Zweites Blatt
anauer O Anreiger
Bezugspreis:
vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus- pärtige Wonncnten mit dem betreffenden PostauffHlag, V Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Geunal-Anzeiger
Erdrückt und v«Irgt in der Buchdrucker« deS vrrein, rv. Waisenhauses m Hanau,
AmiWes Grgm fit Mt- md MKreis Km«
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die ftdrf» Sypatiene Petitzeile oder deren Rauni, für AuSivartZ 45 P^, im ReLauierrtheU die Zelle 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.
Deraniwortl. Nedakieur: H. S ch^c &t< -in HWM,
Nr. 25
B— WME
Ferusprechanschluß Nr. 605.
Samstaa den 30. Ja uar
Fekusprechanschluß Nr. 605
1904
Amtliches.
Stadtkreis Danau.
Bekanntmachunqen des Oberbürgermeister
BekarmtmachNNg.
Aebeitsttchende in der Zeit vom 23. bis 29. Januar 1904: .3 ^»«sbitrschen, 6 Tagelöhner.
Hanau den 30. Januar 1904.
___________Stästtsches Arbeitsamt. 1928
SchulnaGricht.
Städtische Volksschulen.
Die Anmeldung der am 1. April d. Js. schulpflichtig werdenden Kinder findet in der Jett vom 8.—13. Februar vormittags von 11—12 Uhr statt. Die Geburtsurkunde (das Familien-Stammbuch) und der Impfschein sind dabei vorzulegen.
Die Anmeldungen erfolgen:
1. Für alle Knaben, deren Eltern in der Altstadt und nördlich der Linie „Kanaltor, Kanalplatz, Neu- stäster Markt, Nürnbergerfiraße, Gartenstraße" ihre Wohnung haben, in der Bezirksschule I bei Herrn Rekior D i e t e r i ch, Johanneskirchplatz 1 b.
2. Für alle Mädchen, deren Eltern in der Altstadt und nördlich der Linie „Kanaltor, Kanalplatz, Neu- siebter Markt, Nürnbergerfiraße, Gartenstraße" ihre Wohnung haben, in der B-zirksschnle II bei Herrn Rektor Umbach, Johanneskirchplatz 1 a.
3. Für alle Knaben und Mädchen, deren Eltern südlich der Linie „Kanaltor, Kanalplatz, Neustädter Markt, Nürnbergerfiraße, Gartenstraße" ihre Wohnung haben, in der Bezirksschule III bei Herrn Rektor Diene- ^mannn, Bebraer-Bahnhofstraße 9.
Schulpflichtig werden am 1. April d. Js. alle Kinder, die bis zum 1. Oktober d. Js. das 6. Lebensjahr zurücklegen.
Wenn schulpflichtig gewordene Kinder geistig oder körperlich zurückgeblieben find, so haben die Eltern oder Pfleger dieselben unter Vorlegung der ärztlichen Bescheinigung dennoch anzumelden, damit zum Nachweis der erfüllten Schulpflicht das Erforderliche gewahrt wird.
Kleinkinderschulen dürfen Kinder nicht über das bezeichnete Lebensalter hinaus in Pflege behalten.
Die Unterlassung der rechtzeitigen Einschulung schulpflichtiger Kinder unterliegt den StrasbestimmungM über unent- schuldigte Schulversäumnisse.
Hanau den 29. Januar 1904.
Der Stadtschulinspekior,
Lo renz. 1888
Der Ausstand der Herero.
Berlin, 29. Januar. Der Kaiser empfing heute vormittag die nach Afrika gehenden Offiziere. Die Kaiserin em- pstng die von dem Zenira komitee des Roten Kreuzes nach Südwestalrika entsendeten Schwestern des Deutschen Frauen- vereins für Krankenpflege in den Kolonien.
Berlin, 29. Januar. Oberleutnant Zülow schickte aus Okahandja folgendes Telegramm durch Boten nach Karibib, datiert vom 20. Januar: „Ich halte Okahandja seit dem 15. Januar nach einem heftigen Kampfe mit 200 Mann besetzt und kann mich noch einige Zeit halten. Ich warte auf die Geschütze des „Habicht" und erbitte eine Abteilung Artillerie Ein schwaches Windhuk-Entsatzkorps mit einem Maschinengewehr wurde am 12. und 13. zurückgeworfen, wobei acht Reservisten gefallen sein sollen. Die Namen sind unbekannt. Die Verbindung mit Windhuk ist völlig zerstört. Um die rückwärtige Verbindung herzustellen und die nachkommenden Mili- , tärtransporle sicher herzubringen, ist heute eine Eisenbahnfahrt nach Karibib versucht worden. Eingehender Bericht geht heute ab." — Vom 21. Januar datiert: „Gestern nachmittag bei Kamatuersane zwischen Waldau und Okasise heftiges Gefecht der von mir mit der Eisenbahn zurückgeschickten, etwa 70 Mann starken Abteilung, die rückwärts Verbindung suchen sollte. Unsererseits vier Tote und drei Leichtverwundete; Namen wurden nicht gemeldet. Die feindlichen Verluste werden auf 20 bis 25 Tote geschätzt. Da die 20 Meter lange Drücke zerstört ist, versuche ich durch sichere Eingeborene Nachrichten nach Karibib zu senden." — Oberleutnant Zülow meldete weiter, daß sich bei Okahandja die Raffern mit den Herero vereinigen. Mit den „Kaffern" werden wohl die westlich von Omaruru anu-sudelten Bergdamara gemeint sein.
Ueber die Zttsamme»r- setzung tmb Verwendung des Landimgskorps vom „Habicht" in Südwestafrika schreibt man der A. M. K. folgendes: „Das Landungskorps S. M. Kanonenboots „Habicht", im ganzen über 80 Mann stark — befindet sich nach den letzten Nachrichten noch bei der Station Karibib. Bis das Marine i expeditionskorps und die Ab- !ö ungsmannschaften in Swakop- mund eingetroffen sein werden, stehen dem Landungskorps noch Wochen angestrengtester Arbeit und Aufgaben bevor, die mit dem eigentlichen Seemannsberuf wenig zu tun haben. Soviel Gewehre an Bord S. M. S. „Habicht" vorhanden waren, soviel Köpfe der Besatzung find auch
für die Ausschiffung damit ausgerüstet worden ohne Rücksicht darauf, inwieweit die Gefechtsfähigkeit des Schiffes an sich darunter leiben würde. Denn außer auf Mannschaften des Maschinenpersonals mußte auch auf Kochs und Stewardsmaate, auf Last- und Hellegatsleute zurückge- I griffen werden, deren täglicher Dienst für gewöhnlich in der Bedienung und Verpflegung der Besatzung bezw. der Jnfiand- haliung des Schiffsmaterials und Inventars besteht. Das so zusammengesetzte LandungskorpS wurde in zwei Trupps bis Karrbib, befördert. Auf dem, Wege dorthin kam es zu einem Scharmützel, in dem ein Unteroffizier des „Habicht" verwundet wurde. Weiter als bis Karrbib vorzudringen, war bisher nicht möglich. Denn inzwischen hieß es auch, den den Seeleuten nicht unbekannten Kampf mit den Elementen aufzunehmen. Durch heftige Regengüsse warb die Bahn streckenweise zerstört. Zwar hofft der Kommandeur des „Habicht", naS seinen letzten Depeschen, baß trotzdem bis zum 30. d. Mts. die Bahnverbindung zwischen Swakopmund und Karrbib wieder dauernd hergestellt sein wird, aber jenseit Karrbib mußte die Arbeit an der Bahn eingestellt werden, da sie so gut wie neu gebaut werden muß. Immerhin will er es versuchen, das LandungSkorps von Karrbib aus zu Fuß weiter vorstoßen zu lassen und trifft dazu jetzt Vorbereitungen. Man darf sich der Hoffnung hingeben, daß diese Bemühungen von dem gleichen Erfolge wie die bisherigen mit großer Umsicht ge- troffenen Maßnahmen begleitet sein werden.
WoMWe tadtoau.
Nach Macedonieu» Das „Militärwochenbl." meldet: v. Alten, Major und Abteilungskommandrur des Feldartillerie- Regiments Nr. 72 wurde zur Teilnahme an der Reorganisation der macedonischen Gendarmerie kommandiert.
Die Budgetkommission des Reichstages setzie die Beratung des Miliiäretats bei den fortdauernden Ausgaben fort. Die Zentrumsabgeordneten Gröber und Genossen beantragen, bie. Kommission, wolle beschließen, der Reichstag solle den Reichskanzler ersuchen, zur Verhütung von Soldatenmiöhand- lungen, namentlich der systematischen Mißhandlungen darauf hinzuwirken, daß be» schuldhafier Derabsäumung der Beanf- fichtigmig der Untergebenen gegen die für die Disziplin verantwortlichen Vorgesetzten Strafverfolgung unnachsichttich eingeleitet wird. Auf Antrag Speck werden statt der geforderten 97 Militärgerichtsschreiber nur 90 bewilligt. Gröber begründet sodann seinen Antrag, der mit allen gegen drei Stimmen angenommen wird. Es folgt die Beratung der Mehrforderung für 205 Oberstleutnants je 1800 Mark. Im Laufe der Debatte führt der Kriegsminister aus, es müsse der Antrieb gegeben werden, bei der Infanterie einzutreien. Bei der Feld- artillerie sei der Andrang so groß, daß ohne kaiserliche Ermächtigung niemand mehr eingestellt werden darf. Ebenso ist ein kolossaler Andrang bei der Marine. Bei der Infanterie dagegen sind 700 Fehlstellen. Einen Luxus in der Weise, wie die Oeffentlichkeit glaube, gebe es nicht. Er gebe zu, daß im Laufe von 15 biS 16 Jahren 33 bis 34 Uniform» äuderungen vorgenommen worden sind; dabei war das Bestreben maßgebend, Einheitlichkeit zu schaffen. Weiterberairrng am 3. Februar.
Die Amtshattptttt«ru»»schaft Zivirkau und der Stadtrat von Crimmiischau hoben gestern das über Climmitschau verhängte Versammlungsverbot auf.
Wie dem Leipziger Aerzteverband aus Köln gemeldet wird, sind die von dem dortigen Regierungs-Prästdenten mit dem Vertrauensmänner-Ausschuß der'.Kölner Aerzte ge=
iroffenen Abmachungen durch den Handelsminister gebAigt worden.
Die Einberufung der österreichischen Zoll- konferenz erfolgte, wie aus Wien berichtet wird, weil Oesterreich nicht neuerdings auf die Dringlichkeit in Deutschland: wegen der Handelsvertragsverhandlnngen eine ablehnende Antwort erteilen wollte. Graf Goluchowski vereinbarte mit den, Ministerpräsidenten v. Körber und Tisza, dieses AuSkunsts- Mittel zu ergreifen. Graf Tisza wird demnächst durch eine; Sondervorlage die Ermächtigung verlangen, die Handels- vertragsverhandlungen mit Deutschland aufzunehmen.
Zur Lage in Öftersten. Von einem Privatkorre- spondenten wird aus Petersburg von gestern gemeldet: Don maßgebender Seite verlautet, daß die russische Antwort an Japan wegen der bei der Abfassung dieses Schriftstückes erforderlichen Sorgfalt nicht vor der nächsten Woche übermittelt werde. Ein hoher Beamter äußerte in der Unterredung:. Natürlich können wir den Krieg nicht verhindern. Rußland wird sein Aeußerstes tun, um Japan eine Grundlage für einen dauernden Frieden zu bieten. Es gibt aber eine Grenze/ über die wir nicht hinausgehen können. Wir gewähren ta Korea tatsächlich alles und haben bereits die VertragSrechte sowohl Japans als die anderer Mächte in der Mandschurei anerkannt. Es verlautet, innerhalb der letzten 14 Tage hätten sowohl Rußland als Japan den Regierungen in Amerika und Europa ihre Stellungnahme bezüglich einiger strittiger Punkte amtlich mitgeteilt.
Die Lage hinsichtlich des AusftandeS besserte sich in Santander und Alicante, ebenso auch in den anderen Häfen, in denen die Schiffsarbeiter noch im Ausstand verharren. Man hofft auf baldige befriedigende Lösung des Ausstandes.
Barometerstand
mittags 12 Uhr am 29./1. 30./L
Sehr trocken ,
Beständig
Schön '
Veränderlich
Regen (Wind)
Sturm
780,
720.
710.
-770
.766
.750
.740
.730
.710
Gebrauchs - Muster.
Nr. 213 951. Auslöschvorrichtung für Petroleumlampe» mit zwei ineinander verschiebbaren und mit dorchseheuden Löchern versehenen Wandungen, welche beim Verschieben »n Luftzufuhr ab sperren. Carl Haack in Caffel, &e|a1m »o? vom 25. November 1903 ab. — H. 22 571. ÄL ^'
Nr. 214166. T-lephonkontr»llkäfich-n für d-e Gesprächs- gebühr, mit elektrischer Schelle und sichtbare» Drehboden zur Feststellung des EinwurfS und Betrages der eingeworfenen Münze. Heinrich Hufnagel in Frankfurt a. M^ Lützow« straße 9, vom 25. November 1903 ab. — ß. 22 584. Kl. 21*.