwa zu einer erweiterten Volksschule gemacht w rden sollen. Der Antrag Schaffner wird schließlich angenommen.
Der Ge etzentwursi betreffend Kosten, Prüfung und Ueber- «schung der elektrischen Anlagen, Dampf Fabr-Äufzüge und anderer cefäbrlicher Einrichtungen wird gemäß dem Anträge Hirsch-Essen (natl.) an eine Kommission von 14 Mitgliedern verwiesen. Die Kosten sollen fortan die Fabrikanten bezw. dir Besitzer solcher Einrichtungen trogen.— Abg. Hirsch (nad.) legt dringend nahe, die Elektrizitäts-Jndustrie dadurch nicht zu schädigen. — Abg. Vorster (steil.) hält eine dauernde Ueberwachung durch die Polizei mit Rücksicht auf die Ueber« wachung durch die Genossenschaften für überflüssig. Es folgt die Beratung des Entwurfes zur Abänderung des Gesetzes über die ärztlichen Ehrengerichte. — Kultusminister Dr. Stubt führt aus: Der Umstand, daß alle approbierten Aerzte, ob sie Praxis ausüben ober nicht, als Wahlberechtigte für die Aerztekammern auch dem Besten-rungsrecht der Aerztekammern unterliegen, führte zu großen Mik-bellig- keiten. Es wurde wiederholt beantragt, die eine Pro; s nicht ausübenden Aerzte von der Beitragspfl chl zu entbinden. Der Entwurf soll hier und in einigen anderen Punkten des ehren- gerichtlichen Verfahrens Klarheit schaffen. Er hat die Zustimmung der StandeSvertretung der Aerzte gefunden. — Abg. Eckerl (freit.) stimmt zu, beantragt aber zur Klarstellung der Frage, ob die Aerztekammern ev. Leilragszuchüste, wie es in Berlin ge tchen ist, erheben können, eine KommüsionSbe- ratung durch 14 Mitglieder. — Die Abgg. Well'tein (Ztr.) Martens (natl.), Capel (ws. Dp.) und Friedberg (natl.) erklären sich ebenfalls für den Entwurf. Letzterer will den Aerzten ein Reklamationsrecht oegen zu hohe Besteuerung durch die Kammern Vorbehalten. ES folgt die erste Beratung bei Entwurfes des Ausführungsgesetzes zum Reichsgesetz über die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten. — Kultusminister Dr. 2 t u d t bedauert, daß der Schluß der normen Session die Erledigung des bereits in der Kommission beratenen Gesetzes veränderten. Die Reg'erung habe inzw >ch-n die in der damalig-« Kommission laut gewordenen Wünsche berück- sichtigt,^ namentlich bei her finanziellen Verpflichtung der Gemeinden, Kreise und des Staates. DaS bestehende Regulativ stamme aus dem Jahre 1835, traf somit verschiedene epidtm-sche Krankheiten, beispielsweise Diphtherie und Genickstarre, und ohne solche Bestimmungen sei auch die Polizei machtlos. Die Besorgnisse wegen übermäßiger Belastung der Gemeinden halte er für unbegründet. Redner verweist stlieklich auf die rühmenswerten Leistungen unserer Med,zinolbeamten bei den großen Katastrophen im Osten, wo die A-rzte den AuSbruch der Typ'.us-Epiiemie verhinderten. — Abg. Killichen (Ion .) billigt die Vor'age, wünscht aber die genaue Feststellung, welche Lasten der Provinzialkaste, der Amtskaffe oder den Gemeinden zur Last fallen sollen. Er warnt vor einer Ueberlastung der Gemeinden und andererseits vor der übermäßigen Unlerstütznnz derjenigen, die ihr Srn'tä » wesen bisher vernachlässigten. — Abg. Dr. Ruegenberg (Ztr.) billigt unumwunden dir Vorlage, nachdem die früheren Bedenken befehlet seien. — Abg. MartenS (natl.) wünscht, da noch manche Wünsche unberücksichtigt seien, die Ueberweikung an eine 21gliebrige Kommission, eb-n'0 Abg. Jderhoff (steil.). Die Abg». Fischbeck (sts. Dp.) und v. Savignh (Ztr.), die ebenfalls «stimmen, hoffen, daß ihre Bedenken hinsichtlich der Anzeigepflickt, die auch die Laien haben sollen, die doch die Krankheiten oft gar nicht alS übertragbar erkennen können, in der Kommission beseitigt werden.' — Sodann verweist daS HauS die Vorlage an eine 21gliebrige Kommst on unb verlast sich auf morgen 11 Uhr. Tagesordnung: Domänen-Etat.
Deutscher Reichstag.
(Sitzung vom 29. Januar).
Am Dundesralstisch befindet sich Staatssekretär Graf Posadowsk,.
Das Haus setzt die 2 Beratung bei FiaiS bei ReichS- amts bei Innern in der Generaldiskussion bei Xitel „Gehalt deS Staatssekretärs" fort.
Abg. Lehm an n (natl.) gibt einen U-berblick über die Entwickelung deS Streiks in Crimmiischau. Die sozialdemokratische Presse stelle die Verhältnisse so dar, als wäre die Geschichte der lächsiichen Textilindustrie mit Blut geschrieben, alS würden Gesetz, Recht und Sitte von den Unternehmern mit Füßen getreten. Redner tritt dem gegenüber. Bis zum Jahre 1900 herrschte in Crimmitichau ein guteS Verhältnis zwischen Arbeitiebern und Arbeitnehmern. Seitdem suchen die Arbeiter die Unternehmer von sich abhängig zu machen. Die Löhne waren keineswegs gering, und daß es den Enyimitschauer Arbeitern nicht schlecht ging, beweist, daß 11 Millionen Spareinlagen in Cr-mmitk-au vorbanden waren, die zu einem großen Teil von Arbeitern herrühren. Der Streik würde den Arbeitern, wenn er noch weiter fortgesetzt worden wäre, über 2 Millionen Mark gekostet haben. Das seien reckt anaenebme Aussichten für den Staatssekretär bezüglich der Steuerfähigkeit der Bevölkerung. Der Mittelstand und der Bauern"and befinden sich in einer viel schlimmeren Lage, ali die Arbeiter. DaS sollte die Regierung nicht übersetzen. Eine Folge deS Zehn - StundentageS würde der NkU't • Stundentag sein, dann würde man um den Acht - Stundentag kampfen (Sehr richtig! bei den Sozmldemokraten), und schließlich würde man die Gewinnbeteiligung für den Arbeiter verlangen. Die gesundheitlichen verbiliniffe in Crimmiticbau seien nicht schlecbter, ali in den anderen Stäben. Redner verteidigt den Bürgermeister gegenüber den Anar'ffen bei Abg. Bebel. Gerade die Crimmitichruer Bürgerschaft fei es gewesen, die die Herbeizichung der Gendarmerie wünschte, da sonst nicht abzusthen gew-irn sei, mc« die Zustände in Crimmii'chau Halten führen können. Die Arbeitgeber würden alles tun, um den Arbeitern die lr-:>rize Ang-'egenheit möglichst schnell ver- geffen zu machen. Es sei in Erimmiisckau niemandem verboten worden, da» Weihnachtöfest, wie stets, im eigenen Heim over in der Fimilie zu feiern. DaS Verbot der Weihnachtsfeier erging erst, alS die Arbeiier Soziaidemokraten als Redner auftreten lassen wollten. Ein WeihnachtSfest mit dem Abg. Fischer als Festredner wäre eine nette Be'chtrung gewesen. (Heiterkeit rechts.) Es seien n-cht, wie behauptet werde, 200 Familie« aus der Landeskirche eusgetret-n, sondern bis Deih- natie« nur 21 Personen, nach Weihnachten aber niemand mehr; auf Bitten des Pfarrer» Schlinck, daß die, welche austreten wollten, nach Weihnachten wiederkommen möchten, sei ihm geantwortet worden, dann habe es keinen Zweck mehr. (Weiterleit rechts.) Der Abgeordnete Fts^er habe gesagt, ei habe nicht eine Infamie in der Weltgeschichte gegeben, zu der nicht ein Pfaffe seinen Segen gesprochen habe. (Rufe: Sehr richtig! bei den Sozia!d:mokrsten.) — Präsident Graf BaIlestrem bittet die Sozialdewokraten, sich solcher empörender Aeußerungen zu enthalten. (Lärm bei den Sozialdemokraten, Pfuirufe recht».) — Abg. Lehmann (natl.) Meist mit dem Wnn'che, daß die Krimmitlchauer T'xiilinduflrie recht bald den schweren Schlag Überfeinheit möge. — Abg. Grä^e (Refp.) fühlt sich gezwuna-'N, ali leider einziger nicht sozialdemokraii cher Abgeordneter Sachsens Heiterkeit bei den Sozia'demokraten. Rufe: „Das letzte Mal!") die V-rhä!tniffe in Krimmilschau richtig zu stellen auf Grund von noiirieQ beglaubigtem Material. ES sei ja leichter, hier im ReichSlag elegante Reden zu halten, wie her Reichskanzler, und mit einigen W tzen die Sozialdemokraten tot «fliegen; aber schwer sei die Auf abe der söchsischen Behörden gewesen. Diese hätten ihre Pfl cht getan und ein späterer Kulrurhistor k-r würde ihre Tätigkeit noch einmal alS eine „rettende tat" bezeichnen. (Gelächter bei den Sozial- demokraten.) Bei dem Sire-k sei für die Arbeiter nichts berausgikommen. Der Streit sollte für die Regierung eine Mabnung sein, ob es nicht an der Zeit sei. ernste Maßregeln für den notleidenden Mittelstand zu treffen. — Abg. v. Gerlach (freist Ver.) bittet den StaatSlekreiär um Auskunft, ob die Regierung geneigt sei, die Dienstboienoeistberung ob igator ich zu machen, eventuell um die Gründe für eine ablehnende Haltung. Die Landarbeiter seien von fast allen modernen Errungenschaften der joj’akn Gesetzgebung auS- aescblsssen. Es fei oft geklagt worden über die Landflucht, wer aber bei den heutigen Rechtsverhältnissen ben Land» atbeitern zurede, im Osten zu bleiben, begehe Unoerantwort- licbeS. da so elende Hungerlö ne gezählt würden, für die eigentlich kein Arbeiter zu finden sein dürfte. Bei dem AuSstand in Crimmit tau habe sich als überaus noewnbig die Errichtung von unparteiischen In «anzen von A-beitS- und Acb-iier- kammern vezeigt. Die sächsischen Belöroen hätten jede Auf- t arung über den Stre k unmöglich gemacht. Diese Verhinderung jeder Aufklärung müsse man den Bebörden zum Dorwurf machen. Die fätstfte Regierung mit ihrer traurigen Finanzlage könne sich die Kosten einer 6 sonderen V rwetung in Berlin er’paren; sie habe ja vorzügliche freiwillige Betretet und Anwälte im Reict»ta-e (Heiterk-it links.) Ungerechtfertigte Der- sammlungSaerbole seien ein W llkürakl, der j-den Tag wiederkommen könne, wenn nicht vom Reichstag bai Vereinsrecht gere-elt werde. Aber dafür f es eine Graf PosadowSky ab'"o ut nicht zu haben zu sein. — Abg. Dröicher (sonst) fü^rt auS: Wenn der Vorredner sagte, die Landarbeiter kinnlen nicht leben, so wundere ihn, daß die Cozialde-»okratie so schlechte Erwlze unter den Landarbellern erzielte. (Widerspruch links.) Warum sträube man sich gegen die Agrarzölle, welche den Landwirten es ermöglichten, die Löbne der Sanbat heiter zu erhöhen. Das DeriältN's zwi chen Arbeitgebern und Arbeitern sei auf dem Lande viel besser, alS in den Stäben, ebenso die Wohnungsv-rhiltniffe. Seine Partei sei jederzeit bereit, zur Verbisierung der Lage der Arbeiter beizuiragen; er halte bteS aber für die Sache deS Reiches, und deffen Fürsorge sei doch ausschließlich den Arbeitern gugeombet. Die Forderungen der Sozialdemokraten zu befriedigen, sei nimmer möglich. (Lehr richtig! rechts.) Durch die Tarisoerträge würde für Arb iter viel mehr Positives geschaffen, alS durch die Arbeilekümmern. Seine Partei wünsche die Ausfüllung der Lücken der Gewerbeordnung in dem Sinne, daß die Arbeiter, die sich gegen ihre
Mitarbeiter tätlich vergingen, sofort entlassen werden könnend Es sei dies rotroenbig, um die Sicherheit deS Betriebes auf- rechtzuerbalien. S'inr Partei sei weiter für die Ausdebnung der Gewerbe-Fnipekiion und für die Vermehrung deS Hilss- p-rsona's. Die Ausdehnung der Frauentätigkeit auf politischem Gebiet lehne seine Partei ab. Das Handwerk müsse eine neue Derfaffunq erhalten, die Handwerkersrage sei eine Bil- dunasfrage. Darum müsse der LehrlingSfrage und der Aus^ bildung deS Foribildungsweiens besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Auch im Interesse des Hindwerks liege eine gesunde Agrarpolitik, namentlich in kleinen Städten und ländlichen Gebieten. Ohne sie sei die Kräftigung des Handwerks nicht denkbar. — Abg. Beum « r (natl.) wendet sich gegen die Behauptung der Arbeiter, daß der Streit in Crimmilschau nicht ausgebrochen fei. wenn her lOstünbige Arbeitstag schon gesetzlich festgelegt gewesen wäre. Es habe sich in Crimmtt» schau weniger um den lOstünbigen Arbeitstag gehandelt, als um die Frage, wer Herr im Hause fein soll und verantwortlicher Leiter deS Betriebes. Diese Herrschaft dem Arbeitgeber zu nehmen, fei das Bestreben der Gewerkschaften. Der 10= ständige Arbeitstag für die Arbeiterinnen werde einen solchen für die Männer nach sich ziehen, der dann zum 9stünbigen für die Arbeiterinnen, und dann auch wieder für die Männer führen werde. Schließlich werde man so zum istündigen Arbeitstag kommen. Was das Tempo der Sozialpolitik anbe- treffe, so brauche man sich nicht in ein sozialpolitisches Automobil zu setzen, wo andere Länder sich noch nicht einmal einen sozialpolitischen Omnibus geleistet hätten. Es wäre angebracht, den Mittelstand etwas mehr zu berücksichiigen. — Abg. Fräßdorf (Soz.) erklärt, der Vorredner habe in der Crimmitschauer Frage den rein kapitalistischen Standpunkt vertreten. Wenn der Abg. Deumer davon gesprochen habe, daß man so schließlich auf den istündigen Arbeitstag kommen werde, so kenne er Leute, die den ganzen Tag nicht arbeiten und doch dabei gut lebe« sollen? Der Abg. Gräfe habe den freiwilligen Regierungskommiffar für Sachsen spielen zu müssen geglaubt. Von den tapferen, teutonischen Antisemiten sei bei den letzten Wah'en bis auf ihn nichts mehr in Sachsen, übrig« geblieben- (Rufe rechtS: „Abwarten!") Der StaatS- stkrtlär wolle gern eine Sozialreform machen, aber sehr bald! komme aus dem Haus ein Zurückzieher, und den mahe allemal das Zentrum. Die Arbe ter verlangten auf dem Gebiet der sozialen Rekormen eine kräftige Kost; mit ben Hitze'schen Bettelsuppen komme man nicht weit. (Unruhe.) — Präsident- Graf B a l l e st r e m bittet, den Redner nickt zu unterbrechen. । Ich glaube, der Redner hat den besten Willen, nicht zu kurz- zu reden. (Große Heiterkeit.) — Abg. Fräßdorf schließt: Bezüglich der freien Aerztewahl seien die Sozialdemokraten noch nicht einig; man könne bei den Kassen nicht jeden Stümper zulassen, der sein Examen mit Ach und Krack bestanden hat. In Berlin sei die freie Aerztewahl unmöglich, dagegen könne man sie in kleineren Städten wohl zulaffen. — Staatssekretär Graf Poladowsky weist daraus hin, daß bie materielle Förderung beS Handwerks im Sinne des Antrages^ Trimborn Sache der Einzelstaaten ist, die ersucht worbrn-lei«^ mitjuteilen, was hierin in den letzten drei Jahren geschehen sei. Er persönlich sei für die Ausdehnung der Versicherung auf die Dienstboien und die ländlichen Arbeiter, feine persönliche Meinung habe aber keinen Wert, wenn die verbündeten Regierungen nicht hinter ih» ständen. — Hierauf vertagt sich daS Haus auf morgen 1 Uhr. — Tagesordnung: Interpellation Trimborn über die Rechtsfähigkeit der Bk" rujsvereine.
Hus aller Welt.
3«demVrandttngluSfitAalesund. Hamburg, 23. Jan. Der Führer der Hilfsexpediiion her „Piönicia" ließ j der Hamburg Amerika-Linie folgendes Telegramm aus Aa-e- unb zugehen: „Die unterwegs getroffenen Vorbereitungen- haben sich überall auf das beste bewährt. Wir wurden sofort: noch unserm Ankommen von Masten hungriger Leute in Bn- lprub genommen und konnten innerhalb 2 Stunben 2100 Portionen glatt verabreichen. Der Zulauf ist dauernd. Wie werden nach'S ca. 2500 Personen beherbergen. Alle Sorten1 Schuhzeng sind dringend nötig, ebenso alle Sorten von W-rk-. zeugen für den Bau von Baracken und Häusern. Den A«ker- p'atz, welcher sich in der günstigsten Lage der Stadt befand, mufften wir leider wechseln, da wir beim Schwoien den Grund berührten. Der jetzige Ankerplatz ist etwas weiter entfernt. Trotzdem haben wir gute Verbindung durck die eigenen Boote' und die Boote der Kriegsickiffe und verbessern die Transport«^ Möglichkeiten stündlich. Da» Wetter ist trocken und milde bei Süotoinb, baS Feuer glimmt unter den Trümmern weiter, daS Kohlenlager ist noch nicht anSgedrannt. Nur wenige Häuser sind »"beschädigt, 700 zerstört. Die Stadt bietet einen grausigen Anb'ick. Es herrscht ein penetranter Geruch von ver-. brannten Fi'cklagern. Die Bevö k rung ist fast apathisch, aber1 von grenjenlo er Dankbarkeit für ben Kaiser erfüllt.* —; 5 emburg, 27. Jan. Die „Hamb. Nackr." melden aus' Aalesund: Die erste Stadt oerordnetenversammlung, die nach - dem Brande stattgefunden hat, beschloß, ein Kovitee mit bit# tatorifcher Gewalt einzusetzen, und gab ein neues Bauregulativ mit dem Mauerzwang. — Bremen, 28. Jan. Der Dampfer „Hera" der Dampf'chiffahrtSge^ell'chaft „Nepmn" wird am SamStag mit weiteren Vorräten an Materialien von Bremer* hatten nach Aalelunb obge’anbt.. — Aalesund, 28. Jan. sMer sind drei Depot» für Proviant und Kleider errichtet. Bons werden verteilt, die für eine Woche Gültigkeit und einen Wert von drei Kronen pro Kopf haben. Insgesamt sieben 250 000 Kronen zur Verfügung. Die Begeisterung für Saftet Wilhelm ist sehr groß. — Balesund, 28. Jan. Der däniiche Hilfsdampfer „Elmbria" kam heute früh 4 Uhr an, daS schwedische Kanonenboot „Svcn!ks»nd" heute vormittag 9 Uhr. In der Nacht tobte ein heftiger Sturm. Jetzt regnet eS stark. Man begann kleine Hüiten aukzuführen, A!» die ScbenSmitielDertcilung von den deuischen Sdtiff n begann, hielt der F ügeladjutant deS deutschen Kaisers, Fregattenkapitän v. Grumme, eine Ansprache, in der er die aufrichtige