Einzelbild herunterladen
 
  

DienStag

Januar

Seite 2_______ __________ wnwwj» I |lMM»ltW^Mfei^*WBi^^ ..............»«»»' «»»<>^«, '»»»»- "' »' ^^""'^^^ dissem ^ichm. M die Begriffe wie Naturalismus, Real»- MitS, KeatiSnruS, Symboliön-^ u. ). w. und Anstöße ge­worden für die suchende heutige Dolksfcclc, sie erst alle muß die Gesamtheit überwinden, um sich dann zur Einheitlichkeit eines Stiles und einer neuen Kunst zu erheben, vor der die Welt sich in Bewunderung beugt. «Air deutschem Wesen soll die Welt genesen." ' Die Ausführungen des Redners waren getragen von einer heißen Liebe zum deuischen Volk, aon einer tiefen und ernsten Auffassung der Kunst und boten reichliche Anregung.

* Weins'scher Gesangverein. Wir machen an dieser Stelle darauf aufmerksam, daß das Konzert des Weins'schen Gesangvereins am kommenden Samstag den 30. d. M. in der Centralhalle stattfindet und Bestellungen auf Eintrittskarten durch die beiden Hofbuchhandlungen und die Buchhandlung des Herrn Aug. Zippelius (Krämerstr.) ent­gegengenommen werden. Die Abonnementekarten haben zu diesem Konzert knne Güllftkeit.

* Stavttheatrr. Wir weifen nochmals darauf hin, daß die sonst am Mittwoch stattfindende Abomiements-Vor- stcllung ausnahmsweise auf heute Dienstag verlegt worden ist, und zwar wird dieselbe als 8. statt 9. im 4. Abonne­ment gegeben. Zur Aufführung gelangt die entzückende Lustspiel-NovitätDer blinde Passagier."

* Benefiz Wehn. Unsere liebenswürdige Soubrette Frl. Lisa Wehn hat, wie schon gemeldet, am Freitag ihr Benefiz und wird dabei das hier schon wiederholt mit großem Erfolg aufgeführte beliebte Schauspiel mit GesangMulter- kgen" neu einstudiert in Szene gehen. Frl. Wehn hat sich durch ihre gefällige, chikc Darstellungskunst die Beliebtheit des diesigen Publikums erworben, sodaß der symparischen Künst­lerin an ihrem Ehrenabend sicherlich ein volles Haus bevor- stehen dürfte.

* Kranken- und Begräbniskasse des kanfm. Vereins zu Frankfurt a. M. Wir erhielten zu der Notiz in Nr. 20 unserer Zeitung folgende Mitteilung: Die gesetzlichen Folgen der amtlichen Bekanntmachung sind nun einmal keine anderen, als die U bermeisung der versickerungs- pflichtigen Mitglieder an die Ortskrankenkasse. Wenn die obige Kasse dies für ihre Mitglieder nicht wahr haben will, so muß sie wohl schon einen Freibrief besttzen, daß auf ihre Mit lieber die GesktzeSvorschriften und Folgen keine Anwen­dung zu finden haben, was jedoch entschieden zu bezweifeln ist. Interessant ist jedenfalls, daß die Kasse in direktem Gegensätze zu ihrer Aeußerung in Nr. 15 dieser Zeitung schon zugibt, die Bescheinigung nach § 75a noch nicht erb alten zu haben. Dagegen erscheint es nicht als ausgeschlossen, daß dieser Kasse, wenn alle Formalitäten riesig erfüllt sind, wieder eine Bescheinigung nach § 75a erteilt wird und daß sie dann, von dem Tage der Erteilung dieser Bereinigung an gerecknet, wieder die Berechtigung besitzt, vom Deitrittrzwanze zur Orts- krankenkasse zu befreien. Aber das ändert an dem augen­blicklichen Tatbestände ni^tS, daß diese Kaste momentan nur eine sogenannte Zuschußkoste ist und daß ihre verficherungs- pflichtigen Mitglieder mindestens ein Jahr lang der OrtS- krankenkrffe angeboren und dadurch gezwungen sind, zu zwei Krankenkassen Beiträge zu entrichten. DieS sind nun einmal die gesetzlichen Folgen, die jede Krankenkasse treffen, welche vor dem 1. Januar 1904 die erneute Bescheinigung nach 8 75a nicht erhalten bat. Im übrigen kann man eS getrost d-r nächsten Zeit überlassen, die alleS Nähere an den Tag bringen und das Weitere lehren wird.

A Jugendlicher Dieb. Ein Goldarbeiterlehrling von hier war von Ostern bis Juli v. I. in einem Goldgeichäft in der Lehre und stahl während dieser Zeit fortgesetzt Vold- ab'älle, was geeignet war, die Arbeiier, denen das Gold mangelte, in einen unangenehmen Verdacht zu bringen. Zum Glück war er dann auch noch so unoorsitirg und stahl ein Zieheisen im Werte von 80 Mk. und einen SLmelztiegel, wo­bei man den Langfinger abfassen konnte. Als zu Hause bei ihm naigeiutft wurde, fanden sich Goldabfälle im Werte von etwa 180 Mk. vor. Er wurde fort:ejagt, kam zu einem Schlossermeister in die Lehre und benutzte auch hier wieder die erste Gelegenheit, ein Handtuch zu stehlen. Die Strafkammer verurteilte gestern den verdorbenen Jungen zu 6 Monaten und 3 Tagen Gefängnis, auch wurde die Zwangserziehung gegen ihn eingeleüet.

Barometerstand

mittags 12 Uhr am 25./1. 26./I.

Sehr trocken _ = Beständig

Schön 760^Zi Veränderlich^=j

Regen (Wmd?b0-M

Viel Regen 740g Siutm 7#o-g

710

Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.

Telegramm aas Hamburg vom 26. Januar

9 Uhr 40 Minuten.

Ein Maximum über 774 mm lagert über Südosteuropa, ein Minimum unter 749 mm westlich Schottlands. In Deutschland ist die Witterung ruhig, trübe, vielfach neblig, sonst trocken.

, Prvgno'e für den 27. Januar: Vorwiegend trübes, etwas wärmeres Wetter ohne erhebliche Niederschläge wahrscheinlich.

I Aanau-r Ueseins- «. UeSgttiislMgsnachptchten

kür Diensta« den Ltz Januar.

Stadttbcate':Der blinde Pissaaier" 9t.rang 7 ULr. 3®anp?innurg für Glaser- und Schreiner A«ca>Z 8' > uhri General» Versammlung in der oePnen Gerste".

Allg. Kranken Unterstütznnaskosse: GenerKversammlun!!. Cratorteiwerein; Probe in der Oberrealschule. .

»rang. Männer- und Mnglinarvereinr FünglingSverem: Bibel- bssrechong: Innaftaucnverein Flickabend (Ev. VeremSvaus. t?atb. Katina «Etniracht" (Vereinst.: Braustüb't'^r Ber^n-abene. Turvgemeinde: Van 7/iSV« Uhr: Turnen der Damenavteuung; von &/.-10 Uhr; Turnen der Juaendab.nlung. Turngrsrlllchaft: Abend» von 79 Uhr: Turnstunde. GesangvereinEintrackt"; Sinastundc. u GesangvereinSumser": Sinastimbe in derStadt Bremen . GetanavereinMelomania": Singstunde tu der »Karthauuc Sanität-kolonne des KrieaerverelnS: Uebringsstunde i. d. ,6fntralliaUe Kegel-Klub der Epeffart-Touristen: Gasthaus .zur nuten Omuc . Verein an Bayern: Vereinsabend ,m Gasthaus «zur Sonne". Dentlchuaiionaler HandlungSgebilsen ° Verband, Ortsgruppe Hanau: Vereinsamend imKarlsberg".

Zitherverein Lanau: Brobe in der Restauration «Allemania . süddeutscher Klick: Klubabend in der Restauration «Allemauia . Athleteukiub «Germania" : Riegenstemmen und Musterriegtilarbeitcu. (Restaurailon Wagenbach, Paradeblab), Secwm- und Ring-Klub «Eiche": 9lu Uhr: ©auertemmen und Sreinstoßen: 1011: Musterrieaenarbeiten («Wiener Spitze").

Aus dem Gerichts?««!.

Sitzung der Strafkammer I vom 25. Januar.

Verschiedenes.

Der vorhrsirafle Taglöbner E. von Mainz, der bei einem Landwirt in Bergen im Dienst stand, stahl einem Kollegen dessen Uhr und Stiefel. E. bat diesen Freundschaftsdienst mit 8 Monaten Gefängnis zu büßen. Der landgräfliche Jagd­aufseher zu Mitteibuchen sah am 27. September v. J. die Brüder Wilhelm und Heinrich P. auf den Aeckern umher­streifen und entdeckte bei dem einen, als er ihn festnahm, ein Gewehr. Sie erklären heule, daß sie nur auf eine Schkibe hätten schießen wollen, um das Gewehr zu probieren. Die Beweisaufnahme ergibt aber, daß sie hinausgegangen waren, um die Jagd auSzuüben unb deshalb erhält jeder eine Woche Gefängnis. Am 2. August v. I. kamen mehrere Radfahrer von Fechenheim von der Enkheimer Kirchweih zurück. Einer von ihnen, der Taglöhner F., der sehr langsam fuhr, erhielt plätzlich von einem aus dem Dunkel auftauchenden Fußgänger drei Schläge auf den Kopf, wonach ihm derart das Blut aus der Wunde lief, daß er absteigen mußte. Als er das bewerkstelligt hatte, lief der Taglöhner S. q terfeibein, der ihn ohne jede Veran­lassung mißhandelt hatte. So behauptet wenigstens der F. als Zeuge. Der Angek'agte S. behauptet bestimmt, daß der F. auf seinen Ruf:Verhaltet Euch b schen ruhiger, Ihr Bauern", vom Rad heruntersprang und mit einem blitzenden Gegenstand auf ihn einbrang. Daraufhin habe er ihm erst mit seiner Tabaksdose auf den Kopf geschlagen. Der S. erhält eine Woche Gefängnis. Ein hier durchreibender Handwerks­bursche, der Weber H. von Brssingen in Württemberg, drang in der Nacht zum 21. Dezember v. JS. in den Ziegenstall eines Ei'enÄhü chrHr-rs ein und machte sich darin eines Vergehen» gegen § 175 R. St.-G.-B. schuldig. Da sich Zweifel an der ZurechnungSfähigkeit deS Anzeklagts« ergeben, wird derselbe auf Antrag des Kreisarztes, Herrn Dr. Erchen- berg, auf 6 Wochen der Irrenanstalt in Marbmg M Be­obachtung seines Geisteszustandes überwiesen.

8 176.3.

Der beinahe 70 Jabre alte Taglöhner Peter A. Bin hie?, der am 8. November 1892 vom hiesigen Schwurzericht zu 10 Jahren Zuchlhaus wegen Giftmordoersuchs an seiner Frau verurteilt worden war, alio auch noch nicht lange aus d-m Zuchthaus« entlassen ist, ist des VerbrechmS gegen § 176,3 des R.-St.-G.'B. angeklagt. Die Verhandlung findet unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Das Gericht verurteilte den Angeklagten unter Zubilligung mildernder Umstände zu 2 Jahren Gefängnis und 3 Jahren Ehrverlust.

Bus JNab und fern,

O «afsel, 25. Januar. Ein internationaler Gauner halte sich vor der hiesigen Swaskammer in Person des Buchbinders D « s c z e k aus Cassel zu verantworten. D. ist ein weitgereister und welterfahrener Mann, der nicht nur alle Großstädte Europas, vornehmlich Paris, Petersburg und London, durchsireisle, sondern auch schon die meisten Strafanstalten des In- und AuslandeS kennen gelernt hat. In Deutschland hat der Angeklagte schon eine ganze Anzahl Zuchthäuser kennen gelernt, denn seiner vielen Eindruchkdieb- ßähle wegen hat er schon über 12 Jahre in Zuchihäusern zu­gebracht, zuletzt war der Angeklagte im Zuchthause zu Münster i. W. interniert. Hier lernte er einen Ingenieur aus Belgien kennen, mit dem sich schon früher sein« Wege ge­kreuzt halten, und der wegen zahlreicher schwerer EinbruchS- diebstähle 15 Jahre Zuchthaus zu verbüßen hatte. Der In­genieur erzählte u. a. feinem Zuchthaus?,liegen, daß er in Brüssel eine reiche Braut habe, die von ihm ganz bedeutende Geldsummen, die Erträge seiner umfangreichen EinbruchSsieb- stähl« in Bauten und Goldarbeiterläden, erhallen hätte und die vielleicht doch etwas für ihn tun fünnte. AlS D. nun aus dem Zuchihawe enilaffen worden war, wandle er sich an bie in Bruchsal wohnende Braut des Ingenieurs unb zwar mit dem Erfolg, daß er mehrere Tausend Mark hilf r unter ber Vorgabe ab chwindelte, daß er für ihren Bräutigam, der in einem an Sibirien erinnernden Kerker schmachte, allls tun wolle, um ihn zu befreien. Er entwarf der Braut einen ge- malen Fluchtplan, der alles auf'ezäblt hatte, waS biete und jene Akijon koste und der mit etwa 3000 Mark abschloh. In Köln sollen die Brautleute sich wiederleyen. Die Braut schickte auch tat'ächlich Geld und der Angeklagte war kühn genug, bald «ueber mit neuen Forderungen an sie heranznlreten, da der Koup noch nicht ganz gelungen sei, angeblich we i die Beamten zu viel verlangten. Da die Braut aber mittlerweile doch gemerkt halte, daß sie einem Schwindler in die Hände gefallen war, lchickte sie ihrem Bräutigam den Brief be» An»

geklagten inS Zuchthaus, worauf der Angeklagte, der sich eines fairen Namens bediente, trotzdem Mb erwischt wurde und heute wegen v rfudjten u"d vollendeten Betruges im siras- schärfenden Rückfalle zu 2 Jabren 7 Monaten Zuchthaus und 5 Jahren Erverlust nebst Stellung unter Polizeiaufsicht ver­urteilt würbe.

-r. Marburg, 25. Januar. Der HaushaltungSpsan der Stadt Diarburg schließt nach dem Vorantchlage für 1904 im Ordinarium mit 839 000 Mk. ge^en 790 000 Mk. in 1903 und im Extraordinarium mit 647 055 Mk. gegen 607 257 Mark in 1903 ab. Die direkten Steuern stellen sich auf 306 000 Mk. gegen 279 000 Mk. in 1903 unb die Zu­schüsse zur Einkommensteuer sind bestimmt auf 115 Prozent gegen 112 Prozent in 1903.

-r. Treyfa, 25. Januar. Bei einer Wildschweinsjagd bei Jesberg wurde ein Jäger von einem verwundeten Keiler angegriffen und schwer verletzt.

Mainz, 25. Januar. Der Stadtkommandant von Zastrow reichte sein Abschiedsgesuch ein.

Hue aller «Mt.

©in mutiger Landrat. Aus Bersinbrück (Hannover) 25. Januar wirb berichtet: Der Kreisausschußsekretär Puenger sollte sich in Begleitung des Landrats Dr. Klauser wegen Un­regelmäßigkeiten im Amte und Unterschlagungen dem Gericht stellen. Unterwegs flüchtete Puenger und sprang in die, Hase. Dcr Lan'orat sprang, um ihn zu retten hinterher. Während Puenger etrank, wurde der auch in Lebensgefahr schwebende Landrat durch hinzugekommene Personen gerettet.

Zwei Kinder infolge Kurpfuscherei gestorben. Der Gürtler Stephan Schüss.l in Bucbenbach (Anngericht Pegnitz), ein Mann, der noch nicht einmal die Baberprüfung bestanden hat, betreibt schon seit langem ein schwunghaftes Ge­schäft imHeilen" aller möglichen Krankheiten, Lungen­entzündung, Knochenbrüche, Rheumatismus, speziell Frauen­leiden u. s. w. Er hat vom Lande einen großen Zulauf, weil er haltbilliger ist wie der Dokior". Auch der Bauer Lippert in Schwärz bei Hohenmirsberg zog den Kurpfuscher zu Rate, als seine beiden 10» und 13jährigen Knaben an Diphtheritis erkrankten. Ein Arzt wurde »nicht gerufen, und nach einigen Tagen starben beide Kinder. Vor der Straf­kammer des Landgerichts Bayreuth sagten die Sachverständigen Medizinalrat Dr. Teichert in Pegnitz und Landgerichlsarzt Dr. Weiß von Bayreuth übereinstimmend auS, daß bei ord­nungsmäßiger äiz'.Iicher Behandlung beide Knaben hätten ge­rettet werden können. Die Sirafkammer erachtete aber nur in dem einen Fall die fahrlä sige Tötung für gegeben und ver­urteilte den Schüssel zu 14 Tagen Gefängnis.

Endlich erwischt. Nach derKöln. Volksztz." wurde der Auienihslisort des Kassenrendanten (Steriler von Gen­singen in Rheinhessen, der vor drei Jahren nach. Verutt- treuung von über 200 000 Mk. entfloh, nunmehr erWWft Er ha t sich in Transvaal auf. Es sind schön SÄNtte «e^^. schehen, um seine Auslieferurtg zu erwirken. Schcriler hatte mit einem jungen Manne vom Hunsrück gegen die Buren ge» kämpft. Dieser weilte eben in Eenfingen auf Besuch und er­zählte von seinem Zusammentreffen mit Schertler.

Eine heiter» Geschichte erlebte kürzlich eine Mün­chener Firma: Dieselbe fanbie vor einiger Zeit an einen größeren Grundbesitzer in der Provinz ein Probefläschchen Marsöi", welches vielfach für Schuhe und Lederzeug ver­wendet wirb, um dasselbe weich und wasserdicht zu machen. Auf die kürzliche Anfrage, wie das Oel entsprochen habe, er­widerte der Biedere:Das gesandte Marsöl hat mir sehr gut zugesagt, noch nie vorher hat derSalat" so würzig ge- Ichmeckl, nur ist mir nicht klar, welchen Zweck der beigesügte Pinsel haben soll?" Die Antwort hierauf soll ihm die be» treffenoe Firma auch wirklich schuldig geblieben fein.

Eine ganze Stadt nievergebrannt. Christiania, 25. Januar.-SerbenS Gang" lchreibt: Die kühne, sym- parhische Persönlichkeit Kaiser Wilhelms ist schon längst in unserem Lande volkstümlich. Der Kaiser zeigte wiederholt, daß er die Natur und die Bevölkerung desselben liebt. Bei uns sucht er von Jahr zu Jahr Erholunz von den Lasten feiner hohen Verantwortlichkeit. Nichts ist natürlicher, als daß dies ihm die guten Gefühle unseres Velkes zuwendet. Das warmherzige, rasche und entflossene Auftreten des Kaisers aber in dem Augenblicke, wo Unglück Norwegen getroffen hat, hat, soweit die Kunde davon gelangt ist, das norwegische Volk tief gerührt und hat die Herzen in Da kbarkeit höher (sagen lassen. Die Spende, die er unter freigebigem Anschlüsse seitens seines Volkes der notleidenden Bevölkerung Aalesunds gewährt hat, ist an und für sich groß unb mächtig durch das Beispiel, daS sie gibt. Der Name Kaiser Wilhelms ist in aller Pkund, und in Norwegen wird seine rasch' Hilfe in diesen traurigen Tagen zur Linderung menschlicher Leiden nie verg-ssen werden. Aalesund, 25. Januar. Die Verteilung der Lebens- mittet am Quai ging unter gewaltigem Andrang vor sich. Es fehlt in allen Gesellschaftsklassen an Lebensmitieln. Heute wird man bereits warme Kleidung austeilen können. Hilfs­angebote werden mit dankbarer Begeisterung angenommen. Viele sind zu Tränen gerührt über die Hilfe des deuischen Kaisers. Während der Auswanderung aus der Stadt kamen mehrere Perionen zu Schaden. Einige Kranke wurden von Schlaganlällen betroffen und starben. Dicker, übelruchender Rauch hüllt die Brandstätte ein. Kopenhagen, 24. Januar. Die Vereinigte Dampf chiffsgesellshast entsendet am Montag den DampferC'mbria" zur Hilfeleistung nach Aaltsund. DaS Kriegs- und Marineministerium schicken so »el Zelte, Betten unb Kochapparate Mit, wie entbehrlich sind. Das HilfSkomilkk, das sich hier gebildet hat, sammelte im Laufe des Tages so v el Geldmittel, daß eS 1000 Sack Mehl und anrere Vorräte ankaufen konnte, welche dieCimbria" mit» nehmen fall. Kopenhagen, 25. Januar. Unter dem Vo sitz her Kronprinzessin Louisa hat sich hier ein Hilfs­komitee für Aaleiund gebildet. Kopenhagen, 25. Jan. DaS Morin-minrst-rium sandte ein Kriegsschiff mit Proviant und.Kxiuangaftücfen, sowie Decken nach Aalejund ab,