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.watHHMaBaMWMiMBMMIaiiMMa***'""""^^ kommissionen bringt dem kleinen Gewerbesiand Schaden. Dre wiberruflidie Osiniarken-Zulage solle unwiderruflich gemacht werden. — Minister P o d b i e l s k i wendet sich gegen die Aeußerungen deS Abgeordneten Broemel über die Landwirtschaft und den Totalisaior und entgegnet darauf, die Pferdezucht sei von Jahr zu Jahr zurückqegangen. Es sei notwendig, dagegen einzuichreiten. In Frankreich sei die Pferdezucht jährlich fortge’diritten. Dort kamen 2’4 Millionen Frcs. aus dem Tolalisatoibetriebe für Ankäufe iür die Gestüte heraus; 8 bis 9 Millionen seien für Rennzwecke vorhanden. Bei uns gehe der Rennbelrieb immer mehr zurück. Die Frage sei wichtig wegen der Leistungsfähigkeit der Kavallerie im Kriege. Vor 10 Jahren seien aus dem Toiali'ator 18 Millionen erzielt worden, jetzt nur noch 200 000 Mk. Die vielen kleinen Wetibureaus seien der Krebsschaden. Sie müßten unterdrückt werden. Deshalb müsse der Staat den Leuten, die zum Rennen gehen, Gelegenheit zum Wetten geben und keine so hohe Steuer darauf legen als bisher. —
Abg. v. JadzewSki (Pole)macht dw Regierung für die Verbitterung in Oberichlesien verantwortlich. Es sei nicht wahr, daß die Polen von Preußen loswollen. Sie verlangten nur gleich allen anderen Staatsangehörigen behandelt zu werden und ihre Sprache zu behalten. Die Polen seien die Angegriffenen, die sich verteidigten. Das Ansiedeluugsgeietz habe das Deutschtum nicht gefördert. Die Regierung mache den Polen im Erwerbsleben Schwierigkeiten und sei daher Schuld an den gegenwärtigen Zuständen. Man solle den Kampf verhindern, nicht verschärfen. Die Regierung erweitere die Kluft, anstatt sie zu Überdrücken; sie tue alles, um die Gegensätze zu verschärfen. Das Ansiedelungsgesetz habe herbeigeführt, daß die Verkäufer infolge der gestiegenen Güterpreise viel Geld bekommen haben, und die Käufer nickt vorwärts komme« können. Man schlage aOo nicht die Polen, sondern die Deutschen. Redu ner warnt die Regiening, auf diesem Wege weilerzirgehen Mindestens muffe gestattet sein, in den Verhandlungen sich der Muttersprache zu bedien-n. — Minister Frbr. v. Hammerstein erklärt, bte polnische Frage werde erst zur Ruhe kommen, wenn wir keine Polen mehr, sondern nur noch polnisch sprechende Preußen haben. Die Dberschlesier waren deutsche Untertanen und würden es noch sein, wenn nicht die großpolni'che Agitation bineingetragen worden wäre, und zwar aus Polen und Galizie«. Es wäre dankenswert, wenn die Herren in Polen sich um ihre eigenen Dinge kümmern möcklen. Aber der polnische Wahlverband »olle alle Wahlen diklieren, nicht nur in Po'en und Westpreußen, sondern auch in Schlesien. DaS fei eine Nebenregierung, die nickt zu dulden sei. Er hoffe, daß die polnische Fraktion bei keiner der staatserhaltenden Parteien im Hause Anlehnung finde. Wenn die Polen sagen, sie wollten nichts anderes sein als Preußen, werde die Regierung ihnen gegenüber eine ganz andere Stellung einnehmen. Leider ist es heute anders. — Der Minister erinnert daran, daß ein polnisches Bart das Dismorck-Denk- wal in Poien^als Schandsieck für die Provinz bezeichnete, ein anderes Blatt zu Kaisers G burtstag schrieb, die polnische Bevölkerung habe keinen Grund, hierzu zu illuminieren. Die preußische Langmut sei viel zu groß. ' Die Regierun; verhandele nicht mit einem ebenbürtigen Gegner; sie habe zu be- fehlen^und die Untertanen haben zu gehorchen. — Minister Dr. Studt stellt eine vom Abg. von Jazdzewski angeführte Fabel von Lehrer-Entlassung richtig. — Abg. Jrmer (tont) stimmt namens der Konseroalwen den Erklärungen des Ministers von Hammerstein zu; seine Partei werde allen Maßnahmen zustimmen, die ohne Schikaue getroffen werden. Redner bespricht den Etat und bittet die Regierung alles zu vermeiden, was zur Minderung von Überschüssen der Eisenbahnverwaltung führen könnte. Er begrüßt die Erklärung der Regierung, daß sie alles tun wolle, um die staatserhaltenden Parteien zu« sammenzuhalten, und bepricht das Verhältnis der Konservativen zu den Rarionalliberalen; das Kartell sei von den Konservativen ehrlich gehalten worden, habe aber niemanden genutzt. Das friedliche Verhältnis mit den Nationalliberalen wäre seiner Partei sehr erwünscht. — Während der Rede des Abg. Jrmer
Die,wt<rg ist Ministerpräsident Graf Bülow im Hiule erschienet. — Fortsetzung der Beratung mo-am 12 Uhr.
Dciitschcr Reichstag.
(Sitzung vom 25. Januar).
Reichshaushalts-Etat.
Das Haus beginnt die zweite Lesung des Reickshaushalts- Etats mit dem Etat des Reichstags. Zu den fortdauernden Ausgaben liegt eine Resolmion der Natiovalliberalen vor, die Regierungen zu ersuchen, dem ReickStag noch in dies-r Ses^on einen Gesetzentwurf, betreff no Abänderung des Artikels 32 der Reicksverfassung vorzulegen, wonach Artikel 32 durch folgende Bestimmung er'ctzt werden soll: „Die Mitglieder des Reichstages erhalten aus ReichsmittelN während der letzten Legislaturperiode, so lange der Reichstag versammelt ist, sowie 8 Tage vor Eröffnung und 8 Tage nach Schluß freie Fahrt auf den Eisenbahnen und für die Dauer ihrer Anwesenheit in Berlin Anwesenheitsgelder in Höhe von 20 Mark pro Tag. Der Anwesenheit in Berlin steht gleich, wenn der Abgeordnete durch Arbcitm für den Reichstag verhindert ist, in Berlin anwesend zu sein, und von den AuwestnheitSqeldkrn werden die Tagegelder abgerechnet, welche ein Mitglied des Reichstages als Mitglied eines deutschen Landtages für dieselbe Zeit bezieht. Nähere Bestimmungen erläßt der Präsident bei Reichstages." — Afg, P a a s ch e (natl) begründet die Resolution; er drückt das lebhafte Bedauern aus, daß von feiten der verbündeten Regierungen bis jetzt nichts geschehen fei, um diesem Wunsch der großen Mehrheit des Reichstages zu enttprechen. Der BundeSrat müsse auf den Reichstag Rücksicht nehmen, tol. fei eine notwendige Bo auSfetzung des Zusammenarbeitens zwischen den gesetzgebenden Fakioren. — Abg. Gröber (Zentr.) betrachtet eS als einen großen Fehl«, daß der Bundesrat frühere Beschlüsse deS Reichstages vor dem Zusammentritt des neuen Reichstages nicht erwogen habt. Der Grundsatz: Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert, sollte nicht bloß auf die Mitglieder des Bundesrates beschränk! bleiben. (Heiterkeit.) Als der Ariikel 32 der Verfassung beschlossen wurde, konnte man noch nicht übersehen, welche Ausdehnung die gesetzgeberischen Arbeiten des Reichstages nehmen würden. Eine ganze Reihe von Erwerbsständen des Reiches ist im Reichsiage infolge des Mangels von Diäten nicht vertreten, vor allem der Handwerkerstand. Die Regierung müsse Wert darauf legen, daß die süddeutschen Staaten im Reichstag immer ausgiebiger vertreten seien. Dadurch gerade würde der Reichsgedanke in Süddeutschland gestärkt werden. — Abg. Pfannkuch (Soz.) schließt sich dem Vorredner an. Die Diäten seien feiner Zeit verwcigcrt worden um das Eindringen der Sozkaldemokratie in den Reichstag zu verhindern; diese sei aber dabei nicht geringer geworden und werde künftig noch weiter anwachsen. Redner verlangt im weiteren Verlauf seiner Ausführungen die Bess rfteHuug der Unterbeamten des Hauses. Redner weist ferner auf die Klagen der Journalisten über mangelhafte Einrichtung der Tribünen hin. — Präsident Gral Ballestrem erwidert, daü er stets die Anregungen der Abgeordneten bei diesem Etat in Erwägung ziehe. Die Abgeordneten könnten sich die Schwierigkeiten einer gründlichen Abhilfe nickt so vor Augen führen wie er. Er nehme immer mit Dank solche Anregungen entgegen. — Abg. Gamp (Rp,) wendet sich gegen die Anregung bei Abg. Pfannkuch für Entschädigung der Unterbeamten auch während der außerparlamentarischen Zeit. Er empfinbet es aber als sehr unangenehm, daß die Beamten nicht einen statutenmäßigen Anspruch auf Krankenfürsorge und Witwen- und Waiienfürlorge oder -Pension haben. Redner spricht namens eines Teils der Fraktion gegen den Diäten-Aniraq. Sein Hauplbedenken ist, daß die Nichtbewilligung der Diäten ein wichtiger verfassungsmäßiger Grundsatz ist, und daß die Aenderung des Artikels 32 eine A nderung der Verfassung überhaupt provoziere. Er erklärt gegenüber dem Abg. Paalche, daß in keiner Zeit solch ein Kandidaienüberfluß geherrscht habe als jetzt. Es sind »ehr fleißige Abgeordnete vorhanden, die
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doppelte Kandidaturen haben. Schuld an der ungenügenden Besetzung des Reichstages seien die unzwcckmaßia langen Debatten. Der Redner wendet sich gc'en die Erteilung von Freikarten an Abgeordnete. — Abg. WoIff (w rück. Ver.) lagt, der Äanbibatenübeiflnß kom e nur von dem Uebeifluß der Parteien; auch die Sozialdcmokratw bringe deshalb mehr Kandiealen auf, weil sie den Mitgliedern Diäten bezahlt. Die Regierungen sollten namentlich mit Rücksicht auf d°n Süden dem Wu sche des Reichstages willfahren. — Abg. N or» mann (kons.) erklärt, daß die überwiegende Mehrheit seiner Partei gegen den Antrag stimme, und lchließt sich dem Wunsche PfannkuchS an, daß es den Unterbeamten des Reichstages möglichst gut gehen sollte. — Arg. Schrader ('reis. Ver.) wünlcht, daß man den Reichstagsbeamten auch während der parlamentslolen Zeit enlgegenkomme. Man solle auch der Presse möglichst entgegenkommen. Sein Hauptbedenken gegen die Bewilligung von Diäten sei die Furcht vor einer stärkeren Vertretung der Sozialdemokratie im Reichsiage. Sie falle weg, nachdem es erst gelungen fei, diesen Zulland zu beseitigen. In bezug auf Freikarten pflichte er dem Abgeordneten Gamp bei. — Abg. Müller (freist Ver.) schließt sich den Aeußerungen der Abgg. Gröber und Pfannkuch an. Warum 'oll der Reichskanzler durchaus mit der auf mittelalterlicher Basis beruhenden Mehrheit des Abgeordnetenhauses rech m, warum nicht mit der Mehrheit des deulschen Reicksiages? Wir sehen in der ganz°n Frage weiter nichts als den Ausdruck eines auiokraii'chen Ly'tcms, das wir deshalb bckämpfen müssen. — Abg. Südekum (Loz.) wünscht Verbesserung der Schreibge- legenheiteu für die Abgeordneten, Vermehrung der Schreibzimmer, Restaurationsbetriebs, sowie die allgemeine Gewährung von freier Eisenbahnfahrt. Erst kürzlich habe Staatssekeelär Graf Posadowsky die Mitglieder der Budgetkommission aufgefordert, sich die Einrichtungen des Kaiser Wilhelm-Kanals anzusehen. Er habe sehr gut reden, aber wer kann das aus eigener Tasche b'streiten. Der Abg. Schrader hat mit Recht darauf bingemiefen, daß es notwendig sei, den Journaliten eine ordentliche Arbeitsgelegenheit zu schaffen. Neuerdings habe sich auf der Tribüne ein Fünfzigpfennigbazar aufgetan. Das nicht unbekannte Wo ff'che Telegrapben-Bureau liefere Anträge billig für 50 Pfennige; wichtige KommissionSberichte schon für 25 Pfennige bis 3 Mark. Es wäre vielleicht Sache der Presse, sich g-gen eine solche Schmntzkonkurrenz zu wahren. Es komme noch hinzu, daß d"s Bureau sich die Berichte anfertigen lasse, wie sie die spezifisch staatserbaltende Presse verlangt. Das Haus habe keinen Einfluß darauf, aber die Regierung stehe diesem Unternehmen wohl nickt fern. Sehr unanceneim sei hier sicher die Stimmungsmacherei bei der Verbreitung der Reden des Reichskanzlers Grafen Bü^ow und ä nlicher Donquichotterien. Es sei gut, dies hier einmal vor d-r Oeffent- lichkeit zu kennzeichnen. — SlaatSlekreiär Graf Posadowsky enlqegnet: Wenn der andere Faktor der Geietzgebnna an den verfassungsmäßigen Bestimmungen sesthält, kinn der Neichstag darin w der eine Unhöflichkeit, noch einen Vorwurf rkßWWD* | tottalischen Regims sehen. Dezügl-ch der Freikarten fann--i^1ie^ versickern, wenn eine aröäere Anzahl Reichstagsmitglieder oder die Mitglieder einer Komwiision die Acbeilen ober Arbetter- mobnuncen besichtigen wollten, würde ick gern zu jedem Entgegenkommen bereit sein. (Unruhe links.) — Abg. Spähn (Zlr.) erklärt: Wenn der Staatssekreiär andeutete, wir rüttelten an der verfassungsmäßigen Grundlage des Reiches, so steht doch fest, daß es bloß an Preußen liegt, das an seinem Widerspruch fefitält und eine Aenderung der Verfassung verhindert. Den Unterbeamten des Reichstags können wir eine Entschädigung für die Zeit nicht gewähren, wo der Reichstag nicht vcrsammelt ist; das würde der R chnungshof verneinen. — Abg. Gothein (fr, Ver.) meint: Wenn der Staatssekretär es als ein besonderes Rckt des Bundesrats bean- pruchte, daß er an der Verfassung festhält, so möge er ls uns nicht übeliiehmcn, wenn wir an der Verfassung festhalien wollen bei der kleinen Finanzreform. Ich habe hier noch die .Forderung, der Diäten für die Teilnahme an den Sitzungen b r Tnriskommijsion zu erheben. Wir wollen die Wohltat der
auch mit Riemckm ober Schnüren unftnürt und der lederne Karsß (Mantel) um die Schultern vollenden die Tracht der Herero-Frau. Ohne eine gewisse A-zahl von Büchsen und Büchschen geht es auch bei den Hereredamen nicht ab. An Stelle von Golec ßne und Lilionaile enthalten sie aber Hammeltalg und Crferetbe. Dicke Schnüre zusammen« geflochtener Nlasperlen und Strange metallener Kugeln werden gern, besonders um die Knöchel getragen (vgl. Friljch, „Die Eingeborenen Südafrikas").
Heute führen die Hereros satt nur europäische Feuerwaffen. Sie tragen das Gewehr meist über der Sckulter, doch so, daß die Mündung nack unten zeigt und der Kolben in die Luft ragt. Viel im Gebrauch ist auch noch die Wurfkeule oder der Kirry; er wird aus dem Weißdorn ober Kameldorn verfertigt und von ihnen meister'aft gehandhabt.
Die Hereros wohnen, wie die eigentlichen Koffern, in Halbkugel!gen Hütten, deren Bauart jedoch in eininen Punkten ahntet±t, wenn auck die Grundlage dieselbe ist, nämlich eine Anzahl Pflöcke im Kreise ein gepflanzt, nach der Mitte herunter gebogen und zusammengebunden. In der weitern Ausiührung sind die Koffern aber sorgfältiger, bei d n Hereros ist die Hütte me^r nur auf Zeit gebaut, und da die wesentlichen Teile beim Oriswechiel mitgenommen werden, so ist alles sehr schwach und leicht zusammengefügt. Zur Ausfüllung der Lücken des Gerüsies benutzt man Buschwerk und Gestrüpp, das möglichst eng in einander geflochien und dann mit Lehm oder in Ermangelung desselben mit Kuhmist gestritten w rd; die Oberfläche zeigt also nicht die gleichlaufenden Linien der Kaffern- hütte, sondern das Ganze hebt sich von dem Gestrüpp der Umgebung nur wenig ab. Ist das Gefüge der Bedachung nicht dickt genug für die Ansprücke der Bewohner, so deckt man noch Ochsenhäute darüber, die je nach Gefallen auch wieder gelüftet werden können. Zu eirer Niederlassung der HereroS gehören au«er den Hütten, die keine besondere Ordnung ein- zunehmen pflegen, natürlich auch Viehkraale, deren Anfertigung derjenigen anderer Bantusrümme ähnlich ist.
Von den vielen S-tt-n und Bräuchen der Hereros können wir hier nur einige der eigenartigsten mitteten. Nach der Geburt bleibt das Kind vorläufig der Pflege seiner Mutter überlassen, die es während seiner ersten Lebensjahre in einem Fell auf dem Rücken trägt; ist es größer geworden, so schließt sich der Junge seinen Alter si-nossen an, zieht mit bieten und den alltäglich auf die nahe W.i've getriebenen Rindern, Ziegen und Sckasen ins Feld, übt sich im Bogenschießen, Kirrywerfen und hilft woll auch den Knechten bei der Ueberwachung deS Kleinviehes, während baS junge Mädchen mit der Mutter Brennholz und Feldkost sucht und im Haushalt mit Hand anlegt.
Nachdem das 12. bis 16. Altersjahr erregt ist, der Zahnwechsel also stattgefunden hat, muü bei den Kindern beid riet Gelchlechts der schmerzvolle Eingriff des „Okuha" vorgenommen werben, der darin besteht, daß den Betreffenden die vier unteren Schneidezähne ausgebrochen und die zwei mittleren des Oberkiefers in Form einer umgekehrten römischen Fünf (a) au8= gefeilt werben. In den beiden Zahnlücken sehen die Eingeborenen eine Versckönerung des Genchtss; so sagt der Herero z. B. auf ein christliches und daher nicht öpericrieS Mädchen hinweisend: „Omusuku ugo omuna, mondn tje nonguavi", d. h. „jene Jungfrau ist ictön, nur schade, daß sie einen zohn- geiüüten Mund hat!" Diese uns brfrenbmbe Ansicht ist <0 allgemein, daß sich bisweilen sogar getaufte Eingeborene doch nachträglich der qualvollen Zahnbrecherei unterwerfen, und zwar geschieht dies, w-e Missionar Dr. Sckinz ermittelte, vorzugsweise von Hereroschönen, deren Sckönheitsnnn und Ge- schmackSrichiung sich mitunter ebenso sehr auf daS Wider- naiürliche ricklen, wie das bei ihren weißen Schwestern in Europa der Fall ist.
Das Fest des Haarschneidens (okukurura) spielt sich ungefähr zu derselben Zeit ab. Bei bieiem Anlässe wird mit einem ge chärflen Stückchen Eisen der Schädel des j Mädchens bis zu einem kleinen im Scheitel stehenden ' Büschel vollkommen glatt ra'iert, worauf dann nach einiger Zeit an die paar ungerupft gelassenen Haarspiralen gedreht- Tier
sehnen von 1—4 Zentimeter Länge befestigt werden, an deren Ende je eine kleine Eisenperle angebracht ist.
Die Bestimmungen über später stattzufindende eheliche Verbindungen werden von den Eltern meist schon zu der Zeit getroffen, da die Kinder noch unmündig sind. Regel soll es sein, daß der Bräutigam 'die Braut von dem Zettpunkte der Verlobung an bis zur Hochzeit nicht, zu sehen bekommt; dieses Verbot erstreckt sich für den jungen Mann sogar auch auf die zukünftige Schwiegermutter. Der Bräutigam hat der Sisie gemäß den Eltern als Preis für die heimzuführende Frau eine vorher vereinbarte Anzahl Rinder und Schafe zu bezahlen. Ist die Bezahlung geleistet, so wird ein mehrtägiges Fest — Omnukandt — Veranstalter; während bei Verlaufes d-eses Festes wird die Tochter von ihren Gespielinnen in strengstem Verwahrsam gehalten. Das Omukanbisest schließt mit der U-cker- anlwortung der Braut an den Käufer, der gpbanrt sein Weib in Gesellschait von Freunden nach der eigenen Ouganda führt, und nun erst tritt das Mädchen nach Vornahme einer Reihe weiterer religiöser Handlungen in die Rechte einer Ehefrau ein. U-hrigenl herrscht bei den Hereros je nach BerinögenS- verhälin sien der Betreffenden Vielweiberei.
Die ohnehin sehr abergläubischen Hereros zeigen diese Eigenschaft besonders bei Krantheiisfällen. ' In solchen wird der Zauberer geholt, der seine Kur mit der Schlachtung eines Ochsen beginnt, dessen Hauptteil feine Gebühr barstellt. Ein großer Kessel mit Fleisch wird auf das Feuer gesetzt und der Kranke in dem auffteigenben Dampf hin und her gefchwenkt. Missionar Diebe bezeichnet diese Behandlung aeradezu als Mord. „Man bedeute," sagt er, „nur für einen Augenblick die Sage eines wichen unglücklichen Kranken. Da liegt er am Bodin in der kleinen Hütte, der jede Stiftung fehlt, der Rauch von dem kleinen im Herbloch brennenden Feuer und der der Pfeifen der teilnehmenden Beucker hüllt sämtliche Gecenstände in tiefste Dunkelheit; der kleine Raum ist vollgepfercht von über und über mit ranzigem Fett und Ocker beschmierten Freunden. Aber damit sind die Foltern noch nicht erschöpft. Abgeiehen von den verschitdenkn religiösen Förmlichkeiten, denen der