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Anzeiger
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Gluckt und verlegt in der Buchdruckerei deS verein, <3, WaifeuhaujeS in Hanau. ^
Gtnerai-Auzeiger.
Amtliches OrW str Stadt- und KmckKrns Ham«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die Mnj. MyLlteue Petitzeile oder deren Raum, für LvSwärLLKPfg., im Keklamentheil d-s Zeile 25 Mg„ für Auswärts 35 Pfg.
S/mtmetiL Redakteur: S. Sch<hä-Lr in H«l«,
Mr. 17
Fernfprechanfchlnß Nr. 605
Dannerstan den 21. Januar
FernspreLauschluß Nr. 605. 1904
Amtliches.
Stadt- und Landkreis Hanau. Amsschreiben!
In dem Walde der Gemeinde Semd (Kreis Dieburg) wurde am 15. Januar die Leiche eines zirka 40fährigen unbekannten Mannes aufgefunden. Größe 1,65—1,70 Meter, dunkelbraune Haare, zum Teil etwas ergraut, guterhaliene Zähne. Kleidung: dunkelb auer Anzug, grauer Radwantel, Schnürschube, graue Socken, weißes Hemd und Taschentuch, letztere mit A D. gezeichnet, schwarzer weicher Filzhm; bei der Leiche wurden 3,60 Mk. gefunden.
Besonderes Merkmal: Der Verlebte trug am rechten Arm einen Verband und litt offenbar an dieser Stelle an Knochenfraß. Die Leiche ist stark in Verwesung übergegangen; der Tod erfolgte vor zirka 3 — 5 Wochen.
Um Recherchen und Nachricht wird ersucht.
Darmstadt den 18. Januar 1904.
Großh. Staatsanwaltschaft.
Wird veröffentlicht.
Hanau den 20. Januar 1904.
Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.
P 521. J. V.: Lehfeldt, Reg.-Assessor.
Stadtkreis Banau.
Voiizeiverordm»««, betreffend die Arbeiter-Fürsorge auf Bauten im
Stavtkreise Hanau.
Auf Grund der §§ 5 und 6 der Verordnung vom 20. September 1867, die Polizei-Verwaliunq in den neu erworbenen Landesteilen betreffend, und der §§ 143 und 144 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 wird im Einverständnis mit dem Magistrate hier folgende Verordnung für den Stadtkreis .Eanau erlassen:
8 1. Der § 1 a Satz 2 und § 2 Absatz 1 der Polizei- Verordnung vom 18. Oktober 1900, betreffend die Arbeiter- Für arge auf Bauten im Stadtkreise Hanau, werden durch nachstehende Vorschriften ersetzt:
§ 1 a Satz 2: Während der Rohbauausführung vorübergehend beschäftigte Arbeiter werden nicht in diese Zahl eingerechnet.
§ 2 Absatz 1: Zur Unterkunft für die an Bauten (a und b § 1) be'ckäftigten Arbeiter bei ungünstiger Witterung und MjMMraMTOi^^
Feuilleton.
Stadtthellter in Hanau.
— Hanau, 21. Januar.
~ Der Wiederaufnahme von Björnstjerne Björnsons lästigem Schauspiel „Das Fallissement" am gestrigen Abend lieh Herr Max Bayrhammer vom Stadttheater in Frankfurt seine künstlerische Kraft. Der große Erfolg, den das Werk des nordischen Dichters vor nun ungefähr 30 Jahren erstmals an den deutschen Theatern hatte, ist ihm als treuer Begleiter die Jahre hindurch geblieben, denn noch heute bringt man der Aufführung des Schauspiels lebhaftes Interesse entgegen. Mit hohem sittlichen Ernste behandelt der Dichter hier einen Stoff aus dem wechselreichen Getriebe des Lebens, der sich nur widerstrebend der dramatischen Verarbeitung unterzieht. Klar und einfach unb doch so ausdrucksvoll tritt die Tendenz des Stückes hervor, in dem ein unerbittliches Rechtsgefühl der Heuchelei und der Lüge den Spiegel vorhält. Der Inhalt des Schauspiels kann als bekannt vorausgesetzt werden, es behandelt einen kaufmännischen Stoff und führt in das Haus des Großkaufmanns Tjälde, der seit drei Jahren auf schwankendem Boden steht und dem nun von dem Advokaten Berent die nackte Wahrheit vor Augen geführt wird und der gezwungen ist, den Weg zu gehen, der ihn und seine Familie allein zum Frieden und zur Wiederaufrichtung führen kann. Dem Schauspiel, Björnsons des im letzten Jahre mit dem Nobelpreise ausgezeichneten Poeten, einst auf den deutschen Bühnen mit die erste Heimstätte bereitet zu haben, ist ein Verdienst Ernst Possarts gewesen, der auf seinen Gastspielreisen den Advokaten Berent in meisterhafter Weise verkörpert hat. Noch heute bemächtigt sich der gastierende Künstler gcrmc dieser Partie, da in dieser scharf gezeichneten Charakterfigur ein fähiger Darsteller seine Kunst Menschen, auf die
in den Ruhepausen müssen Räume geschaffen werden, welche im Mittel mindestens 2,20 Meter im Lichten boch, mit Wänden umschlossen und mit einem DaS versehen sind und deren Grundfläche derart bemessen sein muß, daß auf jeden am Bau dauernd beschädigten Arbeiter (vergl. 8 !) eine Fläche von mindestens 0,75 qm entfällt. Dem Ermessen der Königl. Polizei-Direktion bleibt es überlassen, in Ausnahmefällen eine Fläche von mindestens 0,50 qm genügen zu lassen.
§ 2. Di-se Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Ver- kündigung in Kraft.
Hanau den 19. Jan^-r 1304.
Königliche Polizei-Direktion.
L 20/1 v. Beckerath.
Beschluß.
Auf den Antrag des Gemeindevorstandes zu Ravolzhausen und mit Zustimmung der Königlichen Regierung, Abteilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten zu Cassel hat der KreisauSschuß des Landkreises Hanau in seiner Ätzung am 16. Januar d. Js. auf Grund des § 2,4 der Landgemeinde- Ordnung vom 4. August 1897 beschlossen, die in das Eigentum der Gemeinde Raoolzbanken übergegangene, im Gutsbezirk Rüdigheimerbof belegene, 0,4527 ha große Waldparzelle — Kartenblatt 8 Nr. 4 — (das Klosterwäldchen) von dem genannten GutSbezirk abzutrennen und mit dem Gemeindebezirk Ravolzhausen zu vereinigen.
Hanau den 19. Januar 1904.
Der KreisauSschuß.
A 121 v. Beckerath.
.................... — - ' ■ s—.......—■
Handelsregister.
A 22 Firma C. S-ibel in Hanau: Die Firma ist erloschen.
A 138 Firma Joseph Zabolitzky in Hanau: Die Firma ist nach Groß-Steinheim verlegt.
Hanau den 15. Januar 1904.
Königliches Amtsgericht 5. 1389
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 1 schwarzer Muff, 1 grüner Kinder- Schnürstiefel mit grünem Pelchssatz, 1 Portemonnaie mit 71 Pfg. Inhalt, 1 Paket mit 12 Päckchen Knorrs Hafermehl, 1 Portemonnaie mit etwas über 3 Mark Inhalt.
Hanau den 21. Januar 1904.
Bretter zu stellen, wohl beweisen kann. Herr Max Bayrhammer, der vor 15 Jahren als aufstrebendes Talent an unserer Bühne wirkte, hat uns gestern mit der Wiedergabe des „Berent" gezeigt, daß er in seiner Kunst Meister geworden ist und Menschen menschlich wahr zu gestalten versteht. Das war ganz der alte unerbittliche und äußerlich schroffe Anwalt des Rechtes, der schonungslos und mit fester Hand das Lügengewebe des Spekulanten zerreißt und aus dessen warmen Herzen doch ab und zu menschliches Mitgefühl und Teilnahme hervorbrach. Nach dem zweiten Akte wurde dem Künstler denn auch die lebhafteste- Anerkennung durch wiederholten Hervorruf von Seiten des Publikums. Mit ganz besonderer Sorgfalt sind auch die weiteren Gestalten des Stückes von Dichter gezeichnet, herb und streng, wie der Verlauf der Handlung, sind auch die Menschen behandelt. Den Großhändler Tjälde spielte Herr Fink mit großem Geschick. Auch seiner Darstellung kann nachgerühmt werden, daß sie menschlich wahr und überzeugend war. Eine der schönsten Figuren des Schauspiels ist die Frau Tjälde, die in Frl. ^Jirsak eine Vertreterin fand, die der Rolle alles das geben konnte was sie verlangte. Mit bett beiden Töchtern Walburg unb Signc fanden sich die Damen H e i d e n f e I s und U r b a n zufriedenstellend ab und von den weiteren Mitwirkenden sei mit besonderer Anerkennung Herrn Becker als Leutnant Hamer und Herrn Merker als Sannäs gedacht. Die Rolle des Braumeisters Jacobson lag wie schon bei früheren Aufführungen in den Händen des Herrn G e h r m a n n.
Am letzten Sonntag hatte „Alt-Heidelberg" erstmals in dieser Spielzeit wieder seine Anziehungskraft bewährt. DaS Haus war ausverkauft, selbst das Orchester wurde geräumt. Die Besetzung der Rollen war zum Teil die alte geblieben. Herrn Beckers Erbprinz ist als eine hübsche temperamentvolle Leistung auf das beste bekannt, auch Herrn Gehrmanns Dr. Jültner ist uns eine vertraute Figur geworden. Warum aber unsere vortreffliche Käthie aus ver-
Hue Stadt und Cand.
Hanau, 21. Jsuvar.
Historische Gedenktage.
21. Januar 1815 starb Matthias Claudius, der „WandSbecker Bote", der mit Recht noch heute beliebte Dichter (des „Rheinweinlie--?", des Liedes „Der Mond ist aufgegangen"), der treue und unbestochene Zeuge für die evangelische Wahrheit in einer gänzlich glaubenslosen Zeit, welcher einst auch, wenn gleich nur auf eine kurze Zeit, als „Landkommissar" zu Darmstadt dem Hessen- lande angrhört hat.
21. Januar 1820 starb der Landgraf von Hessen-Homburg, Friedrich Ludwig Wilhelm Christian, fast 72 Jahre alt, der Vater von 14 Kindern, unter denen 5 Söhne nach einander zur Regierung gelangten. Mit dem letzten derselben, Ferdinand, erlosch dieses Geschlecht fast gleichzeitig mit der Annex-on von Hessen-Hsmburz.
21. JanttM! 1842 starb der gro-jerzoglich badische Generalleutnant Lingg von Lmszomcld. Sein Name muß in Hessen unvergessen bleiben, denn als Major rettete er die Stadt Hersfeld vor der Plünderung, welche ihm auf Napoleons Verfügung zur Strafe der Stadt für den Tumult am 24. Dezember 1806 aufgetragen war. DaS gleichzeitig befohlene Niederbrennen der Stadt war durch Bestechung des französischen Generals Barbauld abgewen- det worden, und es wurden an hierin Jahrestage des Brandes der Stiftskirche nur vier schlechte Häuser, um den Schein zu wahren, eingeäschert. Nun sollte zur Plünderung geschritten werden, der Major Angg verkündete dem ausgestellten Jägerbataillon, es sei erlaubt, die Einwohner zu plündern, wer dazu Lust habe, solle vortreten. Es meldete sich Niemand; damit war das Unheil abgewendet. Die dankbare Stadt Hersfeld hat in unsern Tagen dem edlen General Lingg ein Denkmal in seiner Heimat errichtet.
Beamtenpersonal-Nachrkchten.
VrmtWtt: der HUfspfarrer H e p p e in Bebra zum Pfarrer in Ulfen, Klasse Sontra, der HUfSförster B r o s i u s zu Frankenau zum Förster, unter Uebertragung der Försterstelle Wallenstein, Oberförsterei Wallenstein, der Forstaufjeher Schiarbaum zu NenterShausen zum HilfSförster.
Bestellt: derPfarramtskanvidat Krommes zum Gehilfen des Pfarrers Element zu Obereliungen.
Uederviesen: der Regierungsasseffsr Dr. Meyer zu Cassel der Königlichen Regierung zu Hildesheim zur weiteren dienstlichen Verwendung, der Regierungsrat Gutsche, seither
gaugener Sai on, Fräul. Verben, bei der Wiederaufnahme fehlte, ist uns nicht klar geworden, da gerade diese Rolle durch die junge Dame eine ganz ausgezeichnete Wiedergabe erfuhr. Unsere treffliche Naive führte sie ja auf ihre Weise am Sonntag recht hübsch durch, aber die Rolle der Kächie ist nun einmal so geraten, daß sie nicht jeder Darstellerin gut zu Gesichh steht. Diese Kellnerin, die in diesem Augenblick noch als das tugendhafteste Mädchen Heidelbergs gefeiert wird und sich gleich boHuf dem Prinzen um den Hals wirft, ist ja eine wenig ernst zu nehmende Figur, aber in der Darstellung voa Fräul. Verben verschwindet dieser Widerspruch einigermaßen, Herr K n a u t h als hochnäsiger Lutz war vorzüglich und auch Herr R a n e n d o r f als Kellermann sehr gut am Platze.
Barometerstand
mittags 12 Uhr am 20./1.
Sehr trocken
Beständig
Schön
Veränderlich
Regen (Wind)
Viel Regeu 740
Sturm
21./1.
770
730
720
720.
710
710.
760
740