Erstes Blatt
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Waisenhauses in Hanau.
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Amtliches OkW für Stadt- und Fsndllrcis KWW
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Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklammiheil die Zeile 25 Pfg,, für Auswärts 35 Pfg,
Verantwort!. Redakteur: G. Schreck er in HenGt,
Är. 12.
Fernsprechanschluß Nr. 605
Freitag den 15. Januar
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Fernsprechanschluß Nr. 605
1904
Amtliches.
Landkreis banau.
Bekautsimachtlstaen be$ Königl. Landratsamies.
Gemäß § 25 der Wehrordnung vom 22. Juli 1901, sowie der Jnstrnkiion vom 16. Mai 1876, die Führung der Rekrulierungs-Stammrollen betreffend (Amtsblatt S. 109), haben die Herren Ort- und Gutsvorstände unverzüglich nachstehende Bekanntmachung viermal zu erlassen.
Alle Militärpflichtige vom Jahrgang 1884 und ältere, welchen eine endgültige Entscheidung von den Ersatzbehörden noch nicht erteilt ist, haben sich in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar d. J. bei dem Orts- bezw. Gutsvorstände zur Aufnahme in die Rekrutierungs-Stammrolle anzumelden.
Die in das militärpflichtige Alter tretenden, zum einjährigfreiwilligen Dienste Berechtigten haben, insofern sie nicht bereits in den aktiven Dienst einaetreten find, unter Vorlage des Be- rechtigungsscheins beim Unterzeichneten ihre Zurückstellung mündlich oder schriftlich zu beantragen.
Dienstboten, Haus- und Wirtschaftsbeamte, Handlungsdiener und Lehrlinge, Handwerksgesellen, Fabrikarbeiter und andere in ähnlichen Verhältnissen stehende Militärpflichtige, sowie ferner Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten haben sich an demjenigen Orte zur Stammrolle zu melden, woselbst sie in Lehre oder Arbeit stehen bezw. wo sich die Lehranstalt befindet.
Hat der Militärpflichtige keinen dauernden Aufenthalt, so meldet er sich bei der Ortsbehörde seines Wohnsitzes.
Wer innerhalb des Reichsgebiets weder einen dauernden Aufenthaltsort noch einen Wohnsitz hat, meldet sich in seinem Geburtsort zur Stammrolle, und wenn der Geburtsort im Auslande liegt, in demfenigen Orte, in welchem die Eltern oder Familienhäupter ihren letzten Wohnsitz hatten.
Bei der Anmeldung zur Stammrolle ist daS standesamtliche Geburtszeugnis vorzulegen, sofern die Anmeldung nicht am Geburtsort selbst erfolgt.
Sind Militärpflichtige von dem Orte, an welchem sie sich zur Stammrolle anzumelden haben, zeitig abwesend (auf der Reise begriffene Handlungsgehilfen, auf See befindliche Seeleute u. f., w.), so haben die Eltern, Vormünder, Lehr-, Brot- oder Fabrikherren die Verpflichtung, sie zur Stammrolle anzumelden.
Die Anmeldung zur Stammrolle ist in vorstehend vorgeschriebener Weise seitens der Militärpflichtigen so lange alljährlich zu wiederholen, bis eine endgültige Entscheidung über die Dienstverpflichtung durch die Ersatzbehörden erfolgt ist.
Bei Wiederholung der Anmeldung zur Stammrolle ist der im ersten Militärpflichtjahr erhaltene Losungsschein vorzulegen.
Feuilleton,
Fleischersatz im Haushalte. Bon M. Kossak.
(Nachdruck verboten.)
In, den beiden lebten Dezennien ist die Frage, inwieweit die Fleischnahrung zum Wohlbefinden der Menschen Notwendig ist, viel häufiger erörtert worden, als ehedem. Einesteils hat dies in den hohen Fleischpreisen, andernteils in der zunehmenden Verbreitung deS Vegetarismus seinen Grund. Wiederholt haben selbst Aerzte, die keineswegs zur Fahne desselben schworen, auf den hohen Gehalt an assimilierbaren Eiweißstoffen in den Hülienfrüchten hingewiesen und das Publikum darüber belehrt, daß diese daher einen nahezu vollgültigen Ersatz für Fleisch bilden, aber im großen und ganzen ist der Erfolg derartiger Unterweisungen doch immer nur ein mäßiger gewesen. Erbsen, Bohnen und Linsen erfreuen sich keiner sonderlichen Popularität — davon weiß jede Hausfrau auf dem Lande, die genötigt ist, sie ihrem Gesinde häufig vorzu- setzen, ein Lied zu singen. Aber auch in den gebildeten Kreisen der Nichtvegetarier, welche den hohen Nährwert der Hülsen- früchte unbedingt zugeben, herrscht im allgemeinen keine Ten- denz für die Hülsenfrüäte, was wohl zum großen Teil dem Umstände zuzuschreiben ist, daß man nichts anderes daraus zu
""iß, als Suppe und Brei. Daneben kocht man frei- Uch Bohnen und Linsen auch in Salzwasser ab, aber abgesehen davon, daß die letzteren einen unangenehm bitteren Geschmack haben, können auch viele Leute die Schalen nicht vertragen. Nun lassen sich aber tatsächlich aus Hülsenfrüchten Speisen i die eine so verblüffende Aehnlichkeit mit Fleisch be-
'L- m"" ste dafür essen kann. Namentlich trifft das
^^ geschätzten Linsen zu. Wenn Linsenkotelettes gemacht sind, so glaube ich nicht, daß irgend ein Mensch, der
Außerdem sind etwa eingetretene Veränderungen (in Betreff des Wohnsitzes, des Gewerbes, des Standes u. s. w.) dabei anzuzeigen.
Von der Wiederholung der Anmeldung zur Stammrolle sind nur diejenigen Militärpflichtigen befreit, welche für einen bestimmten Zeitraum von den Ersatzbehörden ausdrücklich hiervon entbunden oder über das laufende Jahr hinaus zurückgestellt worden sind.
Militärpflichtige, welche nach Anmeldung zur Stammrolle im Laufe eines ihrer Militärpflichtjahre ihren dauernden Aufenthalt oder Wohnsitz nach einem anderen Au?h?bung-be;irk oder Musterungsbezirk verlesen, haben dieses behufs Berichtigung der Stammrolle sowohl beim Abgang der Behörde oder Person, welche sie in die Stammrolle ausgenommen hat, als auch nach Ankunft an dem neuen Orte derjenigen, welche daselbst die Stammrolle führt, spätestens innerhalb dreier Tage zu melden.
Versäumung der Meldefristen entbindet nicht von der Meldepflicht.
Wer die vorgeschriebenen Meldungen zur Stammrolle oder zur Berichtigung derselben unterläßt, ist mit Geldstrafe bis zu dreißig Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen zu bestrafen.
In der Stammrolle sind nicht bloß die angemeldeten Militärpflichtigen einzutragen, sondern auch alle sich im Orte aufhaltenden Militärpflichtigen zu ermitteln.
In Betreff der Anlegung und Führung der RekrutierungsStammrollen werden die Herren OrtS- und Gutsvorstände auf die Eingangs beregte Instruktion sowie auf die unterm 3. Dezember 1901 übersandte Anweisung besonders aufmerksam gemacht.
Die Stammrollen der Jahrgänge 1881, 1882, 1883 und 1884 nebst Bekägen sind bis zum 10, Februar d. I. einzureichen.
Hanau den 2. Januar 1904.
Der Zivilvorsitzende der Ersatz-Kommission des Aushebungsbezirks Hanau. Königlicher Landrat.
J. A.: Conrad, Kreissekretär.
Nach Mitteilung des Königl. Polizei-Präsidiums in Frankfurt a. M. ist in der Gemarkung N i e d e rra d die Schweineseuche ausgebrochen. Gehöfts-Ortssperre ist angeordnet worden.
Hanau den 13. Januar 1904.
Der Königliche Landrat.
V Nr. 133 I. A.: C o n r a d, Kreissekretär.
Nach Mitteilung des Großherzogl. Kreisamis Friedberg ist in den Gemarkungen Bad Nauheim, Bauernheim, Fried- ihre Zusammensetzung nicht kenn«, es herausschmeckt, daß kein Fleisch darin enthalten ist. Das Rezept ist folgendes: man kocht Linsen in Salzwasser so weich, daß sie sich bequem durch ein Drahtsieb treiben lassen. Inzwischen läßt man Reibbrot — auf 250 Gramm Linsen ungefähr 50 Gramm Reibbrot — in kaltem Wasser tüchtig aufquellen. DaS Wasser muß allmählich auf das Reibbrot gegessen werden, da man von vornherein nie wissen kann, wieviel Flüssigkeit das letztere aufzu- saugen vermag. ES soll zum Schluß völlig aufgeweicht, aber dabei nahezu trocken sein. Darauf rührt man Reibbrot, Linsen- brei und einige ganze Eier nebst einer Prise Pfeffer und etwas gestoßenem englischen Gewürz und einer großen, gewiegten und in reichlich Butter gar gemachten Zwiebel durch und formt auS dieser Masse knapp balbfingerlange längliche und sehr flache Klöße. Man nimmt soviel Eier als nötig ist, um dem Teig Haltbarkeit zu verleihen. Die Klöße werden in zerklopftem Ei, das etwas gesalzen und gepfeffert sein muß, und dann noch in trockenem Reibbrot gewälzt, worauf man sie in steigender Butter goldbraun bäckt. Man serviert sie so rasch wie möglich zusammen mit Kartoffelsalat oder Salzkartoffeln »nd grünem Salat. Wenn man die Masse in Hammeldärme füllt und diese in Zwischenräumen von Fingerlänge abbindet, so erhält man reckt schmackhafte Würstchen, die allerdings nicht ' zu Dampfwülstcken taugen, sondern knusprig gebraten werden müssen. Nach dem nämlichen Rezept lassen sich auch Erbsen- und Bohnenkotelettes bereiten, doch ist bei diesen die Fleisch- ähnlichkeit im Geschmack wesentlich geringer.
Ausaezeichneten Ersatz für Fleisch bieten auch die Pilze, deren Nährwert bekanntlich ein großer ist. Sie enthalten besonders einen überraschend hohen Gehalt an Nährsalzen und bei Verwendung geeigneter Rezepte kann man auS ihnen — vorzugsweise aus Steinpilzen — Gerichte herstellen, die gleichfalls einen ausgeprägten Fleischzelchmack besitzen. DieS ist ümsomehr der Fall, wenn man getrocknete Pilze benutzt. Für Pilzkole- lettes kocht man 100 Gramm Steinpilze in Salzwasser weich, wiegt sie so fein wie möglich und vermischt sie mit 120 Gramm
Berg, Griedel, Klein-Karben, Nieder-Florstadt, Nieder-Rosbach, Melbach, Ober-Eschbach, Wisselsheim und Wohnbach die Schweinepest erloschen. Die Sperrmaßregeln sind aufgehoben worden.
Hanau den 13. Januar 1904.
Der Königliche Landrat.
I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Städtische Sparkasse.
Das auf den Namen Georg Aoannini hier am 2. Juli 1902 ausgefertigte Einlagebuch Nr. 7818 A, lautend über ein Guthaben von 175,55 Mark, ist angeblich verloren gegangen.
Der etwaige Besitzer dieses Buches wird gemäß § 26 der Sparkassen-Eatzungen aufgefordert, sich zu melden und seine Ansprüche geltend zu machen, widrigenfalls nach Ablauf von 3 Monaten dem Verlierer ein neues Einlagebuch aus gefertigt werden wird.
Hanau den 15. Januar 1904.
Der Vorstand. 1019
Handelsregister.
A 92 Firma A. Grubener in Hanau: Der Kaufmann Rudolf Treusch in Hanau ist in das Geschäft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Die hierdurch begründete, aus dem p. Treusch und dem Kaufmann Karl König in Hanau bestehende offene Handelsgesellschaft hat am 1. Januar 1904 begonnen und wird unter unveränderter Firma weitergeführt.
A 248 Firma Georg Hepdt Nschf. in Hanau: Dem Kaufmann Heinrich Loßberger in Hanau ist Prokura erteilt.
A299 Firma Chr. Weingärtner in Hanau: Die Firma ist erloschen.
Hanau den 8. Januar 1904.
Königliches Amtsgericht 5. 1030
Hu6 Stadt und £and,
Hanau, 15. Januar.
Grsseutliche Sitzung der Stadtverordueten- versammiung vom 14. Januar 1904.
Anwesend die Herren Canthal, Vorsteher; Baader, Bonn, Craß, Eberhard, Förster, Glaser, Dr. HeraeuS, Heydt, Hoch, Hock, Holm, Jost jr., Kehl jr., Koburger, Kreuter, Küstner,
Milchbrötchen, die in heißer Milch aufgeweicht und zu Brei zerstampft sind. Zwei bis drei mittelgroße, gehackte, in Butter gedämpfte Zwiebeln, eine Prise Pfeffer, Salz und soviel Eier, als erforderlich sind, damit der Teig zusammen- hält, werden darunter geröhrt. Sollte die Masse zu krümlich sein, so muß man etwas Roggenmehl dazwischen stäuben. AuS dieser Masse kann man nun Kotelettes, wie auch sauren Klops machen. Für die letzteren formt man nicht zu große Kugeln, die in siedendes Wasser geworfen und darin ear gekocht werden. AlSdann nimmt man sie mit dem Schaumlöffel heraus, gießt die Hälfte der Brühe fort und legiert dieselbe mit einer Einbrenne aus Weizenmehl. Ein Löffel Weizenmehl wird in mindestens drei gehäuften Eßlöffeln voll Butter gelb gedämpft und mit dem Saft einer halben Zitrone und dicker saurer Sahne, sowie etwas Wasser glatt gekocht. Nachdem diese Einbrenne mit einer Prise geriebener Muskatnuß gewürzt ist, rührt man sie an die Klopsbrühe, tut einen Eßlöffel voll Kapern und einige eingemachte Ctampienons dazu, läßt alles durchbrühen und mit den Pilzklößen aufkochen. Zum Schluß wird das Gericht mit einem Eigelb abgezogen. Nimmt man noch etwas mehr Eier an den rohen Teig und macht denselben etwas lockerer, so eignet er sich auch zu einem Pudding, der im Puddingtopf nach üblicher Manier im Wasserbade gekocht murb. Er muß reichlich ein bis zwei Stunden kochen, wie alle auf diese Weise hergestellten Gerichte. Der Abwechselung wegen kann man zu den Klopsen, wie zum Pudding eine Herings-, Tomaten- oder Krebssauce geben. Die Bereitung ist die vorher beschriebene, nur läßt man die Champignons und Kapern fort und verlockt mit der Sauce gehackten Honig, Tomatenpuree oder KrebSschwänze nnd Kreb. butter.
So vorzüglich und nahrhaft diese Speisen sind, so erregen sie doch nie daS gleiche Erstaunen der Tischgäste, wie ein Braten ohne Verwendung von Fleisch, Ben ich vor einiger Zeit kennen lernte. Er gehörte zu der Kategorie jener, die man als „falschen Hasen", „italienischen Rehbraten* oder auch kurzweg ^Hackebraten" bezeichnen hört. Als ich ihn zum ersten