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Freude — und sie stürzte sich in die Arme eines Offiziers in Generalleutnants-Uniform, der eben in den Saal eingetreten war.
Dieser hatte inzwischen die Anwesenden nach allen Seiten hin auf das herzlichste begrüßt.
„Sie glauben gar nicht, was für eine Freude es mir macht^ das Regiment wieder zu sehen, dem ich selber einmal angehört! . . . Graf Höxler, unser alter Kamerad, der etwa eine Meile von hier auf feinem Gute haust, bat mich dringend, ihn zu besuchen. Er halte wichtige Angelegenheiten mit mir zu besprechen — Majoralsverdrießlichkeiten! ... Na Sie werden wohl schon davon gehört haben:.. Ich denke: die Gelegenheit benützt Du, an dem Balle teilzunehmen, der, wie ich ja noch von früher weiß, heute statifindet. Aber ich wollte nicht allein kämmen — nein, ich bringe Ihnen hier meine Nichte mit! Die Tochter meines verstorbenen Bruders — mein eigenes Kind."
Tiefe, schwüle Stille ringsum . . .
„Wie bleich Du aussiehst, Kläre ... Ist Dir waS?"
„Durchaus nicht, Oheim."
„Und wo sind f^orstratS? . .. Die wollten doch so frühzeitig wie möglich hier sein, um Dich zu beeltern."
Sie zuckle mit den Achseln.
Einige der Anwesenden gaben die nötige Aufklärung . . . Die OberfLrsterei liege doch jei'seitS deS Stromes. Der aber treibe schon seit Mittag starkes GrundeiS, sodaß ein Uebttsetzen mit der Fähre unmöglich sei.
„Mein armer Liebling I . . . Wenn ich daS geahnt hätte, ( „Ich mußte nämlich fort mit dem Zuge, um den m° wrochenen Besuch auf dem Gute des Grafen abstalten zu können. Vorher aber brächte ich meine Nichte hierher. Der ,aal war eben erst erhellt; kein Mensch war zugegen als "" polnischer Bursche... Na, daSle ich, das wird ein
wenn sie durch Forstrals eingeführt ist in den Kreis, f0 ^nge verkehrt — und was sie alle hier für Augen
machen werden, wenn ich Nachkomme und ihnen selber meine Kläre vorstelle."
Die Kommandeuse schien nach Luft zu ringen, so pustete sie. Bolko schnitt förmliche Grimasfen, nur damit ihm das Monokle nicht aus dem Augenwinkel herabglitt.
„Jetzt, Oheim, tust Du mir aber einen Gefallen."
„Tausend für einen, Kind."
„Nachdem ich das Vergnügen gehabt" — Kläre von EI- viffen legte einen Ton auf jedes ihrer Worte — „von den Herrschaften hier gekannt zu sein, führst Du mich wohl nach Hause."
„Aber es ist noch so früh! . . . Und ich bin eben erst gekommen. . ,
„Du magst ja zurückkehren! . . . Doch mich laß gehen. Ich bin müde und abgespannt."
In diesem Augenblick begann das Orchester zu spielen. Es erklangen die ersten, sofort so liebreizenden Zaubertöne auS „Wein, Weib und Gesang" von Johann Slrauß.
„Nun sieh doch, ein Wa'zer," sagte Exzellenz von Elviffen
— „und noch dazu Damenwahl!"
DaS junge Mädchen fuhr zusammen.
„Gestattest Du mir, ©teim, — diesen einzigen Tanz?"
Aber mit Vergnügen, mein Schatz."
Kläre blickte sich ringsum.
Dort . . . fern .... abseits — dort stand er düsteren Antlitzes, das brennende Auge auf sie gerichtet.
Sicheren Schrittes durchteilte sie die Menge.
Ueber Edgars Züge flog lichte Freude.
„Ich komme, ein Unrecht gut zu machen," flÜfierte sie.
Dann kreisten beide durch den Saal .... Hui, wie sie dahinschwebten!.....Die Musik schien ihnen Fittige zu verleihen. . .
„Sie haben heute viel Ungemach meineihalben hinnehmen müssen," sagte Kläre.
„Was schadet's? .... Es ist vollkommen well gemacht ndrch die Wonne, die ich jetzt empfinde!"
„O," grollte sie, es lag vielleicht an mir, daß sich die Situation überhaupt s» peinlich gestaltete!.....Ich konnte ja um Gnade betteln, meinen Namen nennen und sagen: Seid unbesorgt, Ihr braucht Euch meiner nicht zu schämen, ich gehöre zu Euch! . . . Allein, weshalb das, wo ich mich in meinem guten Recht befand? . . . Und doch war man so grausam zu mir!"
Edgar fühlte das Beben, das ihren schlanke« Körper durchzitterle.
Sie tanzten noch immer . . . Aller Blicke waren auf sie gerichtet . . . Ohne Zweifel bildeten sie das schönste Paar im Saale: der so stattliche Offizier und die jugendliche Mädchen» knospe an seiner Brust.
„Und nun so« alles aus sein — zu Ende?" flüsterte er traurig.
„Wer verlangt das?" versetzte sie schelmisch.
„O, mein Gott, so wäre es möglich? . . . . ES isi kein Traum, der mich narrt ?" . . . Die Wünsche und Hoffnnngen, d'e immer stürmischer in meinem Herzen sich regen — sie sollten doch in Erfüllung gehen?"
„Gewiß, mein Freund! . . . Sie werden e» j . . . Ich gelobe eS Ihnen! .... Und zum Pfande deS, baß ich mein Versprechen einlösen werde: hier diese Rose von--Ihre» Mauerblümchen!"
Kunst und Leben.
Wenn man 70 Jahre alt ist, so hat man etwa 58 000 Kilo (1160 Zentner) Nahrungsmittel z« sich genommen. Ein Briefträger im Alter von siebzig Jahren hat so viel Stiefelsohlen verbraucht, daß ihre Gesamtstärke etwa 2 Meter betragen würde. Wenn man vom 20. bis zum 78. Lebensjahre täglich nur 10 Pfennig zurücktegte, also in einem Jahre nur 36.50 Mark, so hätte man die gewaltige Summe von etwa 12 000 Mark mit ZinS und ZinseSzinS erspart.